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Montag, 02. Januar 2012

Was vom Börsenjahr 2011 bleibt: Die Tops und Flops im Dax

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Unsicherheit, Angst, Schuldenkrise, Weltkonjunktur: Der deutsche Aktienmarkt verbucht eines der
schwärzesten Börsenjahre seiner Geschichte. Im Großen und Ganzen geht es steil nach unten. (Foto: dpa)

Unsicherheit, Angst, Schuldenkrise, Weltkonjunktur: Der deutsche Aktienmarkt verbucht eines der schwärzesten Börsenjahre seiner Geschichte. Im Großen und Ganzen geht es steil nach unten.

Unsicherheit, Angst, Schuldenkrise, Weltkonjunktur: Der deutsche Aktienmarkt verbucht eines der schwärzesten Börsenjahre seiner Geschichte. Im Großen und Ganzen geht es steil nach unten.

Zum letzten Handelstag am 30. Dezember gibt es trotzdem Schaumwein: Denn bei Weitem nicht alle Dax-Titel folgen dem Trend des Bären in die Tiefe. Wer hat gewonnen, wer hat verloren?

Eins steht fest: Das Umfeld war mehr als schwierig. Der Leitindex selbst, das wichtigste Börsenbarometer mit 30 prominenten Namen aus der deutschen Wirtschaft, verliert auf Jahressicht 14,7 Prozent.

Dabei hatte das Jahr 2011 eigentlich sehr vielversprechend begonnen: Bis zum Mai klettert der Leitindex auf ein Dreieinhalb-Jahres-Hoch von 7600 Zählern.

Doch dann kommt es knüppeldick: Im Trommelfeuer der europäischen Schuldenkrise folgt ein Absturz um fast 2500 Punkte.

Dax (ISIN DE0008469008)

Seinen Tiefpunkt des Jahres erreicht der Dax mit einem Stand von 4965,80 Stellen im September. Es ist der niedrigste Stand seit gut zwei Jahren.

Verzweifelte Anleger suchen nach Sicherheit. Wer überhaupt noch in Aktien investiert, greift nach den sogenannten defensiven Werten. Größter Dax-Gewinner des Jahres ist ein Pharmahersteller: Die Aktien von Merck KGaA fahren ein Plus von fast 29 Prozent ein.

Merck KGaA (ISIN DE0006599905)

Namen aus dem Gesundheitssektor tauchen auf der Gewinnerliste auf. Der Dialysespezialist Fresenius Medical Care (FMC) kommt als zweitstärkster Wert im Dax auf ein Jahresplus von 21,4 Prozent.

FMC (ISIN DE0005785802)

Die FMC-Mutter, der Bad Homburger Gesundheitskonzern und Krankenhausbetreiber Fresenius, belegt den dritten Platz mit plus 13,9 Prozent.

Fresenius St (ISIN DE0005785604)

Als gute Wahl erweist sich SAP: Anleger, die sich Anfang 2011 Aktien des Walldorfer Softwareunternehmens ins Depot legen, können sich nach zwölf Monaten über ein Plus von immerhin 7,2 Prozent freuen.

SAP (ISIN DE0007164600)

Deutlich besser als der Gesamtmarkt schlagen sich konsumnahe Titel wie Beiersdorf: Der Produzent von Pflastern, Hautpflegemitteln und allen Arten von Klebern notiert am Jahresende 5,5 Prozent fester.

Beiersdorf (ISIN DE0005200000)

Gute Wachstumsaussichten und sportliche Großprojekte wie die anstehende Fußball-Europameisterschaften verhelfen Adidas in die Gesamtjahresgewinnzone: Die Aktien des Sportartikelherstellers legen 2,8 Prozent zu.

Adidas (ISIN DE000A1EWWW0)

Im Geschäft mit Industriegasen macht die Asien-Nachfrage bei Linde Druck: Der Münchner Dax-Konzern hat gute Chancen auf eine Rekordbilanz für 2011. Auf dem Parkett reicht es für einen mageren Anstieg: Die Linde-Aktie steigt um 1,2 Prozent.

Linde (ISIN DE0006483001)

Das waren sie auch schon, die Dax-Gewinner 2011. Mit Merck, FMC, Fresenius, SAP, Beiersdorf, Adidas und Linde schließen nur 7 von 30 Werten das Jahr mit einem Kursplus ab. Der Rest verliert.

