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Womanizer und Oscar-Crasher: Warren Beatty hatte sie alle

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So hatte sich Warren Beatty die Rückkehr ins Rampenlicht bestimmt nicht vorgestellt: Er steht Ende Februar 2017 mit dem vermeintlichen Sieger-Umschlag auf der Oscar-Bühne. Zögerlich reicht er seiner "Bonnie und Clyde"-Kollegin ... (Foto: imago/ZUMA Press)

So hatte sich Warren Beatty die Rückkehr ins Rampenlicht bestimmt nicht vorgestellt: Er steht Ende Februar 2017 mit dem vermeintlichen Sieger-Umschlag auf der Oscar-Bühne. Zögerlich reicht er seiner "Bonnie und Clyde"-Kollegin ...

So hatte sich Warren Beatty die Rückkehr ins Rampenlicht bestimmt nicht vorgestellt: Er steht Ende Februar 2017 mit dem vermeintlichen Sieger-Umschlag auf der Oscar-Bühne. Zögerlich reicht er seiner "Bonnie und Clyde"-Kollegin ...

... Faye Dunaway das Kärtchen. Vor dem Millionenpublikum liest sie laut "La La Land" als Gewinner der Oscar-Trophäe als bester Film vor. Doch das währt nicht lange, ...

... nach Schreckensminuten wird korrigiert: "Moonlight" ist der Gewinner. War das ein letzter Streich des Gaunerpaares "Bonnie und Clyde", 50 Jahre nach der Premiere des Filmhits? Hat es falsch abgelesen? Wie konnte diese Panne passieren? Sichtlich geknickt erklärt Beatty, es stünden doch "Emma Stone" und "La La Land" auf dem Zettel.

Er hatte richtig gelesen - aber den falschen Gewinner-Umschlag für die beste Schauspielerin in der Hand. Die Helfer hinter der Bühne hatten sich vertan, doch Dunaway und Beatty bekamen die erste Prügel ab.

Eine weitere Oscar-Nominierung war dem Schauspieler, Produzenten, Regisseur und Drehbuchautoren Beatty, der am 30. März 2017 80 Jahre alt wird, dagegen nicht beschieden.

Dabei hatte Beatty nach fast 20-jähriger Regie-Pause erst im November 2016 die Drama-Komödie "Regeln spielen keine Rolle" (Rules don’t apply) ins Kino gebracht, als Regisseur, Autor, Produzent und Darsteller.

Sein Herzensprojekt über den exzentrischen Milliardär Howard Hughes ...

... hatte er über Jahrzehnte geplant. Die Story spielt im Hollywood der 1950er-Jahre, als Hughes eine junge Schauspielerin (Lily Collins, M.) unter Vertrag nimmt, die sich in ihren Chauffeur (Alden Ehrenreich, l.) verliebt.

Zur prominenten Besetzung gehören auch seine Frau Annette Bening, Alec Baldwin, Martin Sheen und Ed Harris. Doch an den US-Kinokassen und bei den Kritikern konnte Beatty mit seinem Film (der in Deutschland am 6. April startet) nicht landen.

Aber Beatty hat in seinem Leben schon reichlich Trophäen gesammelt. 14 Mal wurde er für einen Oscar nominiert, einmal bekam er ihn: 1981 erhielt er den Regiepreis für das Revolutionsdrama "Reds".

Er ist der einzige Filmschaffende neben Orson Welles, der im selben Jahr für vier Oscars nominiert wurde, und das gleich zweimal: für "Der Himmel soll warten" (1978) ...

... und "Reds" (1981), als Regisseur, Produzent, Darsteller und Drehbuchautor.

Bei der Gala im Jahr 2000 gab es noch einen Ehren-Oscar für sein Lebenswerk.

Als Beatty 2008 den Lebenswerk-Preis vom American Film Institute (AFI) erhielt, ...

... nannte sein Freund Jack Nicholson ihn einen "Profi" und scherzte: "Wie sonst kann man ...

... einen Typen nennen, der mehr Preise gewonnen hat, als er Filme gedreht hat?".

Vor seinem neuen Film "Regeln spielen keine Rolle" hatte Beatty lange pausiert. Als Schauspieler war er 2001 an der Seite von Diane Keaton (2.v.r) und Goldie Hawn (l.) in der Ehe-Komödie "Stadt, Land, Kuss" zu sehen, ...

... die letzte Regiearbeit war die Politsatire "Bulworth" (1998, mit Halle Berry), in der er auch die Hauptrolle spielte.

Dafür war er als Familienvater und Ehemann umso mehr eingespannt. Seine Ehe mit Annette Bening und die gemeinsamen Kinder (Isabel, Ella, Benjamin, Kathryn, v.l., 2004) seien das Beste, was ihm je passiert sei, sagte Beatty vor ein paar Monaten.

Seine späte Heirat mit der (fast 20 Jahre jüngeren) Schauspielkollegin 1992 - er war 54 Jahre alt - kam damals überraschend. Allerdings nicht für ihn selbst, wie Hollywoods einstiger Frauenheld verriet. "Ich habe nie versucht, das Heiraten zu vermeiden, ich habe nur versucht, eine Scheidung zu vermeiden."

Das Paar hat vier Kinder im Alter von 16 bis 25 Jahren. (Im Bild: Tochter Isabel Beatty, 2014)

Ihr ältester Sohn begann mit 14 Jahren eine Geschlechtsumwandlung - aus Kathlyn Elisabeth wurde Stephen Ira. "Er ist ein Revolutionär, ein Genie - mein Held", schwärmte Warren Beatty im Oktober 2016 in "Vanity Fair" über seinen transsexuellen Sohn.

Beatty wurde 1937 in Richmond, Virginia geboren. Als Sohn einer Schauspielerin und als jüngerer Bruder des Filmstars Shirley MacLaine (hier beide 1966) war sein Weg zur Bühne vorgeschrieben.

Nach der Schauspielschule in New York und ersten Auftritten am Broadway wurde er 1961 von dem legendären Regisseur Elia Kazan neben Natalie Wood für den Film "Fieber im Blut" verpflichtet.

Spielte er in seinem Leinwanddebüt einen sexuell verklemmten Jugendlichen, so war es abseits der Dreharbeiten umgekehrt, wie eben jene Natalie Wood, ...

... Leslie Caron, ...

... Julie Christie, ...

... Diane Keaton, ...

... Jane Fonda, ...

... Madonna und viele andere Kolleginnen bestätigen können.

In "Bonnie und Clyde" von 1967 glänzten Beatty und Faye Dunaway als gerissenes Ganovenpaar.

Der für die 1960er-Jahre ungewöhnlich brutale Gangsterstreifen holte den Oscar als bester Film.

Mit "Reds" ließ er sich erneut auf ein aufwendiges und mutiges Hollywood-Projekt ein, das mit drei Oscars und viel Lob bedacht wurde.

Doch er musste auch einstecken: Die Filmkomödie "Ishtar" (1987) wurde einer der teuersten Flops der Filmgeschichte, trotz Stars wie Isabelle Adjani (l.) und Dustin Hoffman (r.). Cinema.de befand: "Mit Starbesetzung in den Sand gesetzt."

Statt der ursprünglich veranschlagten 28 Millionen kostete der Film dann 55 Millionen Dollar; er spielte in den USA insgesamt nur rund 14 Millionen Dollar ein.

Aber das ist lange her - am 30. März kommt nun erstmal sein 80. Geburtstag und das ist ja wohl ein Grund zum Feiern. (abe/dpa)

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