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Das Leben meint es gut mit ihr : Marion Cotillard brilliert in schwerem Gefühlskino

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Vor fünf Jahren bekam Marion Cotillard einen Oscar für ihre Rolle als Edith Piaf in "La Vie En Rose". (Foto: REUTERS)

Vor fünf Jahren bekam Marion Cotillard einen Oscar für ihre Rolle als Edith Piaf in "La Vie En Rose".

Vor fünf Jahren bekam Marion Cotillard einen Oscar für ihre Rolle als Edith Piaf in "La Vie En Rose".

Da hatten wir versprochen, dass wir Marion Cotillard im Auge behalten würden.

Nichts leichter als das!

Denn die Französin ist seit Jahren nicht mehr von den roten Teppichen dieser Welt wegzudenken.

Kaum ein Regisseur, der nicht mit ihr arbeiten möchte, ...

... kaum ein Kollege, ...

... der nicht ...

... an ihrer Seite ...

... drehen wollte.

Jetzt ist sie wieder im Kino, doch "Der Geschmack von Rost und Knochen" ...

... ist keine leichte Kost: Es fließt viel Blut, und man sieht viel von Körpern, die nicht mehr heil sind und sich ihren Weg ins Leben zurück erkämpfen müssen.

Marion Cotillard als Stéphanie ist eine Orca-Trainerin, die bei einem tragischen Unglück ihre Beine im Becken verliert. Regisseur Jaques Audiard braucht nur "ein bisschen" blutgetränktes Wasser, um das Ausmaß dieser Katastrophe und das Drama zu erzählen, das nun Stéphanies Leben beherrschen wird.

Der Mann, mit dem sie es im Film zu tun hat, ist auch nicht auf der Sonnenseite unterwegs. In Cannes erntete das Team bereits 2012 begeisterte Kritiken, denn wie der vor Kraft strotzende Ali (Matthias Schoenaerts) sich und sie buchstäblich ins Leben zurück boxt, schlägt und trägt, ist meisterhaft.

Der Regisseur selbst sagt: "Dies ist eine Liebesgeschichte voll von Licht und Raum. ...

... Er, emotional gestört, und sie, körperlich eingeschränkt, geben sich Halt in Situationen, die allein kaum auszuhalten wären. ...

... Was als Freundschaft beginnt, entwickelt sich zu einer besonderen Liebesgeschichte, die jedoch von einigen Schicksalsschlägen bedroht wird. ...

... Die Körper der Protagonisten werden schonungslos gezeigt, mit all ihren Makeln und ihrem Schmerz, ...

... und trotzdem, oder gerade deswegen, wird der Film zu einem berührenden Werk über zwei Menschen, die das Lieben lernen."

Doch diese Geschichte ist nicht nur eine von der Liebe zwischen Mann und Frau, zwischen Gehandicapter und einem angry young man, es gibt noch einen Handlungsstrang, nicht minder wichtig.

Natürlich ist auch das Meer von immenser Bedeutung, das Meer vor der Côte d'Azur. Aber es geht vor allem noch um einen kleinen Jungen, der plötzlich an der Seite Alis auftaucht.

Sam ist sein Sohn, doch er kennt ihn kaum. Mittellos und ohne Freunde sucht Ali Zuflucht bei seiner Schwester Anna (Corinne Masiero). Sie bringt die beiden in ihrer Garage unter und nimmt das Kind unter ihre Fittiche, während Ali für eine Sicherheitsfirma arbeitet.

Bei einer Schlägerei in einem Nachtclub trifft Ali das erste Mal auf Stéphanie.

Als Ali sie wieder sieht, hat die bislang selbstbewusste Frau alle Illusionen verloren. Doch Ali beginnt ihr zu helfen, einfach und gerade heraus, ohne Mitgefühl oder Mitleid. Und beide finden dadurch zurück ins Leben.

Jaques Audiard ("Ein Prophet", 2009) ist bekannt als Spezialist für eine besondere Art von Antihelden. Das beweist er in seinem sehenswerten aktuellen Film aufs Neue.

Seine beiden Hauptdarsteller und ihr nüchternes und doch emotional überzeugendes Spiel machen den Film zu einer außergewöhnlich intensiven Studie über Vertrauen und die Notwendigkeit, ...

... Verbindungen aufzunehmen – zueinander, aber vor allem zu sich selbst.

