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Helden der Kindheit: Was macht eigentlich ...?

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Die Helden unserer Kindheit: Was ist wohl aus Nick Knatterton geworden, ... (Foto: Promo/der-audio-verlag.de)

Die Helden unserer Kindheit: Was ist wohl aus Nick Knatterton geworden, ...

Die Helden unserer Kindheit: Was ist wohl aus Nick Knatterton geworden, ...

... aus dem "Knight Rider" ...

Und was macht Pierre Littbarski? Es wird schwierig, die Helden sämtlicher Leser in eine Bilderstrecke zu bekommen. So schwierig, wie es wohl Uwe Rahn (li.) und Litti 1986 bei der WM in Mexiko fiel, einen kleinen Filz- statt einen großen Fußball zu erwischen.

Litti war trotzdem für viele ein Sympathieträger. Wegen seiner O-Beine, die gar nicht nach Dribbelkunst aussahen (sie aber trotzdem regelmäßig vollführten). Und wegen dem WM-Titel 1990 in Italien (2.v.li.). Trotzdem ist Littbarski der einzige Sportler in dieser Bilderserie.

Denn es soll darum gehen, wer die alten Figuren aus Film, Fernsehen, Comic und Hörspiel sind, was sie bekannt machte - und wo sie sich heutzutage so herumtreiben. Lurchi etwa.

Der an den Füßen immer passend gekleidete Feuersalamander wandert auch heute noch durch die Lande und erlebt Abenteuer mit seinen Kumpanen aus der Tierwelt.

Offenbar ist das Interesse an der reimenden Werbefigur der Schuhfirma Salamander immer noch groß.

Auch wenn er heute nicht mehr nackt ist.

Pan Tau, der Mann mit Schirm und Melone, bannte mehrere Generationen vor den Fernsehschirm - in West- wie Ostdeutschland. Hauptdarsteller Otto Šimánek spielte am Prager Stadttheater. Im Jahr 1992 starb er in der tschechischen Hauptstadt.

Nick Knatterton ist hingegen quicklebendig. Der Detektiv mit dem ewig wiederkehrenden "Kombiniere!" und britisch-nüchterner Logik tauchte erstmals in den 1950er Jahren als Comic auf. Und wurde Kult.

Die Widersacher mit den klangvollen Namen Tresor-Theo, Juwelen-Jupp, Miezen-Max, Schläger-Schorsch und Stiftzahn-Heini werden so schnell nicht in Vergessenheit geraten. Neben der Gesamtausgabe für geneigte Hobbydetektive vom Lappan-Verlag - "aufgezeichnet von Manfred Schmidt", also muss es ja wirklich passiert sein -, ...

... hat die "deutsche Antwort auf Superman und Austin Powers" auch im Kino Fälle gelöst, kombinierte sich im Fernsehen durch die Sendeminuten und hat inzwischen auch Einsätze in Hörspielen des Audio-Verlags hinter sich.

Auch der Bund Deutscher Kriminalbeamter ist an der lebhaften Erinnerung nicht unbeteiligt. So verleiht dessen Landesverband Schleswig-Holstein jährlich eine "Nick-Knatterton-Ehrenmütze". Im Jahr 2005 überreichte sie der damalige Landesvorsitzende Bernd Carstensen (li.) dem BKA-Chef Jörg Ziercke. 2002 durfte sie auch Klaus Buß (re.) als Innenminister von Schleswig-Holstein tragen.

Während der schon lange verstorbene Lorne Greene (re.) als Oberhaupt der Bonanza-Familie Probleme in der Western-Welt löste, ...

... wurden Astrid Lindgrens Kinderbücher auch durch die Verfilmungen bekannt - etwa Michel aus Lönneberga. Im schwedischen Vimmerby gibt es gar einen Erlebnispark rund um das Werk der bekannten Landestochter.

Ihre wohl bekanntesten Abenteuer sind jedoch die von Pippilotta Viktualia Rollgardina Pfefferminz Efraimstochter Langstrumpf und ihrem tierischen Begleiter Kleiner Onkel. Die bekanntesten Filmaufnahmen sind die mit Inger Nilsson als Pippi, aus den Jahren 1969 und 1970.

Die Villa Kunterbunt aus den Bewegtbildern steht übrigens auf der schwedischen Insel Gotland. Im Jahr 1997 gab es eine Neuverfilmung anhand der Bücher.

