Die Bilder von der somalischen Küste schocken und faszinieren gleichzeitig.Bild 1 von 63 Mit kleinen Booten und einer bis an die Zähne bewaffneten Mannschaft werden riesige Schiffe in Bedrängnis gebracht, ...Bild 2 von 63 ... Besatzungsmitglieder als Geiseln genommen, ...Bild 3 von 63 ... und horrende Lösegeldsummen verlangt - ...Bild 4 von 63 ... wie beim größten Piratencoup moderner Zeiten, der Entführung des Supertankers "Sirius Star".Bild 5 von 63 Die Piraten verhandeln derzeit um eine Freigabe des mit rund zwei Mio Barrel Rohöl beladenen Schiffs. Im Gespräch ist offenbar ein Lösegeld in Höhe von 25 Mio. Dollar.Bild 6 von 63 Doch was hat der Supertanker mit Otto Normalverbraucher zu tun?Bild 7 von 63 Doch auch nicht mehr als die Piraten aus Film ...Bild 8 von 63 ... und Fernsehen, oder?Bild 9 von 63 Falsch gedacht. Die wachsende Piraterie wird sich auch im Supermarkt um die Ecke spürbar niederschlagen.Bild 10 von 63 Denn die Überfälle machen die Versicherungen für Schiffe teurer ...Bild 11 von 63 ... und in Folge steigen auch die Kosten für die Waren im Supermarkt.Bild 12 von 63 "Das ist ein Dominoeffekt für die Konsumenten", erklärt Clive Washbourne vom Spezial-Versicherer Beazley at Lloyd's.Bild 13 von 63 "Wenn die Zahl der Attacken und Lösegeldforderungen zunimmt, dann steigen auch die Versicherungsraten. Diese würden die Schiffseigner den Unternehmen aufschlagen, die die Schiffe chartern.Bild 14 von 63 Diese wiederum werden ihre Kosten an die Verbraucher weiterreichen."Bild 15 von 63 Nach Angaben der Denkfabrik Chatham House sind die Versicherungsprämien für Schiffe, die durch den Golf von Aden und den Suez-Kanal fahren, in den vergangenen Monaten um das Zehnfache gestiegen.Bild 16 von 63 Andere Schiffe meiden Chatham House zufolge nun die Strecke und fahren kostspielige Umwege.Bild 17 von 63 Dies verteuere Waren und Öl aus Asien und dem Nahen Osten. Pro Jahr fahren 16.000 Schiffe durch den Golf vor der Ostküste Afrikas.Bild 18 von 63 Eine Passage für einen Tanker kostet etwa 400.000 Euro.Bild 19 von 63 Insgesamt liegen die täglichen Kosten für Tank- und Containerschiffe bei ungefähr 80.000 Euro.Bild 20 von 63 Rechnet man für die Afrika-Umrundung nun mit etwa 10 Tagen, ergibt das 800.000 Euro minus den Kosten für die Suez-Passage.Bild 21 von 63 Ein Nullsummenspiel, möchte man meinen. Dennoch lohnen sich die Umwege für die Reedereien.Bild 22 von 63 Denn nach Zahlen der weltweit wichtigsten Meldestelle für Piratenattacken in Malaysia gab es in den ersten neun Monaten des Jahres weltweit 199 Piratenüberfälle.Bild 23 von 63 115 Schiffe wurden geentert, 31 gekapert und 16 Matrosen ermordet.Bild 24 von 63 Neben den menschlichen Tragödien, kommt jeder Tag, den die Schiffe in der Hand der Entführer sind, die Reedereien teuer zu stehen.Bild 25 von 63 Bei dem Versicherer Hiscox ist wegen der zunehmenden Piraten-Überfälle die Nachfrage nach Spezialversicherungen extrem angestiegen.Bild 26 von 63 Mit der Hiscox- "Kidnap & Ransom"- Versicherung (Entführung & Lösegeld) können sich die Reederei nämlich gegen alle durch Piraten verursachte Schäden absichern.Bild 27 von 63 Inklusive der Kosten für die Übergabe des Lösegelds und die Beratung der Crew.Bild 28 von 63 Ein offenbar zunehmend lohnendes Geschäft, auch wenn man sich beim Hiscox nicht in die Karten schauen lassen will, wie lohnend.Bild 29 von 63 Das sei so ein sensibles Thema, dass man da keine Zahlen nennen könne, erklärte ein Pressesprecher gegenüber n-tv.de.Bild 30 von 63 Grund für die zunehmende Piraterie ist das nicht zu bremsende Wachstum des Seehandels.Bild 31 von 63 Mit dem Transport über den Seeweg wird in Zeiten der globalen Vernetzung über 90 Prozent des grenzüberschreitenden Warenhandels abgewickelt.Bild 32 von 63 Nach vorläufigen