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Donnerstag, 27. Juli 2017

Von ultrazart bis knallhart: DVDs für laue Sommernächte

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Der Sommer zeigt sich in diesem Jahr von seiner wechselhaften Seite: Mal Sahara-Hitze, ... (Foto: picture alliance / dpa)

Der Sommer zeigt sich in diesem Jahr von seiner wechselhaften Seite: Mal Sahara-Hitze, ...

Der Sommer zeigt sich in diesem Jahr von seiner wechselhaften Seite: Mal Sahara-Hitze, ...

... dann Sturm, Platzregen, Gewitter und Temperaturen, die den Herbst bereits erahnen lassen.

So oder so: Ferien und Urlaub wollen ge- und erlebt werden. Und wenn das Wetter verrücktspielt, dürfen es die Filme auch, die man sich dann tagsüber mit den Kindern oder am Abend allein oder mit dem Partner zum Zeitvertreib anschaut. n-tv.de stellt mehr als 30 Filme und Serien vor - das Beste wie immer zum Schluss. Los geht's!

Früher war ja bekanntlich alles besser, natürlich auch das Fernsehen - nicht nur in der Ferienzeit. Und es war vor allem 2D. Denn während ...

... heute eine gewisse Biene in 3D über die Wiese schwirrt und Abenteuer erlebt, bildschirmfüllend versteht sich und zu den einleitenden Klängen ...

... von Helene Fischer, summte sie ...

... sie vor ein paar Jahrzehnten noch platt, im klassischen 4:3-Format und zu der unvergleichlichen Stimme von Karel Gott durch die Luft. Eins hat sich aber über die Jahrzehnte gehalten: Majas Freund Willi weicht ihr nicht von der Seite. Und mal ehrlich: Er ist es doch eigentlich, der für die Lacher und die Unterhaltung sorgt. Der Sidekick ist der heimliche Star. Und jetzt alle: "Und diese Biene, die ich meine, nennt sich Maja, ..."

Was gibt es noch auf Wiesen? Na logo: Schafe. Und welches ist das berühmteste? Nein, nicht Dolly.

Shaun, das Schaf. Sprechen kann es nicht, erfolgreich ist es aber dennoch. Es ist so ähnlich ...

... wie bei den Minions. Man kann als Zeichentrick-Knettier oder animierter Tictac auch erfolgreich sein, ohne die deutsche Sprache zu beherrschen. Die Kleinen verstehen ...

... die Streiche und kleinen Schabernacks der Minions oder von Shaun auch so. Hauptsache, sie machen sie nicht nach.

Zu den animierten Kollegen zählt auch "Kubo - Der tapfere Samurai" - ein Film, keine Serie, zweifach für den Oscar nominiert. Ruhig, bescheiden und liebenswert kümmert er sich um seine kranke Mutter. Er erzählt Geschichten über seinen Vater, einen Samurai und kann Origami-Figuren zum Leben erwecken.

Dem Helden stehen die beiden Schwestern seiner Mutter und sein Großvater, der Mondkönig, als Bösewichte gegenüber, die ihm schon eines seiner Augen gestohlen haben. Kubos toter Vater, eine magische Rüstung und eine abenteuerliche Suche, mit ...

... Happy End logischerweise, rammen die Handlung ein und lassen die Fantasie nicht nur der Jüngeren auf Reisen gehen. "Kubo" - der perfekte Familienfilm.

Dieses Prädikat erhält auch "Burg Schreckenstein". Burg Schreckenstein? Genau, das Internat mit Ottokar, Mücke und Dampfwalze ... Die Jugendbuchreihe gibt es jetzt auch auf der Leinwand.

Der Film ist hochkarätig besetzt: Henning Baum, Jana Pallaske, Harald Schmidt. Aber worauf es ankommt, sind ja die Kids wie der elf Jahre alte Stephan. Der muss plötzlich aufs Internat. Ein Unding für ihn - Startschwierigkeiten inklusive.

Aber dann lernt eben die Clique um Ottokar kennen und wird in deren Kreis aufgenommen. Von da an kehrt der Spaß zurück in sein Leben und die Mädchen vom Internat Rosenfels müssen so manchen Streich über sich ergehen lassen. Revanche inklusive. Da bleibt zu hoffen, dass "Burg Schreckenstein" nicht die einzige Verfilmung der überaus erfolgreichen Buchreihe bleiben wird.

Als Familienfilm getarnt kommt auch die französische Tragikomödie "Alles was kommt" daher. Hauptrolle: Isabelle Huppert. Sie spielt Nathalie, eine mitten in einem gutbürgerlichen Leben stehende Ehefrau und Mutter, die als Philosophie-Lehrerin ihr Geld verdient. Gut, die exzentrische Mutter wohnt bei ihr. Aber: ...

... Alles gut so, wie es ist. Dann jedoch, nach 25 Jahren Ehe, hat ihr Mann Heinz (ja, der heißt so!) plötzlich eine Neue. Und als auch noch Nathalies Mutter ins Altersheim zieht, muss die von heute auf morgen arg gebeutelte und aus der Lebensbahn geworfene Frau sich und ihr Dasein quasi neu erfinden. Sie tut es und - ganz französisch - genießt ihre neue Freiheit.

"Alles was kommt": Philosophisch wertvoll.

Als "besonders wertvoll" für die Finanzen der Universal Studios hat sich zweifelsohne "Fifty Shades of Grey" entpuppt.

