Bilderserie
Mittwoch, 29. Dezember 2010

Prognosen und Perspektiven: Was 2011 auf die Dax-Riesen wartet

Bild 2 von 159
Erreichen will Adidas dies aus eigener Kraft und damit ohne Zukäufe. (Foto: REUTERS)

Erreichen will Adidas dies aus eigener Kraft und damit ohne Zukäufe.

Adidas hat sich für 2011 ehrgeizige Wachstumsziele gesetzt. So will der nach dem US-Konzern Nike zweitgrößte Sportartikelhersteller schneller wachsen als der Markt, der Gewinn soll überproportional steigen.

Erreichen will Adidas dies aus eigener Kraft und damit ohne Zukäufe.

In einem Jahr ohne große Sportereignisse wie Fußballweltmeisterschaften der Männer oder Olympischen Spielen setzt Adidas dabei auch auf die lange Zeit schwächelnde US-Marke Reebok. Deren Profilierung auf Training und Fitness soll weiter geschärft werden.

Ein Problem sieht der Vorstandsvorsitzende Herbert Hainer in steigenden Lohn- und Beschaffungskosten. Auch Währungsschwankungen dürften belasten. Jedoch ist der Manager zuversichtlich, diese negativen Effekte ausgleichen zu können.

Adidas, 1 Jahr

Die Allianz könnte erstmals seit mehreren Jahren den operativen Gewinn wieder über die Marke von 8 Mrd. Euro steigen. Vor der Finanzmarktkrise hatte der Münchener Konzern 2007 operativ 10,9 Mrd. Euro Gewinn verbucht.

Die Verbesserungen im operativen Geschäft dürften vor allem aus Zuwächsen in der wichtigsten Konzernsparte Schaden- und Unfallversicherung resultieren - vorausgesetzt, Europas größtem Versicherungskonzern gelingen hier Preis- und Effizienzsteigerungen.

Auf dem Heimatmarkt Deutschland stehen die Zeichen dabei nicht sehr günstig für Preiserhöhungen. Besonders in der Autohaftpflichtversicherung hat der Marktführer seit Jahren mit der großen Konkurrenz zu kämpfen. In vielen anderen Märkten wie Großbritannien, Frankreich, Italien und Australien konnten hingegen zuletzt Preiserhöhungen durchgesetzt werden.

In der zweitgrößten Sparte Personenversicherung wird das Versicherungsgeschäft wohl von den absehbaren Zuwächsen im Neukundengeschäft profitieren. Besonders das Geschäft in den Schwellenländern wird in den kommenden Jahren voraussichtlich solide Wachstumszahlen präsentieren.

Das Kapitalanlageergebnis wird hingegen auch im kommenden Jahr durch das Niedrigzinsumfeld begrenzt bleiben. Davon unberührt sollte der Bereich Asset Management weiter zulegen. Kosten aus der Übernahme und Integration des US-Vermögensverwalters Pimco werden nämlich zunehmend in den Hintergrund treten.

Allianz, 1 Jahr

Der weltweit größte Chemiekonzern BASF hat nach anvisierten Rekordwerten bei Umsatz und bereinigtem operativen Ergebnis im laufenden Jahr auch für 2011 Wachstum im Blick.

Schon Ende Oktober 2010 hatte BASF-Chef Jürgen Hambrecht 2011 zum Wachstumsjahr erklärt. Seiner Einschätzung nach wird sich aufgrund der hohen Vorjahresbasis die Wachstumsdynamik im kommenden Jahr jedoch abschwächen.

Zudem könnte nach Einschätzung von Analysten unter anderem das Auslaufen staatlicher Konjunkturprogramme und weltweite Kapazitätsausweitungen in der Chemieindustrie die Nachfrage nach Chemieprodukten der BASF etwas dämpfen.

