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Risiko Dauerrezession: Armer Euroraum

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Europas Wirtschaft steckt in der längsten Rezession seit Einführung des Euro fest. Auch im ersten Quartal sinkt das BIP. Mit 0,2 Prozent ist das Minus doppelt so groß wie erwartet. (Foto: REUTERS)

Europas Wirtschaft steckt in der längsten Rezession seit Einführung des Euro fest. Auch im ersten Quartal sinkt das BIP. Mit 0,2 Prozent ist das Minus doppelt so groß wie erwartet.

Europas Wirtschaft steckt in der längsten Rezession seit Einführung des Euro fest. Auch im ersten Quartal sinkt das BIP. Mit 0,2 Prozent ist das Minus doppelt so groß wie erwartet.

Die Wirtschaftsleistung im Euroraum schrumpft seit sechs Quartalen in Folge, ...

... das heißt, seit eineinhalb Jahren wird in dem Wirtschaftsraum kontinuierlich weniger produziert.

Zwar gibt es kleine Hoffnungsschimmer - der Rückgang fällt mit einem Minus von 0,6 Prozent immerhin schon weniger stark aus als noch zum Jahresende 2012 -, aber leider haben sie bisher vor allem statistischen Charakter.

Selbst unser Nachbar FRANKREICH ist im ersten Quartal wieder in die Rezession gerutscht. Die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone schrumpft zum zweiten Mal in Folge um 0,2 Prozent. Das ist die erste Rezession seit vier Jahren.

Frankreichs Verbraucher halten ihr Geld beisammen, die Unternehmen investieren weniger, die Exporte fallen ... Ein Ende der Misere ist nicht in Sicht.

Die EU-Kommission erwartet, dass das französische Bruttoinlandsprodukt auch im Gesamtjahr erstmals seit 2009 schrumpfen wird - wenn auch mit 0,1 Prozent nur minimal.

"Die real verfügbaren Einkommen der Verbraucher schwächeln wegen der steigenden Arbeitslosigkeit und höherer Steuern", so die EU-Kommission.

Die Prognose der EU-Kommission für Frankreich: "Das anhaltend ungünstige Unternehmervertrauen dürfte die Investitionen weiter fallen lassen."

Weiter südlich in Europa sieht es noch deutlich trostloser aus. ITALIEN steckt in der längsten Rezession seit 1970.

Das italienische Bruttoinlandsprodukt fällt von Januar bis März um 0,5 Prozent. Das ist das siebte Quartal in Folge. Sowohl die Binnennachfrage als auch die Exporte schwächeln.

Die EU-Kommission erwartet keine baldige Trendwende in Italien. "Es gibt keine klaren Signale für eine kurzfristige Erholung, da sich ...

... sowohl das Verbrauchervertrauen in Italien, als auch das Geschäftsklima im negativen Bereich befindet", stellt die EU-Kommission fest.

Dieses Jahr wird Italiens Wirtschaft nach Prognose der EU-Kommission um 1,3 Prozent schrumpfen.

GRIECHENLAND rechnet längst nicht mehr in Quartalen. Hellas steckt im sechsten Rezessions-JAHR in Folge.

Griechenlands Finanzminister Yannis Stournaras beteuert, dass das Land aus dem Schlimmsten heraus sei, aber noch haushaltet er buchstäblich aus der hohlen Hand. Im ersten Quartal bricht das BIP um 5,3 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2012 ein.

"Die hohe Arbeitslosigkeit und Einschnitte bei Löhnen und Sozialleistungen werden den privaten Konsum weiter drücken", befürchtet die EU-Kommission.

Die Talfahrt in Griechenland wird vorerst - wenn auch verlangsamt - weitergehen. Das Land kämpft bis zum Äußersten. Die Jugendarbeitslosigkeit ist mit über 60 Prozent horrende gestiegen. Auf dem Bild der zynische Slogan: "Terrorismus sucht einen Job".

Dennoch, selbst die Ratingagentur Fitch macht Fortschritte bei der Neuausrichtung der Wirtschaft in Griechenland aus und hebt die Bonitätsbewertung für das Land um eine Stufe an.

Die EU-Prognose für Griechenland: Die Rezession endet 2014. Erwartet wird ein Mini-Wachstum von 0,6 Prozent.

Dann soll auch die Arbeitslosenquote fallen, die in diesem Jahr nach der Prognose mit 27 Prozent einen Rekordwert erreichen sollte.

Die Wirtschaftsleistung in SPANIEN bricht im ersten Quartal um 0,5 Prozent ein. Das ist der siebte Rückgang in Folge.

Ein Grund dafür ist die Rekordarbeitslosenquote von 27,2 Prozent.

Spanien leidet noch immer unter der geplatzten Immobilienblase.

"Die Binnennachfrage wird wohl schwach bleiben, ...

... aber die preisliche Wettbewerbsfähigkeit ...

... sollte sich schrittweise verbessern und die Exporte an Schwung gewinnen", sagt die EU-Kommission für Spanien voraus.

2014 soll dann ein Wachstum von 0,9 Prozent für die iberische Halbinsel zu Buche stehen.

Von allen Krisenstaaten macht IRLAND die größten Fortschritte. Daten für das erste Quartal liegen zwar noch nicht vor.

Das irische Wirtschaftswachstum dürfte sich aber in diesem Jahr auf 1,1 Prozent erhöhen und soll sich 2014 auf 2,2 Prozent verdoppeln.

Die "Leistung ist ermutigend", so die EU-Kommission. Die unter Steuererhöhungen und Sparprogrammen leidende Binnennachfrage Irlands soll im kommenden Jahr erstmals wieder zum Wachstum beitragen.

Die Arbeitslosenquote soll bis dahin auf 13,7 Prozent fallen, 2012 waren es noch 14,7 Prozent.

Die Wirtschaft von PORTUGAL schrumpft zuletzt nur noch um 0,3 Prozent - Ende 2012 ging es noch 1,8 Prozent nach unten. Besonders deutlich verringern sich die Investitionen.

Im Gesamtjahr wird für Portugal ein Minus von 2,3 Prozent erwartet, womit das Bruttoinlandsprodukt das dritte Jahr hintereinander fallen würde.

"Sowohl die Wachstumsaussichten für Portugals Exportmärkte als auch die Lage am Arbeitsmarkt haben sich verschlechtert", stellt die EU-Kommission fest. 2014 soll es wieder ein Wachstum von 0,6 Prozent geben.

ZYPERNS Wirtschaft bricht zu Jahresbeginn um 1,3 Prozent ein.

Mit 8,7 Prozent dürfte das Bruttoinlandsprodukt Zyperns 2013 so stark einbrechen wie in keinem anderen Euro-Land. "Das geht vor allem auf den dringlichen Umbau des Bankensektors zurück, der Kreditwachstum und Haushaltssanierung hemmt", befürchtet die EU-Kommission.

"Unsicherheit belastet zudem die Binnennachfrage und Investitionen", so die EU. Zyperns Präsident Nikos Anastasiades gelobt den "Neustart" der Wirtschaft der Mittelmeerinsel. Zudem kündigt er an, dass die Insel alle seine Versprechungen gegenüber den internationalen Geldgebern einhalten werde. Koste es, was es wolle.

2014 soll die Rezession in Zypern mit 3,9 Prozent deutlich schwächer ausfallen.

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