Sex geht halt immer. Was soll auch anderes als Sex und Leidenschaft herauskommen, wenn eine Studentin auf einen gut aussehenden, sexbesessenen, jungen Selfmade-Milliardär trifft? Abscheu und Ablehnung?

Nein, ganz sicher nicht. Wohl eher Anziehung und völlige Hingabe. Das Leben der Reichen in Saus und Braus zu genießen und gleichzeitig Bett, Lust, Leidenschaft und Leiden zu teilen, das gefällt ihr. Das Buch war schon ein Erfolg, der Film ist es auch. Und es ist nicht der letzte.

Aber die Deutschen mögen nicht nur Bettgeschichten. Filmtechnisch fahren sie vor allem auf romantische Komödien sowie auch platten Humor ab. "Männertag" hat etwas von beidem, aber deutlich mehr von ersterem. Fünf Freunde, Schulabschluss in der Tasche, schwören sich am Männertag, sich ab jetzt jedes Jahr am gleichen Tag zu treffen und sich gemeinsam zu besaufen, bis der Arzt kommt.

Wie das so ist mit solchen Versprechen: Nach 20 Jahren kann sich keiner mehr an sie erinnern. Der plötzliche Tod eines Mitgliedes der ominösen Partyrunde mischt selbige aber auf: Erinnerungen werden geweckt, alte Gefühle aufgewühlt.

Und wenn man weiß, dass bei "Männertag" so Heroen wie Axel Stein, Tom Beck oder Oliver Wnuk mit von der Partie sind, weiß man sofort, dass eher das Zwerchfell leidet, als dass das Gehirn überfordert ist. Die Idee mit dem jährlichen Saufgelage hat aber auch was. No Limits!

"No Limits" ist auch der Beititel des Racerfilms "Fast Track". Dabei handelt es sich um "Top Gun" auf der Rennpiste: heulende Motoren, Testosteron-geschwängerte Halbstarke, hübsche Frauen und ...

... der große Traum, Profi-Racer zu werden. In den USA, versteht sich, also nix mit Formel 1 oder so. Aber das tut dem unterhaltsamen Filmspaß keinen Abbruch: Die Sympathien sind schnell und klar verteilt. Die Reifen quietschen. Die Dialoge sind knapp und aussagekräftig. Was will man mehr?

"Fast & Furious 9" oder auch "Need for Speed 2" vielleicht. Aber bis dahin hilft "Fast Track" einem rasend schnell über die Runden.

Gerast wird auch in "Collide", dem ersten Hollywoodfilm, der aus Köln kommt und der dazu noch "Autobahn" heißen sollte (etwas Klugscheißer-Wissen für die nächste Party), denn mit dem Thema Tempolimit haben wir Deutschen es ja nicht so: Freie Fahrt für freie Bundesbürger und so.

Abgesehen vom Rasen an sich, worum geht es bei "Collide"?: Ein junger, US-amerikanischer Autodieb sagt seinem alten "Beruf" Adieu und zieht zu seiner Freundin nach Köln. Als diese plötzlich schwer krank wird und eine lebensnotwendige, aber teure Operation braucht, lässt er sich mit den falschen Leuten ein. Kurz darauf und mit 5 Millionen Euro Drogengeld im Auto hat er gleich mehrere kriminelle Verfolger am Heck - und ab geht's auf die Autobahn. Um sein Leben rasen: "Collide"

Um sein Leben fürchten: "Sleepless". Korrupte Cops, Drogenbosse, Koks, interne Polizeiermittlungen, V-Männer und ein Überfall, der alles miteinander zu einem Actionfeuerwerk der besten Sorte verwebt, auch so lässt sich "Sleepless" mit Jamie Foxx bezeichnen.

Er ist so etwas wie der tragische Held in der Neuverfilmung des französischen Originals "Sleepless Night" aus dem Jahr 2011. Am Überfall beteiligt, sieht Vincent Downs (Foxx) plötzlich seinen Sohn in den Händen eines Drogenbosses, der mit dem verschwundenen Koks mit einem anderen noch größeren Drogenhai dealen wollte.

Da das Leben seines Sohnes in Gefahr ist, lässt Downs seine eigentliche Aufgabe als V-Mann in den Hintergrund treten. Er organisiert das Koks, verliert es aber dann an eine interne Ermittlerin der Polizei, die ihm auf den Fersen ist. Viel Hickhack, viel Hin und Her. Viel Geballer und coole Mucke. Auch das ist "Sleepless".

Um sein Leben fürchtet auch Martin, als er den Vater (Mr. Gallo) seiner Freundin Ginnie bei einem Abendessen zum ersten Mal begegnet. Martin ist introvertiert, nerdig, aber liebenswert. Ginnies Vater isst Steaks blutig, trägt Anzug und ist der Typ knallharter Bestimmer. Keine Gemeinsamkeit also, bis auf Ginnie.

Doch die ist ein paar Monate darauf verschwunden, Martin nicht mehr ihr Freund und Mr. Gallo sucht sie und deshalb ihn auf. Martin weiß nicht, wie ihm geschieht, aber er willigt ein, Mr. Gallo bei der Suche nach seiner Tochter zu helfen. Und so ...

... geht es auf einen mehr oder weniger nächtlichen Roadtrip der unterhaltsamen und kurzweiligen Art. Das liegt vor allem an der Figurenzeichnung und den Darstellern: Emile Hirsch (Martin), Analeigh Tipton (Ginnie) und J.K. Simmons als Mr. Gallo. So viel sei verraten: Das Ende hat so manche Überraschung parat.

