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Wirtschaft

30. September 2009: Hängende Köpfe und fassungslose Gesichter

 
Die nächste Krisen-Welle bricht über den Finanzzentren der Welt hinein.

Die nächste Krisen-Welle bricht über den Finanzzentren der Welt hinein.

Auf den schwarzen Montag in New York könnte ein noch schwärzerer Dienstag folgen.

Nachdem der 700 Milliarden Dollar schwere Rettungsplan der US-Regierung bei der Abstimmung im Abgeordnetenhaus gescheitert war, ...

... brach der Dow Jones um 778 Punkte oder 7,0 Prozent ein. So viele Punkte verlor der Dow noch nie in seiner Geschichte an einem Handelstag. Prozentual ist das der schlimmste Einbruch seit über 20 Jahren.

Nicht nur der Dow gab stark nach. Der Nasdaq verzeichnete ein Minus von 9,1 Prozent und rauschte auf 1984 Punkte.

Die Händler an den Börsen schlugen die Hände vors Gesicht.

Das Rettungspaket war ihre große Hoffnung auf Heilung der Finanzmärkte.

Und die Makler wussten wohl schon, welche Auswirkungen die Entscheidung der Politik auf die Wirtschaft haben würde.

Denn damit lösten die USA eine weltweite Kettenreaktion aus.

Ist doch die US-Börse das Spiegelbild der Wirtschaftswelt. Bricht hier der Markt zusammen, stürzt er auch anderswo ins Bodenlose.

Zunächst erwischte es die Börsen in Brasilien und Mexiko.

In Sao Paulo wurde der Handel ausgesetzt, ...

... nachdem der Bovespa-Index einen Kurssturz von über zehn Prozent erlitten hatte.

Es herrscht überall Rat- und Fassungslosigkeit.

Die Aktienwerte befinden sich nicht nur in den roten Zahlen, sie verzeichnen immense Verluste.

So auch in Bangkok, wo der thailändische Börsenindex SET schon kurz nach Handelsbeginn um 3,2 Prozent nachgab.

In Tokio erlitt der Nikkei direkt nach Börsenöffnung eine schwere Schlappe.

Um fünf Prozent rasselte der Index nach unten. Japan fürchtet eine Rezession.

Rote Zahlen allenthalben, auch auf den Philippinen. Sechs Prozent büßte die Börse in Manila bis zum Dienstagmittag ein.

In Australien ging es genauso wie in Neuseeland steil bergab.

An der Londoner Börse mussten die Händler mit ansehen, wie der Hauptindex FTSE 100 um 2,3 Prozent auf 4705,5 Punkte einbrach.

Bestürzte Gesichter auch in Moskau. Russlands Micex-Index gab um sechs Prozente nach.

Der deutsche Finanzmarkt blieb noch halbwegs verschont von der Krise.

Der DAX startete am Dienstagmorgen mit Verlusten zwischen ein und zwei Prozent.

Trotzdem sank er zwischenzeitlich auf ein Jahrestief von 5658 Punkten.

Der Euro hingegen verliert 0,5 Prozent im Vergleich zum Dollar und notiert mit 1,4359 Dollar auf einem Zweijahres-Tiefstand.

Den Öl-Preis hat es ebenfalls erwischt. Der Preis pro Barrel fiel auf etwas mehr als 95 Dollar.

Die Weltwirtschaft hängt in den Seilen.

Und die ganze Welt schaut auf Amerika.

Gibt es doch noch Rettung für das Rettungspaket?

Für US-Präsident George Bush ist die Abstimmungs-Schlappe auch eine persönliche Niederlage - seine eigenen Leute verweigerten ihm die Gefolgschaft.

Bush und sein Finanzminister Paulson haben trotzdem angekündigt, weiter nach Lösungen zu suchen.

Die Parlamentarier signalisieren Gesprächsbereitschaft. Konkrete Lösungsvorschläge gibt es aber noch nicht.

Allerdings scheint schon allein die Ankündigung zu reichen, um den Handel von allem Bösen zu reinigen.

Die drei wichtigsten US-Kurse Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 starteten allesamt mit positiven Signalen in den neuen Handelstag - machten wieder einige der verlorengegangenen Prozentpunkte gut.

Und auch in Frankfurt gab es kurz vor Tagesende Grund zur Erleichterung.

Der Dax drehte den Krisenspieß um und überraschte eine Stunde nach Handelseröffnung in den USA mit positiven Prozentzahlen. (Bilder: dpa, AP, Reuters)

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