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Crashs und Beinahe-Unfälle: Katastrophen der Luftfahrt

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Die Daten wirken furchtbar, bestätigen aber, was Piloten seit jeher behaupten: Das Flugzeug bleibt alles in allem das sicherste Verkehrsmittel. (Foto: ASSOCIATED PRESS)

Die Daten wirken furchtbar, bestätigen aber, was Piloten seit jeher behaupten: Das Flugzeug bleibt alles in allem das sicherste Verkehrsmittel.

Die Daten wirken furchtbar, bestätigen aber, was Piloten seit jeher behaupten: Das Flugzeug bleibt alles in allem das sicherste Verkehrsmittel.

Die internationale Flugunfallstatistik verzeichnet für 2011 sogar so wenig Abstürze in der kommerziellen Luftfahrt wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg.

Dabei nimmt die Zahl der Flugbewegungen weltweit stark zu. Der zivile Luftverkehr wächst enorm - und das nicht nur in den Industriestaaten.

Für immer mehr Menschen zählt Fliegen zum Alltag. Doch auch wenn Flugzeugkatastrophen statistisch gesehen extrem selten sind: ...

... Im Jahr 2011 fordern Flugunfälle weltweit mindestens 498 Todesopfer. Jeder einzelne Vorfall ist Gegenstand umfangreicher Ursachenforschung.

So verbindet sich mit jedem Unglück die Hoffnung, vermeidbare Fehler zu erkennen und technische Mängel zu beheben, um so das Fliegen noch sicherer zu machen.

Oft dauert es Monate, manchmal gar Jahre, die wahren Ursachen eines Absturzes restlos aufzuklären. Meist handelt es sich um eine Verkettung mehrere Faktoren: ...

... Unzureichend gewartete Technik, mangelhafte Kommunikation im Cockpit, nachlässiger Umgang mit Ausbildung und Sicherheitsstandards, eine Kombination unglücklicher Entscheidungen oder schlicht fliegerisches Pech.

Dabei können Piloten und Passagiere aus Crashs und Beinahekatastrophen viel lernen: Was lief schief? Warum jedes Mal der Hinweis auf die Notausgänge? Helfen Schwimmwesten? Wie verhalte ich mich richtig? Kann man einen Absturz überleben?

Ein wohlmeinender Ratschlag vorab: Wenn Sie unter Flugangst leiden, sollten Sie sich schnell nach einem anderen Thema umschauen.

Hier folgt nämlich gleich eine Auswahl der wichtigsten und für die Sicherheitsforschung einflussreichsten Luftnotfälle des Jahres 2011 - mit dramatischem, glücklichem oder tödlichem Ausgang.

Die Reihe der Flugzeugkatastrophen beginnt am 9. Januar: Eine Boeing 727 der Iran Air zerbricht bei einem missglückten Landeversuch in mehrere Teile. 77 Passagiere sterben, 27 Menschen überleben schwer verletzt.

Am 18. Januar stürzt ein Kleinflugzeug bei Myrtle Beach, South Carolina, in einen Trailerpark. Dabei kommen der Pilot, seine Frau, eine Enkelin der beiden und eine Trailer-Bewohnerin ums Leben.

Irland, 10. Februar: Am Flughafen der südirischen Stadt Cork überschlägt sich eine Fairchild Metroliner SW4 mit zwölf Menschen an Bord beim dritten Landeversuch in dichtem Nebel. Sechs Passagiere überleben die Bruchlandung.

Wallis, 11. Februar: Beim Absturz einer Beechcraft am Weisshorn in den Schweizer Alpen kommen alle fünf Insassen ums Leben.

Honduras, 14. Februar: Eine LET L-410 der Central American Airways mit 14 Menschen an Bord rammt beim Landeanflug auf den Flughafen Tegucigalpa einen Berg. Es gibt keine Überlebenden.

Lincoln Park, New Jersey am 10. Februar: Der Pilot dieser einmotorigen Privatmaschine überlebt die Bruchlandung seiner Cessna 182P schwer verletzt.

US-Bundesstaat Maine, 8. März: In der Wildnis nahe der kanadischen Grenze hinterlässt eine havarierte Diamond DA-40 eine tiefe Furche im Schnee. Der Pilot der Maschine überlebt den Absturz im Schneesturm mit einem gebrochenen Arm. Für seinen Fluggast kommt jede Rettung zu spät.