Überraschend bei "Sie nannten ihn Jeeg Robot" ist, dass dieser Actionhelden-Film aus Italien stammt. Weniger überraschend dabei: Ein klassischer Actionhero-Hollywood-Blockbuster ist "Jeeg Robot" nicht. Nerdige Comicverfilmung trifft es eher.

Enzo gerät in Kontakt mit einer radioaktiven Substanz. Na, klingelt's? Der Kleinkriminelle hat ab da übermenschliche Kräfte. Na, klingelt's jetzt? Diesen Vorteil nutzt er für seine Zwecke, gerät so aber auch in den Fokus eines Mafiabosses, der sich zum Herrscher über Rom aufschwingen will - mit Enzos Kräften kein Problem.

Aber Enzo sieht das anders. Und als ein Mädchen ins Spiel kommt und in Gefahr, weil sie zwischen die Fronten gerät, wird es unschön - aber nicht für den Zuschauer von "Jeeg Robot". Abseits von überbordenden CGI-Spielereien geht der Italo-Film "back to the roots", was das Superhelden-Genre angeht. Und das gefällt! Wie bereits erwähnt: Früher war alles besser.

Ein Superkämpfer soll im schrägen SciFi-Actionhero-Streifen "Lazer Team" die Menschheit vor bösen Aliens bewahren.

Ein Anzug mit Superkräften soll ihm dabei helfen. Allerdings gerät diese in die falschen Hände. Nein, es ist kein Bösewicht, der sie sich krallt, sondern vier absolut gewöhnliche dämliche Typen.

Das Ende der Erde scheint also besiegelt, denn statt mit geeinten Kräften zu agieren, sind die vier zerstritten. Na, gute Nacht?! Sie raufen sich natürlich zusammen, logisch, schließlich leben wir alle noch. Wobei manche der Meinung sind, dass im Weißen Haus ein Alien mit Toupet an der Macht ist, aber das ist eine andere Geschichte, die nicht von Macht, Ehre und Gerechtigkeit handelt.

Von Macht, Ehre und Gerechtigkeit handelt aber "Viking". "Russlands 'Game of Thrones'", "Epos", "bildgewaltig" ... die Kritiken zu dem knapp 140 Minuten langen Film sagen eigentlich schon alles. Nur der Titel ist etwas irreführend.

Russland, 10. Jahrhundert: Der alte König von Nowgorod ist tot, seine drei Söhne sind zerstritten. Als zwei aneinandergeraten und einer von ihnen stirbt, ruft der Krieger Sveneld das Gesetz der Blutrache an und macht sich zum dritten Sohn des verstorbenen Königs auf, um diese einzufordern.

Der dritte Sohn will jedoch Frieden, kann sich aber nicht durchsetzen und schon bald heißt es: Kämpfen oder Sterben. Ihm zur Seite steht eine Armee aus Wikinger-Söldnern. Lasset das blutige Gemetzel beginnen!

Gemetzel satt bietet auch "Viking Legacy". Sonst haben die beiden Wikinger-Filme nicht viel miteinander zu tun. In "Viking Legacy" dreht sich alles um ein paar uralte Schriftrollen, die seinem Besitzer, so er denn reinen Blutes ist, überbordende Macht versprechen.

Die Prophezeiung tritt ein, als Wikinger den Kelten-König ermorden und seine Tochter mit eben jenen Schriftrollen fliehen kann. Natürlich erfüllt sich die Prophezeiung - und In knackigen, nicht-epischen 80 Minuten ist alles erzählt. Auch hier gilt: "Viking Legacy" ist etwas für "Game of Thrones"-Fans.

Wer dagegen klassische Kriegsfilme mag, kommt bei "The King's Choice" voll auf seine Kosten. Der norwegische Film ist ein Paradebeispiel dafür, dass gute Weltkriegsfilme eher nicht aus Hollywood stammen ("Hacksaw Ridge" mal ausgenommen).

"The King's Choice" spielt 1940, in einer Zeit, als die Wehrmacht gerade Norwegen unter seine Kontrolle bringt und das Land in einem Zustand voller Ungewissheit lebt, wie es nun weitergeht: Neutralität oder Nazi-Büttel?

Die Entscheidung kann nur der König treffen, das Parlament hat dazu nicht den Mut. Wer will schon letzten Endes verantwortlich für den möglichen Untergang des eigenen Landes sein? "The King's Choice" ist authentisch, ehrlich - und er zeigt wieder einmal eindrucksvoll, dass Skandinavien filmisch vor allem eines kann: Kriegsfilme.

Unter der Führung General MacArthurs gelang es durch die Eroberung eines Brückenkopfes im Rücken der nach Süden vorgerückten nordkoreanischen Truppen, eine erste Wende im Koreakrieg herbeizuführen. Vorgeschichte, Landung, Begleiterscheinungen - aufbereitet in einem sehenswerten Spielfilm, das ist "Operation Chronite".

Überhaupt gilt es bei Kriegsfilmen, abseits des Hollywood-GI-Hero-Einheitsbreis zu schauen. Es lohnt sich, wie auch bei "Operation: Chronite". Hinter diesem Filmtitel und gleichnamigen Codenamen verbirgt sich die Landung bei Incheon im Jahr 1950.

Vom Horror des Krieges zum alltäglichen Horror. Auch der lässt sich hervorragend und mit viel Charme in Szene setzen - wie bei "Shut in" mit Naomi Watts und Oliver Platt.

