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Dienstag, 19. Juli 2016

Vom Zeitungscover ins Weiße Haus: Melania Trump - the new FLOTUS

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Donald und Melania Trump: Das zukünftige Präsidentenpaar?

Donald und Melania Trump: Das zukünftige Präsidentenpaar?

Donald und Melania Trump: Das zukünftige Präsidentenpaar?

Als Frau eines schillernden Immobilienmilliardärs und ...

... früheres Model ist Melania Trump das Rampenlicht eigentlich gewöhnt.

Im Wahlkampf ihres Ehemanns hatte sich die gebürtige Slowenin bislang aber auffällig zurückgehalten.

In das Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit ist die 46-Jährige nun doch gerückt - durch eine Rede ...

... am ersten Tag der Republican Convention.

Zu "We are the champions" betrat Donald Trump die Bühne der Convention ...

... und bereitete den Boden für seine Frau.

Eine ganz neue Rollenverteilung im Hause Trump, ...

... hielt sie sich im Vorwahlkampf doch bisher zurück und überließ ihrem mitteilungsbedürftigen Gatten die Bühne.

Sicher wollte sie endlich sanftere Töne anklingen lassen und dabei helfen, die zerrissene Partei zu einen.

Und tatsächlich: Melania Trump hielt eine bodenständige Rede. Sie handelte von Ehrlichkeit und Verlässlichkeit.

Davon, dass Respekt gegenüber anderen Menschen zählt.

Und davon, dass das gegebene Wort zählt.

Die Rede sollte vermutlich ein Gegengewicht sein zu Trumps Auftreten in den vergangenen Monaten, dem Effekte erkennbar wichtiger waren als moralische Konstanz.

Melanias Rede hatte allerdings einen kleinen Schönheitsfehler: ...

... Sie schien passagenweise nahezu eins zu eins von der derzeitigen First Lady Michelle Obama abgekupfert zu sein.

Nur ein Beispiel, wo der Text der beiden Reden sich zwangläufig unterscheiden musste, sei hier genannt.

Michelle Obama sagte damals sinngemäß: "Barack und ich leben nach diesen Werten und wollen sie an unsere Kinder weitergeben."

Wer nun aber denkt, Melania tauscht "Barack" einfach so gegen "Donald" aus, der irrt. Melania sagt: "Das ist das, was ICH an unseren Sohn weitergeben will (...)".

Und irgendwie erhärtet das auch die Vorstellung, die wir von "The Donald" haben, nämlich, dass er mit der Kindererziehung im Hause Trump nicht so unmittelbar und viel zu tun hat.

Was aber das Schönste an Melanias Rede war, ist Folgendes: Dass ihre von Michelle Obama übernommene Rede von Hillary Clintons früherer Redenschreiberin war. Insofern bleibt quasi alles in der Familie.

Apropos Familie, eine Frage hätten wir noch: ...

... Ist was unterwegs?

Das wäre natürlich ein Knaller!

Eine so junge First Lady, und dann noch ein First Baby!

Fünf Kinder hat er schon, der Donald.

Aber wir wollen ja mehr über Melania erfahren, also zurück zu ihr.

Gegner haben bereits vor Monaten angefangen, gegen die Frau des rechtspopulistischen Präsidentschaftsbewerbers aufzurüsten.

Eine der Attacken auf Trump und seine Frau nutzt ein altes Foto Melanias vom Cover des britischen Männermagazins "GQ". Darauf räkelt sie sich in lasziver Pose auf einem Fellteppich - mit nicht mehr bekleidet als funkelndem Schmuck. "Schau dir Melania Trump, deine nächste First Lady, an", hieß es dazu auf Facebook.

Donald Trump reagierte, wie nicht anders zu erwarten war, zornig und bezichtigte Senator Ted Cruz, ...

... seinen damaligen Rivalen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner, hinter der Kampagne zu stecken - was dieser bestritt.

Dennoch ließ es sich der Immobilientycoon, der während seines Wahlkampfs immer wieder mit Beschimpfungen von Frauen für Aufsehen gesorgt hat, ...

... nicht nehmen, seinerseits mit polemischen Angriffen auf die Frau seines Widersachers zu antworten.