Aber auch Lindgrens "Karlsson auf dem Dach" ist ein Klassiker. Das selbstsüchtige, gierige und verfressene Kind hat einen Propeller auf dem Rücken, kann fliegen und freundet sich mit Svante an.

In einer Zeichentrickverfilmung von 2002 spricht Jürgen Vogel das rothaarige Dickerchen. Zehn Jahre zuvor gab es bereits ein Hörbuch, gelesen von Astrid Lindgren persönlich.

"Doch ein kleines gallisches Dorf, ... " - bunte Bilder für Kinder in Büchern, das waren auch Asterix und Obelix. Autor René Goscinny und Zeichner Albert Uderzo schufen mit den Galliern, die im Dutzend Wildschweine verspeisen und renitente Römer verprügeln, die erfolgreichste französische Comicserie überhaupt.

Neue Bände gibt es noch immer, wenn auch nicht vom Original-Duo. Goscinny starb bereits im Jahr 1977. Seither besonders erhellend sind die Ausgaben in Mundarten, etwa in Südtirolerisch, Kölsch oder Sächsisch. Miraculix, du aldor Knaggor!

Goscinny textete übrigens auch einige der schönsten Comic-Alben des ebenfalls unverwüstlichen Westernhelden Lucky Luke. Dieser stammt - wie seine berühmtestesten Gegenspieler, die Daltons - aus der Feder des 2001 verstorbenen Belgiers Morris. Heute wird die Serie mit neuem Team fortgesetzt - übrigens mit überzeugendem Ergebnis.

Kleiner Exkurs von Comicfiguren auf Papier an den Bildschirm: Neben dem C64 stand in vielen Haushalten auch ein NES, natürlich inklusive Kult-Klempner Super Mario.

Der stößt sich heute noch den Kopf an Gold spendendem Mauerwerk und schießt mit Schildkrötenpanzern die üblen Viecher aus der Welt.

Snoopy, Woodstock, Charlie Brown und Co. haben ebenfalls überdauert - fast 50 Jahre lang erschienen die Comicstrips um die Kinder aus einer US-amerikanischen Stadt.

Heutzutage wird den Charakteren wie hier in New York mit übergroßen, aufblasbaren Figuren gehuldigt, ...

... oder sie dienen als Dekoration für Flugzeuge. Das Faszinierendste (und, wer sich zurückerinnert an seine Kindheit, Wahrhaftigste) war wohl, dass Erwachsene nie komplett zu sehen waren, nur ihre Beine. Und ihre Sprache war nur unverständliches Gebrabbel.

Die Serie darf nicht fortgeführt werden, so die Anweisung von Zeichner Charles M. Schulz. Der Erzähler um die Alltagsprobleme der Kinder starb im Jahr 2000 an Krebs.

Seit Ende der 1970er Jahre propagierte das Fernsehen offen, den Fernseher abzuschalten. Immer am Ende der Kindersendung "Löwenzahn", die ...

... Peter Lustig prägte. Der hat für sein Werk inzwischen das Bundesverdienstkreuz bekommen, hörte aber bei Löwenzahn auf. Im Oktober übernahm Guido Hammesfahr als Fritz Fuchs die Moderation der Sendung.

Apropos Kindersendung: Die Sendung mit der Maus (und dem Elefanten, der vielen viel sympathischer war als das augenklappernde Ei mit Gliedmaßen) gehört ebenfalls zu den Klassikern. Ein Ende um "Das war Balinesisch" und die ewige Suche nach einfachen Erklärungen für komplizierte Dinge ist nicht in Sicht.

Der Kleine Maulwurf, der regelmäßig bei der Maus seine Auftritte hatte, freute sich mit seinem tschechischen Erfinder Zdenek Miler zudem über eine besondere Ehre. Als Handpuppe flog er Mitte 2011 ins All - der US-amerikanische Astronaut Andrew Feustel nahm ihn auf dem letzten Flug des Space Shuttle "Endeavour" als Maskottchen mit. Wenige Monate später starb Miler.

Die Variante von "Puppenvater" Gerhard Behrendt hat überlebt. Noch immer streut der kleine Mann mit dem spitzen Bärtchen den Kindern am frühen Abend Sand in die Augen. Auch einen Kinofilm gibt es inzwischen. Schöpfer Behrendt starb im Jahr 2006.