Watts spielt die Psychiaterin Mary. Sie lebt zurückgezogen, hat ihren Mann bei einem Autounfall verloren. Ihr Stiefsohn ist seitdem gelähmt, verkrüppelt und ans Bett gefesselt - ein Pflegefall. Sie kümmert sich um ihn und auch um den kleinen Jungen Tom, einen Patienten von ihr.

Als sie ihn bei sich aufnimmt, ist er kurz darauf spurlos verschwunden. Danach hört sie Geräusche in den Wänden des Hauses und es kommt zu merkwürdigen Vorkommnissen. Bei einem Skype-Gespräch mit ihrem Arzt Dr. Wilson (Platt) sieht dieser etwas in Marys Haus. Doch seine Warnung kommt zu spät ...

"Shut in" glänzt mit einer düsteren Atmosphäre, hervorragenden Hauptdarstellern, einer Story mit mehreren Twists und klassischen Schockelementen, die ihre Wirkung dennoch nicht verfehlen. Gänsehaut garantiert!

Etwas flau in der Magengegend wird dem Zuschauer auch bei "The Disappointments Room". Die Architektin Dana (Kate Beckinsale in Blond) und ihr Mann versuchen, mit einem Umzug ihre Ehe zu retten. Der Traum der glücklichen Kleinfamilie mit Sohn Lucas soll in einem heruntergekommenen Landhaus abseits des Großstadttrubels wieder in Erfüllung gehen.

Allerdings birgt das Haus ein schreckliches Geheimnis. Dana träumt davon. Und als sie die Tür zu einem geheimen Raum entdeckt, der zum einen nicht von innen zu öffnet ist und zum anderen in den Bauplänen nicht vorkommt, beginnt sie der Geschichte des Hauses auf den Grund zu gehen.

Und schon bald erscheint ihr der Geist eines Mädchens, der ihr von dem Unterfangen abrät. Ihr dunkles Geheimnis soll für immer im "Raum der Enttäuschungen" bleiben. Aber Danas Nachforschungen haben Erfolg - und bringen so die gesamte Familie in Lebensgefahr. Naomi Watts in "Shut in", Kate Beckinsale in "The Disappointments Room": Horrorthrill scheint bei Hollywoodstars derzeit trendy zu sein. Den Zuschauer freut's, auch beim "Raum der Enttäuschungen".

Bei "The Visit" hat der wohlklingendste und bekannteste Name auf dem Regiestuhl Platz genommen: M. Night Shyamalan. Seine Filme polarisieren: Man mag sie oder nicht. Ein: "Naja, geht so ..." gibt es da nicht. "The Sixth Sense" war sein Durchbruch, "Signs", "The Village" und "The Happening" folgten, immer mit einem recht ansehnlichen Cast. Sein letzter Coup: "Split" mit James McAvoy - und davor eben: "The Visit".

Ein abgelegenes Farmhaus; zwei Teenager, die erstmals in ihrem Leben die Großeltern besuchen und alles auf Video festhalten; und die Regel, dass die Geschwister ihr Zimmer nach 21.30 Uhr nicht mehr verlassen dürfen: Das reicht, um das Kopfkino auf Trab zu bringen. Was machen die Großeltern abends? Schnackseln? Den Teufel anbeten?

Es ist simpler, so viel sei verraten. Aber mysteriöse Geschehnisse, ausführliche Charakterzeichnung und eine Stimmung, die einen schaudern lässt: Das ist M. Night Shyamalan auch mit "The Visit" gelungen.

Mysteriös ist auch das Stichwort bei "Alone" des französischen Regisseurs Thierry Poiraud. Er steckt ein paar kriminelle Kids auf eine Insel, von der plötzlich alle Erwachsenen wie vom Erdboden verschwunden scheinen.

Wenn einem bekannt ist, dass Poiraud ein Fan von Zombiefilmen ist, weiß man ungefähr, wo der Hase bei "Alone" im Pfeffer liegt: Alle Erwachsenen leiden an einer geheimnisvollen Krankheit, die sie rasend macht. Und man bekommt die Krankheit, wenn man 18, sprich erwachsen wird. Die Kids versuchen mit aller Macht, ...

... von der Insel zu verschwinden. Abblende. "Alone" ist kein klassischer Zombiefilm, er versucht nicht mit Blut und Beißorgien zu glänzen, sondern vielmehr Einblick in das Leben von Jugendlichen zu geben, die auf die schiefe Bahn geraten sind und plötzlich eine neue Freiheit erleben, die bald wieder in Gefahr ist. Geschwafel? "Alone" ist Zombie mit Anspruch.

Noomi Rapace spielt in der Regel auch anspruchsvolle Rollen: Lisbeth Salander beispielsweise. Aber sie hat mittlerweile auch in Hollywood einen wohlklingenden Namen, wie "Prometheus" beweist. In "Rupture" ...

... muss sie sich als Titelheldin ihren schlimmsten Ängsten stellen. Dass es dabei um Spinnen geht, dürfte vielen Zuschauern aus dem Herzen sprechen. In einem abgelegenen Lagerhaus soll das Ganze passieren, nur gibt es da noch andere Menschen. Auch sie sind hier plötzlich gefangen, um sich mit ihren Ängsten zu konfrontieren. Was soll das also?

Genau das muss Rapace alias Renee herausfinden. Was ihr nicht gefällt, dürfte beim Zuschauer gut ankommen, auch wenn er recht schnell ahnt, in welche Richtung sich "Rupture" entwickelt. Der Film ist allein wegen der Schwedin sehenswert.

