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DiCaprio, Bening und Hitchcock: Sie gingen ohne Oscar nach Hause

Von Markus Lippold

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Alle Augen auf Leonardo DiCaprio. Kriegt er den Oscar? Oder geht er wieder leer aus? (Foto: imago/UPI Photo)

Alle Augen auf Leonardo DiCaprio. Kriegt er den Oscar? Oder geht er wieder leer aus?

Alle Augen auf Leonardo DiCaprio. Kriegt er den Oscar? Oder geht er wieder leer aus?

Fünfmal war er bereits als Schauspieler nominiert, einmal als Produzent.

Aber die Mitglieder der Academy, die über die Vergabe der Preise abstimmen, haben ihn bisher übergangen.

Mit seiner Leistung in "The Revenant" gilt er nun als Favorit - wieder mal.

Aber selbst wenn er erneut leer ausgehen sollte, bleibt ihm ein kleiner Trost: Er ist in guter Gesellschaft.

Etliche bekannte Schauspieler haben trotz hervorragender Leistungen und mehrfacher Nominierungen noch nie einen Oscar in Händen halten dürfen - wobei Dustin Hoffman schon zwei bekam.

Andere mussten bis ins hohe Alter warten, um einen Ehrenoscar für ihr Lebenswerk in Empfang nehmen zu können.

Manche Künstler wie Clint Eastwood liebt die Academy eben - andere haben immer wieder Pech.

Einer von ihnen ist Peter O'Toole. Achtmal war der 2013 gestorbene Ire für einen Oscar nominiert - bekommen hat er ihn nie.

2003 allerdings zeigte die Academy Erbarmen - und ehrte den Darsteller von "Lawrence von Arabien" mit einem Ehrenoscar.

Knapp dahinter landet Richard Burton, der siebenmal für einen Schauspiel-Oscar nominiert war, etwa für "Das Gewand".

Immer ging der zweifache Ehemann von Elizabeth Taylor (hier in "Der Spion, der aus der Kälte kam") leer aus. Im Unterschied zu O'Toole blieb ihm auch ein Ehrenoscar verwehrt.

Deborah Kerr hatte zwischen 1950 und 1961 sechsmal die Chance auf einen Academy Award - etwa für "Verdammt in alle Ewigkeit" mit dem ebenfalls nominierten Burt Lancaster. Doch sie musste ohne Oscar nach Hause.

Erst mehr als 30 Jahre nach ihrer letzten Nominierung wurde sie dann für ihr Lebenswerk ausgezeichnet.

Sechs Nominierungen als beste Nebendarstellerin erhielt Thelma Ritter (hier mit Bette Davis), aber andere erhielten mehr Stimmen von den Academy-Mitgliedern.

Auch Schauspielerin Glenn Close wurde für ihre meisterhaften Darstellungen sechsmal nominiert, etwa für "Eine verhängnisvolle Affäre".

Allerdings wurde sie stets übergangen. Immerhin hat sie aber noch die Chance, den Goldjungen zu bekommen - und sei es als Ehrenoscar.

Das Gleiche gilt für Amy Adams. Fünfmal machte sie sich Hoffnungen auf den Academy Award - …

… wurde aber stets geschlagen, auch bei ihrer Glanzleistung in "The Master" (l.).

Bei Annette Bening waren es immerhin vier Nominierungen, etwa für "American Beauty", ohne dass sie jedoch den Oscar bekam.

Auch Mickey Rooney war viermal nominiert (etwa für "Der schwarze Hengst"), musste aber bis 1983 warten, als er den Ehrenoscar erhielt.

Bei einer ganzen Riege von Darstellern und Darstellerinnen waren auch nicht aller guten Dinge drei: Immer wurde im entscheidenden Moment jemand anderes auf die Bühne gerufen.

Pech hatten etwa Michelle Pfeiffer ("Die fabelhaften Baker Boys"), …

… Sigourney Weaver ("Gorillas im Nebel") und …

… Michelle Williams - die in "My Week With Marilyn" die nie für den Oscar nominierte Monroe verkörperte.

Legenden wie Peter Sellers und Marcello Mastroianni (mit Anita Ekberg in "La Dolce Vita") wurden trotz dreier Nominierungen nie mit einem Oscar bedacht.

Ebenso erging es Kirk Douglas - der aber 1996 einen Ehrenoscar erhielt.

Schauspieler wie Joaquin Phoenix (in "The Master"), Edward Norton, Johnny Depp und Tom Cruise waren ebenfalls dreimal nominiert - erfreuen sich aber noch bester Gesundheit, die Chance ist also noch nicht vorbei.

Anders bei James Dean. Er wurde zweimal nominiert - jeweils postum. Dass er nie den Oscar erhielt, liegt aber wohl vor allem daran, dass er so jung starb.

Doch selbst Cary Grant, Star unzähliger Filme wie "Der unsichtbare Dritte", ging trotz zweier Nominierungen leer aus. Er holte sich dann aber 1970 einen Ehrenoscar ab, "für seine einzigartigen Filmdarstellungen".

Tony Curtis (in "Manche mögen's heiß"), Robert Mitchum und …

… Steve McQueen (in "Kanonenboot am Yangtse-Kiang") waren trotz vieler legendärer Rollen jeweils nur einmal nominiert - aber ein anderer Schauspieler durfte dann den Preis in Empfang nehmen.

