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Der Daimler-Konzern befindet sich im Fokus. Wenn am 8. April 2009 die Öffentlichkeit zur Hauptversammlung nach Berlin blickt, wird Vorstandschef Zetsche wohl nicht nur Gutes zu berichten haben.
Der Stern sinkt zwar nicht, doch befindet er sich immer noch im Umbau. Die Jahre der Expansion unter Edzard Reuter sind noch nicht verdaut. Der angestrebte "integrierte Technologie-Konzern" zeigt immer noch seine Spuren im Konzern.
Diese Umwälzungen finden just mitten in einer der größten Wirtschaftskrisen seit dem Zweiten Weltkrieg statt.
Auch das Erbe der "Hochzeit im Himmel" ist immer noch Ballast. Die Ehe mit Chrysler hat Daimler viel Geld gekostet. Und die Schwaben hängen immer noch mit 20 Prozent bei den US-Amerikanern mit drin.
Sollte Chrysler doch in die Insolvenz gehen, dann dürfte auch noch dieses Kapital verloren sein. Unwahrscheinlich ist ein solches Szenario nicht.
Denn die Krise auf dem US-Markt trifft Chrysler mit voller Wucht. Aber auch das Flaggschiff Mercedes leidet. Der Absatz sank im Februar erneut um 40 Prozent.
Die Gründe dafür sind durchaus auch hausgemacht. Mercedes ist mit seiner Marke völlig an der Klimadiskussion und den Wucherpreisen an der Tankstelle vorbeigesegelt. Erst spät hat man auf den Gegenwind für die Autoindustrie reagiert.
Umso wichtiger ist die neue E-Klasse, die im Januar vorgestellt wurde. Mit dem Vorgänger-Modell hat man viele Kunden verloren. Zahlreiche technische Probleme und ungewohnte Qualitätsmängel haben den Ruf des Modells ruiniert.
Der neue soll es nun richten. Deshalb hat man das Coupé auch direkt nachgeschoben. Die E-Klasse ist zum Erfolg verdammt. Deshalb hat man bei Mercedes das Auto auch vollgepackt mit Technik vom Feinsten.
Im vergangenen Jahr steuerte die E-Klasse nur noch 14,1 Prozent zum Absatz von Mercedes bei. Die Probleme im Automobilsektor sind durchaus ernst für den Konzern.
Der Umsatz ist 2008 um neun Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Der Umsatz lag bei 47,7 Milliarden Euro und die Umsatzrendite liegt dort nur noch bei 4,4 Prozent. Das Ebit im PKW-Bereich sank in 2008 um 55 Prozent.
Der LKW-Bereich hat hingegen in den letzten Jahre immer für Umsatz und vor allem für Gewinne gesorgt. In 2008 sah es auch noch gut aus.
Das Ebit sank aber bereits letztes Jahr um 24 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro.
Der Umsatz lag bei 28,6 Milliarden Euro. Damit bewegte er sich auf dem Niveau des Vorjahres.
Die Zahl der Beschäftigten im Sektor ging um ein Prozent auf 79.415 zurück. (Bild: LKW-Werk Mannheim)
Die Zukunft muss gerade im LKW-Bereich grün sein. Dafür forscht Daimler sehr intensiv. Die Sachinvestitionen sind um 19 Prozent gestiegen und die aktivierten Forschungsausgaben um 15 Prozent.
Das Geschäftsfeld "Vans, Buses and other" ist im Daimler-Konzern sehr weit gefächert. Neben der Bus-Produktion von Mercedes und Setra sind hier auch die Ergebnisse der Beteiligung an EADS und Chrysler zu finden.
EADS sorgte für Freude bei Daimler. Trotz des schwierigen Umfeldes konnte der Rüstungskonzern gute Zahlen vorlegen. Den Chrysler-Anteil von 19,9 Prozent würde man gerne loswerden. Seit Mitte 2008 verhandelt man dazu bereits mit Cerberus.
Große Freude machte der Bereich Busse. Im Jahr 2008 wurde mit 40.600 Einheiten ein neuer Absatzrekord erzielt.