Und während Renee Höllenängste durchleidet, geht es in "The Void" genau um die Hölle. Vielsagender Beititel: "Es gibt eine Hölle. Dies hier ist schlimmer." Nun denn, ...

... der Beititel hat recht. Wobei Filme, die sich mit der Hölle oder ebenjenen menschlichen Abgründen beschäftigen, nie einfacher Tobak sind, siehe "Baskin" oder auch Gaspar Noés "Enter the Void". Und auch bei "The Void" weiß man als Zuschauer nicht, wie man da reingeraten ist und noch schlimmer: Wie kommt man da wieder raus? Sheriff Carter (Aaron Poole) geht es genauso. In seiner Nachtschicht ...

... rennt ihm ein blutender Mann vors Auto. Er bringt ihn ins nächste Krankenhaus, wo kurz darauf, Achtung: Spoiler-Alarm, die Hölle losbricht. Es tauchen Jäger auf, die dem Verletzten den Garaus machen wollen, es gibt ein Ultimatum und ein geheimes düsteres Kellerlabor. Das alles in nahezu pechschwarzer, düster-schauriger Optik. Hölle eben, man sollte sie einmal gesehen haben. Dann will man auch nie rein!

Die Hölle auf Erden herrscht in "Vampire Nation". Die Vampire haben die Macht übernommen, der Mensch ist nicht mehr der Chef auf dem Erdball. Wer aber jetzt eine härtere Version von "Twilight" erwartet, ist hier fehl am Platz. "Vampire Nation" ist eher "Underworld" meets "The Walking Dead" - und genau das ist auch der Erfolgsfaktor des Films gewesen, so dass es ...

... nun endlich eine Fortsetzung gibt: "Vampire Nation: Badlands".

Die Welt hat sich weitergedreht, sie erinnert an "Mad Max" und das Mittelalter - und jeweils nachts bricht die Vampir-Hölle los. Der "Mister" aus dem ersten Teil soll ihr Einhalt gebieten. Es gibt nicht mehr viele wie ihn, die die Anfänge des Untergangs miterlebt und vor allem überlebt haben.

Trotz all den Kämpfen, Sprüchen und düsteren Gestalten: An den ersten Teil (2010 erschienen) kommt "Badlands" nicht heran. Vielleicht kommt dennoch ein dritter Streifen, und diesmal etwas zügiger. Wer wie?

Mehrere Teile glaubt man auch bei "Shark Lake" bereits gesehen zu haben. Allein, der Film steht für sich - und, na klar: Es geht um Haie. Die tauchen plötzlich in einem See auf, an dem das beschauliche Örtchen Lake Tahoe liegt.

Es dauert nicht lange, bis sich Unfälle und Todesopfer mehren, und so will die örtliche Polizistin mit ihren neuen Freund, einem Biologen, der Sache auf den Grund gehen. Hilfesuchend wendet sie sich auch an einen Kriminellen (Dolph Lundgren!), der vor seiner Knastzeit den Schwarzmarkt mit exotischen Tieren bedient hat. Exotischen Tieren wie ...

… beispielsweise Haien. Vor Jahren, als man ihn geschnappt hat, scheint ihm da wohl einer abhanden gekommen zu sein. Und der bringt nun Boote zum kentern und frisst sich durch menschliches Gewebe. Ach, besser noch: Er ist nicht allein! Also: Einfach Gehirn abschalten, Ton etwas lauter stellen und "Shark Lake" schauen. Dennoch immer im Hinterkopf behalten: Haie sind keine bösen Tiere, sie haben genau so viel Angst vor den Menschen wie die vor ihnen!

Das gilt in den meisten Fällen auch für Dämonen und Geister. Und schon sind wir bei den Serien und im London des frühen 10. Jahrhunderts und mitten in den "Frankenstein Chronicles".

Inspector John Marlott (der großartige Ex-"Scharfschütze" Sean Bean) ist eigentlich bei der Wasserpolizei und soll sich um Schmuggler kümmern. Als er eine Leiche entdeckt, ändert sich das schlagartig. Sie scheint aus Teilen mehrerer toter Menschen zusammengesetzt zu sein. Der Fall sorgt für Aufsehen, da im Parlament ein Gesetz zur Abstimmung steht, in dem es um Wissenschaft und Leichen geht. Marlott soll geheim ermitteln, er tut es und kommt üblen Machenschaften auf die Spur, die verschwörerische Ausmaße annehmen.

Er begegnet auch Mary Shelley, deren Werk genau das beschreibt, was Marlott vermutet: Ein Wissenschaftler versucht Tote zum Leben zu erwecken. Er muss in den Londoner Untergrund und sich mit menschlichen Abgründen beschäftigen. Am Ende der 1. Staffel (rund 280 Minuten) sind er und der Zuschauer schlauer.

Aber Marlott bezahlt einen hohen Preis dafür, der Zuschauer einen vergleichsweise geringen für eine großartige britische Serie mit einem herausragend griesgrämigen Sean Bean in der Hauptrolle. Die zweite Staffel ist bereits in der Mache.

In einer anderen Welt, in den 1970er-Jahren, spielt "The Enfield Haunting". Hier geht es nicht um Monster, sondern einen Poltergeist, der längere Zeit in einem Haus im Londoner Stadtbezirk Enfield sein Unwesen treibt.

Herumfliegende Gegenstände, unerklärliche Geräusche und Stimmen: Das muss ein Poltergeist sein und schon ist die Parapsychologische Gesellschaft in Form des Amateurforschers Maurice vor Ort, um der Sache auf den Grund zu gehen.

