Verbitterung gehört nicht zum Repertoire des Leo Kirch. Über Jahrzehnte galt er als Medienzar Deutschlands - vor achtzig Jahren, am 21. Oktober 1926, wurde er geboren.Bild 1 von 28 "Der Herr hat's gegeben, der Herr hat's genommen", sagte der Katholik Kirch nach dem Zusammenbruch seines Medienimperiums vor vier Jahren.Bild 2 von 28 An Bissfestigkeit fehlte es Kirch dabei nie, das beweist er noch heute in seinem Feldzug gegen die Deutsche Bank. Doch immer schön der Reihe nach...Bild 3 von 28 Kirchs Heimat ist ein kleines Winzerdorf nahe der Mainschleife in Unterfranken.Bild 4 von 28 Nach dem Abitur studiert er Betriebswirtschaft und Mathematik, zunächst an der Uni Würzburg (Bild), später in München.Bild 5 von 28 Sein erster Coup als Filmhändler ist der Streifen "La Strada" des italienischen Starregisseurs Federico Fellini (hier rechts mit Schauspielerin und Ehefrau Giulietta Masina). Wie kolportiert wird, hat Kirch den Film einst persönlich in Italien abgeholt.Bild 6 von 28 Mit ihm begann, was Jahrzehnte darauf in einem gigantischen Lager von 15.000 Filmen und 40.000 Serienstunden seinen Höhepunkt fand.Bild 7 von 28 In den unzähligen Fächern befanden sich unter anderem Filmklassiker wie "Casablanca".Bild 8 von 28 Wie kaum ein Zweiter verstand es Kirch, ein undurchsichtiges Firmen- und Beteiligungsgeflecht zu weben, das für Außenstehende kaum zu durchschauen war.Bild 9 von 28 In den achtziger Jahren startete er den ersten Privatsender Sat.1, heute Teil der Senderkette ProSiebenSat.1, ...Bild 10 von 28 und steigt beim Axel-Springer-Verlag als Großaktionär ein (hier mit Verlagserbin Friede Springer).Bild 11 von 28 In illustrer Runde samt dem ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker feiert der sonst medienscheue Kirch den 50. Geburtstag des Springer-Verlags.Bild 12 von 28 Regelrechte Unsummen investiert Kirch in den Ausbau des Digital- und Bezahlfernsehens.Bild 13 von 28 Während der erste Digitalsender DF1 schnell in der Versenkung verschwand, ...Bild 14 von 28 ... ist der Pay-TV-Sender Premiere heute börsennotiert.Bild 15 von 28 Kirch investierte große Summen in die Übertragungsrechte für die Fußball-Bundesliga, die Schulden häuften sich.Bild 16 von 28 "Was alles man darüber hören und lesen kann ist ja, dass der Finanzsektor nicht bereit ist, auf unveränderter Basis Fremd- oder Eigenmittel zur Verfügung zu stellen."Bild 17 von 28 Mit diesen Worten löste der damalige Deutsche-Bank-Chef Rolf Breuer ein mediales Erdbeben aus. In Kirchs Augen war dies der Anfang vom Ende seines Medienimperiums.Bild 18 von 28 Auch Kirchs Verbindungen wie etwa zum damaligen Medienpolitiker Kurt Beck, ...Bild 19 von 28 ...Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (gemeinsam mit Premiere-Chef Georg Kofler), ...Bild 20 von 28 oder seinem Duz-Freund und Alt-Kanzler Helmut Kohl können nicht verhindern, dass aus dem Kirch-Imperium, gemessen am Schuldenberg, die größte Unternehmenspleite der Republik wird.Bild 21 von 28 Seitdem stehen bei Kirch die Deutsche Bank und Aufsichtsratschef Breuer sowie Konzernchef Ackermann auf der Abschussliste.Bild 22 von 28 Kirch überzog sie mit Klagen, ...Bild 23 von 28 und erzielte vor dem Bundesgerichtshof einen Teilsieg im Prozess um Schadenersatz, ...Bild 24 von 28 was Breuer schließlich seinen Vorsitz des Aufsichtsrates der Bank kostet.Bild 25 von 28 Kirchs neuester Coup ist die wenige Tage alte Strafanzeige gegen Ackermann im Mannesmann-Verfahren wegen Anstiftung zur Untreue in einem besonders schweren Fall.Bild 26 von 28 Das Firmenreich des einstigen Medienzaren ist lautstark zerfallen, ...Bild 27 von 28 ...doch finanzielle Sorgen muss man sich um das Geburtstagskind nicht machen: Noch immer ist Kirch unter den 300 reichsten Deutschen. Wenn das kein Trost ist...Bild 28 von 28