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Montag, 21. Dezember 2015

Rein in den Dax, raus aus dem Dax: Das sind die deutschen "Fahrstuhl-Aktien"

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Die Karten in der Dax-Familie werden neu gemischt: Am 21. Dezember scheiden manche Unternehmen aus TecDax, MDax und SDax aus - andere steigen auf. Aber nicht jeder Abstieg eines Papiers ist in Stein gemeißelt. Denn in den Indizes finden sich... (Foto: imago stock&people)

Die Karten in der Dax-Familie werden neu gemischt: Am 21. Dezember scheiden manche Unternehmen aus TecDax, MDax und SDax aus - andere steigen auf. Aber nicht jeder Abstieg eines Papiers ist in Stein gemeißelt. Denn in den Indizes finden sich...

Die Karten in der Dax-Familie werden neu gemischt: Am 21. Dezember scheiden manche Unternehmen aus TecDax, MDax und SDax aus - andere steigen auf. Aber nicht jeder Abstieg eines Papiers ist in Stein gemeißelt. Denn in den Indizes finden sich...

... "Fahrstuhl-Aktien". Für sie geht es mal aufwärts in eine höhere Index-Klasse, mal runter in eine niedrigere - nur, um später wieder zurückzukommen. Grund für einen Index-Abschied ist zumeist ...

... eine Veränderung bei Börsenwert oder -umsatz eines Konzerns. Sinkt der Börsenwert eines Unternehmens, rutscht die Aktie mit der Zeit aus einem Index heraus. Im technologielastigen TecDax etwa ...

... erwischt es diesmal den Maschinebauer Manz. Am 21. Dezember muss sich Manz aus dem TecDax verabschieden, nachdem das Papier zuletzt dramatisch an Wert verloren hatte. Aber für den Maschinenbauer ist der TecDax-Abstieg nichts Neues: Seit Bestehen des Index hat die Firma aus Reutlingen bereits zwei Abstiege hinter sich: 2009 und 2011. Mit bisher drei Aufstiegen in den Index ist Manz eine echte "Fahrstuhl-Aktie".

Aktuell sieht man es dem Kurs kaum an, aber Nordex hat ebenfalls eine Fahrstuhl-Historie hinter sich. Nach wirtschaftlichen Schwierigkeiten musste das Windkraft-Unternehmen 2003 den TecDax verlassen - nur um nach einem erneuten Aufschwung im Jahr 2006 wiederzukommen. Seitdem hält sich Nordex im Tech-Index.

Auch TecDax-Konzern Dialog Semiconductor ist bereits einmal aus dem Index geflogen - das war im Jahr 2005. Nur ein Jahr zuvor hatte der britisch-deutsche Halbleiterhersteller den Aufstieg in den TecDax vollbracht. Nach dem Rückschlag berappelte sich das Unternehmen wieder und kehrte 2009 in den TecDax zurück.

Mal hoch, mal runter ging es in der Vergangenheit auch für den Biotechnologie-Konzern Evotec: Eines der Gründungsmitglieder des TecDax, musste das Hamburger Unternehmen 2007 seinen Hut nehmen, als sich der Biotech-Hype abschwächte. Allerdings konnte Evotec 2009 wiederkehren und sich bis heute in dem Index behaupten.

Jenoptik war in der Vergangenheit ebenfalls eine Fahrstuhl-Aktie. Seit dem TecDax-Start 2003 mit dabei, gab es im Herbst 2007 den Abstieg. Allerdings gelang die Rückkehr bereits im Folgejahr. Seitdem gehört der Photonik-Konzern wieder zur TecDax-Familie.

Eine bewegte Geschichte im TecDax hat auch das Papier von Adva Optical Networking hinter sich. Der auf Glasfasertechnik spezialisierte Konzern vollzog bereits zwei Abstiege aus dem Index: der erste 2008, der zweite 2014. Aber dafür gab es insgesamt drei Aufstiege: 2006, 2010 und zuletzt 2015.

Auch im kleinen Dax-Bruder MDax gibt es einige "Fahrstuhl-Aktien". Dazu gehört etwa das Papier von Gerresheimer, ein Hersteller von Behältnissen für Medikamente. Das Gründungsmitglied des 1994 ins Leben gerufenen MDax schied im Jahr 2000 aus und verließ 2003 die Börse sogar komplett. Im Jahr 2008 kam das Comeback, nach einer kurzen Zwischenstation im SDax.

Ebenfalls ein Gründungsmitglied des MDax, musste der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr im Jahr 2003 in den SDax absteigen. Auch dort hielt sich die Aktie nur bis 2005. Zwei Jahre später jedoch ging es wieder aufwärts: Zuerst kam der Wiederaufstieg in den SDax, 2012 konnte Dürr sogar erneut in den MDax vorstoßen.

Die Optiker-Kette Fielmann konnte im Jahr 1995 erstmals in den MDax aufsteigen. Dann begann die Laufbahn als "Fahrstuhl-Aktie": 2003 musste Fielman den MDax verlassen, nur um im selben Jahr wieder zurückzukehren. 2006 folgte der erneute Abschied in den SDax. Diesmal dauerte es bis 2008, bis Fielmann wieder in den MDax kletterte.

Das für seine Gabelstapler bekannte Unternehmen Jungheinrich war von Anfang an beim MDax dabei. Allerdings musste es im Jahr 2003 - im Zuge der Verkleinerung des Index von 70 auf 50 Werte - das Feld räumen. Erst 2014 gelang der Wiederaufstieg in die 2. deutsche Börsenliga.

Auch die folgenden MDax-Werte sind "Fahrstuhl-Aktien". Allerdings ging die Reise zwischenzeitllich ein Stockwerk höher: in den Dax. Wieder nur zweitklassig sind zum Beispiel die Aktien von ...

... Salzgitter. Der Stahlkonzern machte 2008 einen Ausflug in deutschen Leitindex Dax, musste aufgrund von deutlichen Werteinbußen im Jahr 2010 aber wieder mit dem MDax vorliebnehmen. Bis heute. Ebenfalls ein kurzes Dax-Abenteuer erlebte die Aktie von ...

... Hannover Rück. Der Rückversicherer konnte 1997 in den MDax einziehen. Im Jahr 2009 ging es sogar eine Stufe weiter nach oben in den Dax. Doch das Gastspiel währte nur kurz: Ein halbes Jahr später folgte der Wiederabstieg in den Nebenwerte-Index. Zu guter Letzt: Auch im Dax gibt es zwei "Fahrstuhl-Aktien": ...

... die eine ist Continental. Das Papier des Automobilzulieferers war bei der Gründung des Dax im Jahr 1988 bereits mit von der Partie. Ausscheiden musste "Conti" allerdings im Jahr 1996 und stieg in den MDax ab. 2003 brachte der Fahrstuhl die Aktie wieder in die 1. deutsche Börsenliga, jedoch folgte 2008 der erneute Abstieg. Seit dem jüngsten Wiederaufstieg im Jahr 2012 kann sich das Papier jedoch im Dax halten.

Die Dax-Laufbahn von Infineon ist ebenfalls bewegt. Im Jahr 2000 stieg der Chip-Hersteller in den Index auf, musste aber neun Jahre später wieder mit dem TecDax vorliebnehmen. Die Rückkehr ins Oberhaus gelang allerdings im selben Jahr. Bis heute gehört der Tech-Konzern damit wieder zu den 30 wichtigsten deutschen Börsen-Werten. (kst)

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