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Madoffs Scherbenhaufen: Opfer stehen Schlange

 
Madoffs Scherbenhaufen: Opfer stehen Schlange

Lange Zeit galt es als Privileg, zu den Kunden von Bernard Madoffs Investmentfirma zu gehören. Wer es in den exklusiven Zirkel geschafft hatte, der freute sich auf exorbitante Renditen.

Doch diese Zeiten sind vorbei. Ein New Yorker Konkursgericht veröffentlichte eine Liste mit tausenden Kunden des Ex-Brokers, der nach eigenen Angaben durch ein Schneeball-System einen Schaden von satten 50 Milliarden Dollar angerichtet hat.

Ruth Madoff ist natürlich auch betroffen - sie wird inzwischen von der Gesellschaft geschnitten.

Das Penthouse des Ehepaars Madoff ...

... und ihre Strandvilla.

Und natürlich ihre Yacht.

Das alles wird jetzt mit großem Argwohn betrachtet.

Insgesamt finden sich auf der Liste 13.567 Namen - 84 Namen auf jeder der mehr als 160 Seiten. Demokratisch sortiert nach Vornamen.

Die Aufstellung zum wohl größten Betrugsfall der Finanzgeschichte listet nicht die investierten Summen auf. Außerdem finden sich aktuelle und ehemalige Kunden, gelegentlich stehen dort auch die Namen der Treuhänder und nicht die der betroffenen Investoren.

Doch die Menge der Namen veranschaulicht die Dimension des gigantischen Schneeballsystems. Zu den Opfern gehören Immobilien-Unternehmer, Sport-Stars, prominente Schauspieler, Politiker und Top-Manager.

Auch Banken, Hedgefonds...

... Museen, Hochschulen, Stiftungen und Wohltätigkeitsorganisationen sind aufgeführt.

Wie sich viele Betroffene fühlen, brachte ein Investor auf den Punkt, als er von einem "schmerzhaften und peinlichen" Verlust sprach.

Ein anderer sprach von einem unfassbaren Skandal. "Keiner wusste es. Es gab keine Möglichkeit, dem Kerl auf die Schliche zu kommen."

Während sich einige gelassen geben ("Gott sei Dank haben wir nur Geld verloren"), schäumen andere vor Wut. Ein paar der Madoff-Kunden haben nach eigenen Angaben ihre gesamten Ersparnisse, ihre komplette Altersvorsorge verloren.

Ein kleiner Trost: Madoff machte auch vor seiner Familie nicht halt. Auf der Liste finden sich seine Frau Ruth und seine beiden Söhne - und deren Kinder.

Pikanterweise taucht auch der Name seines derzeitigen Anwalts Ira Sorkin auf.

Ebenso wie die Namen einiger Mitarbeiter, die möglicherweise im schicken Bürokomplex genauso ahnungslos waren wie die anderen Investoren.

Hollywood-Star John Malkovich steht auch auf der Liste. Gemeinsam mit ...

... Talkmaster Larry King ...

... und Schauspieler Kevin Bacon.

Nicht auf der Liste steht Zsa Zsa Gabor, die nach eigenen Angaben aber 10 Mio. Dollar bei Madoff investiert hatte.

Zahlreiche Stiftungen sind dagegen aufgeführt, beispielsweise die des Friedensnobelpreisträgers und Holcaust-Überlebenden Eli Wiesel. Die Stiftung hatte Madoff fast ihr gesamtes Vermögen von rund 15 Millionen Dollar anvertraut.

Auch Städte und Gemeinden haben Geld bei Madoff angelegt, so auch Fairfield im Bundesstaat Connecticut.

Die renommierte New Yorker Columbia-Universität findet sich auch auf der Liste.

Die "Wunderkinder Foundation" von Steven Spielberg investierte ebenfalls Geld in das Madoff-System.

Genauso wie die "Kissinger Family Foundation", geführt von Henry Kissingers Bruder Walter.

Amerikanische Sportler sind ebenfalls vertreten, beispielsweise die Baseball-Legende Sandy Koufax.

Der Besitzer des Baseball-Teams New York Mets, Fred Wilpon, gehört auch dazu.

Ebenso wie der demokratische Senator des US-Bundesstaats New Jersey, Frank Lautenberg.

Und die Erben des Country-Sängers John Denver.

All das Vermögen, das sichergestellt wird, fließt in einen Fonds und wird dann an die Opfer von Madoff ausgezahlt. Der Großteil der Investitionen hat sich jedoch in Luft aufgelöst.

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