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Wirtschaft

Kornkraft kommt: Biogas hat Zukunft

 
Energie aus kleingehäckselten Pflanzenteilen - das war noch vor wenigen Jahren nur etwas für Bio-Bauern.

Energie aus kleingehäckselten Pflanzenteilen - das war noch vor wenigen Jahren nur etwas für Bio-Bauern.

Doch Biogas könnte im Jahr 2020 die russischen Erdgasimporte in die EU komplett ersetzen und damit die Klimaschutzziele in erreichbare Nähe rücken.

Zu diesem Schluss kommt zumindest eine Studie der Universität Leipzig und des Öko-Instituts. Der Untersuchung zufolge könnten entlang der europäischen Erdgas-Pipelines Pflanzen zur Energiegewinnung angebaut werden.

Das daraus gewonnene Biogas könnte dann in das Gasnetz eingespeist werden. Die notwendigen Flächen stünden zur Verfügung.

Die Studie zu "Möglichkeiten einer europäischen Biogaseinspeisungsstrategie" wurde im Auftrag des Fachverbandes Biogas, der Stadtwerke Aachen und der Grünen-Bundestagsfraktion erstellt.

Mit der verstärkten Nutzung von Biogas könnten zudem mehr als zwei Millionen Arbeitsplätze geschaffen werden. Die zusätzliche Wertschöpfung beziffern die Wissenschaftler auf 63 Mrd EUR.

Seit Inkrafttreten des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes im Jahr 2000 hat die Erzeugung und Nutzung von Biogas erheblich zugenommen.

Als Rohstoffe für die Gewinnung von Biogas stehen die in der Landwirtschaft anfallenden tierischen Exkremente als Gülle und Mist in Verbindung mit Einstreu und Futterresten zur Verfügung.

Hinzu kommen Ernterückstände aus der Landwirtschaft wie Rübenblatt oder Kartoffelkraut, ...

... organische Produktionsabfälle, vorrangig aus der Nahrungs- und Genussmittelindustrie, ?

? organische Rückstände z. B. aus der Straßenrand- sowie Park- und Uferpflege, ...

... getrennt gesammelte organische Abfälle aus Haushalten (Biotonne) und Marktabfälle ...

... sowie die Nutzung speziell angebauter Energiepflanzen.

Um aus diesem Rohstoffmix Energie zu gewinnen, wird der Bioabfall zuerst von Fremdstoffen befreit und anschließend dem Gärreaktor oder Fermenter zugeführt.

Im vollkommen abgeschlossenen, unter Sauerstoffausschluss arbeitenden Reaktor wandeln Mikroorganismen die vorhandene organische Substanz in Kompost und Biogas um.

Der Gärvorgang läuft bei einer Temperatur von 55 bis 60 Grad Celsius ab und dauert 15 bis 20 Tage.

Ein Motor verbrennt das erzeugte Biogas und treibt einen Generator an. Die elektrische Energie wird ins öffentliche Netz eingespeist bzw. teilweise auch dem landwirtschaftlichen Hof abgetreten.

Mit der Motor- und Abgasabwärme wird zunächst der Fermenter beheizt, um dort die notwendige Gärtemperatur zu erhalten. Zusätzlich ist die Beheizung von Wohn- und Betriebsgebäuden oder die Verwendung für Trocknungsprozesse möglich.

Alternativ oder kombiniert kann das Biogas (aufbereitet auf Erdgas-Qualität) für den CO2-neutralen Betrieb von Fahrzeugen genutzt sowie ins Erdgasnetz eingespeist werden.

Je nach der Zusammensetzung des Bioabfalls werden zwischen 105 bis 130 m³ Biogas pro Tonne gewonnen, dies entspricht ca. 70 Liter Benzin.

Biogas, das als Treibstoff für Fahrzeuge, oder für Blockheizkraftwerke zur Stromerzeugung verwendet werden kann, gilt heute als eine der umweltfreundlichsten, für eine breite Bevölkerung zugängliche, CO2-neutrale Energie.

Der verbleibende Kompost ist ein wertvoller, natürlicher Dünger.

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