Cruise als Stauffenberg: Operation Walküre beginnt
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Jetzt mal als Erstes vorneweg: Der Film ist gut.Bild 1 von 57 Ein bisschen ist es natürlich wie anno dazumal bei "Titanic" - es wird nicht gut enden. Und doch hofft man und bangt!Bild 2 von 57 Hofft und bangt, dass es anders ausgehen wird. Vergebens. Und wenn Stauffenberg dann am Ende erschossen wird, ist man tief berührt und bewegt.Bild 3 von 57 So wie der Hauptdarsteller: "Es war eine atemberaubende Erfahrung, genau an der Stelle zu stehen, wo diese Menschen ihr Leben riskiert haben."Bild 4 von 57 Und beim Anziehen der deutschen Wehrmachtsuniform hatte er ein "mulmiges Gefühl", gibt er zu.Bild 5 von 57 Es ist ein spannender Film, ein bewegender Film und er soll, so haben es Historiker und Kenner der Materie jedenfalls größtenteils bestätigt, ziemlich korrekt sein.Bild 6 von 57 Nicht schlecht für Hollywood.Bild 7 von 57 Es geht nicht nur um Bäng-Bumm-Bäng, ...Bild 8 von 57 ... und es ist auch keine kitschige Love-Story, ...Bild 9 von 57 ... sondern es ist die wahre Geschichte eines Mannes, der etwas tun wollte, um seinem Land zu dienen.Bild 10 von 57 Er wollte Hitler umbringen.Bild 11 von 57 Er hat es ein paar Mal versucht. (Foto: Die Wolfsschanze nach dem Attentat am 20. Juli 1944)Bild 12 von 57 Es ist ihm nicht gelungen. (Foto: Hitler mit Mussolini kurz nach dem Attentat)Bild 13 von 57 Hätte ein Attentat wirklich etwas verändert? Oder wäre ein "anderer" Hitler nachgewachsen?Bild 14 von 57 Zurück zum Film: Stauffenberg hat versucht, ein guter Mensch zu sein.Bild 15 von 57 Cruise hat versucht, ein guter Stauffenberg zu sein. Es hat funktioniert.Bild 16 von 57 Trotz der großen Proteste während des Drehs wegen Cruises Zugehörigkeit zu den Scientologen ...Bild 17 von 57 ... und des Aufruhrs der deutschen "Denkmalschützer", die Angst davor hatten, dass Stauffenberg kommerzialisiert werden würde und ins falsche Licht gerückt werden könnte ...Bild 18 von 57 ... ist es Tom Cruise, diesem Strahlemann mit dem Hang zum großen Auftritt, gelungen, ...Bild 19 von 57 ... dem Grafen ein Denkmal zu setzen, das für einen Spielfilm dieses Kalibers nicht selbstverständlich ist.Bild 20 von 57 Ein Enkel Stauffenbergs spielte mit (Philipp von Schulthess), der dem Hollywoodstar große Ernsthaftigkeit in der Auseinandersetzung mit dem Thema bescheinigte ...Bild 21 von 57 ... deutsche Schauspieler wie Christian Berkel ...Bild 22 von 57 ... oder Thomas Kretschmann betonten, wie angenehm die Zusammenarbeit mit Tom Cruise war.Bild 23 von 57 Alles in allem eine schöne Arbeit.Bild 24 von 57 Und nach den Querelen um Drehgenehmigungen für den historischen Ort "Bendler-Block" ist das bestimmt besonders gut zu hören ...Bild 25 von 57 Eines hat der Film jetzt schon erreicht: Er hat in den ersten drei Wochen in den USA bereits 72 Millionen Dollar eingespielt.Bild 26 von 57 So kann sich nun auch jeder Amerikaner in Kansas, Kentucky oder Kalifornien von einem gängigen Vorurteil verabschieden: Nämlich dem, dass alle Deutschen Nazis waren.Bild 27 von 57 Dabei spielt Cruise den Stauffenberg nicht einfach als strahlenden Helden, sondern zeigt, in welchem Zwiespalt er sich befand.Bild 28 von 57 Es wird auch nicht beschönigt, dass Stauffenberg nicht von Anfang an ein Hitler-Hasser war, sondern durchaus mit den Ideen und Auffassungen des Nazionalsozialismus sympathisierte.Bild 29 von 57 Aber in Tunesien, wo er bei einem Angriff der Allierten fast sein Leben, zumindest aber eine Hand, eine Auge und zwei weitere Finger verliert, kommen ihm Zweifel am Sinn dieses Krieges.Bild 30 von 57 Dort beginnt der Film und es ist nicht schwer nachzuvollziehen, was den Grafen