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Montag, 02. November 2015

Konkurrenz für Boeing und Airbus: China präsentiert die C919

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Vorhang auf in Shanghai: Nach sieben Jahren Entwicklung und einigen branchentypischen Verzögerungen rollt das neue chinesische Passagierflugzeug aus der Halle. (Foto: REUTERS)

Vorhang auf in Shanghai: Nach sieben Jahren Entwicklung und einigen branchentypischen Verzögerungen rollt das neue chinesische Passagierflugzeug aus der Halle.

Vorhang auf in Shanghai: Nach sieben Jahren Entwicklung und einigen branchentypischen Verzögerungen rollt das neue chinesische Passagierflugzeug aus der Halle.

Die Parteiführung in Peking lässt das Ereignis in den Hallen des staatlichen Flugzeugbauers Comac als Meilenstein in der Geschichte des chinesischen Flugzeugbaus feiern.

Tatsächlich markiert der sogenannte "Roll-out" einen wichtigen Schritt im Entwicklungsprozess: Die Vorbereitungen auf den Jungfernflug können beginnen.

Die Premiere könnte eine Zeitenwende in der internationalen Luftfahrtindustrie einleiten: Das Modell C919 ist die erste Eigenentwicklung der chinesischen Flugzeugindustrie im Segment der Mittelstreckenjets.

Die zweistrahlige Maschine soll nicht nur dazu dienen, den zunehmenden Flugverkehr zwischen den vielen Millionenmetropolen in dem Riesenreich zu bewältigen.

Das brandneue Flugzeugmodell soll der Volksrepublik nach den Plänen der Pekinger Wirtschaftslenker auch ein Standbein im weltweiten Flugzeugmarkt verschaffen.

Für die Konkurrenz bedeutet der Roll-out in Shanghai ein weiteres Warnsignal: Der Jungfernflug soll im kommenden Jahr stattfinden, berichtet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Mit der C919 stoßen die Chinesen in die Liga von Erfolgsmodellen wie etwa der Boeing 737 oder des Airbus A320 vor. Sorgen vor einem schnellen Verlust an Marktanteilen müssen sich Europäer und Amerikaner vorerst nicht machen.

Dass führende Fluggesellschaften auf das neue Produkt aus China umsteigen, halten Branchenkenner für unwahrscheinlich. Und noch ist die Maschine nicht in der Luft. Nach einer dreijährigen Testflugphase soll die C919 erst ab 2019 bereit für den kommerziellen Einsatz sein.

Die Planung ist großzügig bemessen: Hersteller Comac ("Commercial Aircraft Corporation of China") will damit offenbar die im Flugzeugbau üblichen Rückschläge überdecken.

In der Standardauslegung bietet der neue Flieger Raum für 158 Passagiere. Die geplante Reichweite gibt Comac mit 4075 Kilometern an.

Das reicht immerhin für einen Direktflug von Peking nach Neu-Delhi. Und natürlich für den Großteil der innerchinesischen Verbindungen.

Angeblich liegen dem Hersteller bereits 517 Bestellungen von 21 verschiedenen Kunden vor.

Ursprünglich sollte der neue Jet schon im Jahr 2016 gegen die Konkurrenz aus Europa und den USA starten.

Das Projekt hatte sich zuletzt aber - wie bei vielen Neuentwicklungen in dieser Größenordnung - immer wieder verzögert.

Comac kämpft damit gegen ähnliche "Kinderkrankheiten" wie die etablierten Rivalen Airbus und Boeing - mit einem Unterschied: US-Amerikaner und Europäer verfügen in der Neuentwicklung von Passagierflugzeugen über einen sehr viel größeren Erfahrungsschatz. (mmo/dpa)

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