30. Oktober 2008: Finanzkrise - Es gibt auch Positives
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Egal wohin man blickt, überall hat sich schon die Krise breitgemacht. "Finanzkrise", "Wirtschaftskrise", "große Krise" oder "ich krieg die Krise" sind allerorten zu hören.Bild 1 von 28 Die Krise dominiert auch die Emails unserer Leser an die Redaktion. Dabei fällt auf, dass sich viele von Ihnen wünschen, endlich nicht mehr nur Negatives zu lesen.Bild 2 von 28 Denkt doch mal positiv, fordern sie. Also gut, machen wir.Bild 3 von 28 Wo ist denn nun das Positive? Man muss ja nicht gleich das Kind mit dem Bade ausschütten und den Untergang des Kapitalismus feiern.Bild 4 von 28 Blicken wir doch auf etwas Handfestes, zum Beispiel auf den Ölpreis. Erinnern Sie sich noch? Vor einigen Monaten kostete ein Fass fast 150 US-Dollar. Mittlerweile hat sich der Preis mehr als halbiert.Bild 5 von 28 Das ist zwar schlecht für den Scheckbuch-Sozialisten Hugo Chavez, aber gut für die Wirtschaft hierzulande.Bild 6 von 28 Auch Otto-Normal-Verbraucher kann sich freuen. Die Benzin- und Heizölpreise sinken, auch die Gasrechnung fällt geringer aus. Die Preissenkungen entsprechen zwar nicht den Preiserhöhungen, aber lassen wir das.Bild 7 von 28 Außerdem sinkt durch den fallenden Ölpreis die Inflation. Damit gewinnt die Europäische Zentralbank den dringend benötigten Spielraum, um den Leitzins zu senken und so die Konjunktur anzukurbeln, die durch die Finanzkrise in die Rezession gleitet.Bild 8 von 28 Womit wir beim Euro wären. Die Gemeinschaftswährung verliert zum Dollar deutlich an Wert. Gut, das macht Reisen in die USA zwar teurer, aber in Deutschland ist es ja auch schön.Bild 9 von 28 Wer unbedingt ins Ausland will, kann ja nach Island fahren. Dort ist es derzeit zwar kalt, aber extrem günstig.Bild 10 von 28 Festzuhalten bleibt, dass der schwächere Euro der deutschen Exportwirtschaft kräftig hilft.Bild 11 von 28 Wer keine Aktien hat oder rechtzeitig ausgestiegen ist, kann auch dem Kurssturz an der Börse etwas Positives abgewinnen.Bild 12 von 28 Die Erkenntnis, dass die Börse keine Einbahnstraße ist, setzt sich durch. Das heißt aber auch, dass es irgendwann wieder kräftig nach oben gehen wird - und Aktien sind derzeit billig zu haben.Bild 13 von 28 Abgesehen von VW - das jedoch ist eine andere Geschichte.Bild 14 von 28 Das Risikobewusstsein der Anleger sollte sich deutlich verbessert haben. Hohe Renditen bedeuten nun einmal hohes Risiko. Vielleicht sind Anleger künftig vorsichtiger, wenn ihnen unverständliche Finanzprodukte mit traumhafter Verzinsung angeboten werden.Bild 15 von 28 So liebe Banker, jetzt seid Ihr an der Reihe. Vielleicht setzt sich in der Branche langfristig die Erkenntnis durch, dass sich solides Wirtschaften lohnt.Bild 16 von 28 Anders ausgedrückt: Halbglatzen und pastellfarbene Sakkos sind doch sexy.Bild 17 von 28 Die Investmentbanker in Brioni-Anzügen und handgenähten Schuhen haben den Laden gegen die Wand gefahren. Das langweilige, solide, traditionelle Bankgeschäft mit überschaubaren Renditen gewinnt plötzlich wieder ungeahnte Attraktivität.Bild 18 von 28 Wer ausreichend Humor hat, kann sich zurücklehnen und ein merkwürdiges Schauspiel genießen. Banker entpuppen sich plötzlich als Sozialisten indem sie fordern, die Milliardenverluste gefälligst zu verstaatlichen.Bild 19 von 28 Und natürlich gehen die Verantwortlichen der Branche tief in sich und bekommen einen hochroten Kopf, wenn sie an die gigantischen Bonuszahlungen denken, die sie sich in den vergangenen Jahren genehmigt haben.Bild 20 von 28 Das zeigt ein Blick über den Atlantik: In den USA wird über die absurden Gehälter an der Wall Street diskutiert. Im Jahr 2007 verdiente der bestbezahlte Hedge-Fonds-Manager soviel wie alle Lehrer von New York zusammen - in den letzten drei Jahren.Bild 21 von 28 Darauf weist Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman hin. Und ganz sicher werden irgendwann Konsequenzen gezogen. So etwas wird es künftig garantiert nicht mehr geben. Natürlich nicht.Bild 22 von 28 Apropos Krugman. Gewinnen wir der Finanzkrise doch noch etwas Positives ab. Die neoliberale Dauerbeschallung hat ein Ende. Zumindest vorläufig.Bild 23 von 28 Neoliberalen mag es ein Graus sein, doch der Staat gewinnt als Krisenmanager Respekt und Einfluss zurück.Bild 24 von 28 "It's the economy, stupid!" wusste schon Bill Clinton. Die Wirtschaftskrise dominiert den Wahlkampf in den USA. Vielleicht erkennen die Wähler, dass Wirtschaftskompetenz wichtiger ist als vermeintlich konservative Werte.Bild 25 von 28 Der künftige US-Präsident wird sich darauf konzentrieren müssen, die Konjunktur der wichtigsten Volkswirtschaft der Welt zu beleben und die Exzesse des Finanzsystems zu beseitigen. Für außenpolitische Abenteuer bleibt dann keine Zeit.Bild 26 von 28 Bleiben wir noch kurz in den USA. Häuser sind dort jetzt günstiger zu haben. Das ist doch prima.Bild 27 von 28 Klasse Sache, so eine Finanzkrise. Danke schön. (Text: Jan Gänger; Bilder: AP, dpa, Reuters)Bild 28 von 28
30. Oktober 2008Finanzkrise - Es gibt auch Positives