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Wirtschaft

Hiobsbotschaften am laufenden Band: Ein Jahr im Leben der HRE

 
Hiobsbotschaften am laufenden Band: Ein Jahr im Leben der HRE

Vom Ausbruch der Krise bei der Hypo Real Estate (HRE) bis zur vollständigen Verstaatlichung ist nur gut ein Jahr vergangen. Ein Rückblick auf zwölf Monate voller Hiobsbotschaften.

Am 28. September 2008 wird die Notlage des Konzerns erstmalig bekannt. Um den Kollaps zu verhindern, schnüren Bund und Banken eilig ein erstes Rettungspaket von 35 Milliarden Euro.

Schon eine Woche später steht fest, dass das Geld nicht ausreicht. Die Bundesregierung vereinbart mit der Finanzindustrie ein aufgestocktes Rettungspaket von 50 Milliarden Euro. Ende Oktober greift die HRE als erste Privatbank auch auf das Rettungspaket der Bundesregierung zu.

Am 23. Januar 2009 wird bekannt, dass der Bund eine deutliche Aktienmehrheit von mehr als 50 Prozent bei der HRE anstrebt, um sich die Kontrolle zu sichern.

Am 11. Februar sagt der Bankenrettungsfonds Soffin der HRE Garantien von 52 Milliarden Euro zu.

Die damalige Bundesregierung billigt am 18. Februar ein Gesetz, das die Verstaatlichung maroder Banken vorsieht. Damit will sie Schlimmeres verhinden und die Brände am Kapitalmarkt löschen.

Das "Rettungsübernahmegesetz" ist auf die HRE zugeschnitten. Es sieht notfalls auch eine Enteignung vor. Die Hilfen an die HRE belaufen sich inzwischen auf 102 Milliarden Euro. Am 20. März billigt der Bundestag das umstrittene Gesetz.

Zwei Wochen später stimmt auch der Bundesrat dem Gesetz zu. Damit kann in Deutschland erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg eine marode Bank zwangsverstaatlicht werden. Am 7. Mai sichert sich der Bund durch ein Übernahmeangebot an die Aktionäre 47,31 Prozent der Anteile an der Hypo Real Estate. Sie erhalten 1,39 Euro je Aktie.

Auf der Hauptversammlung am 2. Juni beschließt der Bund mit seiner Stimmenmehrheit eine Kapitalerhöhung, durch die er seinen Anteil auf mehr als 90 Prozent erhöht.

Auf einer weiteren Hauptversammlung am 5. Oktober beschließt der Bund mit seiner Stimmenmehrheit das Squeeze Out der letzten Aktionäre, um sich 100 Prozent an der HRE zu sichern.

Bei den wenigen verbliebenen HRE-Aktionären kommt das gar nicht gut an. Mit Gegenanträgen und Protesten wollen sie eine Vertagung oder eine höhere Entschädigung erreichen.

Doch auch Tumulte auf der Hauptversammlung am 05. Oktober können die Zwangsabfindung nicht verhindern.

Und eines steht zu befürchten: Weitere Hiobsbotschaften wird es sicherlich auch in den nächsten zwölf Monaten wieder reichlich geben.

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