zu seinen verschwörerischen Gedankengängen bewegte.Bild 31 von 57 Dabei wirkt er energisch und überzeugend, drängt sich dabei kein bisschen in den Vordergrund.Bild 32 von 57 Auf den Werdegang Stauffenbergs geht Regisseur Bryan Singer nicht großartig ein, aber das wollte er auch nicht.Bild 33 von 57 "Es sollte keine Stauffenberg-Biographie werden, sondern ein Thriller, der das Thema "Hitler-Attentat" zum Inhalt hat und spannende Unterhaltung liefern möchte."Bild 34 von 57 Auch die Liebesgeschichte des Ehepaares von Stauffenberg wird nicht unnötigt verkitscht. Nina, gespielt von Carice van Houten, bleibt dezent, liebend und klarsichtig.Bild 35 von 57 Ihr ist bewusst, welch ein Risiko sie an der Seite eines Widerständlers eingeht.Bild 36 von 57 Sie verschweigt sogar, dass sie schwanger ist: Ihr 4. Kind wird den Vater nicht mehr kennen lernen, denn Stauffenberg wird am 20. Juli 1944, noch am selben Tag des missglückten Attentats, erschossen.Bild 37 von 57 Selbst als Stauffenberg seine Frau und die Kinder vor der großen Tat aus der Stadt schickt, wirken sie bei ihrer letzten Begegnung gefasst.Bild 38 von 57 Carice van Houten ist übrigens die Freundin des Grimme-Preisträgers Sebastian Koch, der selbst schon den Stauffenberg gab ...Bild 39 von 57 ... und anfangs kritisch eingestellt, doch am Ende der Premiere voll des Lobes war!Bild 40 von 57 Höhepunkt der Dreharbeiten waren für Cruise die Szenen im historischen Berliner Bendlerblock. Das merkt man dem Film an.Bild 41 von 57 "Wir legten zum Schluss eine Gedenkminute ein, bei der ich Gänsehaut bekam."Bild 42 von 57 Es gelingt dem Film und den Darstellern, die Atmosphäre der Bedrückung, der Anspannung, des "Die-Situation-nicht-mehr-Aushalten-Könnens" zu zeigen. Es wird klar, welch' riesige Logistik dahinter steckte, ein Hitler-Attentat zu planen.Bild 43 von 57 An manchen Stellen des Films fragt man sich aber trotzdem, warum rammt er dem Diktator nicht einfach ein Messer in den Rücken, warum erschießt ihn keiner aus der zweiten Reihe?Bild 44 von 57 Tatsächlich ist es so gewesen, dass niemand bereit war, sein Leben bei einem Attentat zu lassen. Diese Männer wollten nicht sterben. Dass sie ihren Mut letztendlich doch mit dem Leben bezahlen mussten, ist grausam.Bild 45 von 57 Stauffenberg/ Cruise mit seiner im Krieg verlorenen linken Hand und den verbliebenen Fingern der rechten dabei zuzusehen, wie er versucht, die Bombe vorzubereiten, ...Bild 46 von 57 ... zu sehen, wie er in sein Verderben läuft, noch immer glaubend, dass Hitler bei dem von ihm durchgeführten Anschlag umgekommen ist und wie er dann in Berlin anfängt, ein Deutschland ohne Hitler zu organisieren, ...Bild 47 von 57 ... nichtahnend, dass der Tyrann wie ein Stehaufmännchen noch am selben Abend verkünden wird, dass "ärr" noch lebendig ist, ist ebenfalls grausam.Bild 48 von 57 Und dass Tom Cruise dabei so authentisch wirkt, ist das Gegenteil von grausam.Bild 49 von 57 Ganz neu-amerikanisch kann man also auf die Frage: "Kann ein bekennender amerikanischer Scientologe aus Hollywood einen deutschen Widerstandskämpfer spielen?" "Yes, he can!" antworten.Bild 50 von 57 Das Ende - die Guten werden umgebracht, das Böse siegt, vorläufig - ist traurig, gar nicht "Hollywood", aber wahr.Bild 51 von 57 Aber so war es ja auch bei der "Titanic" - bis zum Schluss hoffen wir. Vergebens.Bild 52 von 57 Oscars gab's trotzdem.Bild 53 von 57 Und das ist doch die Hauptsache.Bild 54 von 57 Und noch ein Wort zu Tom und Katie: Die sind happy.Bild 55 von 57 Vielleicht sogar wieder schwanger!Bild 56 von 57 Deutsche Freunde des amerikanischen Paares wirken da sehr zuversichtlich. (Fotos: AP/ dpa/ 20th Century Fox; Text: S. Oelmann)Bild 57 von 57