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Eines ist klar: Jedes Opfer der Immunschwächekrankheit AIDS ist eines zu viel. Bis heute ...
... haben sich nach Schätzungen der Vereinten Nationen weltweit rund 60 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Etwa die Hälfte von ihnen ...
... hat die Krankheit dahingerafft. Vor allem ...
... im südlichen Afrika (Bild aus einer Schule in Malawi) hat die Seuche ihren mörderischen Vernichtungszug angetreten. In manchen Ländern ...
... wie Swasiland lebt jeder Vierte mit dem Virus in sich. In den reichen Industriestaaten ...
... wurde eine ähnliche Ausbreitung der Krankheit durch die hohen medizinischen Standards hier und Aufklärungsmaßnahmen verhindert. Dennoch ...
... stecken sich allein in Deutschland nach wie vor jährlich etwa 3000 Menschen an (im Bild: Mikroskop-Aufnahme mehrerer HI-Viren).
Das Aufkommen der Krankheit zu Beginn der 1980er-Jahre ...
... fügte der Wohlstandsgeneration, die scheinbar alles hatte, einen herben, tiefgreifenden und unwiederbringlichen Verlust zu. Sie verlor praktisch über Nacht ...
... die sexuelle Unbefangenheit. Insofern ist jeder prominente AIDS-Fall - wie alle anderen - natürlich nicht nur auf der persönlichen Ebene traurig, ...
... sondern steht symbolisch für die Tragik dieser Krankheit.
Freddie Mercury ist zweifelsohne einer der bekanntesten Prominenten, die die Infektion mit dem HI-Virus mit dem Leben bezahlen mussten.
"The Show Must Go On", sang der charismatische Frontmann der Popgruppe Queen quasi auf dem Sterbebett noch gegen die Krankheit an. Wenig später, ...
... am 24. November 1991, war er tot - im Alter von nur 45 Jahren.
Ein anderer Sänger war, als er aus dem Leben schied, weit weniger berühmt als Mercury, ...
... hatte jedoch nach Ansicht vieler das Potenzial für eine Karriere im Musikgeschäft. Der deutsche Countertenor Klaus Nomi ...
... starb am 6. August 1983 mit 39 Jahren. Er gilt damit als eines der allerersten prominenten AIDS-Opfer.
In den 50er- und 60er-Jahren war Rock Hudson ein gefeierter Filmstar und Frauenschwarm. Als er ...
... am 2. Oktober 1985 mit 59 Jahren verschied, war er der erste Hollywood-Star, bei dem eine AIDS-Erkrankung publik wurde. Hudsons Fall ...
... ist dabei nicht zuletzt auch deshalb tragisch, weil er fast sein ganzes Leben lang nicht wagte, zu seiner Homosexualität zu stehen. Erst wenige Wochen vor seinem Tod machte er diese öffentlich.
Dass das Virus keinen Unterschied kennt - vom Wissenschaftler bis zum Pornodarsteller -, könnte kaum deutlicher werden als an ihnen: Michel Foucault (l.) und John Holmes.
Der Philosoph Foucault schrieb unter anderem das Werk "Der Gebrauch der Lüste". Auch privat pflegte der offen homosexuell lebende Franzose ein freizügiges Liebesleben.
Am 25. Juni 1984 erlag der damals 57-Jährige seiner AIDS-Erkrankung.
Ein ganz anderes Kaliber war indes John Holmes. Er stieg in den 70er-Jahren zu einem der bekanntesten Pornostars der USA auf. Sein Leben ...
... diente später als Vorlage für den Film "Boogie Nights" mit Burt Reynolds und Mark Wahlberg.
Ganz real endete sein turbulentes, zusehends auch von seiner Drogenabhängigkeit geprägtes Leben am 13. März 1988 mit 43 Jahren. Obwohl Holmes schon drei Jahre zuvor davon erfahren hatte, an AIDS erkrankt zu sein, verdingte er sich noch bis kurz vor seinem Tod als Pornodarsteller.
Steve Rubell kennen Sie womöglich nicht. Aber ...
... von dem von ihm gegründeten Club könnten Sie durchaus schon einmal etwas gehört haben: das legendäre "Studio 54" in New York. Nirgends wurde Ende der 70er- und Anfang der 80er-Jahre wilder gefeiert.