Zahlen wurden 2007 7,57 Mrd. Tonnen über die Ozeane transportiert. Zum Vergleich: 1980 waren es lediglich 3,60 Mrd. Tonnen. (Quelle: Fearnleys)Bild 33 von 63 Ein lohnendes Feld, denn wie "Wikipedia" zu definieren weiß, kommt Piraterie schon seit Urzeiten vor allem dort vor, "wo der Seehandel ein ausreichend großes Aufkommen erreicht" ...Bild 34 von 63 ... und gleichzeitig: "die Intensität der Überwachung und Bekämpfung ein bestimmtes Maß im Verhältnis zur Küstenlänge nicht überschreitet" ...Bild 35 von 63 ... und schließlich "ein Teil der Bevölkerung in der Piraterie eine lohnende Alternative zu anderen Beschäftigungen sieht."Bild 36 von 63 Zu eins: Das ausreichend große Aufkommen dürfen wir als gesichert annehmen.Bild 37 von 63 Zu zwei: Die Intensität der Überwachung ist aktuell das globale Thema nach der Finanzkrise.Bild 38 von 63 Denn sowohl die USA als auch Russland und nicht zuletzt Deutschland wollen sich nicht länger damit abfinden, die Piraten nur beobachten, aber nicht verfolgen oder festnehmen zu können. (Fregatte "Emden")Bild 39 von 63 "Die Deutsche Marine darf die Piraten nur erschrecken", ätzt es in den deutschen Medien. Es müsse ihnen jedoch mit Gewalt begegnet werden, so wie es die indische Marine vorgemacht habe.Bild 40 von 63 Die Vorraussetzungen sind gegeben, denn seit Juni 2008 wird Piraterie als kriegerische Handlung eingestuft, gegen die die Weltgemeinschaft nun vorgehen will. (Im Bild: Der Präsident des European Defence Council, Herve Morin)Bild 41 von 63 Doch werden sie einiges aufbringen müssen, um die Piraterie einzudämmen, denn das Geschäft ist einfach zu lohnend.Bild 42 von 63 Damit kommen wir zu Teil 3 der Definition: Die Alternative zu anderen Beschäftigungen.Bild 43 von 63 In Puntland im Norden Somalias sind die Piraten für die Küstenbewohner wahre Helden.Bild 44 von 63 "Sie haben die schönsten Frauen, die schnellsten Autos und die besten Waffen", heißt es.Bild 45 von 63 Die ganze lokale Wirtschaft der halbautonomen Region wird durch die Piraten in Gang gebracht.Bild 46 von 63 Auf bis zu 30 Mio. Dollar werden die Einnahmen geschätzt.Bild 47 von 63 Während in überwiegenden Teilen Somalias die Bevölkerung nach Jahrzehnten Bürgerkrieg Hunger leidet, ...Bild 48 von 63 ... gibt es für die Piraten und ihre Helfershelfer Häuser, Autos, Restaurants.Bild 49 von 63 Gleichzeitig sehen sich die Piraten selbst als eine Art moderne Robin Hoods.Bild 50 von 63 Sie kämpfen gegen "Ausländer, die unsere Gewässer vergiften und unsere Ressourcen stehlen."Bild 51 von 63 Unter solchen Voraussetzungen dauert das Anheuern nicht lange.Bild 52 von 63 Und was die in Aussicht stehende Bestrafung angeht: Die puntländische Regierung hat zwar inzwischen die Todesstrafe für Piraterie eingeführt, ...Bild 53 von 63 aber noch kein Todesurteil vollstreckt.Bild 54 von 63 Solange das Elend in Somalia nicht eingedämmt wird, wo hunderte Menschen auf der Flucht aus Mogadischu sterben, werden die ...Bild 55 von 63 ... Piraten weiter Volkshelden sein und keine Nachwuchsprobleme haben.Bild 56 von 63 Auch Kriegsschiffe werden sie vermutlich nur punktuell aufhalten können.Bild 57 von 63 Denn die modernen Piraten haben, wie ihre historischen Vorbilder, nichts zu verlieren.Bild 58 von 63 Daher drängen Experten auf eine Lösung, die vor allem Hilfe für die notleidende Bevölkerung vorsieht.Bild 59 von 63 Somalia brauche eine staatliche Ordnung, das Piratengewerbe müsste durch andere Jobs unattraktiv gemacht werden ...Bild 60 von 63 ... und eine somalische Küstenwache müsste die Überwachung übernehmen.Bild 61 von 63 Denn ohne Stabilität und Frieden wird es keine langfristige Lösung geben, ...Bild 62 von 63 ... auch nicht für die westliche Wirtschaftsgemeinde. (Text: Samira Lazarovic, alle Bilder: rts, pa)Bild 63 von 63