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Wandmalereien aus der ganzen Welt: Wenn Häuser zu Kunstwerken werden

Von Markus Lippold

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Wände und Mauern können sehr trist sein. Wer mag schon das eintönige Grau-in-Grau ganzer Häuserzeilen. (Foto: imago/Westend61)

Wände und Mauern können sehr trist sein. Wer mag schon das eintönige Grau-in-Grau ganzer Häuserzeilen.

Wände und Mauern können sehr trist sein. Wer mag schon das eintönige Grau-in-Grau ganzer Häuserzeilen.

Vor allem in Städten gibt es dafür genügend Beispiele, wie diese Brandmauer. Dabei gibt es eine einfache Abhilfe, die Farbe ins Spiel bringt: Wandmalereien, sogenannte Murals. Deren Geschichte reicht bis in die 1920er-Jahre zurück.

Im nachrevolutionären Mexiko sollte der armen und oft ungebildeten Bevölkerung durch großformatige Malereien die Geschichte des Landes nahegebracht werden - oft mit politischem Unterton. Heute dagegen sind Murals auf der ganzen Welt zu finden, ...

... sie sind großformatig, farbenprächtig und integrieren sich oft geschickt ins Stadtbild. Der dreisprachige Band "Murals" aus dem Berlin Story Verlag beweist dies auf eindrucksvolle Weise. Mehr als zehn Jahre sind der Fotograf Peter Frischmuth und der Autor Axel Pinck durch die Welt gereist und ...

... haben faszinierende Murals entdeckt, die sie nun in ihrem Buch dokumentieren - wie dieses Bild im namibischen Windhoek. Immer wieder setzen die Autoren dabei das Werk mit den Menschen drumherum in Beziehung, sie inszenieren die Malerei als Teil des normalen Lebens.

Denn anders als Bilder in Museen nehmen Murals direkten Bezug auf ihre Umwelt. So verwundert es auch nicht, dass bei diesem Bild im US-amerikanischen Toppenish Realität und Wandbild ineinander überzugehen scheinen.

Gleiches gilt für dieses ebenfalls in Toppenish im Bundesstaat Washington entstandene Bild, das einen Bahnhof aus der Zeit zeigt, als der Westen noch etwas wilder war.

Auch dieses Bild in Philadelphia könnte besser nicht passen - es ist wie die anderen für den Fotoband inszeniert. Doch gerade in Schulen ergeben Wandmalereien Sinn. Weil sie nicht nur das Kunstverständnis fördern, sondern im besten Falle auch noch motivieren.

Gerade im öffentlichen Raum sorgen Murals für Abwechslung. Das gilt etwa für diese U-Bahn-Station in Stockholm. Das U-Bahn-System der Stadt gehört zu den größten Kunstgalerien der Welt, weil es hier immer wieder besondere Werke zu entdecken gilt.

Berlin ist eine Hauptstadt der Streetart, deshalb gibt es hier natürlich auch viele Wandmalereien. Der Künstler Gert Neuhaus, von dem dieses Werk in der Wintersteinstraße stammt, hat sich sogar auf Giebel- und Fassadenmalerei spezialisiert.

Wer würde nicht zugeben, dass Bilder wie dieses im Hamburg-Altona mehr hermachen als jede graue Wand?

Frischmuths Fotos gehen allerdings über eine reine Darstellung hinaus. Er spielt mit den Motiven und inszeniert Gegensätze, die das Werk erst richtig zur Geltung bringen.

Oft sind es aber auch schon die Künstler selbst, die ihren Bildern einen ironischen Anstrich verleihen. Warum nicht einen Geldautomaten zu einer ganzen Filiale ausbauen, wie hier in Lyon?

Oder den Bauplan des Architekten mit dem fertigen Bau abgleichen, wie im US-amerikanischen Portland?

Beliebt sind auch Bilder, die aus einfachen Häusern historische Gebäude machen. Auch dieses Werk kann man in Lyon sehen.

Natürlich muss nicht immer die ganze Wand bemalt sein - manchmal sorgt auch schon ein größeres Graffiti-Bild für Aufsehen.

Manchmal übrigens folgen die Murals auch noch jener politischen oder gesellschaftlichen Bestimmung, die sie einst in Mexiko hatten: Im Nordirland-Konflikt etwa spielen Wandmalereien von jeher eine große Rolle. Dieses Werk im nordirischen Derry klagt Menschenrechtsverletzungen an.

"Murals" von Peter Frischmuth und Axel Pinck ist im Berlin Story Verlag erschienen, 160 Seiten im festen Einband (24 x 32 cm), viele großformatige Abbildungen, deutsch, englisch, französisch, ISBN 978-3-95723-066-9, 39,95 Euro. (berlinstory-shop.de)

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