| SA | 9° / 23° |
| SO | 12° / 22° |
Diva heißt "die Göttliche", und das britische Model Naomi Campbell wird sicher zu Recht so tituliert: ...
Schön ist sie, ...
... unnahbar, ...
... elegant, ...
... entrückt, ...
... aber auch verwöhnt, ...
... anmaßend, ...
... und nicht selten unbeherrscht, ja, hysterisch.
Statt auf dem Laufsteg ...
... erscheint Campbell in letzter Zeit immer öfter in den Klatschzeitungen und hin und wieder auch vor Gericht.
Am 22. Mai 2010 wird das Model, das gerade auch in Woody Allens neuem Film "You Will Meet A Tall Dark Stranger" bei den Filmfestspielen in Cannes zu sehen war, 40 Jahre alt.
Als verwöhnte Göre ist Naomi im Londoner Stadtteil Lambeth bestimmt nicht aufgewachsen.
Ihre Mutter war Tänzerin aus Jamaika, ihren Vater hat sie nie kennengelernt.
Die Schule brach sie ab, eine Berufsausbildung machte sie nie.
Doch schon früh steckte offenbar das Talent in ihr, sich zu präsentieren.
So war sie noch nicht einmal acht, als sie im Video "Is this love?" von Bob Marley mitspielte.
Zusammen mit dem berühmten Landsmann ihrer Mutter und einem guten Dutzend anderer Kinder tanzte sie (nicht im Bild) durch einen Kindergarten und dann durch die Straßen.
Sechs Jahre später tauschte sie die Schule gegen Schauspielunterricht.
Nach einem Jahr wird sie als Model entdeckt.
Die Karriere ist rasant, sie hält ihr junges Gesicht für große Marken hin - und mit 16 sieht man sie schon in der britischen "Elle".
Der "Ritterschlag" kommt mit 18: Im August 1988 erscheint ihr Gesicht auf der "Vogue" - als erstes schwarzes Model überhaupt.
In der Zeit, in der die Laufstegmädchen plötzlich zu Persönlichkeiten werden ...
... und Namen wie Cindy Crawford, Tatjana Patitz, Claudia Schiffer (1.v.l.), Elle MacPherson (2.v.l.), Christy Turlington (1.v.r.) und Linda Evangelista so bekannt werden wie die von Sängern und Schauspielern, ...
... wird auch sie eines dieser neuen Supermodels.
Campbell gibt sich vielseitig.
In vielen Videos spielt sie mit und sogar, wenn auch wenig ergiebig, in Nebenrollen von Kinofilmen.
Erfolgreicher ist da schon eine Sangeskarriere, ihre CD "Baby Woman" verkauft sich gar nicht schlecht.
Sogar ein Buch bringt sie heraus, doch schnell wird klar, dass Campbell kaum ein Wort von "Swan" selbst geschrieben hat.
Mit einem "Fashion Café" in New York ...
... und mehr als einem halben Dutzend Parfüms verdient sie auch Geld, ...
... aber nicht enden will ihr Erfolg auf den Magazintiteln.
Sie greift noch die großen Aufträge ab, ...
... als sie schon doppelt so alt ist wie viele Models, ...
... die neben ihr in Paris, Mailand oder Madrid laufen.
Doch sie hält ihr Gesicht nicht nur für Geld hin.
Mit Nelson Mandela trifft sie sich mehrmals ...
... und unterstützt seine Hilfsprojekte.
Für Somalia spendet sie ebenso wie für Jamaika, die Heimat ihrer Mutter, ...
... die mit mittlerweile Mitte 60 eine ebenfalls beachtliche Karriere als Model hingelegt hat.
Und bei der UNESCO ist sie gern gesehener Gast, um Geld für die Kinder der Welt einzuwerben.
Schön, erfolgreich, wohltätig - aus dem kleinen schwarzen Mädchen aus London ist ein Star geworden.
Doch ein Star mit Allüren.
Mal zertrümmert Campbell das Mobiliar einer Jacht, weil der Koch die Pasta nicht richtig zubereitet.
Mal berichten Zeitungen, dass sie auf einen Chauffeur eingedroschen habe, weil der über ein Privatgespräch ihres Freundes nicht petzen wollte.
Mal rennt sie schreiend aus einem Fernsehstudio, weil ihr die Fragen nicht passen.
Und dann keift sie Verkäuferinnen so an, dass sie Hausverbot in einer Luxusboutique bekommt.
Und immer wieder hört man von Mobiltelefonen, die sie Angestellten an den Kopf wirft - kaum zu glauben, dass "Naomi" vom Hebräischen "angenehm" und "freundlich" kommt.
Die Ausbrüche haben Campbell mehrfach in Therapien und vor Gericht geführt.
So waren im Juni 2008 gerichtlich 200 Stunden Sozialdienst fällig, nachdem sie in einem Flugzeug ausgerastet war.
Als der Pilot sie persönlich informierte, dass sich der Abflug etwas verzögere und nicht alle Gepäckstücke an Bord seien, hatte sie ihm Rassismus vorgeworfen: ...
Sie hatten den Piloten angeschrien: "Sie gehen hier nicht weg, bis Sie meine Scheiß-Taschen gefunden haben." Als der sich zum Gehen wandte, rief sie ihm hinterher, er sei ein Rassist. "Das würden Sie nie machen, wenn ich weiß wäre.""Sie würden das nicht tun, wenn ich weiß wäre."
Ins Telefon schrie sie "holt die Presse!" und trat Polizisten mit ihren spitzen Stilettos.
Ein Jahr zuvor hatte sie schon als Strafe mit den New Yorker Stadtreinigern Toiletten putzen müssen.
Gekommen war die Laufsteg-Diva dabei im Pelz, ...
... abgefahren im Rolls Royce.
Unklar ist zur Zeit noch, ob Campbell vor dem Internationalen Gerichtshof im niederländischen Den Haag erscheinen wird.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll sie beim UN-Kriegsverbrechertribunal für Sierra Leone als Zeugin im Prozess gegen den früheren liberianischen Diktator Charles Taylor aussagen.
Der hatte ihr 1997 einen Rohdiamanten überreichen lassen.
Zum 40. Geburtstag ist es nun an Vladimir Doronin, seine Verlobte mit Diamanten zu überschütten!
Keine Angst, Naomi, dein reicher Russe weiß, was sich gehört!
Diamonds are a girls best friend, davon hat er sicher schon gehört.
Und: Mutti will Omi werden! Jetzt wird's Zeit!
Seit über zwei Jahrzehnten im Spotlight - das macht ihr sowieso keiner so schnell nach - darf sie mal an die Familienplanung denken.
Lass es krachen, Naomi!
Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.
Bitte überprüfen Sie Ihre Angaben.