Sein wilder Lebensstil könnte auch zu Rubells frühem Tod mit 45 Jahren am 25. Juli 1989 beigetragen haben. Jedenfalls soll sein Drogenkonsum seinen körperlichen Verfall durch AIDS noch beschleunigt haben.
Die ZDF-Hitparade war so etwas wie sein zweites Zuhause: Tony Holiday. Der Sänger ...
... feierte vor allem Ende der 70er-Jahre Erfolge. Sein "Tanze Samba mit mir" darf noch heute auf keiner Schlager-Party fehlen. Als er ...
... am 14. Februar 1990 an AIDS starb, war er 38 Jahre jung.
Und noch einmal die ZDF-Hitparade und eine unvergessene Schlager-Kapelle: "Dsching Dsching Dschinghis Khan" ...
... von der gleichnamigen Gruppe, der Ralph Siegel auch noch Hits wie "Moskau" oder "Loreley" auf die Leiber schneiderte, kann wirklich jeder noch heute mitsingen. Was womöglich nicht jeder weiß, ist, ...
... dass der in der Band als Mongolenherrscher auftretende und am 4. April 1951 in Südafrika geborene Louis Hendrik Potgieter (vorne in der Mitte) 1993 an AIDS gestorben ist.
Nein, Schlager hat er nicht wirklich gesungen. Rio Reiser, Enfant terrible, Politaktivist und natürlich in aller erster Linie ...
... Sänger - erst bei den Ton Steine Scherben und später solo. Dass er homosexuell war, war kein Geheimnis. Dass er AIDS-krank war, gab weder Reiser selbst noch sein Umfeld je offen zu. Bis heute ...
... wird seine Todesursache am 20. August 1996 häufig mit Kreislaufversagen in Folge innerer Blutungen angegeben. Mit Songs wie "Macht kaputt, was euch kaputt macht" wurden Reisers Ton Steine Scherben einst zu musikalischen Symbolfiguren der linken Szene. Ein Aushängeschild ...
... der Neonazis war hingegen eine Zeit lang er: Michael Kühnen (l.). Dass ausgerechnet ...
... der als stramm rechtsextrem auftretende Gründer der "Gesinnungsgemeinschaft der Neuen Front" ...
... schwul war, war für seine Gesinnungsgenossen wohl ein schwerer Schlag. Er erlag seiner AIDS-Erkrankung mit 35 Jahren am 25. April 1991.
Seine Paraderolle hatte Klaus Schwarzkopf (M.) als Kommissar Finke ...
... im "Tatort". Die Folge "Reifezeugnis" von 1977, in der auch Nastassja Kinski mitwirkte, gilt heute als ein wahrer Klassiker der Krimireihe. Obwohl er an AIDS litt, ...
... drehte Schwarzkopf noch bis zu seinem Tod im Alter von 68 Jahren am 21. Juni 1991.
Sein Gesicht ist nicht unbedingt jedem vertraut, aber Keith Harings ...
... von Graffiti-Zeichnungen inspirierten Kunstwerke kennt jeder.
Seine Popularität nutzte Haring auch für den Kampf gegen AIDS - und bekam schließlich selbst die schlimme Diagnose gestellt. Er wurde nur 31 Jahre alt und verlor seinen ganz eigenen Kampf gegen das Virus am 16. Februar 1990.
Noch jünger war Michael Westphal, als er aus dem Leben schied. Der deutsche Tennis-Profi ...
... und langjährige Lebensgefährte von Jessica Stockmann, der späteren Frau von Wimbledon-Sieger Michael Stich, ...
... erlag seiner AIDS-Erkrankung mit gerade einmal 26 Jahren am 20. Juni 1991. Wie Westphal ...
... war auch Arthur Ashe Tennisspieler. Und wie Westphal kam auch der US-Amerikaner durch Einsätze in seinem heimischen Davis-Cup-Team zu Ehren. Doch nicht nur das: Ashe ...
... holte sich 1975 auch die Tennis-Krone in Wimbledon ab. Hinter seinem Tod ...
... als 49-Jähriger am 6. Februar 1993 verbirgt sich eine besondere Dramatik: Ashe wurde bei einer Operation durch eine kontaminierte Blutkonserve mit dem HI-Virus infiziert.
Als Norman Bates in Alfred Hitchcocks "Psycho" schrieb Anthony Perkins Filmgeschichte. Seine eigene Lebensgeschichte ...
