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Boeing 787: Der Dreamliner

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Über rosa Wolken schwebt er dahin, der Dreamliner.

Über rosa Wolken schwebt er dahin, der Dreamliner.

Über rosa Wolken schwebt er dahin, der Dreamliner.

Hier sehen Sie eine computeranimierte Simulation des neuen Langstreckenjets der Boeing 787-Familie.

Auch dies ist nur eine Computergrafik. Aber jetzt ist es soweit:

Über den ausgerollten roten Teppich hat der Dreamliner die Endmontagehalle in Everett bei Seattle, Washington, fristgerecht verlassen.

Rund 1.500 Zuschauer versammelten sich am 8. Juli 2007, um das "Roll Out" des Dreamliners zu erleben. Die Inszenierung soll perfekt gewesen sein: Im Blitzlicht der Kameras und mit Musikbegleitung öffneten sich die Hangartore.

Blau-weiß lackiert posierte die Boeing 787 vor Mitarbeitern und Gästen aus aller Welt. "Boeing weiß, wie man eine Premiere veranstaltet", zeigte sich der Mechaniker Charles Prather überzeugt. In mehr als 25 Dienstjahren hat er schon einige gesehen.

Der Flugzeuggigant übertrug das Spektakel in 45 Länder. Zulieferer grüßten per Videobotschaft aus allen Ecken der Erde. Zwischendurch tauchten Scheinwerfer den Hangar in eine bizarre Lichterwelt.

Die Boeing-Führungsriege spricht von einer "Revolution", wenn sie ihr neuestes Produkt lobt - und wie gut es ankommt.

In einer ungewöhnlich freundschaftlichen Geste gratulierte sogar der Konkurrent Airbus zur Fertigstellung der Boeing 787 und sprach von einem "großen Tag in der Geschichte der Luftfahrt".

Am Premierentag zählte Boeing bereits 677 Bestellungen von 47 Fluggesellschaften im Wert von über 100 Milliarden Dollar, darunter ein Auftrag über 25 Maschinen von Air Berlin.

Air Berlin bekannte sich bereits 2004 zur Boeing-Farbe Blau - mit dem damals neuen Flugzeugtyp "737-700 Next Generation".

Die ersten Testflüge des Dreamliners waren für August oder September 2007 geplant. Er ist das erste neue Boeing-Flugzeug seit mehr als zehn Jahren.

Rund um die Welt haben Boeing-Mitarbeiter und -Zulieferer am Dreamliner gearbeitet. Auch die Mitarbeiter der Pfalz-Flugzeugwerke in Speyer waren mit einem millionenschweren Auftrag am Bau des Großraumflugzeugs beteiligt.

Flugzeug im Bauch: So genannte Dreamlifter beförderten Dreamliner-Teile von Fertigungsort zu Fertigungsort.

Der Boeing Dreamlifter wurde extra für den Transport von Flugzeugteilen konstruiert und fasst rund 1.900 Kubikmeter Fracht.

Was hier aussieht wie ein lahmer Vogel, kann mit einer Reihe von technischen Neuerungen aufwarten.

Seit 2004 haben Boeing-Mitarbeiter an der Maschine gebaut, gewerkelt und entwickelt.

Der Dreamliner ist das erste Verkehrsflugzeug, das nicht überwiegend aus Metall, sondern aus Kohlefaser-Verbundbauteilen besteht.

Laut Boeing können mit den zweistrahligen 787-Maschinen dank Leichtbauweise, innovativer Aerodynamik und besonders sparsamen Triebwerken 20 Prozent Treibstoff eingespart werden. Die Treibhausgasemissionen verringern sich entsprechend.

Auf der Boeing-Website geben Konstrukteure und Designer begeistert Auskunft. "Wenn ich über mir am Himmel eine 787 fliegen sehe, werde ich stolz sein, einen kleinen Teil dazu beigetragen zu haben," erklärt 787-Chefingenieur Tom Cogan bescheiden.

Die Kohlefaser-Konstruktion erlaubt laut Cogan nicht nur größere Fenster, sondern erleichtert auch die Serienfertigung und die Herstellung von Ersatzteilen.

Die Kohlefaser-Verbundbaustoffe lassen sich außerdem flexibel formen und handhaben.

Die neue Turbinentechnik setzt auf Elektrik und arbeitet leiser und energieeffizienter als herkömmliche Lufthochdrucksysteme, informiert der Ingenieur Tim Peterson im Boeing-Video.

Das Boarding des Dreamliners gleiche einem "Schritt in einen offenen Raum und tiefe Ruhe", schwärmt die weibliche Stimme im Werbefilm. Designer und Raumausstatter waren bemüht, ein neuartiges Ambiente in luftiger Höhe zu kreieren.

Der Dreamliner werde seinen Fluggästen ein "architektonisches Willkommen" bieten, heißt es im Video.

"Jeder Sitz ist ein Fenstersitz", wirbt Boeing für die großen Fenster und den Komfort an Bord. Statt Fensterblenden zum Herunterziehen lässt sich das Glas der Fenster elektronisch verdunkeln.

Ein Lichtsystem an Bord kann unterschiedliche Tageslichtzustände simulieren. Die Beleuchtungstechnologie soll Passagieren über die Zeitzonen hinweghelfen.

Im Cockpit werden auch Piloten in naher Zukunft mit neuen, bedienungsfreundlichen Steuersystemen überrascht.

Der Dreamliner hat eine Reichweite von maximal 12.500 Kilometern und dürfte demnach vor allem auf Fernstrecken zum Einsatz kommen.

Die Boeing 787-Familie besteht aus drei Modellen: 787-8 ist für 210 bis 250 Passagiere und Routen zwischen 14.200 und 15.200 Kilometern ausgelegt. Die 787-9 fliegt 250 bis 290 Passagiere bis zu 15.750 Kilometer weit.

Der Dreamliner 787-3 kann 290 bis 330 Passagiere bis zu 5.650 Kilometer weit befördern.

Der Erfolg der Boeing 787-Familie steht für die Rückkehr des Flugzeugbauers zum geschäftlichen Erfolg.

Für den A350 von Airbus gab es im Sommer 2007 erst gut 100 Festbestellungen. Außerdem soll der europäische Konkurrent erst in fünf Jahren ausgeliefert werden (Stand: Juli 2007).

Die erste Auslieferung des Dreamliners an einen Kunden - die japanische All Nippon Airways Co. - war ursprünglich für Mai 2008 angesetzt.

Bis zur tatsächlichen Auslieferung kann sich die japanische Fluggesellschaft online auf das Flugerlebnis der Zukunft vorbereiten und der sanften Stimme im Boeing-Werbefilm lauschen: "Lehnen Sie sich zurück, entspannen Sie sich und bereiten Sie sich vor auf die Zukunft der Luftfahrt."

Aller Begeisterung zum Trotz: Kerosinausstoß, Schlafmasken, Flugangst, Spucktüten, Ohrendruck und der Blutstau in den Beinen werden sich auch mit der Ankunft des Dreamliners nicht in Luft auflösen. (Alle Bilder AP, dpa und Boeing-Videoclips)

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