Deswegen wollen wir auch noch ein bisschen mehr Verbindung zu Marion Cotillard aufnehmen: Sie zu fassen ist nicht einfach.

Die 1975 Geborene hat viele Seiten, die sie zu einer interessanten Frau und nicht nur zu einer sehr guten Schauspielerin machen.

Marion wurde in die Schauspielerfamilie Cotillard hineingeboren: Mutter gelernte Schauspielerin, Vater unter anderem Gründer der Theatergruppe Cotillard und Lehrer an der "École supérieure d'art dramatique". Mit fünf Jahren stand sie zum ersten Mal auf der Bühne, ...

... 1994 startete ihre Karriere beim Film. Nur ein paar Jahre später jedoch stagnierte ihre Karriere und sie bedauerte 2003 in der "Gala": ...

... "Ohne wirklich entmutigt zu sein, hatte ich doch Schwierigkeiten, im Kino erfolgreich zu sein."

1997 schon war es jedoch wieder soweit: Die Komödie "Taxi" beschert ihr einen Hit in Frankreich, ihre Karriere bekam neuen Schwung.

Dafür spricht auch ihre Trophäensammlung, die sich sehen lassen kann: ...

... Neben dem Oscar hat sie bereits einen Golden Globe, zwei Césars und einen British Academy Film Award im Regal.

Sie gehört zu den bestverdienenden Schauspielerinnen Hollywoods und Frankreichs.

Seit 2011 ist sie Mutter eines Sohnes, den sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten ...

... Guillaume Canet hat. Seit 2007 ist sie mit ihrem Landsmann, der bis 2006 mit Diane Kruger verheiratet war, zusammen. Sie kennen sich seit den Dreharbeiten zu "Liebe mich, wenn du dich traust" (2003).

2010 spielte sie unter der Regie ihres Lebensgefährten in der erfolgreichen Tragikomödie "Kleine wahre Lügen" die sexsüchtige Freundin von Jean Dujardin.

2010 war sie auch in "Inception" zu sehen. In dem Science-Fiction-Thriller von Christopher Nolan spielt sie die Frau von Dominick Cobb, verkörpert von Leonardo DiCaprio.

So richtig angefangen hat ihre Weltkarriere dann 2004 mit "Mathilde - Eine große Liebe". Sie stellt eine ehemalige Hure dar ...

... und wird mit dem César als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.

In den Jahren 2006 und 2007 drehte sie fünf große Filme: ...

... Mit Russell Crowe stand sie für Ridley Scott in "Ein gutes Jahr" vor der Kamera, ...

... es folgt das bereits erwähnte "La Vie En Rose", ...

... der ihr mit dem Oscar eine dauerhafte Standfestigkeit in Hollywood verlieh.

Kurz darauf verscherzte sie es sich allerdings mit ihren neuen US-Freunden: Cotillard hatte ein Jahr zuvor in einem TV-Interview gesagt, dass die Anschläge auf das World Trade Center 2001 eine US-amerikanische Verschwörung und die Mondlandung 1969 ein Fake gewesen seien.

Ups - das kam nicht so gut an. Man prophezeite bereits das Ende ihrer Karriere in Hollywood.

Sie jedoch sagte, dass ihre Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen wurden. Dennoch dauerte es zwei Jahre bis zur nächsten großen Rolle.

In "Public Enemies" spielte sie an der Seite von Johnny Depp die Freundin des von ihm verkörperten Gangsters John Dillinger, ...

... und in Rob Marshalls Musical-Verfilmung "Nine" war sie mit Stars wie Daniel Day-Lewis, Sophia Loren und Penelope Cruz auf der Bühne.

Der Film insgesamt wurde eher verrissen, ihre Darstellung jedoch gehörte zu den herausragenden, echten Momenten, die eine menschliche Verletzlichkeit gezeigt hätte, wie sie selten ist, urteilten die Kritiker.

2012 war sie in "Batman - The Dark Knight Rises" zu sehen, für 2013 hat sie bereits gedreht.

Wir können auch dieses Mal wieder versprechen, ...

... dass wir la belle Marion im Augen behalten werden, ...

... und wünschen dem aktuellen Film, der so viel Herzblut enthält, ...

... viel Erfolg. Hollywood scheint ihr verziehen zu haben, das macht dieser Preis mehr als deutlich.

Und dass Marion Cotillard auch in diesem Jahr zu den "Wonder Women" gehören wird, steht fest. (soe)

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