... endete am 12. September 1992 mit 60 Jahren nach vierjährigem Kampf gegen AIDS. Der bisexuelle Schauspieler war verheiratet mit einer Fotografin, die fast auf den Tag genau neun Jahre nach ihm bei den Anschlägen vom 11. September 2001 umkommen sollte. Er hinterließ zwei Kinder. Zu den Affären, ...
... die Perkins mit Männern gehabt haben soll, zählten unter anderen Rock Hudson ...
... und der Russe Rudolf Nurejew, ...
... der bis heute als einer der besten Tänzer aller Zeiten gilt. Auch bei Nurejew wurde AIDS diagnostiziert. Er starb ...
... nur wenige Monate nach Perkins 54-jährig am 6. Januar 1993.
Als Fela Kuti nach seinem Tod am 2. August 1997 in Nigeria zu Grabe getragen wurde, war die Trauer in seiner Heimat groß. Zigtausende Menschen zogen an seinem Sarg vorbei, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Schließlich ...
... war der als Begründer des Afrobeat geltende Musiker so etwas wie die Stimme der Bevölkerung in dem Land. Wegen seiner Kritik an den politischen Verhältnissen in Nigeria ...
... musste Kuti zeitweise ins Exil fliehen. Seine AIDS-Erkrankung hat er sich bis zu seinem Tod mit 58 Jahren nie eingestehen wollen, eine medizinische Behandlung verweigerte er.
Die israelische Sängerin Ofra Haza ist eines der letzten von der Immunschwächekrankheit heimgesuchten Todesopfer mit einem gewissen Bekanntheitsgrad. Mit "Im Nin'Alu" gelang ihr 1988 ein internationaler Hit. Zudem ...
... wirkte sie vier Jahre später bei einer Neuinterpretation der Düster-Hymne "Temple Of Love" der Sisters Of Mercy (im Bild: Sänger Andrew Eldritch) mit.
Als die damals 42-Jährige Anfang des Jahres 2000 auf Grund ihrer AIDS-Erkrankung einen Zusammenbruch erlitt, blieben ihr nur noch wenige Tage zum leben. Am 23. Februar 2000 starb sie in Tel Aviv.
War ein HIV-Befund für die meisten Menschen bis vor wenigen Jahren noch so gut wie gleichbedeutend mit einem Todesurteil, sind die Chancen, trotz einer Infektion länger zu überleben, heute deutlich besser - vorausgesetzt, man kann sich die Behandlung leisten (im Bild: Friedhof in Südafrika). Doch von Anfang an gab es Menschen, bei denen trotz Ansteckung mit dem Virus ...
... die Krankheit nie ausgebrochen ist. So lebt etwa der ehemalige Basketball-Star Earvin "Magic" Johnson ...
... seit rund 20 Jahren mit der Gewissheit, HIV-positiv zu sein. Der leibliche Vater zweier Kinder ...
... schreibt seine Infektion selbst übrigens diversen Affären mit Frauen zu.
Auch Holly Johnson, ehemals Sänger ...
... der 80er-Jahre-Skandal-Combo "Frankie Goes To Hollywood" ...
... weiß seit 1991 von seiner HIV-Infektion und gilt somit als einer der Langzeitüberlebenden.
Andy Bell, Frontmann der Popgruppe Erasure, machte 2004 öffentlich, seit sechs Jahren von seiner Ansteckung zu wissen. "HIV-positiv zu sein, ...
... bedeutet nicht, AIDS zu haben", sagte er damals. "Es gibt keinen Grund zur Panik", so der Sänger, ...
... der erst kürzlich, im September 2011, mit seinem Kollegen Vince Clarke das mittlerweile 14. Studioalbum der Band veröffentlicht hat.
Weniger freiwillig musste die ehemalige No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa die Bekanntmachung ihrer HIV-Infektion hinnehmen. Als sie ...
... sich 2010 wegen des Vorwurfs, anderen Personen ihre Ansteckung verschwiegen und die Weitergabe des Virus durch ungeschützten Sex billigend in Kauf genommen zu haben, vor Gericht verantworten musste, war der Medienrummel groß. Am Ende ...
... erhielt Benaissa eine Freiheitstrafe von zwei Jahren auf Bewährung. Denn eines ist auch klar: Vor AIDS ...
... kann sich letztlich jeder nur selbst schützen - ob prominent oder Normalbürger.
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