Das dauert dann 135 Minuten, verteilt über 3 Folgen. Und dass Maurices tödlich verunglückte Tochter genauso heißt wie das Mädchen, in dessen Wohnung sich der Poltergeist aufhält, mag vielleicht nur ein Zufall sein. Vielleicht ...

Ganz und gar kein Zufall ist es, dass im Haus der Chirurgin Dr. Yael Danon plötzlich mehrere bewaffnete und maskierte Männer auftauchen und Yaels Familie als Geisel nehmen. Sie haben nur eine Forderung: ...

… Yael steht im Krankenhaus vor der Operation ihres Lebens, denn auf ihrem OP-Tisch landet der israelische Premierminister. Nach der OP soll er tot sein. Yael wird nichts passieren, man wird ihr nicht auf die Schliche kommen, die Familie kommt unbeschadet davon - das sind die Versprechen der Geiselnehmer.

Am Ende der rund 380 Minuten langen ersten Staffel von "Hostages - Die Geiseln" hat man als Zuschauer Blut und Wasser mit Yael und ihrer Familie geschwitzt, ihren Mann gehasst, den Freund der Tochter verflucht und klammheimlich auch Partei für den Anführer der Geiselnehmer ergriffen. Kein Wunder also, dass diese wirklich brillante israelische Thriller-Serie in eine zweite Runde geht.

Die zweite Staffel von "Hostages - Die Geiseln" hat dann schon knapp 520 Minuten und kommt - leider - nicht an die erste Staffel heran. Die Story wird fortgeführt, im Mittelpunkt bleiben der Kopf der Geiselnehmer, ...

... der Ex-Swat-Mann Adam Rubin, seine Frau und der israelische Premierminister. Spannend und abwechslungsreich ist auch Staffel 2, aber die gleiche Länge wie die erste hätte ihr besser getan.

Wie man die Spannung auch über mehr als 500 Minuten hoch hält, zeigt die Thrillerserie "Trapped - Gefangen in Island". Hier hätte der Großmeister des Horrors, Stephen King, Pate stehen können.

Ein Fischerdorf auf Island, eine voll besetzte Fähre, ein Schneesturm und ein erster Todesfall: So startet "Trapped". Es folgen weitere Tote, kriminelle Verstrickungen, Naturgewalten und Twists in der Handlung, neue Charaktere ...

... und am Ende weiß der Zuschauer: Wenn es stürmt und schneit, halt dich von Island fern. Düstere Atmosphäre, bärbeißige Typen wie der kauzig-wortkarge Titelheld, gespielt von Olafur Darri Olafsson, knackiger Sound, ächzende Eisberge sorgen für eine Stimmung, bei der der Zuschauer erwartet, dass hinter jeder Hausecke irgendwas Böses lauert - eben ganz wie bei Stephen King. Ein größeres Lob für eine Mystery-Thriller-Serie, die "Trapped" am Ende ist, kann es nicht geben!

Szenenwechsel: Vom eisig kalten, unwirtlichen Island auf die wilden Shetlands, eine Inselgruppe, die ebenso im Nordatlantik liegt, zwischen Norwegen, den Orkneys und Färöer Inseln. Sie gehören zu Großbritannien, aber Schottland liegt den Bewohnern mehr am Herzen. Das macht sie schon einmal sympathisch. Morde passieren trotzdem. Ihre Aufklärung zeigt die Krimiserie "Mord auf Shetland". Pilotfilm und erste Staffel sind im April auf Deutsch erschienen: 480 Minuten.

Hier kommen die Zuschauer auf ihre Kosten, die auch eher die ruhigen "Tatorte" mögen. Also nicht die von und mit Til Schweiger, sondern eher die mit den Ermittlerduos von einst aus Leipzig, Ehrlicher und Kain, oder jetzt aus Weimar Lessing und Dorn; die also auf schwarzen Humor stehen und dafür auch gern auf actionreiches Geballer verzichten können.

Detective Inspector Jimmy Perez obliegt es, Morde aufzuklären. Geboren auf den Shetlands, kehrt er nun für einen Neuanfang auf die Inseln zurück. Er passt perfekt dahin: ein kühles und hartes Äußeres, aber tief im inneren ein weicher Kern.

Es dauert ein wenig, bis Perez mit den Inselbewohnern klarkommt; so lang dauert es auch, bis der Zuschauer mit "Mord auf Shetland" warm wird, die auf der Bestseller-Krimiserie von Ann Cleeves beruht. Aber wenn er dann erst einmal gebannt das Treiben verfolgt, fühlt sich der Zuschauer, als wäre er direkt vor Ort. Und mal ehrlich: Es gibt weitaus Schlimmeres. Insgesamt drei Staffeln sind auf Englisch bisher erschienen, es geht also auch auf Deutsch noch mehr. Gut so!

Wer es etwas schrulliger mag, ist bei "The Night of" richtig. 500 Minuten mit John Turturro in der Hauptrolle. Er spielt aber keinen Polizisten oder Privatdetektiv, sondern den Anwalt John Stone. Er ist nicht der typische Staranwalt, sondern kommt ungebügelt daher und hat ein ernstes Problem mit seinen Füßen, sodass er auch schon mal barfuß im Gericht erscheint.