Bruchlandung in Long Beach, Kalifornien, 16. März: Eine zweimotorige Beechcraft King Air liegt ausgebrannt neben der Piste. Nur einer der insgesamt sechs Insassen kann schwer verletzt aus dem Wrack gerettet werden.

Republik Kongo, 21. März: Eine Frachtmaschine vom Typ Antonow 32 der Trans Air Congo stürzt beim Anflug auf Pointe Noire Airport in ein Wohngebiet. Mindestens 19 Menschen kommen ums Leben.

Libyen, 22. März: Östlich von Benghasi bekommt ein US-Kampfjet vom Typ F-15E technische Probleme. Die zweiköpfige Besatzung kann sich mit dem Schleudersitz retten.

Bolivien, 25. März: Anwohner bestaunen eine Cessna 182 Skylane, die sich unweit des Flughafens Trinidad (IATA-Code TDD) in ein Einfamilienhaus gebohrt hat. Der Pilot und seine beiden Passagiere kommen mit leichten Verletzungen davon.

Schweiz, 30. März: Im Maderanertal gerät ein Militärhelikopter vom Typ Puma beim Trainingsflug aus der Balance. Der Lademeister wird leicht verletzt geborgen. Die beiden Piloten erleiden zahlreiche Knochenbrüche und können erst nach Stunden aus der zerstörten Bugpartie gerettet werden.

Laufeld im Kreis Bernkastel-Wittlich am 1. April: Ein Feuerwehrmann löscht die Trümmer eines abgestürzten Kampfjets der US-Luftwaffe vom Typ A-10 "Thunderbolt II". Der Pilot konnte sich mit dem Schleudersitz retten.

Notlandung auf der Landstraße: Nach einem Motorschaden können am 2. April zwei Flugreisende in Franklin, New Jersey mit leichten Verletzungen aussteigen.

Flughafen Roswell, New Mexico: Am 2. April geht der Prototyp einer Gulfstream G650 in Flammen auf. Alle vier Insassen, zwei Werkspiloten und zwei Techniker, kommen ums Leben.

Zwei Tage später am Hauptstadtflughafen Kinshasa in der Demokratischen Republik Kongo: Während heftiger Regenfälle verfehlt ein Regionaljet der Vereinten Nationen die befestigte Piste. Die Bombardier CDJ200 zerbricht. 32 Menschen sterben in den Trümmern. Nur ein Passagier kann lebend gerettet werden.

Luzon, Philippinen am 10. April: Kurz nach dem Start geht eine Piper Aspect im Pinienwald bei Baguio City nieder. Vier der sechs Insassen überleben den Absturz.

Abbottabad, am Morgen des 2. Mai: Bei der Kommandoaktion gegen Osama bin Laden geht ein bislang hoch geheimer Stealth-Hubschrauber der US-Streitkräfte zu Bruch. Die Weiterentwicklung eines Blackhawk MH-60 wird von den US-Amerikanern nach der Bruchlandung gesprengt.

Zurück in die kommerzielle Luftfahrt: Am 7. Mai stürzt eine zweimotorige Turbopro-Maschine vom Typ Xan MA60 beim Anflug auf Kaimana im Westen Neuguineas ins Meer. Alle 27 Menschen an Bord finden in den Tod. Schwere Regenfälle hatten den Sichtanflug behindert, heißt es.

Barrow im US-Bundesstaat Alaska: In den frühen Morgenstunden des 16. Mai bildet sich Eis auf der Außenhaut einer Beechcraft King Air. Das fliegende Ärzteteam an Bord übersteht die Bauchlandung mit leichten Blessuren.

Patagonien, 18. Mai: Vereisung besiegelt ersten Untersuchungen zufolge auch das Schicksal von Flug 5428 von Pajas Blancas nach Comodoro Rivadavia. Der Regionalflieger vom Typ Saab 340 mit 22 Menschen an Bord wird beim Aufschlag vollkommen zerstört.

Neu-Delhi, 25. Mai: Ein fliegender Krankentransport nimmt in der indischen Hauptstadt ein tragisches Ende: Die einmotorige Maschine kracht in ein zweistöckiges Wohnhaus.

An Bord der Pilatus PC-12 sterben sieben Menschen, darunter der Patient und zwei Ärzte. Am Boden werden drei weitere Menschen von Trümmern erschlagen.

Motorschaden mitten in Utah: Am 18. Juni versagt der Motor dieser einmotorigen Cessna über dem Sanpete County ungefähr 100 Kilometer südlich von Salt Lake City. An Bord: drei Kinder und zwei Erwachsene.