Die Marktführerschaft mit den Marken Mercedes, Setra und Orion im Bereich über acht Tonnen wurde erfolgreich verteidigt.
Im europäischen Markt wuchs der Absatz um 15 Prozent und der Marktanteil stieg auf 22,5 Prozent.
Problematisch war bereits im vergangenen Jahr der Markt in Lateinamerika, wo die Märkte einbrachen.
Für das laufende Jahr dürfte sich die Wirtschaftskrise aber auch in diesem Bereich bemerkbar machen.
Mit dem Sprinter hat Mercedes ein heißes Eisen im Feuer. Der Transporter hat einer ganzen Fahrzeug-Gattung den Namen gegeben.
Doch auch hier macht sich die Krise bemerkbar. Im Dezember sank der Absatz schon deutlich.
Mit weltweit 287.200 Einheiten konnte der Konzern jedoch das Niveau des Vorjahres fast halten.
Bei den Vans lief es besser. Ein Plus von neun Prozent brachte einen weltweiten Rekordabsatz von 147.300 Einheiten.
Ein Stern im Markensortiment ist Smart geworden. Wer hätte das gedacht? Das Sorgenkind von einst wird in der Krise zum Hoffnungsträger.
Es wird auch das erste Auto aus dem Konzern sein, welches voll elektrisch fahren kann.
Das wird allerdings noch dauern. Doch als Diesel kann der pfiffige Kleinwagen mit einem Verbrauch von nur 3,3 Litern glänzen. Damit liegt der Smart voll im Trend.
Konstant bleibt auch das Luxussegment. Mit Maybach hat man erfolgreich eine Traditionsmarke wiederbelebt.
Luxuswagen dieser Preisklasse sind relativ krisensicher. Mit der S-Klasse könnte es schon schwieriger werden. Der Absatz ging bereits in den ersten Monaten dieses Jahres deutlich zurück.
In der übrigen Modellpalette muss sich jedoch einiges ändern. Design und Verbrauchswerte sollten künftig näher an den Kunden rücken.
Mit Bluetec, einem Maßnahmen-Paket zur Einsparung von Kraftstoff, hat man bereits einen recht vielversprechenden Weg eingeschlagen.
Auch Erdgas ist ein Weg, den man im Daimler-Konzern erfolgreich beschreitet. Die Lösung ist das sicher nicht, doch für die zahlreichen Taxi-Kunden rechnet es sich.
Der Weg in die Zukunft liegt in der Nachhaltigkeit. Selbige hat Daimler zum Leitbild erkoren.
Das Engagement in der Formel 1 ist kostspielig, hat aber 2008 endlich wieder den ersehnten Weltmeistertitel gebracht. Auch wenn sich der Sport selbst einen Sparkurs auferlegt hat, dürfte es bei schlechterer wirtschaftlicher Lage durchaus mal Diskussionen darum geben.
Verkaufsfördernder ist da schon das DTM-Engagement, zumal es über die Tochter AMG läuft. Dort hat man die Team-Meisterschaft geholt und ist Zweiter in der Fahrerwertung geworden.
Der Tanker Daimler ist nicht einfach zu steuern in diesen Zeiten. Das war er aber noch nie. (Bild: C-Klasse-Produktion in Hamburg)
Fahrlässig ist, dass man im Kernbereich Automobil lange Zeit seine Hausaufgaben nicht gemacht hat. (Bild: Sechszylinder-Produktion in Berlin)
Die Cash-Cow Mercedes hinkt daher gewaltig, was den Absatz angeht. Im Zuge der Wirtschaftskrise könnte das den ganzen Konzern nachhaltig beeinträchtigen. (Bild: Das Papamobil)
Damit der Stern der deutschen Wirtschaft wieder im alten Glanz erstrahlt bedarf es einiger Kurskorrekturen. Doch das braucht Zeit. Spannend wird werden, mit welcher Vision Dieter Zetsche auf der HV Daimler in die Zukunft führen möchte. (Bilder: Daimler und dpa)
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