Melania Trump selbst hat nicht auf die Kampagne reagiert.

Das passt zu ihrem - bisher - eher dezenten Auftreten im Wahlkampf.

Fast wirkte es so, als traue selbst sie der ganzen Sache - der Kandidatur - nicht über den Weg.

Während ihr Mann seine Tochter Ivanka von Beginn an intensiv eingebunden hatte, blieb seine Frau oft zu Hause.

Deswegen erregt es dann auch um so mehr Aufsehen, wenn Melania Trump sich dezidiert politisch äußert.

Sie sagte beispielsweise bei einer TV-Aufzeichnung im Frühjahr: "Ich habe nicht das Gefühl, dass er (Donald) Mexikaner beleidigt hat", und nahm ihren Mann gegen die Kritik an seinen fremdenfeindlichen Äußerungen in Schutz.

In einem Interview des Frauenmagazins "Harper's Bazaar" beteuerte Melania Trump, dass ihre Zurückhaltung im Wahlkampf nichts mit taktischem Kalkül zu tun habe: ...

... "Das ist meine Entscheidung."

Klar ist aber auch, dass sie eine First Lady wäre, ...

... an die sich viele Rechtskonservative erst würden gewöhnen müssen.

Denn nicht nur die erotischen Fotos aus der Vergangenheit widersprechen dem Rollenbild einer Präsidentengattin, ...

... wie es in "diesen Kreisen" üblich ist.

Allein die Tatsache, dass Melania Trump die bereits dritte Frau ...

... ihres ein Vierteljahrhundert älteren Mannes ist, ...

... passt nicht ins Bild.

Immerhin wäre der Immobilienmilliardär aber nicht der erste geschiedene US-Präsident. Aber fast.

Sein bislang einziger Vorgänger in dieser Hinsicht wäre Ronald Reagan.

Vor First Lady Nancy Reagan war die Ikone der Republikaner bereits einmal verheiratet.

Melania Trump wäre noch in vielerlei anderer Hinsicht eine höchst ungewöhnliche First Lady.

So wäre sie erst die zweite Präsidentengattin der US-Geschichte, ...

... die im Ausland geboren wurde (nach Louisa Adams, die 1825 in das Weiße Haus einzog), und das darf auch jeder hören und wissen.

In die USA kam Melania Trump im Zuge ihrer Modelkarriere, zu der ihre Mutter ihr bereits in jungen Jahren verholfen hatte, erst Mitte der Neunzigerjahre, ...

... bis heute spricht sie Englisch mit starkem Akzent.

Die Tochter eines Autohändlers mit dem Geburtsnamen Melania Knav wurde als Teenager in ihrer Heimat Slowenien während eines Model-Wettbewerbs entdeckt ...

... und erhielt daraufhin einen Vertrag in Mailand. Ihr Studium der Architektur brach sie ab.

Ihre Karriere führte sie nach New York und auf die Cover von "Elle", InStyle", "Vogue","Glamour", Vanity Fair" und "Harper's Bazaar", ...

... wo sie Ende der 90er-Jahre ...

... in einem Nachtclub Donald Trump kennenlernte. Trump kämpfte um die Gunst der 24 Jahre jüngeren Melania. Und das gibt sie auf dem Republikaner-Parteitag so wieder: ...

.. "Es gibt niemanden, der so sehr für etwas kämpft wie Donald. Das wird er auch für Amerika tun." Im Jahr 2005 folgte die Glamour-Hochzeit, ihr Kleid kostete 100.000 Dollar, ...

... im März 2006 wurde Sohn Barron William Trump geboren.

Ihr Leben als Milliardärsgattin hat Melania Trump bis vor einiger Zeit ausführlich im Internetdienst Twitter dokumentiert ...

... mit Fotos des Pracht-Appartements in Manhattan ...

... und dem grandiosen Ausblick auf den Central Park, ...

... von edlem Schmuck und den Reisen im Privatjet. Allerdings ist es nicht so, dass Mrs. Trump ihrem Gemahl auf der Tasche liegt. Die fünfsprachige Melania (Slowenisch, Englisch, Italienisch, Französisch und Deutsch) ...

