Was ist eigentlich peinlicher?Bild 1 von 42 Wenn ein älterer Mann mit Ehefrau und gekaufter weiblicher Begleitung zu einem Ball geht?Bild 2 von 42 Oder wenn eine junge Frau sich von einem älteren Herrn kaufen lässt?Bild 3 von 42 Man weiß es nicht.Bild 4 von 42 Sicher ist nur: Die von "Baulöwe" Richard "Mörtel" Lugner engagierte Paris Hilton stand im Mittelpunkt des Opernballs.Bild 5 von 42 Ioan Holender, der Direktor der Staatsoper quittierte das vermutlich grummelnd.Bild 6 von 42 Er hatte die russische Opernsängerin Anna Netrebko eingeladen, die im Gegensatz zu der Hotelerbin ohne Gage kam.Bild 7 von 42 Netrebko zog in einem Fiaker in den Ballsaal ein, auf dem Bock der Direktor. Doch Holenders Rechnung, der den Schimmel als "Geheimwaffe" gegen das Partygirl antreten lassen wollte, ging nicht ganz auf.Bild 8 von 42 In Ermangelung wirklicher internationaler Stars drängten sich Österreichs Pressefotografen dicht um Hilton.Bild 9 von 42 Die zeigte sich gewohnt kühl. Ganze zwei Mal, so beobachtete ORF-Kommentator Karl Hohenlohe, habe Hilton in der ersten Opernballstunde gelächelt. "Einmal, als sie in ihren Spiegel schaute, und das andere Mal, als Richard Lugner die Loge betrat."Bild 10 von 42 Ansonsten verschickte sie SMS - und fotografierte sich selbst.Bild 11 von 42 Stunden zuvor hatten die Veranstalter eine Pressekonferenz mit Hilton abgebrochen, weil sie in einem von Lugner erbauten Einkaufszentrum "mit Gegenständen" beworfen wurde.Bild 12 von 42 Später stellte sich heraus, dass es sich dabei um Zettel handelte, die kommunistische Aktivisten mit anti-kapitalistischen Parolen beschrieben hatten.Bild 13 von 42 Operndirektor Holender hatte sich schon vor dem Ball ein wenig despektierlich über die Blondine aus Amerika geäußert. "Nur Paris Hilton und das Pferd bekommen Geld für den Auftritt", sagte er.Bild 14 von 42 Doch der Gaul wusste sich zu benehmen. Der 15 Jahre alte Fiaker-Schimmel "Pascha" stand still auf dem Parkett der Wiener Staatsoper, ...Bild 15 von 42 ... während die Starsopranistin mit drei strahlenden Arien aus Jule Massenets "Manon" den Ball einleitete. Mit stoischer Ruhe ließ Pascha die Aufführung vor seiner Kutsche über sich ergehen, ohne die gefürchteten Pferdeäpfel fallen zu lassen und somit das teure Parkett zu verätzen.Bild 16 von 42 Neben Pascha und Paris marschierte auch die österreichische Politik vollzählig auf, darunter der Schirmherr der Veranstaltung, Bundespräsident Heinz Fischer, und ...Bild 17 von 42 ... der neue sozialdemokratische Bundeskanzler Alfred Gusenbauer. "Gusi" kam zwar im Frack, der männlichen Opernball-Uniform, zum Opernring.Bild 18 von 42 Doch statt der üblichen Schärpe mit Orden (im Bild die des Bundespräsidenten) ...Bild 19 von 42 ... trug er die rote Schleife der internationalen Aids-Hilfe am Revers. Internationale Stars fehlten - ob's daran lag, dass sie nicht mit Hilton auf ein Foto wollten?Bild 20 von 42 Mit seinen alljährlichen Gästen hat Lugner der Veranstaltung einen Stempel aufgedrückt - manche sagen, der Stempel ist ein Schandfleck.Bild 21 von 