Für die älteren war MacGyver ein Held. Die US-Fernsehserie lief immer nach dem gleichen Muster ab: Mit einem Schweizer Messer und einer Rolle Klebeband befreite sich der Vokuhila-Fan aus jeder noch so brenzligen Situation. Meist haben ihn Bösewichte gefangen genommen und MacGyver muss sich befreien.

Pädagogisch wertvoll: Schusswaffen sind tabu, mit der Nutzung simpler physikalischer Gegebenheiten ist alles lösbar. Exemplarisch für die zwischen 1985 und 1992 produzierten Staffeln ist wohl die Bombenentschärfung mit einer Büroklammer.

Heutzutage macht MacGyver Werbung für Mercedes. Im Internet gibt es einen Trailer für eine Webserie mit Originalschauspieler Richard Dean Anderson.

Ebenfalls am Bildschirm, aber mit Controller in der Hand kam Sega's Sonic the Hedgehog daher. Und das ziemlich rasant. Allerdings sah der blaue Kugelblitz zu Beginn nicht so rund und 3D-artig aus, sondern ...

... war nur in Seitenansicht von links nach rechts zu sehen. Dies ist allerdings kein Originalscreenshot, sondern ein Bild von "Sonic Generations", einer Neuauflage anlässlich von Sonics 20. Geburtstag im Jahr 2011.

Am bekannten Schauplatz Green Hill rast der agile Igel entweder klassisch von links nach rechts oder überholt sich wie im Bild auf der Suche nach goldenen Ringen fast selbst.

Kultstatus erlangten auch Terence Hill und Bud Spencer mit ihren simplen Prügelfilmen. In lockerer Manier erledigten sie ganze Horden von Gegnern, garniert mit nachsynchronisierten Kampfesklängen und platten Sprüchen. "Plattfuß" sei Dank.

Besonders der beleibtere der Kompagnons ist noch immer beliebt. Aufsehen erregte das Freibad in Schwäbisch Gmünd, das sich ihm zu Ehren "Bud Bad" nennt. Zur Eröffnung im Dezember 2011 kam Bud Spencer, der eigentlich Carlo Pedersoli heißt, persönlich vorbei.

2008 hieß es noch, dass ein weiterer gemeinsamer Film geplant sei - im April 2011 kam aber das Dementi - der "Bild"-Zeitung sagte er: "Nie wieder. Wir bewegen uns wie alte Männer. Aber wir sind noch immer gute Freunde!"

Terence Hill steht solo jedoch immer noch vor Fernsehkameras - in der italienischen TV-Serie "Un passo dal cielo" oder dem Film dazu "Io ti salverò".

Und wer ist das? Einer der "Teens", eine deutsche Schülerband und Boygroup, die Schulmädchen von 1978 bis 1981 klassenweise in die Plattenläden trieb. Fünf Millionen Tonträger verkauften Robbie, Alex, Micha und Kollegen. 1996 versuchte die Band ein Comeback, kurz vor der Jahrtausendwende gab es sogar nochmal ein neues Album - "One more chance". Vertan.

Abseits des Fernsehschirms war der Held des Schulhofes, wer sich ein Yps-Magazin leisten konnte. Leider litt die Qualität des Heftinhalts unter der Faszination für die sogenannten "Gimmicks" - legendär war etwa das Um-die-Ecke-Guck-Fernrohr, das mehrmals aufgelegt wurde.

Langweilig dagegen sind die Urzeitkrebse, die insgesamt 21 Mal (!) verkauft wurden. Das Futter kam natürlich extra. Der Solar-Zeppelin und das Abenteuer-Zelt (jeweils 15 Mal) waren ebenfalls großartig, das Pups-Kissen zumindest zeitweilig lustig. Nach einer längeren Pause ist das Yps-Heft wieder da - zeitgerecht auch bei Facebook. Und für Erwachsene.

Das Autos ein Eigenleben haben, wussten Kinder spätestens seit der US-Fernsehserie Knight Rider. "Ein Auto, ein Computer, ein Mann" kämpfen gegen das Unrecht. Schwarz glänzend, immer siegreich gegen Verbrecher und ...