Trotz des schwierigen Terrains gelingt die Notlandung in der Wildnis: Die Insassen können die zerstörte Maschine leicht verletzt verlassen.

Zeugen einer furchtbaren Katastrophe werden dagegen die Anwohner des kleinen Dorfes Besowets nördlich von St. Petersburg: Am 20. Juni misslingt der Landeanflug eines Passagierjets vom Typ Tu-134 im dichten Nebel.

Das Unglück bei Petrosawodsk kostet 47 Menschen das Leben. Fünf Passagiere werden schwer verletzt aus den Trümmern der Tupolew geborgen. Der Vorfall weckt neue Zweifel an den Sicherheitsstandards der russischen Luftfahrt.

Am selben Tag ereignet sich am Rande der Luftfahrtmesse in Paris ein harmloser Zwischenfall: Eine Vorführmaschine vom Typ Airbus A380 lädiert sich an einem Flughafengebäude die rechte Flügelspitze.

Sibirien, 11. Juli: Nach einem Motorschaden setzt der Pilot einer Antonow-24 mit 30 Menschen an Bord zur Notwasserung auf dem Ob an. Der Rumpf bricht. Fünf Passagiere sterben, vier werden schwer verletzt. Die übrigen Insassen können sich aus eigener Kraft auf eine Sandbank retten.

Recife im Nordosten Brasiliens, 13. Juli: Eine zweimotorige L410 stürzt kurz nach dem Start ab und reißt alle 16 Menschen an Bord in den Tod. Schlechtes Wetter könnte zu dem Unglück beigetragen haben.

Am Stadtrand von Detroit, 19. Juli: Bei der Landung auf dem Oakland-See bleibt der Pilot eines Wasserflugzeugs mit der Flügelspitze an den Bäumen hängen. Das Hindernis wirft das Leichtflugzeug aus der Bahn. Ein Baum stoppt die Maschine unsanft.

Marokko, 26. Juli: Eine Lockheed C-130 Hercules der marokkanischen Streitkräfte prallt beim Landeanflug auf die Militärbasis Guelmim im Süden des Landes gegen einen Berg. 78 Insassen sind auf der Stelle tot, zwei Schwerverletzte sterben später im Krankenhaus.

Südkorea, 28. Juli: Wrackteile einer Boeing 747 treiben nahe der Urlaubsinsel Jeju im Meer. Kurz vor dem Absturz hatte die zweiköpfige Besatzung von einem Feuer im Frachtraum berichtet. Es gibt keine Überlebenden.

Guyana, 30. Juli: Mit geborstenem Rumpf liegt diese Boeing 737-800 hinter der Startbahn des "Cheddi Jagan International Airport", dem Hauptstadtflughafen von Georgetown.

Nach einem missglückten Startversuch Richtung New York schießt die mit 163 Menschen nahezu vollbesetzte Maschine über die Piste hinaus, rast durch einen Zaun und kommt außerhalb des Flughafens glücklich zum Stehen. Sieben Menschen werden verletzt.

Gemeindeflughafen Wautoma, Wisconsin: Am 1. August schlägt ein Leichtflugzeug vom Typ Sky Ranger kurz nach dem Start hart auf. Die beiden Insassen werden schwer verletzt, einer der beiden stirbt später im Krankenhaus.

Kodiak, Alaska, 12. August: Eine einmotorige Piper PA-32 schafft es nach einem Testflug wegen technischer Probleme nicht zurück bis zum Flughafen. Nach der Landung im Wasser können Pilot und Mechaniker unverletzt an Land waten.

Alaska, 13. August: Im dichten Nebel verliert der Pilot einer einmotorigen Cessna 207 westlich des Mount McKinley die Orientierung. Dieser Fehler kostet ihn und einen seiner Mitreisenden das Leben. Vier weitere Insassen können sich aus dem völlig zerstörten Flugzeug retten.

Resolute Bay im hohen Norden Kanadas am 20. August: Bei schlechten Sichtbedingungen zerschellt eine Boeing 737-200 während des Landeanflugs. Drei der 15 Menschen an Bord überleben den Absturz.

Indien, 29. August: Nach schweren Regenfällen rutscht ein Passagierjet der Gulf Air aus Bahrein bei der Landung in Kochi mit 137 Passagieren und sechs Besatzungsmitgliedern von der Piste. Es gibt mehrere Verletzte.

