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Tops und Flops: Das sind die Gewinner und Verlierer 2015

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An Bewegung hat es am deutschen Aktienmarkt 2015 nicht gemangelt: Der deutsche Aktienindex bewegte sich zwischen himmelhoch jauchzend - im April erreichte er das Allzeithoch von 12.390 Punkten -  
und zu Tode betrübt ... (Foto: picture alliance / dpa)

An Bewegung hat es am deutschen Aktienmarkt 2015 nicht gemangelt: Der deutsche Aktienindex bewegte sich zwischen himmelhoch jauchzend - im April erreichte er das Allzeithoch von 12.390 Punkten - und zu Tode betrübt ...

An Bewegung hat es am deutschen Aktienmarkt 2015 nicht gemangelt: Der deutsche Aktienindex bewegte sich zwischen himmelhoch jauchzend - im April erreichte er das Allzeithoch von 12.390 Punkten - und zu Tode betrübt ...

... - im September sackte der Dax auf Jahrestief bei 9325 Punkten.

Insgesamt kann sich das Börsenjahr 2015 dennoch sehen lassen. Unterm Strich legte der deutsche Leitindex von 9764 auf 10.743 Punkte zu.

Viel Bewegung geht im abgelaufenen Börsenjahr auf das Konto der EZB und ihrer Geldpolitik. Das Anleihenkaufprogramm der Währungshüter sorgt zum Jahresbeginn für eine Hausse. Der folgt jedoch im Sommer der große Abverkauf.

Sorgenfalten bereiten den Anlegern unter anderem der Kursrutsch an den chinesischen Börsen ...

... und der Ölpreisverfall.

Der nächste Aufwärtstrend lässt nicht lange auf sich warten: Alle Augen sind wieder auf die Notenbanker geheftet. Doch dann lange Gesichter. Die EZB enttäuscht die geldpolitischen Erwartungen der Anleger.

Anfang Dezember ist wieder Schluss mit der Erholung.

Zusätzlich halten der VW-Skandal, die Ukraine-Krise oder auch der Flüchtlingsstrom die Anleger in Atem.

Zur guten Dax-Entwicklung trägt aber letztlich nicht nur die EZB bei. Auch die soliden Unternehmensergebnisse lassen sich sehen.

Für das Gesamtjahr 2015 konnten sich deutsche Konzerne mit einem Gewinnwachstum von knapp 15 Prozent spürbar von anderen Regionen absetzen. Angesichts schwach verzinster Alternativen führt 2015 wenig an Aktien vorbei.

Davon hat auch der Nebenwerteindex MDax profitiert, der 22 Prozent Plus berbuchen konnte und es auf über 21.000 Zähler in diesem Jahr schaffte. Der TecDax schaffte sogar ganze 33 Prozent. Der Run auf Aktien dürfte auch 2016 anhalten.

Ungeachtet der beachtlichen Dax-Gewinne in diesem Jahr geht es vielen Dax-Unternehmen gleichzeitig jedoch erstaunlich schlecht. Hier die Gewinner und Verlierer in den deutschen Aktienindizes Dax, MDax und TecDax.

Top-Gewinner im Dax war mit über 61 Prozent die Aktie des Sportartikelherstellers Adidas.

Adidas, 1 Jahr

Entgegen den Erwartungen hat der Konzern nach dem schwierigen Jahr 2014 die Wende geschafft.

Für 2016 sieht sich Adidas trotz aktivistischer neuer Großaktionäre gut gerüstet.

2015 sind der belgische Milliardär Albert Frère, der Ägypter Nassef Sawiris und die Investmentfirma Southeastern Asset Management von Mason Hawkins eingestiegen.

Mit einem Plus von mehr als 55 Prozent zählte auch Infineon zu den gefragtesten Werten im deutschen Leitindex.

Infineon, 1 Jahr

Für Rückenwind sorgten gut laufende Geschäfte, die Integration des milliardenschweren US-Zukaufs International Rectifier sowie das Übernahmefieber in der Halbleiterbranche.

Zuletzt hat sich die Infineon-Aktie allerdings wieder vom Mehrjahreshoch bei 14,20 Euro entfernt.

Und hier der dritte im Bunde der Dax-Gewinner des Jahres: das Bad Homburger Pharmaunternehmen Fresenius. Die Aktie legte 2015 mehr als 52 Prozent zu.

Fresenius, 1 Jahr

Die Aktie kennt seit Jahren eigentlich nur eine Richtung - nach oben. Daran soll sich auch in Zukunft nichts ändern, wie Fresenius-Chef Ulf Schneider (l) bereits klarstellte.

"Unsere Aussichten auf das Jahr 2016 schätzen wir sehr positiv ein."

Der Vorstand kann sich seinen Optimismus leisten. Fresenius hat sich mit seinen Töchtern Kabi, Fresenius Medical Care und Helios auf etlichen Märkten eine hervorragende Position erkämpft.

Für die beiden großen deutschen Versorger RWE und Eon war 2015 ein hartes Jahr.