... mindestens einmal pro Folge mit einem Knopfdruck von Gaunerjäger Michael Knight in seinem vierrädrigen Kollegen KITT ("Knight Industries Two Thousand"): Mit dem "Turbo Boost" sprangen die beiden über Hindernisse, der "Super Pursuit Mode" machte das Duo zum Verfolgerblitz.

Dass die Endszene immer gleich war - KITT erledigt den zu Fuß fliehenden Verbrecher, indem er diesem die Autotür vor den Latz schlägt -, störte kaum jemanden. Genausowenig Hasselhoffs Auftritte als Rettungsschwimmer "Mitch" in Baywatch. Was wohl auch an seinen Kolleginnen gelegen haben dürfte.

Inzwischen ist Hasselhoff eher privat unterwegs - hier mit seiner Partnerin Hayley Roberts.

Hase und Wolf sind nicht nur in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion populär, wie diese Sonderbriefmarke zeigt, sondern auch in den neuen Bundesländern. Die Zeichentrickserie wurde in Moskau produziert - der Wolf ist der Rüpel, der Hase das unschuldige, genau, Häschen.

In der DDR war die Serie so beliebt, dass das Duo in den 1980er Jahren die östliche Version von Pac-Man wurde. Auf dem einzigen Arcade-Automaten der Deutschen Demokratischen Republik, dem Polyplay, jagte der Wolf das Langohr durch das zweidimensionale Bildschirmlabyrinth.

Ebenfalls Kult: Die polnischen Comic- und Zeichentrickhelden Lolek und Bolek, die sowohl in Kurz- als auch in längeren Filmen auftraten und zudem als Hefte erschienen. Noch immer tobt ein Streit um die Rechte an der Serie. Fest steht aber, dass die Brüder in Polen ein nationales Kulturgut sind - dieses Denkmal steht in der Stadt Bielsko-Biala, wo die Filme entstanden.

Älter als Bolek und Lolek, die 1962 entstanden, sind die Digedags, die ab 1955 ihre Abenteuer im "Mosaik von Hannes Hegen" erlebten. Schnell wurden die Abenteuer der drei Kobolde zum Kult - ob nun im Mittelalter (mit dem nicht minder kultigen Ritter Runkel), in Südsee, Amerika oder Orient. 1975 war jedoch nach 223 Ausgaben Schluss. Ein Urheberrechtsstreit führte dazu, ...

... dass das Mosaik-Kollektiv die Abrafaxe ins Leben rief, die seit 1976 und bis heute Abenteuer in der ganzen Welt und in verschiedenen Epochen erleben.

Gerade wegen der beschränkten Reisemöglichkeiten in der DDR blieb das Mosaik auch mit den neuen Helden ein Erfolg - in den 80er Jahren stieg die Auflage des Comics auf mehr als eine Million Exemplare.

Als längster Fortsetzungscomic überhaupt stehen Abrax, Brabax und Califax heute sogar im Guinness-Buch der Rekorde.

Unfassbar actionreich kam das "A-Team" daher, was auch an dem schwarz lackierten Kleinbus lag, den das Quartett - unschuldig von den US-Behörden verfolgt und immer im Kampf für das Gute unterwegs - als Transportmittel benutzte.

Neben dem schlagkräftigen B.A. ...

... war der "verrückte" Murdoch Sympathieträger. Die Kult-Fernsehserie um die vier Vietnam-Veteranen kam in den Produktionsjahren von 1983 bis 1987 in fünf Staffeln auf insgesamt 98 Folgen.

Zwar kam 2010 ein Film in die Kinos, inklusive alternativer Werbekampagne, allerdings mit neuen Hauptdarstellern. Auch Liam Neeson und Jessica Biel konnten das durchwachsene Ergebnis nicht verbessern. Es dürfte das vorläufige Ende des A-Teams sein.

"Auf einer schönen grünen Wiese liegt ein großer grauer Berg ..." - seit den späten 1970er Jahren steht Benjamin Blümchen bei den Hörspielen für Kinder hoch im Kurs. Insgesamt räumte er bislang 60 mal Gold und 75 mal Platin ab.

Es gibt neben einer Comicserie auch einen Spielfilm, der 1997 in die Kinos kam. Als Werbeaktion mischte sich der Elefant unter die Stadtreiniger auf dem Berliner Kurfürstendamm ...