Juan Fernandez weit vor der Küste Chiles, 3. September: Eine Militärmaschine vom Typ Casa 212 scheitert bei dem Versuch, auf dem Wind und Witterung sehr ausgesetzten Flughafen des abgelegenen Archipels zu landen. Alle 21 Menschen an Bord der Maschine kommen ums Leben.

Tehachapi, Kalifornien, 4. September: Beim Absturz einer einmotorigen Cessna 210 nördlich von Los Angeles kommt der Pilot ums Leben. Die brennende Maschine löst ein riesiges Buschfeuer aus.

Ambala, 6. September: Die Überreste eines Kampfjets der indischen Luftwaffe liegen in einem Feld gut 150 Kilometer vor der pakistanischen Grenze. Der Pilot der Mig-21 konnte rechtzeitig den Schleudersitz betätigen.

Libyen, 7. September: Ein Anti-Gaddafi-Kämpfer begutachtet auf einer Militärbasis östlich von Bani Walid den Rumpf einer Fokker F28 in den Farben der Libyan Arab Airlines. Um dem langjährigen Machthaber jeden Fluchtweg zu verbauen, lässt die NATO große Teile der libyischen Passagierluftfahrt zerstören.

Am 7. September wird Jaroslawl an der Wolga zum Schauplatz des wohl schlimmsten Flugzeugunglücks des Jahres: Der Start eines Passagierjets vom Typ Jak-42 scheitert.

Der Passagierjet russischer Bauart schlägt hinter der Landebahn auf und zerbricht. Fast die gesamte Mannschaft des Eishockey-Erstligisten Lokomotive Jaroslawl kommt in den Trümmern um - darunter auch der deutsche Nationalspieler Robert Dietrich.

Die Katastrophe erschüttert die russische Öffentlichkeit und setzt die Regierung in Moskau unter Druck: Präsident Dimitri Medwedew (im Bild) und Ministerpräsident Wladimir Putin sprechen den Angehörigen ihr Beileid aus.

Bolilvien, 9. September: Nach er drei Tage allein im Dschungel war, finden Rettungskräfte Minor Vidal, den einzigen Überlebenden eines Fluges von Santa Cruz in die Provinzhauptstadt Trinidad. Für seine acht Mitreisenden in der Fairchild Metroliner kommt jede Hilfe zu spät.

Tragisches Ende einer Flugschau in Reno, Nevada: Am 16. September stürzt ein restauriertes Jagdflugzeug in Richtung Zuschauer. Die Weltkriegsmaschine vom Typ P-51 schlägt wenige Meter vor der Haupttribüne auf.

Der Pilot ist sofort tot. Die umherfliegenden Trümmer töten zehn Zuschauer und verletzten weitere 69 zum Teil schwer. Der Vorfall löst in den USA eine intensive Debatte um Sinn und Unsinn solcher Veranstaltungen aus.

Kanada, 22. September: Eine DHC-6 Twin Otter der Chartergesellschaft Arctic Sunwest rammt beim Anflug auf Yellowknife ein Haus. Pilot und Copilot kommen ums Leben, ihre sieben Passagiere werden zum Teil schwer verletzt.

Nepal, 25. September: Eine Beechcraft 1900 der regionalen Fluglinie Buddha Air mit 16 Touristen und drei Besatzungsmitgliedern an Bord stürzt nach einem Rundflug zum Mount Everest beim Landeanflug unter schlechten Sichtbedingungen ab. Es gibt keine Überlebenden.

Im Dschungel von Sumatra, 30. September: Die indonesische Luftwaffe entdeckt das Wrack einer zweimotorigen Casa C-212. Erste Hoffnungen auf Überlebende werden bitter enttäuscht. Als Rettungskräfte nach Tagen bis zu dem abgelegenen Absturzort vordringen, finden sie alle 18 Insassen tot auf ihren Sitzen.

Leichtflugzeug rammt Riesenrad: Am 1. Oktober bleibt ein Ultraleichtflieger mit seinem Zweisitzer im Städtchen Old Bar an der australischen Ostküste in einer Jahrmarktsattraktion hängen.

Stundenlang müssen zwei Kinder in einer Gondel neben den beiden havarierten Unglückspiloten ausharren, bevor Rettungskräfte alle vier schließlich aus ihrer unangenehmen Lage befreien können.

Sudan, 2. Oktober: In Khartum empfängt die Flughafenfeuerwehr eine Fokker 50 mit 45 Menschen an Bord mit einem Schaumteppich. Dank der guten Vorbereitung glückt dem Piloten die Notlandung trotz eingeklemmten Fahrwerks.