Die von der Energiewende gebeutelten Konzerne versanken in einem Sumpf aus selbst verschuldeten Verlusten, einer widersprüchlichen Neuorganisation, weiter sinkenden Preisen und unberechenbaren politischen Umständen. Ein Ende ist nicht in Sicht.

Die Aktie von RWE büßte im abgelaufenen Börsenjahr über 55 Prozent an Wert ein.

RWE Vorzüge, 1 Jahr

Während Eon vor rund einem Jahr die Aufspaltung des Unternehmens angekündigt hat und bei der praktischen Umsetzung im Zeitplan liegt, hat RWE lange lediglich versucht, gegen die Krise anzusparen - mit mäßigem Erfolg, wie sich gezeigt hat.

Im November leitete RWE-Chef Peter Terium deshalb ebenfalls die Aufspaltung in die Wege. Beim Mutterkonzern RWE verbleiben Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke, ...

... das zukunftsträchtige Geschäft mit erneuerbaren Energien, Netzen und Vertrieb wird in eine neue Tochtergesellschaft ausgegliedert.

Die Aktie von Eon verbilligte sich 2015 um 38 Prozent. Auf Jahressicht ist sie damit der zweitgrößte Flop in diesem Jahr. Nur RWE performte noch schwächer im Dax.

Eon, 1 Jahr

Der schlimmste Skandal war 2015 ohne Zweifel der Dieselbetrug von Volkswagen. Dabei war der beispiellose Machtkampf an der Spitze noch nicht einmal ausgestanden.

Die ganze Strategie des Konzerns, seine Organisation und vor allem seine Unternehmenskultur stehen inzwischen infrage. Und die Milliardenverluste, die der Skandal nach sich ziehen wird, kann immer noch niemand abschätzen. Die Anleger suchten 2015 in Scharen das Weite. Die Aktie büßte über 27 Prozent ein.

VW Vorzüge, 1 Jahr

Ausgang offen: Wie sie sich den Neustart vorstellen, wollen Vorstandschef Matthias Müller und VW-Markenchef Herbert Diess auf der Automesse in Detroit und der Technologiemesse in Las Vegas präzisieren. Die USA sind für VW dabei ohnehin ein schwieriges Pflaster.

Der Überflieger im MDax war 2015 mit großem Abstand die Aktie von Ströer. 130 Prozent plus konnte das Papier des Werbeflächenvermarkters und Index-Neuzugangs verbuchen.

Ströer, 1 Jahr

Der Werbevermarkter glänzte 2015 durch hohe Umsätze und einen Gewinnsprung. Außerdem kaufte sich Ströer Wachstum ein.

Der Vermarkter übernahm das Internet-Portal T-Online samt der Vermarktungstochter Interactive Media von der Deutschen Telekom. Diese ist seither Großaktionär bei Ströer.

Anfang Dezember wurde die Aktie in den MDax befördert. Viele Analysten glauben, dass das auf mittlere Sicht noch nicht das Ende der Fahnenstange bei der Ströer-Aktie ist.

Nebenwerte waren im abgelaufenen Handelsjahr auf der Überholspur. Das gilt auch für Rheinmetall. Die Aktie des Rüstungsunternehmens gewann 68 Prozent an Wert und war damit der zweitbeste Performer im MDax.

Rheinmetall, 1 Jahr

Der Konzern ist auf Kurs: Das jahrelange Sparprogramm hat gefruchtet. Nach einem Gewinnsprung in den ersten sechs Monaten sollte der Konzern jetzt im Gesamtjahr in der Automobilzulieferung auf einen neuen Rekordgewinn und in der defizitären Rüstungssparte auf schwarze Zahlen zusteuern.

Rheinmetall-Chef Armin Papperger hatte 2013 nach seinem Amtsantritt mit Aufräumarbeiten begonnen, die sich ursprünglich schon 2014 auszahlen sollten.

Doch Verluste in der Rüstungssparte hatten den Konzerngewinn 2014 einbrechen lassen.

Die Aktie des Spezialisten für Laborbedarf und Verpackungen in der Pharmabranche glänzte mit 62 Prozent Plus.

Gerresheimer, 1 Jahr

Positiv ist der Fokus auf die Gesundheitsbranche. Gerresheimer ist den weltweiten Konjunkturschwankungen deutlich weniger unterworfen als viele andere Konzerne.

Rund 83 Prozent vom Konzernumsatz werden mit Pharma- und Healthcare-Produkten erzielt, der Rest entfällt auf Kosmetik und Sonstiges. Konzernchef Uwe Röhrhoff dürfte zufrieden sein.

Wenig erfreulich war dagegen die Bilanz bei den MDax-Werten Leoni, Hugo Boss und Ehlring Klinger, die jeweils etwa ein Viertel ihres Wertes verloren. Der am wenigsten begehrte MDax-Titel 2015 war die Aktie des Autozulieferers Leoni.

Leoni, 1 Jahr

Erst im November gab es eine Gewinnwarnung: In diesem Jahr soll das Ergebnis unter den Prognosen liegen, im nächsten Jahr wird mit einem deutlichen Rückgang gerechnet.