... und betrieb schamloses Marketing am Einschulungstag.

Über die jederzeit nervende Journalistin "Karla Kolumna" - ein herausragender Name - sollen dagegen nicht viele Worte verloren werden. Nur so viel: Sie hat ein Facebook-Profil.

Beliebt wie eh und je ist offenbar Bugs Bunny, dem auch Hotelerbin Paris Hilton nicht widerstehen kann.

"Mein Name ist Hase, ich weiß von nichts", wurde durch die US-Cartoon-Serie zum geflügelten Wort.

Seit den 1960er Jahren gibt es die Geschichten um Bugs Bunny, Daffy Duck und Co. aus dem Hause Warner, die immer eine große Konkurrenz hatten: ...

... die Figuren aus dem Hause Disney, allen voran Donald Duck, der längst beliebter ist als Mickymaus. Denn der Erpel ohne Hose ist ein Pechvogel, der trotz aller Rückschläge seine Lebensfreude nicht verliert und dabei allerlei Abenteuer erlebt. Ob mit Bundeskanzlerin Angela Merkel im Mickymaus-Magazin, ...

... im Zweiten Weltkrieg als Werbefigur der US-Regierung, um zur Zahlung von Steuern zu ermutigen, die die Kriegsmaschinerie gegen Hitler-Deutschland am Laufen halten sollte, ...

... oder im Jahr 1960 auf einer Straßenbahn in der dänische Hauptstadt Kopenhagen.

Nicht vergessen werden darf Donalds Onkel Dagobert, der im Geld zu schwimmen pflegt.

Heutzutage inspirieren die Geschichten aus Entenhausen auch andere Künstler, etwa die "Duckomenta", bei der Enten in allen künstlerischen Ausdrucksformen zu finden sind: auf Leinwand, Holz oder Papier, in Öl und Acryl.

Unfassbar spannend waren (und sind) die alten Folgen der drei Fragezeichen. Jeder kleine Junge wollte doch wie Justus, Peter und Bob eine Geheimzentrale auf einem Schrottplatz haben und mysteriöse Vorkommnisse aufklären, oder???

Seit mehreren Jahren lesen die Originalsprecher der Hörspiele aus ihren Abenteuern ...

... und füllen damit etwa die Berliner Waldbühne mit rund 15.000 Besuchern. Auch neue Bücher erscheinen noch immer.

Um einmal von den Ost-West-Kinderhelden wegzukommen: Die ungarische Zeichentrickserie Adolar war auf beiden Seiten zu sehen. Allerdings hieß sie im Westen "Archibald, der Weltraumtrotter". Auf DVD gibt es jedoch die Ostfassung.

Ohnehin, Science Fiction ist für jüngeres Publikum ungemein interessant. Ein Beispiel ist der US-Charakter Flash Gordon, der bereits in den 1930er Jahren filmische Ehren erhielt, nachdem er als Buck-Rogers-Konkurrenz 1934 in Zeitungen aufgetaucht war. Im Hollywood-Kinostreifen von 1980 kam die Musik von Queen, den Bösewicht Imperator Ming spielte Max von Sydow. Mit asiatisch anmutenden Gesichtszügen ...

... sah er sich einem blonden, hellhäutigen Helden samt weiblichem Anhang gegenüber. Ähnlich trat Flash Gordon auch in der Serie des US-SciFi-Kanals aus dem Jahr 2007 auf, die jedoch bald wieder abgesetzt wurde.

Helden gab es natürlich so einige, und auch sehr obskure Charaktere, die aber eben deshalb wohl Faszination ausüben. Spider-Man ist da ebenso zu nennen wie He-Man, dieser Streiter für das Gute aus dem Castle Grayskull (im Hintergrund).

Allerdings war er selbst eher langweilig und viel zu stromlinienförmig. In einer Realverfilmung übernahm 1987 Muskelprotz Dolph Lundgren die Rolle des Weltenretters in Masters of the Universe. Die Cartoons waren ähnlich langweilig, auch wenn sie Geschichten lieferten, ...

... die dann mit vergleichsweise teuren Spielfiguren seiner Mitstreiter und Widersacher, allen voran Skeletor, nachgespielt werden konnten. Der legendäre "Stinkor" etwa (eine Kreuzung aus Mensch und Stinktier, inklusive Geruchssekret) versaute so manchen Kinderzimmerduft.