Stone wird der Anwalt von Nasir Khan, einem College-Studenten mit Migrationshintergrund. Sein Vater ist Taxifahrer und als Nasir sich das Auto eines Abends borgt, steigt eine junge Frau ein. Er bringt sie nach Hause, sie landen im Bett und Nasir kurz darauf in Untersuchungshaft. Die Frau ist tot, Nasir kann sich an nichts mehr erinnern, allerdings haben ein paar Zeugen auf der Straße gesehen, ...

... dass er mit der Frau ins Haus gegangen ist. Es scheint alles klar, zumal ein Messer bei Nasir gefunden wird. Er sagt, er sei es nicht gewesen. Stone glaubt ihm, auch wenn er nicht weiß warum, er wittert aber mit dem Fall endlich großes Geld und Anerkennung. Und so sucht er nach Hinweisen, geht dahin, wo es Polizei und Staatsanwaltschaft nicht mehr für nötig halten. Und tatsächlich, so klar scheint Nasirs Schuld gar nicht mehr. Oder ist der pakistanisch-amerikanische Mann nur ein guter Schauspieler?

Von "The Night of" will man unbedingt mehr sehen, schon allein des Endes wegen. In die Top 5 hat es die Serie aber nicht ganz geschafft. Dort landen zwei Serien und drei Filme, wie etwa "Oldboy".

"Oldboy"? Ist der nicht viel älter? Ja, das stimmt. Das südkoreanische Original von 2003 wurde mittlerweile "amerikanisiert" (2013). Auf Capelights Konto geht eine 5-Disc-Sonderedition (235 Minuten) des preisgekrönten Originals von Park-chan Wook. Und wir alle wissen: Asiatisches Original ist immer besser als Fälschung, ähm Hollywood-Kopie. Das gilt für japanische Filme wie die "Ring"-Saga und eben auch für "Oldboy".

Oh Dae-su ist Geschäftsmann, Anzugträger - und eingesperrt, seit 15 Jahren, isoliert in einem Raum. Warum? Er hat keine Ahnung. Sein einziger Kontakt zur Außenwelt ist ein Fernseher, in dem eines Tages über den Tod seiner Frau berichtet wird, für den Oh Dae-su verantwortlich gemacht wird.

Als Oh Dae-su plötzlich freigelassen wird, bestimmt die Suche nach Antworten sein restliches Leben. Und mit den Antworten wächst der Hunger nach Rache, scheinbar unstillbar. Fünf Tage hat er dafür Zeit. Und wenn man keine Zeit hat, macht man eben auch keine Kompromisse. Moralische Zweifel kommen ebenso wenig auf. Hammerhart! Ein Klassiker, in neuem, frischen Gewand.

Das kann man auch zu "Hacksaw Ridge" sagen. Der Mel-Gibson-Film landet auf Platz vier. Mel Gibson dreht einen Kriegsfilm? Auweia, das klingt nach viel Blut, roher Gewalt, zerfetzten Körpern. Naja, stimmt nicht ganz. "Hacksaw Ridge" wartet mit einer Story auf, die wie gemacht ist für Hollywood und Gibson ist der Einzige, bei dem diese auf einer wahren Begebenheit beruhende Geschichte nicht in den Kitsch abdriftet.

Desmond Doss (Andrew Garfield) hat sich nach einer kindlichen Auseinandersetzung mit seinem Bruder geschworen, nie wieder eine Waffe anzufassen. In Kriegszeiten kein einfaches Unterfangen, das merkt er schon in der Grundausbildung. Doch er erarbeitet sich hartnäckig den Respekt seiner Vorgesetzten und Kameraden - und wird Sanitäter.

Im Frühling 1945 kommt er an die Front, beim Kampf um die japanische Insel Okinawa. Ein Himmelfahrtskommando, das Soldatenleben für Soldatenleben fordert. Bei einem Einsatz um "Hacksaw Ridge" zieht er sich nicht zurück und kann so Dutzende verletzte Gis vor den japanischen Feinden und damit dem sicheren Tod retten, auch einigen Japanern rettet er das Leben. All das, ohne zur Waffe zu greifen.

Wie gesagt: Der Stoff ist wie gemacht für Hollywood und für Mel Gibson, der mit "Hacksaw Ridge" nach zehnjähriger Abstinenz seine Rückkehr auf den Regiestuhl eindrucksvoll und bildgewaltig feiert. Sechs Oscar-Nominierungen sind die Belohnung. Völlig zu Recht, sagt der Zuschauer, der mit "Hacksaw Ridge" den besten Kriegsfilm seit Stanley Kubricks "Full Metal Jacket" vor sich hat!

Auch um Keanu Reeves schien es ruhig geworden zu sein. Aber der "Speed"- und "Matrix"-Star weitete in den vergangenen Jahren vielmehr seinen schauspielerischen Wirkungskreis aus. "47 Ronin", "Knock Knock" oder "John Wick" sind die besten Beispiele: Asia-Epos, Horror, knallharte Action.

Als "John Wick" ließ es ...

... Reeves nun bereits zum zweiten Mal so richtig krachen.

Im ersten Teil wurden sein Hund getötet und sein Auto geklaut, sodass John Wick nicht umhin kam, in seinen früheren "Job" als Profikiller mit Prinzipien zurückkehren. Der zweite Streifen setzt direkt da an. Um aussteigen zu können, musste Wick dereinst eine Schuld eingehen, die nun eingefordert wird. Als er zunächst höflich ablehnt, ist sein Haus nur noch Schutt und Asche.