Um weiteres organisches Wachstum zu generieren, ist BASF weltweit allerdings nach Ansicht von Analysten hervorragend positioniert und arbeitet zudem weiter an der Erhöhung der Schlagkraft. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Portfolioverbesserungen, Restrukturierungen und Effizienzsteigerungen sowie auf Produktinnovationen und den Ausbau der Geschäfte in Wachstumsmärkten. Auch selektive Zukäufe könnten das Wachstum unterstützen.

Die führende Stellung von BASF auf dem Weltmarkt in vielen Produktgruppen sollte dem Unternehmen auch 2011 eine gute Nachfrage bescheren. Die mittelfristigen Ziele halten Analysten vor diesem Hintergrund weiter für gut erreichbar. Das jährliche Wachstum des Chemiemarktes will BASF um zwei Prozentpunkte übertreffen. Die EBITDA-Marge soll bis 2012 bei 18 Prozent liegen, nach 14,6 Prozent im Krisenjahr 2009.

BASF, 1 Jahr

"Mehr Innovation, weniger Administration" -- dieses Motto hat sich der neue Bayer-Vorstandsvorsitzende Marijn Dekkers auf die Fahnen geschrieben. Beweglicher und schlanker möchte der Niederländer den Konzern machen. Dazu will er Forschung und Entwicklung vorantreiben und die Aktivitäten in den Schwellenländern erheblich ausbauen.

"Wir werden auch in Zukunft hohe Summen in unser Wachstum investieren - insbesondere in die Pharma-Forschungs- und Entwicklungspipeline, in den Bereich BioScience sowie in den Ausbau unserer Kapazitäten in Asien", sagte Dekkers. Die notwendigen Mittel sollen nebem dem Umschichten von Ressourcen auch aus einem Spar- und Effizienzprogramm kommen, welches auch den Abbau von mehr als 1.000 Stellen in Deutschland vorsieht.

Größter Pharma-Hoffnungsträger Bayers ist der Blutgerinner "Xarelto", bei dem der Konzern mehrere erfolgreiche Phase-III-Ergebnisse erzielte und dem ein potenzielles Umsatzwachstum von mehr als 2 Mrd. Euro jährlich zugetraut wird.

Bei CropScience sollen ebenfalls mehrere neue Produkte auf den Markt kommen. Aber auch in das Kunstoffgeschäft MaterialScience soll investiert werden, vor allem in China, um die anhaltend starke Nachfrage in der Region zu befriedigen.

Wachsen will Bayer dabei vor allem organisch, schließt aber auch Zukäufe nicht aus, wenn sich die Möglichkeit dazu bietet.

Bayer, 1 Jahr

Beiersdorf setzt im kommenden Jahr seine Neuausrichtung fort und legt deswegen eine Wachstumspause ein. Bereits Ende 2010 hatte das Unternehmen für ein mehrjähriges Programm 270 Mio. Euro zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit in seiner größten Sparte Consumer zur Verfügung gestellt. Von dieser Summe sollen 150 Mio. Euro im kommenden Jahr ausgegeben werden.

Geplant sind neben der Konzentration auf die großen Marken auch eine Bereinigung des Sortiments und das verstärkte Engagement in den Wachstumsregionen. So verabschiedet sich der Konzern in Deutschland von seinem Geschäft mit der dekorativen Kosmetik.

Den regionalen Fokus legt Beiersdorf für die Kosmetiksparte auf China, Russland, Brasilien und die USA. In China sollen sich die Investitionen der Vorjahre auszahlen und Umsatz und Gewinn des 2007 übernommenen Herstellers von Haarpflege- und Stylingmarken kräftig steigen.

Für das Jahr 2011 rechnet der Vorstand wegen der Kosten für die Neustrukturierung nicht mit einer Steigerung des Umsatzes. Erst 2012 will der Hamburger Konsumgüterhersteller wieder beim Umsatz zulegen und dann auch gleich schneller als der Markt wachsen. Den operativen Gewinn sieht der Konzern 2011 ebenfalls wegen der Investitionen rückläufig.

