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Sonntag, 21. Dezember 2014

Merci!: Udo Jürgens verlässt die Bühne

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Ein Legende tritt ab: Plötzlich und unerwartet stirbt der Sänger, Komponist, Entertainer und Schauspieler Udo Jürgens. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Ein Legende tritt ab: Plötzlich und unerwartet stirbt der Sänger, Komponist, Entertainer und Schauspieler Udo Jürgens.

Ein Legende tritt ab: Plötzlich und unerwartet stirbt der Sänger, Komponist, Entertainer und Schauspieler Udo Jürgens.

Noch vor wenigen Wochen hatte der 80-Jährige bei seinen Konzerten deutschlandweit Tausende Fans begeistert.

In seiner schweizerischen Wahl-Heimat in Gottlieben bricht Jürgens am 21. Dezember 2014 bei einem Spaziergang zusammen. Die sofortigen Wiederbelebungsversuche bleiben erfolglos.

Eine der großen Stimmen schweigt nun für immer.

Jürgens wird am 30. September 1934 als Sohn einer großbürgerlichen deutsch-österreichischen Familie in Klagenfurt geboren. Sein bürgerlicher Name: Udo Jürgen Bockelmann.

Seit 1964 steht er auf der Bühne ...

... als einer der größten deutschsprachigen Entertainer und Komponisten.

Der Durchbruch gelingt ihm 1966 beim damaligen Grand Prix Eurovision mit "Merci, Chérie" - er gewinnt für Österreich.

Seit 2007 besitzt er neben der österreichischen auch die Staatsbürgerschaft seiner Wahlheimat Schweiz.

Sein Markenzeichen ist der weiße Frottee-Bademantel. Den trägt Jürgens am Ende eines jeden Konzerts. Schuld daran sind Besucher in Hamburg vor vielen Jahren: Das Publikum jubelt eine Viertelstunde lang um Zugabe. Die gibt es dann auch - im besagten Bademantel.

Und auch der Flügel begleitet den Chansonniers auf all seinen Wegen. Egal, ob es 1973 an die französische Camargue-Küste geht oder ...

... zum Gipfelkonzert in die Schweizer Zentralalpen, wo er 1996 ein frostiges Gastspiel auf dem Großtitlis gibt. Per Helikopter lässt der Sänger seinen durchsichtigen Flügel auf die 3000 Meter hohe Bergkuppe fliegen und greift dort bei zehn Grad minus in die Tasten.

Seine Lieder sind für viele inzwischen Kult. Doch wehe dem, der sie als einfache Schlagerhits abtut - Herr Jürgens beweist stets auch Sinn für aktuelle gesellschaftliche Fragen: von Einwanderung ("Griechischer Wein"), der Gesellschaft im Überfluss ("Aber bitte mit Sahne") oder auch der alternden Gesellschaft ("Mit 66 Jahren").

Dem deutschen Fußball fühlt sich Jürgens sehr verbunden: Hier singt er 1995 auf Franz Beckenbauers Geburtstagsparty zum 50.

Auch mit Fußballlegende Günter Netzer stößt Jürgens das eine oder andere Mal an.

Selbst beruflich bringt sich der Komponist beim Fußball ein: ...

... 1989 nimmt Jürgens mit der deutschen Nationalmannschaft den Song zur anstehenden Weltmeisterschaft auf ("Wir sind schon auf dem Brenner").

Es ist nicht das erste Engagement in diesem Bereich: ...

... Schon 1977 heißt es für Udo und die Nationalmannschaft: "Buenos Dias, Argentina!" Für den WM-Titel reichte es in Argentinien aber nicht.

Für Jürgens hat sich das Engagement allerdings mehr als gelohnt: Der Fußball-Hit avanciert zu einem seiner größten Erfolge. Nach wenigen Wochen gibt es die Goldene, dann die Platin-Schallplatte.

Ein Sänger, pflegt Jürgens zu sagen, sei nur so gut wie seine Lieder. Welche von den Liedern bleiben, entscheide allerdings nicht der Sänger, sondern das Publikum.

Die Familie von Jürgens muss dagegen hinter seiner Karriere zurückstehen, das gibt der Weltstar einmal offen zu. Hier sitzt er mit seiner Mutter Käthe und seiner Zweitgeborenen Jenny auf der Terrasse im Garten des elterlichen Hofes in Kärnten. Aus der ersten Ehe mit dem ehemaligen Fotomodell Erika Meier geht noch Sohn Johnny hervor. Daneben hat er zwei nichteheliche Töchter.

1999 heiratet Jürgens seine langjährige Lebensgefährtin Corinna Reinhold.

Doch auch die zweite Ehe scheitert und wird 2006 geschieden.

Im Laufe seiner Karriere veröffentlicht der Entertainer auch mehrere Bücher - zuletzt 2004 den autobiografischen Roman "Der Mann mit dem Fagott".

Darin berichtet er, dass die Zeit des Krieges und die Nachkriegszeit auch für ihn bedrückende Jahre gewesen seien. Das Buch wird später verfilmt.

Auch ein Musical bekommt er maßgeschneidert: "Ich war noch niemals in New York" feiert 2007 in Hamburg Premiere und läuft danach noch in acht anderen Städten, darunter auch Tokio.

Doch auch im höheren Alter bleibt Jürgens seiner Passion und seinen Fans treu. Er wagt sich immer wieder auf die Bühne.

Noch für 2015 standen etliche Konzerte auf dem Programm. Doch nun heißt es nur noch "Merci, Udo"!

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