Mit 18 Titeln geht es sogar zweistellig bergab. Die Schuldenkrise mit ihrem Wirbel aus Rettungsbemühungen, Ratings und dramatischen Krisengipfeln fachen die Nervosität immer wieder neu an.

Die größten Verlierer des Jahres kommen aus dem Energiesektor, aus der Schwerindustrie und aus der Finanzbranche. Schwächster Wert im Dax 2011: Die Aktien der Commerzbank. Sie rauschen binnen eines Jahres um 70,7 Prozent in die Tiefe.

Die Krisenangst treibt nicht nur Bankern den Schweiß auf die Stirn. Doch Bankentitel leiden besonders stark unter den Sorgen um die Stabilität der Währungsunion. Die Anteilsscheine der Deutschen Bank geben 24,7 Prozent nach.

Deutsche Bank (ISIN DE0005140008)

Der Handelsriese Metro muss seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr senken. Dazu kommt ein Machtkampf um die Konzernführung. Vorstandschef Eckhard Cordes lässt seinen Vertrag Herbst 2012 auslaufen. 2011 fällt der Aktienkurs um 47,7 Prozent.

Metro (ISIN DE0007257503)

Am 11. März löst ein Erdbeben in Japan eine verhängnisvolle Katastrophe aus. Auf die Kernschmelze in Fukushima folgt eine Kehrtwende in der deutschen Energiepolitik. Die Aktien des Kraftwerksbetreibers RWE liegen zum Jahresende 45,4 Prozent im Minus.

RWE (ISIN DE0007037129)

Die Aktien des größten deutschen Energieversorgers schneiden im Jahr des Ausstiegsbeschlusses etwas besser ab: Eon-Papiere notieren zum Jahreswechsel 27,3 Prozent im Minus.

Sinkende Gewinne und steigende Treibstoffkosten machen der größten deutschen Fluggesellschaft zu schaffen. Konzernchef Christoph Franz will kräftig sparen. Lufthansa-Aktionäre ächzen unter einem Kursverlust von 43,8 Prozent.

Lufthansa (ISIN DE0008232125)

Für ThyssenKrupp war es beileibe kein leichtes Jahr. Der Konzernumbau, ein Sparprogramm, die Südamerika-Kosten, die Edelstahlsparte und die schwächelnde Weltkonjunktur: Die Aktien des größten deutschen Stahlkonzerns beschließen 2011 mit einem Abschlag von 42,8 Prozent.

ThyssenKrupp (ISIN DE0007500001)

So viel zum Dax. Bei den Nebenwerten sieht es nicht viel besser aus: Der MDax büßt in den Monaten Januar bis Dezember 12,1 Prozent ein.

MDax (ISIN DE0008467416)

Schwächer noch schneiden die Technologiewerte ab: Der TecDax rutscht 2011 um 19,5 Prozent ab.

TecDax (ISIN DE0007203275)

Der Abwärtstrend bleibt nicht auf Deutschland beschränkt: Der Eurostoxx50 fällt von 2807 auf 2369 Zähler - ein Minus von 17,5 Prozent.

EuroStoxx50 (ISIN EU0009658145)

Noch ein typisches Krisenzeichen: Der Goldpreis steigt. Der Preis für eine Feinunze liegt Ende Dezember 10 Prozent über der Notierung zu Jahresbeginn.

Gold, Feinunze

Trotz aller Schuldensorgen: Im Verhältnis zum US-Dollar verliert der Euro auf Jahressicht nur 3,2 Prozent.

Euro / US-Dollar (ISIN EU0009652759)

Der Börsenwert aller 30 Dax-Werte schrumpft in den vergangenen Monaten um rund 140 Mrd. Euro. Wir wird es 2012 weitergehen?

Für Deutschland sieht es gut aus: Analysten gehen davon aus, dass der Dax bis Ende 2012 im Schnitt auf 6680 Punkte zulegen dürfte - das wäre ein Plus von immerhin rund 14 Prozent im Vergleich zu Ende 2011.

Ihren Optimismus begründen die Fachleute mit der robusten deutschen Wirtschaft und fehlenden Anlagealternativen.

Hier gibt es Zweifel: Vor einem Jahr hatten die Experten ganz ähnlich argumentiert.

(Alle Charts auf Zwölfmonatssicht fortlaufend, Performanceangaben mit Stand 30.12.2011)

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