Beiersdorf

Für BMW wird auch 2011 die Entwicklung vom weiteren Wachstum in China abhängen, das bei den Premiumautoherstellern bereits 2010 für eine rasante Erholung gesorgt hat.

Viele Branchenexperten erwarten zwar eine Abschwächung der in diesem Jahr teilweise dreistelligen prozentualen Wachstumsraten bei den Premiumherstellern in China, mittel- bis langfristig sehen sie in der Volksrepublik aber weiterhin enorme Potenziale. Daher haben sämtliche Hersteller ihre Produktionskapazitäten vor Ort deutlich ausgeweitet und kräftig in die Vertriebsnetze investiert.

Mit Interesse wird auch die Entwicklung der Münchener auf dem wichtigen US-Markt verfolgt. Im Zuge der Finanzkrise war der BMW-Absatz in den USA erodiert. Umfangreiche Risikoaufwendungen besonders in Verbindung mit dem Leasinggeschäft hatten den Münchenern zusätzlich die Bilanz verhagelt.

Aus den Erfahrungen einer zu großen Abhängigkeit von einem einzelnen Markt haben die Bayern ihre Lehren gezogen: Beinahe gebetsmühlenartig ließ das Management um den Vorstandsvorsitzenden Norbert Reithofer in den vergangenen Monaten wissen, wie wichtig ein ausbalanciertes Absatzverhältnis zwischen Europa, den USA und Asien sei.

In Europa und vor allem Deutschland dürfte sich die in den vergangenen Monaten spürbare Erholung auch im nächsten Jahr fortsetzen. In vielen europäischen Ländern war der Markt in der Krise durch Abwrackprämien künstlich angeheizt worden, was in diesem Jahr vor allem Volumenherstellern zu schaffen machte, da die Nachfrage nach dem Auslaufen der Programme deutlich sank.

Im Fokus könnte 2011 auch Russland stehen. Der Markt war auf bestem Weg, Deutschland als größten Einzelmarkt Europas abzulösen, brach in der Finanzkrise aber um die Hälfte ein. In den vergangenen Monaten nahm das Interesse russischer Konsumenten an neuen Oberklasseautos aber wieder deutlich zu und viele westliche Autohersteller stärken derzeit ihre Präsenz vor Ort, um sich auf weiteres Wachstum vorzubereiten.

BMW, 1 Jahr

Die Commerzbank wird sich 2011 für die Rückzahlung der Staatshilfe rüsten und aller Voraussicht nach bereits in der ersten Jahreshälfte eine milliardenschwere Kapitalerhöhung platzieren. Davon gehen Investmentbanker aus, nachdem die teilverstaatlichten Bank bislang den Weg an die Kapitalmärkte wegen des zu niedrigen Aktienkurses vermieden hat.

Spätestens 2012 will Vorstandschef Martin Blessing mit der Rückzahlung der Staatshilfen beginnen, und er hat bis dahin alle Hände voll zu tun. Die Kapitalerhöhung, die in zwei Schritten kommen könnte, ist dabei nur eine der Maßnahmen auf dem Weg in die Ent-Staatlichung.

Eine Herkulesaufgabe ist auch die Reduzierung der Risiken. Um diese zu senken, hat die Bank bereits umfangreiche Maßnahmen bei ihrer Tochter Eurohypo beschlossen, die 2011 ihre Wirkung weiter entfalten sollen. Damit will die Commerzbank ihre Tochter nicht zuletzt auch für einen Verkauf in Position bringen. Denn als EU-Auflage für die Staatshilfen in Milliardenhöhe muss die teilverstaatlichte Bank die Eurohypo bis Ende 2014 verkaufen.