Mancher wittert aber bereits Einstiegschancen: Der Autozulieferer notiert inzwischen nicht mehr weit über dem Buchwert. Und vor allem: Selbst bei gesenkter Gewinnerwartung sind KGVs auf einstelligem Niveau drin.

Zu kämpfen hatten die Modekonzerne aus dem Premiumsegment. Hugo-Boss-Chef Claus-Dietrich Lahrs wartete mit einer Umsatz- und Gewinnwarnung infolge schlechter als erwarteter Zahlen für das dritte Quartal auf.

Die Aktie büßte in den letzten drei Monaten rund ein Drittel ihres Wertes ein, auf Jahressicht rund ein Viertel.

Hugo Boss, 1 Jahr

Schuld an der Misere hat China: Der Wachstumsmotor dort stottert.

Außerdem ist die Zahl kaufkräftiger Russen mit der Gemengelage aus politischen Konflikten, Wirtschaftssanktionen und Rubelverfall merklich geschrumpft.

Der Autozulieferer Elring Klinger verschreckte die Anleger dieses Jahr mit zwei Gewinnwarnungen.

Dem Weltmarktführer für Zylinderkopfdichtungen setzten bei ihrer Tochter in der Schweiz der starke Franken und hohe Arbeitskosten zu.

Elring Klinger gelobte Besserung. Die Anleger mochten das nicht so recht glauben.

ElringKlinger, 1 Jahr

Die andauernde Serie an schlechten Nachrichten werfe Fragen bezüglich des internen Controllings auf, gab ein Analyst zu bedenken.

Ein Kursfeuerwerk gab es 2015 bei den Technologiewerten aus dem TecDax. Der Telekom-Ausrüster ADVA zum Beispiel präsentierte überragende Ergebnisse. Die Anleger katapultierten die Aktie daraufhin um 277 Prozent in die Höhe. Damit sind die Titel die Spitzenreiter des Jahres.

Adva, 1 Jahr

Auch der Solartechnik-Hersteller SMA war mit einem Gewinn von 250 Prozent ganz oben auf der Kaufliste der Anleger. Das stark unter Druck geratene Unternehmen hat mit einem Sparprogramm die Kosten in den Griff bekommen, wächst wieder und will 2016 erneut schwarze Zahlen schreiben.

SMA Solar, 1 Jahr

Es ist das Aktien-Comeback des Jahres 2015. Profitiert hat das Unternehmen von der Verlängerung der Steueranreize für Solaranlagen.

Die Aussichten sind nach Angaben von Firmenchef Pierre-Pascal Urbon rosig. Die Rahmenbedingugnen seien gut.Während Deutschland keine Rolle mehr spiele, liefen die Geschäfte vor allem in Amerika, Japan und Indien gut. Zudem werde SMA vom Weltklimaabkommen in Paris profitieren.

Mit einem dicken Plus beendete auch der IT-Dienste-Anbieter und TecDax-Aufsteiger GFT Technologies das Börsenjahr. Plus 152 Prozent stehen zu Buche.

GFT Technologies

Nach einem hervorragenden Geschäftsjahr 2014 hat GFT-Chef Ulrich Dietz für 2015 die Prognose angehoben.

Großer Verlierer im TecDax waren 2015 die Titel des Halbleiter-Herstellers Aixtron: minus 55 Prozent ist bitter.

Aixtron, 1 Jahr

Schuld ist ein abgesprungener Großkunde aus China. Damit wird der defizitäre Chipanlagenbauer wohl noch eine Weile länger rote Zahlen schreiben. Die Umsatzaussichten sind verhalten.

Im freien Fall befand sich auch die Aktie des Laser-System-Anbieters LPKF. 33 Prozent ging es abwärts.

LPKF, 1 Jahr

Das Unternehmen hat im Verlauf des Börsenjahres zweimal seine Prognose gesenkt. Das TecDax-Unternehmen rechnet mit einem Millionen-Verlust. Schuld daran ist das schwierige LDS-Geschäft.

Jahrelang war die Nachfrage für Laser-Direkt-Strukturierungs-Anlagen, kurz LDS, groß. Die LDS-Technik wird verwendet, um elektrische Schaltungen ohne Leiterplatten direkt auf Kunststoffoberflächen wie etwa den Akkudeckeln von Smartphones aufzubringen. Nun ist der Bedarf aber gestillt.

Auch die Biotech-Aktie Morphosys ließen die Anleger fallen. Die Jahresbilanz: minus 22 Prozent. Das Schlimmste scheint die Aktie allerdings hinter sich zu haben.

Morphosys, 1 Jahr

Bei Morphosys wird es in den kommenden Monaten enorm spannend. Viele neue Studien sind geplant, einige wichtige Studienresultate stehen bevor und es könnte sogar die erste Zulassung erfolgen.

Und die Moral von der Geschicht'? Durchwachsen. Zumindest bei den Dax-Konzernen wollen fleißige Beobachter ein gutes Drittel gefunden haben, die kein besonders gutes Jahr oder sogar ein rabenschwarzes Jahr hatten. Die Folgen werden uns 2016 sicherlich weiter beschäftigen.

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