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Megastar auf der Berlinale 2010: Shah Rukh Khan

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Zwei Jahre nach seinem umjubelten Besuch bei der Berlinale kommt Bollywood-Superstar Shah Rukh Khan erneut zu den Internationalen Filmfestspielen in Berlin. (Foto: REUTERS)

Zwei Jahre nach seinem umjubelten Besuch bei der Berlinale kommt Bollywood-Superstar Shah Rukh Khan erneut zu den Internationalen Filmfestspielen in Berlin.

Zwei Jahre nach seinem umjubelten Besuch bei der Berlinale kommt Bollywood-Superstar Shah Rukh Khan erneut zu den Internationalen Filmfestspielen in Berlin.

Mehrere hundert Fans jubeln dem Schauspieler vor dem Berlinale-Hotel zu.

"Nirgendwo auf der Welt werde ich so warm empfangen wie in Deutschland", beteuert Khan. Das deutsche Publikum habe seinen Filmen den Weg ins westliche Kino geebnet.

Der 44-Jährige stellt im offiziellen Wettbewerb seinen Film "My Name is Khan" vor, der allerdings außer Konkurrenz läuft.

Regisseur Karan Johar, der bereits "In guten wie in schweren Tagen" mit Khan drehte, thematisiert darin Anfeindungen gegen Muslime in den USA nach den Anschlägen vom 11. September 2001.

Dabei spricht sich Khan auf der Berlinale eigentlich für ein unpolitisches Kino aus. "Im Kino geht es mehr um Unterhaltung als darum, Stellung zu beziehen", sagt der Schauspieler. Er sei in erster Linie Entertainer.

"Ich sehe viel zu gut aus, um ein Politiker zu sein", sagt Khan mit einem Augenzwinkern. Er wolle seinen Zuschauern dienen und sie zum Lächeln bringen.

Das gelingt ihm ziemlich gut: "King Khan", wie der Schauspieler auch genannt wird, ist im indischen Kino der größte Star seiner Generation …

… und hat weit mehr Fans als Brad Pitt, George Clooney oder andere Hollywoodgrößen.

Bunte Tanzeinlagen, große Dramatik und unendliche Liebe – diese typischen Bollywood-Zutaten sind auch im neuen Streifen "My Name is Khan" zu sehen.

Erzählt wird die Geschichte des in den USA lebenden Inders Rizvan Khan, der am Asperger-Syndrom leidet, einer Form von Autismus.

Rizvan verliebt sich in Mandira, die von Superstar Kajol Devgan dargestellt wird. Es ist die erste Zusammenarbeit der beiden indischen Stars nach langer Zeit.

Jedoch verliert Rizvan seine große Liebe aus den Augen, als er nach den Anschlägen vom 11. September 2001 verhaftet wird – den Behörden erscheint sein Verhalten auffällig.

Doch nicht nur mit der Thematisierung der Probleme von Muslimen in der westlichen Gesellschaft ragt der Film aus den üblichen Bollywood-Produktionen heraus.

Spannend ist an dem Film auch eine Parallele zwischen dem Star Khan und der von ihm verkörperten Hauptfigur.

Denn den im Film gezeigten Rassismus und das Misstrauen zwischen den Kulturen erlebte Khan ganz ähnlich am eigenen Leib.

Der Schauspieler hatte in den USA gerade die Dreharbeiten zu dem Film beendet, als er im vergangenen August am Flughafen von Newark in New Jersey mehrere Stunden lang festgehalten wurde.

Die Beamten waren Medienberichten zufolge bei dem muslimischen Namen misstrauisch geworden und befragten den Schauspieler intensiv.

Erst die indische Botschaft konnte den Irrtum aufklären, doch in Indien brach daraufhin eine Welle der Empörung aus. Selbst die US-amerikanische Flagge wurde verbrannt.

Undenkbar, dass dies Schauspielerkollegen wie Brad Pitt oder George Clooney auch passiert wäre.

In Berlin spricht Khan von den strengen Sicherheitsvorkehrungen an internationalen Flughäfen. "Ich werde immer ein bisschen länger kontrolliert als alle anderen - …

… ich glaube, das liegt an meinem Gesicht." Er nehme dies aber nicht persönlich, sagt der Schauspieler. "Das ist die Welt, die wir uns selbst erschaffen haben." Die Menschen litten an Paranoia.

Doch selbst in seinem Heimatland Indien erregt der Film großes Aufsehen.

Nach Boykottaufrufen radikaler hinduistischer Gruppen läuft "My Name is Khan" nur unter massiven Sicherheitsvorkehrungen an.

Landesweit sind zehntausende Polizisten im Einsatz, um Zwischenfälle zum Start des Streifens zu verhindern.

Hindu-Extremisten hatten mit Gewaltaktionen gedroht, nachdem sich Khan vor einigen Wochen für die Aufnahme pakistanischer Spieler in die indische Kricket-Profiliga ausgesprochen hatte.

"Ich mag keine Aggressionen und möchte mit niemandem Stress haben", sagt Khan zu den Aufregungen um den Film.

Er hoffe, dass jeder in Indien "My Name Is Khan" sehen könne und zeigt sich optimistisch: "Alles wird am Ende gut ausgehen."

Die meisten Kinobetreiber und zahlreiche Filmfans zeigen sich entsprechend unbeeindruckt von den Drohungen. Allein in den mehr als 60 Kinos der Filmetropole Mumbai seien die Vorstellungen ausverkauft gewesen, heißt es.

Khan selbst dürfte der chaotische Filmstart wenig anhaben, denn er ist mittlerweile der erfolgreichste indische Schauspieler, …

… der auch als Produzent tätig ist und die indische Ausgabe von "Wer wird Millionär?" moderiert.

Selbst erste Laufstegerfahrungen hat er bereits gesammelt.

Khan wurde in Neu-Delhi geboren, seine Familie stammt jedoch aus dem heute pakistanischen Peschawar.

Dass ein Muslim zum erfolgreichsten Schauspieler in Indien wird, ist durchaus spektakulär.

Doch Khan scheint sich um solche Vorurteile nicht zu scheren, schließlich stammt auch seine Frau aus einer Hindu-Familie. Mit ihr hat er zwei Kinder.

Ende der 80er Jahre beginnt Khan seine Filmkarriere im Fernsehen.

Doch schon bald wechselt er nach Mumbai und startet seine Bollywood-Karriere.

Unüblich ist dabei auch seine Rollenwahl. Nach ersten Rollen als jugendlicher Liebhaber stellt er ebenso Schurken und Anti-Helden dar.

Sein erneuter Wechsel in romantische Rollen macht ihn schließlich zum weltweiten Star ...

… und bringt ihn nun bereits zum zweiten Mal nach Berlin.

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