42 Apropos billig: Hilton nutzte die Gelegenheit, Werbung für Dosen-Prosecco zu machen.Bild 22 von 42 Der österreichische Bundeskanzler scheint Dosen-Schaumwein nicht zu mögen. Die Kanzler-Loge blieb für Lugner und sein Mädchen zu.Bild 23 von 42 Gusenbauer hatte vermutlich Angst um seine Umfragewerte. Die sind schon ziemlich weit unten. Ein Bild mit dem peinlichen Opernpaar Paris und Mörtel wäre da möglicherweise nicht hilfreich gewesen.Bild 24 von 42 "Vielleicht in zehn Minuten", soll Gusenbauer Lugner gesagt haben, als der mit Paris vor der Logentür stand.Bild 25 von 42 Gusenbauers Lebensgefährtin ließ Lugner jedoch wissen, dass es schlauer wäre, nicht noch einmal zu klopfen.Bild 26 von 42 Der 74-Jährige nahm es gelassen. "Sie ist toll und sie ist wunderschön", freute er sich.Bild 27 von 42 Beim Bundespräsidenten hatte Lugner mehr Glück. Der ORF formulierte es so: Fischer "kam um einen mitternächtlichen Besuch von Paris Hilton in seiner Loge nicht herum".Bild 28 von 42 Die kurzen Gänge von Loge zu Loge waren für die Partymaus eine Tortur. Nur mit Mühe schaffte Hilton es, der amerikanischen Botschafterin einen Besuch in ihrer Loge abzustatten.Bild 29 von 42 "Oh mein Gott, das ist verrückt", kommentierte Mutter Hilton das Gedränge um Lugners Loge. Denn Paris kam zwar nicht mit Britney Spears, brachte aber Mama und Papa mit.Bild 30 von 42 Na ja. Die Stimmung im Ballsaal war trotzdem gut. Mehr als 5.000 zahlende Gäste kamen zum 51. Opernball in die Räume der prächtigen Staatsoper und bescherten der renommierten Bühne einen Millionengewinn.Bild 31 von 42 Die üblichen Demonstrationen fielen in diesem Jahr übrigens weitgehend aus. Nur eine Hand voll Protestierer kam. Vielleicht lag's am Regen.Bild 32 von 42 Die Protestierer standen 300 Polizisten gegenüber, die das historische Gebäude am Wiener Opernring weiträumig abgesperrt hatten.Bild 33 von 42 Schließlich ist noch zu berichte, dass erstmals in der Geschichte des Opernballes die 176 Debütanten-Paare, die den Abend traditionell mit einer Reihe von sorgfältig einstudierten Walzern und Polkas einleiten, ...Bild 34 von 42 ... das Kommando für die Eröffnung des Spektakels gaben.Bild 35 von 42 Nach ihrem unisono gerufenen "Alles Walzer" stürmten Hunderte Gäste das Tanzparkett.Bild 36 von 42 Die letzten Tanzwütigen verließen die Edelfeier erst mit dem Morgengrauen.Bild 37 von 42 Hilton ging übrigens bereits um 0.30 Uhr - ...Bild 38 von 42 ... laut ORF eine halbe Stunde vor dem vertraglich ausgemachten Ende.Bild 39 von 42 Wer später kommt, kann auch früher gehen, dachte Hilton vermutlich. Der Abend hatte für sie um 21.00 Uhr begonnen. Um diese Uhrzeit schwebte die Blondine in die Lobby ihres Hotels.Bild 40 von 42 Eine Dreiviertelstunde hatten "Mörtel" und seine "Mausi" auf Paris warten müssen.Bild 41 von 42 Im Vergleich zu anderen Begleiterinnen des stilsicheren Bauunternehmers zeigte Hilton sich allerdings noch standhaft. Andere Damen hatten Lugners Loge immer wieder mal vorzeitig und nicht selten fluchtartig verlassen. (Bilder: dpa / AP)Bild 42 von 42