... trat fleißig in Trumps zahlreichen Reality-Shows im US-Fernsehen auf und vertreibt auf dem Shoppingkanal QVC ihre eigene Uhren- und Schmuckkollektion sowie eine Luxus-Bodylotion, die mit Kaviar angereichert wird.

Der Strom ihrer Twitterbotschaften brach jedoch im vergangenen Sommer abrupt ab - nachdem ihr Mann seine Präsidentschaftsbewerbung verkündet hatte. Nun spricht sie über die Vorzüge ihres Ehepartners, an dem sich in den USA die Geister scheiden. Ein toller Mann sei er, ein toller Vater, ein toller Leader. Natürlich liebe ihr Mann alle, Christen, Juden und Muslime, die Armen, ja sogar Schwarze und Latinos.

Wer nun glaubt, dass das zurückhaltendere Verhalten seiner Frau auf den siebenfachen Großvater abgefärbt hätte, der wird leider enttäuscht. Und obwohl er von einer Menge Frauen umgeben ist, ...

... wie zum Beispiel links Tochter Tiffany Trump (daneben Sohn Donald Trump Jr.), seiner Gattin, der anderen Tochter, Ivanka Trump (daneben Sohn Eric Trump) und in der ersten Reihe den Enkeln Kai und Donald III (Kinder von Donald Jr.) ...

... scheint Donald Trump kein Typ zu sein, der wirklich dazulernen kann. Auch wenn Melania sagt: "Donald denkt groß, er setzt Dinge durch. Unser Land und die Welt brauchen eine neue, starke Führung."

Allein sein Frauenbild ist katastrophal.

Trump war jahrelang Chef verschiedener Schönheitswettbewerbe.

Eine Miss Utah erinnert sich, wie sich der damals 50-Jährige vor sie, die 21-Jährige gestellt und "einfach auf die Lippen geküsst" hatte. Sie dachte nur: "Oh mein Gott, widerlich."

Er war damals noch mit Marla Maples (2.v.l.) verheiratet. Das hätte ihn jedoch nicht daran gehindert, auch andere gerade volljährig gewordene Mädchen auf den Mund zu küssen.

Donald Trump liebt es offenbar geradezu, Frauen unter dem Gejohle seiner Anhänger zu beleidigen.

Schauspielerin Rosie O'Donnell bezeichnete er als "fett" und "hässlich".

Über die Moderatorin Megyn Kelly, die ihn bereits im Sommer 2015 während einer TV-Debatte mit seinen frauenverachtenden Aussprüchen konfrontiert hatte, schimpfte er im Anschluss gegenüber "CNN": "Aus ihren Augen kam Blut heraus, überall kam Blut heraus."

Und über die Oberweite der Schauspielerin Carmen Electra ließ er sich in einer Radio-Show aus: "Diese Brüste sind so schlecht gemacht, sie sehen aus wie zwei Laternenpfähle, die aus einem Körper herausragen."

Über die Mitbegründerin und Chefredakteurin der Onlinezeitung "The Huffington Post" sagte er per Twitter: "Arianna Huffington ist unattraktiv - von außen und von innen. Ich verstehe vollkommen, warum ihr früherer Ehemann sie für einen Mann verlassen hat - er hat eine gute Entscheidung getroffen."

Wie viele Ex-Frauen er hatte, wird er noch wissen (im Bild Ivana Trump), aber mit wie vielen Frauen er eine Affäre gehabt habe, so Trump in der "New York Times", wisse er nun wirklich nicht mehr: "Es sind weniger, als Sie glauben."

Seine Frau wird ihm wahrscheinlich geraten haben, mit diesem Gebaren aufzuhören. Und tatsächlich wirkt Trump inzwischen etwas handzahmer.

Selbst seine Twitter-Attacken auf Konkurrentin Hillary Clinton sind milder geworden.

Und vielleicht ist die Möglichkeit, dass die Trumps ihre Reden bei den Obamas abkupfern, gar nicht mal die schlechteste Variante, sollte Donald Trump Präsident der VereinigtenStaaten werden. (soe/spot/dpa)

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