John Hurt, Willem Dafoe, Harvey Keitel (in "Bad Lieutenant"), Dennis Hopper - alles ungemein präsente Darsteller, die ohne Oscar blieben.

Wobei, immerhin waren sie nominiert. Hollywood-Legende Edward G. Robinson, Star von mehr als 100 Dramen, Krimis und Thrillern, war nicht einmal das vergönnt.

Er bekam allerdings einen Ehrenoscar - kurz nachdem er gestorben war (hier in "Gefährliche Begegnung").

Auch der Schauspieler mit den meisten Auftritten in Filmen wurde nie nominiert: Bond-Bösewicht Christopher Lee (in "Der Mann mit dem goldenen Colt")…

… steht mit seinen mehr als 280 Werken sogar im Guinness Buch der Rekorde - wobei viele natürlich Trash-Charakter haben wie "Dracula: Taste The Blood Of Dracula" von 1969.

Nie nominiert waren auch Schauspielgrößen wie Alain Delon (in "Eiskalter Engel") oder Donald Sutherland.

Auch Eli Wallach kennt man aus vielen Filmklassikern wie "Zwei glorreiche Halunken". Nach Ansicht der Academy-Mitglieder war er aber offenbar nie so gut, dass er eine Nominierung verdient gehabt hätte.

Wallach konnte sich aber 2011 über einen Ehrenoscar für das Lebenswerk freuen - er war damals mit 95 der älteste jemals ausgezeichnete Schauspieler.

Auch Regielegende Alfred Hitchcock bekam nie einen regulären Oscar. "Immer nur Brautjungfer, nie die Braut", kommentierte er seine insgesamt sechs Nominierungen.

1968 bekam er immerhin einen Spezialoscar - den Irving G. Thalberg Memorial Award für besonders kreative Filmproduzenten.

Kollege Stanley Kubrick heimste insgesamt 13 Nominierungen ein. Er bekam den Oscar aber nur einmal - …

… aber weder für Regie, Drehbuch oder den besten Film, also seine eigentlichen Metiers, sondern für die visuellen Effekte in "2001: Odyssee im Weltraum".

Als "Oscar-Verlierer" unter den Regisseuren gilt aber Clarence Brown, der vielfach Greta Garbo inszenierte. Er war sechsmal vergeblich nominiert, 1930 sogar für zwei Filme.

Ein anderer Fall war Federico Fellini: Zwölf Oscar-Nominierungen heimste er ein, als Regisseur und Drehbuchautor - er ging aber stets leer aus.

Immerhin wurden vier seiner Werke als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet - als Regisseur konnte er dann die Preise entgegennehmen (wie hier für "Achteinhalb").

Und 1993 erhielt Fellini einen Ehrenoscar für sein Lebenswerk.

Andererseits wurden selbst ganze Filme von der Academy abgestraft: Sowohl "Die Farbe Lila" von Steven Spielberg, …

… als auch "Am Wendepunkt" von Herbert Ross waren für elf Oscars nominiert. Am Ende gingen die Macher mit leeren Händen nach Hause.

Nicht viel weniger erfolglos waren "Gangs of New York" von Martin Scorsese (Bild - mit DiCaprio), "True Grit" der Coen-Brüder und …

… "American Hustler" von David O. Russell. Sie bekamen alle zehn Nominierungen, die Preise aber andere Filmemacher.

Die Hoffnung aufgeben sollte Leonardo DiCaprio aber nicht. Auch andere Filmschaffende mussten lange warten, bevor sie den Oscar in Händen halten konnten. Bestes Beispiel: Al Pacino ...

... bekam den Oscar erst bei der siebten Nominierung, für "Der Duft der Frauen".

Paul Newman erhielt nach sechs erfolglosen Nominierungen einen Ehrenoscar, nur um im Jahr darauf doch noch für seine Rolle in "Die Farbe des Geldes" geehrt zu werden - …

… und ein paar Jahre später den Ehrenoscar für humanitäre Verdienste zu erhalten (hier in "Butch Cassidy and the Sundance Kid").

Julianne Moore war viermal nominiert, einmal sogar für zwei Oscars in einem Jahr, bevor es dann 2015 klappte.

Humphrey Bogart spielte und spielte und spielte - den Oscar erhielt er aber erst recht spät, für "African Queen" (mit Katharine Hepburn, die so viele Oscars gewann wie kein anderer Darsteller).

Regielegende Martin Scorsese schaffte es erst im achten Anlauf, einen Oscar zu erhalten - für die Regie von "Departed - Unter Feinden".

Brad Pitt schließlich war insgesamt sechsmal nominiert, dreimal davon als Darsteller. Einen Oscar erhielt er aber erst als Produzent (r.) von "12 Years a Slave".

Vielleicht ist das ja auch ein Weg für DiCaprio. Als Produzent von "The Wolf of Wall Street" war er ja schon nominiert.

Andererseits: Um den Rekord mit den meisten vergeblichen Nominierungen zu brechen, braucht es noch eine Weile: Den …

… hält freilich kein Schauspieler, sondern der Tonmischer Kevin O'Connell. Er war (bisher) 20 Mal nominiert, ging aber immer leer aus.

Dabei hat er sogar schon einen Platz für seinen ersten Oscar.

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