New York: Am 4. Oktober endet ein Rundflug über Manhattan im East River. Die Maschine, eine Bell 206, kippt nach dem Aufesetzen im Wasser um. Drei Passagiere und der Pilot werden gerettet, eine Touristin ertrinkt.

7. Oktober, eine weitere Notwasserung, diesmal vor Hawaii: Mit leergeflogenen Tanks setzt ein 65-jähriger Privatflieger seine Cessna 310 parallel zu den Wellenkämmen auf. Die Küstenwache zieht den Mann aus dem Wasser. Er hatte sich bei seinem Überführungsflug gründlich im Spritbedarf verrechnet.

Papua-Neuguinea, 14. Oktober: Dorfbewohner bestaunen die Überreste eines Regionalfliegers vom Typ Bombardier Dash 8. Nur vier der 32 Menschen an Bord überleben den Absturz der zweitmotorige Turboprob-Maschine. Unter den Überlebenden sind ein Passagier, ein Flugbegleiter und die beiden Piloten.

Ähnliche Bilder, anderer Kontinent: Im Okavangodelta brennt am 15. Oktober ein Buschtaxi mit 12 Menschen an Bord kurz nach dem Start komplett aus. Zwei Touristen aus Frankreich und zwei Mitreisende aus Botsuana können sich retten.

Der Absturz tief in Afrika markiert den Beginn einer bemerkenswerten Zeitspanne: Zwischen Mitte Oktober und Ende Dezember verzeichnen Unfallforscher weltweit keinen einzigen Flugzeugabsturz mit Todesfolge.

Am 31. Oktober legt Nascar-Rennfahrer Rick Hendrick in Key West, Florida mit seinem Gulfstream-Privatjet eine Bruchlandung hin. Er und seine Frau erleiden leichte Verletzungen. Zwei weitere Mitreisende kommen mit dem Schrecken davon.

Am 1. November verfolgt die Weltöffentlichkeit die wohl spektakulärste Landung des Jahres: Beim Rückflug aus New York versagt bei einer Maschine der staatlich-polnischen Flugesellschaft LOT das Fahrgestell. Der Pilot kündigt am Flughafen Warschau eine Bauchlandung an.

Dem Piloten Tadeusz Wrona bleibt nur ein einziger Versuch: ...

... Er muss die mehr als 90 Tonnen schwere Maschine mit 220 Passagieren und zehn Besatzungsmitgliedern an Bord direkt auf den Triebwerken aufsetzen und möglichst schnell zum Stillstand bringen.

Die Rettungskräfte hoffen, dass der Rumpf der Maschine den Belastungen standhält. Dem LOT-Piloten gelingt eine fliegerische Glanzleistung: ...

... Mit bis zum Anschlag ausgefahrenen Bremsklappen setzt die Boeing 767-300ER sanft und wie nach dem Lehrbuch auf dem vorbereiteten Schaumteppich auf. Niemand wird verletzt.

Am Tag nach der meisterhaften Landung liegt der havarierte Jet noch immer am Rand der Piste. Techniker inspizieren den Rumpf - und geben die Maschine schließlich auf.

Mit diesem Bild endet die ungewöhnlich lange unfallfreie Phase der zivilen Luftfahrt: Eine Tupolew Tu-134A-3 kommt bei der Landung im dichten Nebel im kirgisischen Osch viel zu hart auf, überschlägt sich und verliert ihre rechte Tragfläche.

Obwohl das Flugzeug auf dem Dach liegend Feuer fängt, können alle 82 Passagiere und die gesamte sechsköpfige Besatzung der Katastrophe lebend entkommen.

Mit diesem erstaunlichen Vorfall endet das bislang sicherste Jahr der kommerziellen Luftfahrt. Unfallstatistiker sehen den seit Jahren anhaltenden Trend bestätigt: ...

Die Zahl der Flugzeugunglücke mit Todesfolge geht weltweit immer weiter zurück - und das, obwohl die Zahl der Flugbewegungen immer weiter zunimmt. Damit bleibt Fliegen bei Weitem sicherer als zum Beispiel Autofahren.

Zur Erinnerung: Allein in Deutschland kommen im Straßenverkehr Jahr für Jahr noch deutlich mehr als 3000 Menschen zu Tode. Doch Angst vorm Fahren haben deshalb nur wenige.

(Quellen: Jacdec, Iata, Flight Safety Foundaton / Text: Martin Morcinek / Stand: Januar 2012)

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