Heutzutage frönen Fans auf eigenen Internetseiten den alten Versionen. Denn auch wenn nach der Jahrtausendwende eine Neuauflage einiger Action-Figuren in die Läden kam - zur Größe der 1980er Jahre wird es für He-Man wohl nicht mehr reichen.

Während "Fix und Foxi" ab 1953 nur als Ersatzfutter für bildergierige Kinder taugte (und inzwischen eingestellt ist), ...

... sorgte eine Ausgabe von 1969 für die deutsche Premiere der Schlümpfe. Der Gegenspieler Gargamel war später eindeutig ein großer "Player" im Comicgeschäft. Wobei der Hexenmeister und dessen Katze Azrael nur Sparringspartner waren, um Sympathie und Schutzreflex für die ...

... körperlich unter-, aber geistig überlegenen blau-weißen Figuren um Papa Schlumpf zu erzeugen. Ebenfalls für den Kopf ist die Sprechweise der kleinen Knubbelzwerge, die fast sämtliche Verben mit "schlumpfen" ersetzen - Interpretation willkommen. Die Namen verrieten dabei die Aufgaben oder Eigenschaften. So gibt es etwa den Erfinderschlumpf, einen Gammelschlumpf, oder den Frierschlumpf.

Ebenso wie die Schlümpfe, die zuletzt erneut im Kino auftauchten, sind auch Tim und Struppi alias Tintin unverwüstlich. Die Geschichten des Belgiers Hergé erschienen ab 1929 - in Deutschland ab 1952. Doch nicht Tim selbst, ...

... sondern erfundene fremde Länder (etwa Bordurien oder Syldawien), der häufig betrunkene und ein wenig verrückte Kapitän Haddock, Professor Bienlein und die Detektive Schulze und Schultze (die wie Zwillinge aussehen, aber keine sind), sind die Charaktere, die die Comics mit ihrem ganz eigenen Humor besonders machen. Außerdem faszinierend: Es gibt Mondraketen, Drogen und Piraten.

Der letzte Band erschein 1976, Hergé starb 1983. Die Filmrechte hatte er im selben Jahr an Steven Spielberg übergeben, der diese nun gemeinsam mit Herr-der-Ringe-Regisseur Peter Jackson in "Das Geheimnis der Einhorn" umsetzte. Parallel dazu erschien Ende 2011 ein Action-Adventure-Spiel für verschiedene Plattformen.

Abseits der ebenfalls französischen Comicfigur mit dem eindeutigen Namen Isnogud ("Ich will Kalif werden anstelle des Kalifen") und seinem Untergebenen Tunichgud ("Herr, man beobachtet euch") von Asterix-Autor René Goscinny ...

... ist mit Räuber Hotzenplotz eine deutsche Fantasiefigur eine absolute Größe in den Kinderzimmern. Der grobschlächtige, barfüßige Rüpel aus dem Wald, der keine Manieren hat, ist im Grunde eine Kasperlegeschichte samt entsprechender Charaktere. Allein die gedruckte Version wurde Millionen Mal verkauft.

So ärgert der Räuber die Großmutter, als er ihre Kaffeemühle stiehlt, die Witwe Schlotterbeck verwandelt den Hund Wasti in ein Krokodil, und so weiter: ein Fundus, den die Augsburger Puppenkiste ins Fernsehen brachte und der später weitere Male verfilmt wurde. Von Autor Ottfried Preußler wird es kein neues Material zu Hotzenplotz geben, wie er mehrfach betont hat.

Nicht fehlen durfte in vielen Kinderzimmern der alten Bundesländer das legendäre Piratenschiff von Playmobil. Legendär deshalb, weil der fränkische Spielzeughersteller eine Kanone mitlieferte. Eine Kanone! Allerdings waren die Kugeln meist Mangelware, weil sie unabsichtlich in irgendwelche Ecken gefeuert wurden.

Heutzutage ziehen manche die funktionalen Männchen auch für politische Zwecke heran. Das Schiff erzeugt zuweilen auch Aufregung - wie auf dem Bundesparteitag der Piraten in Neumünster. Aber das, und damit wird diese Bilderserie abgeschlossen, das ist eine andere Geschichte.

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