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"China kauft Afrika auf", "Die gierigen Helfer", "Ausverkauf in Afrika", so oder so ähnlich wird das chinesische Engagement in Afrika in den westlichen Medien betitelt.
Seit einigen Jahren werden die Aktivitäten Chinas in den verschiedenen afrikanischen Ländern in Europa und den USA mit Argusaugen beobachtet.
Im Mittelpunkt steht dabei der offenbar unstillbare Rohstoffhunger der Volksrepublik. Sicher ist das Interesse an den afrikanischen Rohstoffen, besonders am Öl, sehr groß.
Doch abgesehen davon, dass Rohstoffe nicht der einzige Grund für das chinesische Interesse an Afrika sind, …
… wird auch gerne übersehen, dass China schon seit Jahrzehnten in Afrika aktiv ist: Bereits Anfang der 1960er Jahre startete Premierminister Zhou Enlai eine diplomatische Offensive.
Bis heute ist Afrika für China vor allem eine wichtige Karte im geostrategischen Poker. Denn bei internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen sind zusätzliche Stimmen für chinesische Interessen so wertvoll wie Gold.
Wie wichtig Afrika für China auch im politischen Sinne ist, zeigt unter anderem die Präsenz der chinesischen Top-Riege. (Bild: Staatspräsident Hu Jintao 2009 in Tansania)
So ist Ministerpräsident Wen Jiabao ein gern gesehener Gast bei den afrikanischen Führungsriegen. (mit Südafrikas Präsident Jacob Zuma)
Er schreitet nicht nur regelmäßig in verschiedenen Ländern des Kontinents die ihm zu Ehren abgehaltenen Paraden ab, sondern …
… herzt in schönster Politiker-Manier kleine Mädchen …
… oder wagt auch mal ein Tänzchen.
Chinesische Außenminister, hier der amtierende Minister Yang Jiechi bei einer Ankunft in Khartoum, Sudan, reisen seit einigen Jahren routinemäßig in jedem Kalenderjahr zuerst einmal nach Afrika.
Viele afrikanische Führer stehen den Aktivitäten Chinas auch durchaus wohlwollend gegenüber. Besonders gut gefällt in der Regel, dass die Geschäfte ohne politische Bedingungen vereinbart werden.
Doch ist Afrika für China nur ein Rohstoff- und Stimmenhort, den Peking gängeln kann?
Oder stehen sich hier gleichberechtigte Partner auf Augenhöhe gegenüber? Die Frage ist schwierig zu beantworten.
Zwar beteiligt sich auch China mit hohen zweistelligen Millionenbeträgen im Kampf gegen Hungersnöte, schickt Ärzteteams und baut Krankenhäuser, …
… doch das Bild des "afrikanischen Patienten", das in den westlichen Ländern vorherrscht, hat China nicht übernommen.
Der Kontinent gilt eher als unbegrenzter Absatzmarkt. Die Zahl der Chinesen in Afrika hat sich in zehn Jahren auf mehr als eine Million verzehnfacht.
Chinesische Unternehmen bauen Häuser und Straße, Peking vergibt großzügige Kredite.
Dem Import von Rohstoffen wie Öl, Eisenerz oder Nickel steht der Export von chinesischen Elektrogeräten oder Textilwaren gegenüber.
Und so ist die bilaterale Handelsbilanz relativ ausgeglichen und erreichte 2010 einen Stand von 126 Mrd. Dollar.
Von einer ausgeglichenen Partnerschaft kann dennoch nicht die Rede sein – besonders, weil es vor allem die billigen chinesischen Konsumgüter sind, die den afrikanischen Markt überschwemmen und einheimische Unternehmen in Bedrängnis bringen.
Vor allem die Textilindustrie leide unter dem "Textil-Tsunami" aus China, schreibt etwa Professor Xuewu Gu vom Center für Global Studies an der Universität Bonn.
Staatspräsident Hu Jintao spricht dagegen stets vom gegenseitigen Nutzen.
Auch heftige Kritik für den Umgang mit Diktatoren wie den sudanesischen Machthaber Omar al-Baschir …
… oder Simbabwes Präsident Robert Mugabe prallen an Peking ab.
Ebenso wie die Klagen über den harschen Umgang chinesischer Unternehmer mit ihren afrikanischen Mitarbeitern oder die Umweltzerstörung.
Stattdessen wird auf die afrikanischen Stimmen hingewiesen, die die einseitige Ausbeutung durch den Westen beklagen und die Kooperation mit China preisen.
Der in Köln lebende chinesische Journalist Shi Ming kann insgesamt wenige Unterschiede zwischen dem westlichen und dem chinesischen Ansatz der Afrika-Geschäftspolitik entdecken.
Es gebe kaum Zweifel daran, dass der Kapitalismus in China nach haargenau denselben Mechanismen funktioniere und versage wie im Westen auch, so Shi Ming gegenüber n-tv.de.
Dass Chinas Afrika-Politik auf Grundlage einer wohlüberdachten Strategie basiert, hält der Journalist dagegen für ein Angstbild der Europäer und Amerikaner.
Peking müsse immer noch eine schlüssige Afrika-Politik finden und formulieren.
Das zeige sich schon darin, dass Peking bisher nicht wirklich eine strategische Linie über fünf Jahre hinaus durchgehalten hat.
Gleichzeitig sollte Europa seiner Ansicht nach dazu stehen, dass auch das westliche Kapital in China große Vorteile erwirtschaftet.
"Tut nicht so, als würden nur die Chinesen Butter vom Brot aller anderen, allen voran Europäern und Amerikanern nehmen." (Text: Samira Lazarovic)
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