Wick selbst überlebt. Er radiert seine Schuld aus und dann den, der sie eingefordert hat. Das wiederum hat noch größere Konsequenzen im Kosmos der Gewalt. Aber das wird erst im drittel "John Wick" behandelt. Bis dahin macht aber bereits der zweite so viel Spaß, dass man sich fragen muss: Wieso gibt es diese Art von Filmen erst jetzt?

In die gleiche Kerbe wie John Wick, nur eben nicht ganz so cool und mit Tom Cruise, schlägt "Jack Reacher", von dem es ebenfalls zwei Filme bisher gibt; und ...

… "Jason Bourne", dessen "Sprachlosigkeit" John Wick noch übertreffen kann. Man darf also auf "John Wick 3" mehr als gespannt sein! Platz 3.

Und wieder zurück zu den Serien. Zu den schrägen Serien. Zu den wirklich schrägen Serien - aus Schweden. "Blutsbande", Staffel 1 und 2, zusammen 1050 Minuten. Das muss eine Saga sein?! Das ist eine Saga, die der Familie Waldemar.

Anna-Lisa Waldemar, Witwe, lebt auf einer Insel in den schwedischen Schären. Sie betreibt mit ihrem Sohn Oscar und dessen Frau und Tochter ein kleines Hotel. Eines Tages lädt sie auch ihre anderen beiden Kinder, Lasse und Jonna, ein, weil sie etwas zu verkünden hat.

Lasse besitzt ein Restaurant, das nicht so richtig läuft, sodass er an Brandstiftung und Versicherungsbetrug denkt. Jonna, das Nesthäkchen, ist eine nicht gerade erfolgreiche Schauspielerin, die aber noch immer an ihren Durchbruch glaubt. Drei Geschwister, die nicht unterschiedlicher sein können, denn Oscar ist der geborene Pendant.

Dann der Schock: Anna-Lisa wird tot aufgefunden. Im Testament heißt es dann: Das Hotel erben alle, nachdem sie eine Saison zusammen dort gearbeitet haben. Gelingt das nicht, wirft das Hotel keinen Gewinn ab oder verlässt eines der drei Geschwister die Insel, war es das, dann fällt das Hotel einem wohltätigen Zweck zu. Oscar ist vor den Kopf gestoßen, Lasse und Jonna ebenfalls.

Es gilt also, sich zusammenzureißen. Kein einfaches Unterfangen, denn Lasse war früher mal in Oscars Frau verliebt. Oscar sorgte damals, als sie noch jung waren, mit einem gefälschten Brief dafür, dass die beiden getrennte Wege gegangen sind. Oscar ist es auch, der den prügelnden Vater dereinst unter die Erde befördert hat. Verbuddelt unter dem nun maroden Swimmingpool, den Lasse wieder flott machen will. Und Oscar ist es auch, der eine Affäre mit der örtlichen Pastorin hat.

Viel Zündstoff also und bereits der kleinste Funken reicht, damit ihm und damit auch der restlichen Familie alles um die Ohren fliegt. Denn auch Lasse und Jonna haben so ihre Geheimnisse, mal mehr, mal weniger dunkel. Und dann gibt es da ja auch noch Lasses Tochter und den herumschnüffelnden, misstrauischen Onkel, den Bruder von Oscars, Lasses und Jonnas Vater ... Mann, ist das aufregend! Bis zur letzten Minute, und es bleibt zu hoffen, dass es doch nicht die letzte Minute gewesen ist!

Was kann "Blutsbande" eigentlich noch übertreffen? Na klar, eine andere Serie. Auf Platz eins landet "Poldark", Staffel 1, rund 600 Minuten Spielzeit.

Hier treffen "Braveheart", "Dallas", "Denver Clan" und "Die Scharfschützen" aufeinander. Titelgebend ist die gleichnamige Familie der Poldarks. Im Mittelpunkt steht Ross Poldark (Adam Turner; "Der Hobbit"), der 1783 aus dem Unabhängigkeitskrieg nach Cornwall zurückkehrt, um feststellen zu müssen, dass sich seit seinem Abschied einiges verändert hat.

Ross' Vater ist tot. Das Land verkommen, die Minen heruntergewirtschaftet und verschuldet. Ross' einstige große Liebe Elisabeth heiratet in wenigen Wochen einen anderen - seinen Cousin Francis. Und so macht sich Ross daran, sein Leben neu zu ordnen, von vorn anzufangen, auf seinem Grund und Boden und mit seinen Minen. In die Arbeit stürzen schützt vor Liebeskummer.

Er schafft es, eine Mine wieder zum Laufen zu kriegen, macht damit aber die neureichen Banker auf sich aufmerksam. Die obere Gesellschaftsschicht, zu der er noch immer eigentlich gehört, lässt Ross links liegen und erntet so weiteres Misstrauen. Erst recht, als er seine junge Magd zur Frau nimmt. Im Volk, unter seinen Arbeitern ist Ross beliebt, weil er fair ist und hilfsbereit: Für Ross gehen Menschen vor Geld.

Und so hat "Poldark" eben alles: Familiendrama, die große Liebe, unbarmherzigen Kapitalismus, wunderschöne Landschaftsaufnahmen. Er liefert einen Blick in eine längst vergangene Zeit. Eine Zeit, die heute wieder aktueller denn je zu sein scheint, wo die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergeht und es Länder gibt, wo unschuldige Menschen ins Gefängnis wandern.

Die 2. Staffel erscheint im September. Wer die erste gesehen hat, wird es kaum erwarten können. Versprochen! Und nun ab aufs Sofa und die Glotze an, das Wetter wird eh nicht mehr besser.

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