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Wirtschaft

Chronik 2009: Das Wirtschaftsjahr in Bildern

 
Chronik 2009: Das Wirtschaftsjahr in Bildern

5. Januar: Der Milliardär Adolf Merckle, dem Unternehmen wie Ratiopharm oder HeidelbergCement gehören, nimmt sich mit 74 Jahren das Leben.

Sein Firmenimperium war in eine finanzielle Notlage geraten und musste auf Druck der Banken zerschlagen werden.

30. März: Deutsche-Bahn-Chef Hartmut Mehdorn räumt nach immer neuen Enthüllungen über die Kontrolle von Mitarbeiterdaten und E-Mails bei dem bundeseigenen Konzern das Feld.

Die Bahn gab fünf Aktionen zwischen 1998 und 2006 zu. Mehdorn sagt, er habe sich nichts vorzuwerfen.

21. April: Riesen-Ausfall bei T-Mobile: Durch eine technische Panne bei der Deutschen Telekom werden bundesweit Millionen Kunden ins Vor-Handy-Zeitalter versetzt.

Der stundenlange Ausfall löst auch eine Diskussion über die Netzsicherheit für Rettungsdienste aus.

8. Juni: Der Bund sichert sich 90 Prozent an dem maroden Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) und kann nun die Klein-Aktionäre herausdrängen.

Diese wehren sich, es droht ein jahrelanger Rechtsstreit. Die HRE, die 2008 fast zusammengebrochen wäre, hatte Garantien und Hilfen von mehr als 100 Milliarden Euro erhalten.

9. Juni: Arcandor gibt auf: Der Handelsriese muss nach einem jahrelangen Überlebenskampf die Insolvenz beantragen.

Die Karstadt-Warenhäuser und der Versandhandel mit Quelle werden mit in den Strudel gezogen. Es gibt viel Kritik am langjährigen Konzernchef Thomas Middelhoff.

29. Juni: 150 Jahre Haft für den größten Betrug der Finanzgeschichte: Der New Yorker Aktienbroker Bernard Madoff, der tausende Anleger mit einem jahrelangen Schneeballsystem um Milliarden erleichtert hat, wird im Alter von 71 Jahren zur Höchststrafe verurteilt.

Das Geld - am Ende waren es zumindest auf Papier 60 Milliarden Dollar - ist weg.

10. Juli: Blitz-Insolvenz für GM: Wie zuvor schon der kleinere Konkurrent Chrysler verlässt der größte US-Autobauer nach nur wenigen Wochen ein Insolvenzverfahren mit Hilfe von Milliarden der US-Regierung und dem Staat als Besitzer.

Vom US-Steuerzahlen kamen 50 Milliarden Dollar.

23. Juli: VW schluckt Porsche: Der monatelange zermürbende Machtkampf bei Porsche und Volkswagen endet mit dem Sieg des mächtigen VW-Aufsichtsratschefs Ferdinand Piëch.

Der Sportwagenbauer soll zu einer Marke im VW-Konzern werden, Porsche-Chef Wendelin Wiedeking geht.

13. August: Escada ist pleite: Einer der bekanntesten Damenmodekonzerne muss nach mehreren schlecht angenommenen Kollektionen und finanziellen Problemen Insolvenz anmelden.

Anfang November kauft die Schwiegertochter von Stahlmilliardär Lakshmi Mittal die Firma.

15. August: Hertie ist weg: Die letzten Warenhäuser mit dem Traditionsnamen machen auf Beschluss der Gläubiger dicht.

Rund 2600 Menschen verlieren ihre Jobs. Die gut 50 ehemaligen Karstadt-Warenhäuser hinterlassen Lücken in den Fußgängerzonen zumeist kleinerer Städte.

2. September: Der Fördertopf für die Abwrackprämie ist leer. Zwei Millionen Fahrzeuge wurden im Sommer mit der sogenannten Umweltprämie von 2500 Euro gekauft.

Für den deutschen Automarkt wurde dadurch 2009 vom Krisen- zum Rekordjahr mit wohl mehr als 3,7 Millionen verkauften Autos. Fachleute warnen nun vor einem drastischen Einbruch 2010.

18. September: Milchseen in Europa: Milchbauern kippen bis zu 40 Millionen Liter Milch in acht Ländern auf Feldern aus, um gegen die niedrigen Preise zu protestieren.

Es ist der Höhepunkt monatelanger Hilferufe.

19.Oktober: Quelle am Ende: Der traditionsreiche Versandhändler geht in den Wirren der Arcandor-Insolvenz unter. Es fand sich kein Investor, der das Fürther Unternehmen mit mehr als 10.000 Beschäftigten kaufen wollte.

Die Banken drehten am Ende den Geldhahn zu. Die Markenrechte sichert sich Konkurrent Otto - wohl damit sie niemand anders nutzt.

3. November: Opel bleibt bei GM: Der Mutterkonzern bläst nach monatelangem Poker den Verkauf des Autobauers an Magna plötzlich ab. Deutschland ist empört.

Immerhin sollen alle vier deutschen Standorte erhalten bleiben. Europaweit fallen 8151 Jobs weg, in Deutschland rund 4700.

12. November: Intel und AMD schließen Frieden: Die beiden größten Computerchip-Hersteller wollen die jahrelangen erbitterten Konflikte beenden.

Darunter sind Wettbewerbsklagen und ein Patent-Streit. Intel zahlt dem viel kleineren Konkurrenten dabei 1,25 Milliarden Dollar.

25. November: Auf Sand gebaut: Das arabische Emirat Dubai muss die Gläubiger der Holding-Gesellschaft Dubai World um Aufschub für die Rückzahlung von Milliarden-Krediten bitten.

Die Scheichs hatten sich übernommen, offenbarte die Finanzkrise. Milliardenhilfen entschärfen die Lage.

9. Dezember: VW baut die Welt AG: Mit dem Einstieg beim japanischen Autobauer Suzuki sichert sich Volkswagen mehr Gewicht in Asien - und vor allem im Wachstumsmarkt Indien.

Die 19,9 Prozent lässt sich VW 1,7 Milliarden Euro kosten. Suzuki will im Gegenzug VW-Aktien kaufen.

11. Dezember: Und er fliegt doch: Mit fast zwei Jahren Verspätung startet der Militärtransporter Airbus A400M zu seinem Jungfernflug.

Vor allem Probleme bei der Entwicklung der Triebwerke hatten für immer neue Verzögerungen gesorgt, das Projekt stand sogar ganz auf der Kippe.

16. Dezember: Wenige Tage nach dem Erstflug der A400M schickt der US-Konzern Boeing sein neues Vorzeigeflugzeug, den "Dreamliner" auf den Jungfernflug.

28. Dezember: Der Dax steigt über die Marke von 6000 Punkten - zum ersten Mal seit September 2008.

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