Die Commerzbank hatte sich auf dem Höhepunkt der Finanzkrise am Kauf der Dresdner Bank verhoben und musste vom Bund insgesamt mit 18,2 Mrd. Euro gestützt werden. Seitdem hält der Bund 25 Prozent plus eine Aktie des Kapitals in Form einer stillen Einlage.

Commerzbank, 1 Jahr

Nachdem 2010 für Daimler ganz im Zeichen des Aufschwungs bei den Luxusautos stand, dürften die Stuttgarter nach der schwersten Krise der Nutzfahrzeugbranche im kommenden Jahr vom Comeback der Lastkraftwagen profitieren. Der weltgrößte Nutzfahrzeug-Hersteller setzt dabei vor allem auf die Wachstumsmärkte.

Nach jahrelangen Verhandlungen und zahlreichen Rückschlägen darf Daimler im boomenden China endlich selbst Lkw bauen. Die chinesische Regierung hat die bereits vor zwei Jahren vereinbarte Koproduktion mit dem chinesischen Hersteller Beiqi Foton Motor kürzlich abgesegnet.

Immer wieder wird auch spekuliert, dass die Stuttgarter ihren 11-prozentigen Anteil am russischen Hersteller Kamaz weiter aufstocken. In Indien sollte der Motorradhersteller Hero den Türöffner für Daimler spielen. Der Partner sprang jedoch 2009 ab, so dass Daimler nun alleine vorankommen muss. In Brasilien nutzen die Schwaben eine unausgelastete Pkw-Fabrik, um die Produktion ihres Flaggschiffs Mercedes-Benz Actros hochzufahren.

Daimler

Eine starke Kapitalbasis und die Integration der Postbank stehen 2011 ganz oben auf der Agenda der Deutschen Bank.

Den Milliardenkauf des Bonner Instituts konnten die Frankfurter nur mit einer üppigen Kapitalerhöhung stemmen. Nun soll sich die Übernahme mit Hilfe von Synergien in Milliardenhöhe rechnen. Unabhängig von den geplanten Einsparungen soll die Postbank dabei ihr eigenes Markenprofil behalten.

Priorität hat für Vorstandschef Josef Ackermann zudem die Kapitalstärke der Deutschen Bank, denn schon bis 2013 will das Finanzinstitut die jüngst verschärften Kapitalvorschriften erfüllen, die für die Branche insgesamt erst 2018 verbindlich werden.

Das soll aber nicht auf Kosten der Kreditvergabe geschehen. Vielmehr will die Deutsche Bank wieder mehr Geld an den Mittelstand verleihen und damit ihr Mittelstandsgeschäft ausbauen.

Deutsche Bank

Bei der Deutschen Börse werden im kommenden Jahr die guten Nachrichten wohl vor allem von der Derivateseite kommen. Da die Finanzkrise auch 2011 die Schlagzeilen bestimmen wird, sollten dank des lebhaften Handels mit Zinsderivaten wie dem Bund-Future vor allem an der Eurex die Umsätze weiter steigen.

Hingegen wird der Aktienhandel auf dem Xetra-System unverändert mit der Unsicherheit der Anleger und damit mit schwankenden Umsätzen zu kämpfen haben.

Neben dem Eurex-Handel könnte zugleich auch die zur Eurex gehörende ISE mit guten Nachrichten aufwarten. Der anhaltende Abwärtstrend könnte endlich seinen Boden finden und vielleicht sogar ersten Erholungstendenzen Platz machen, nachdem die teuer eingekaufte US-Derivatebörse 2009 und 2010 in erster Linie mit Abschreibebedarf von sich reden machte.

Ob die Deutsche Börse in diesem und anderen Geschäftsbereichen von einer weiteren Erholung der Handelsaktivität berichtet, wird jedoch nicht nur vom Geschick des Vorstands abhängen. Eine wichtige Rolle spielt die weitere Regulierung des Wertpapierhandels. So gilt ein Reformbedarf der Finanzmarktrichtlinie MiFID als ausgemacht.

Zugleich könnten die Behörden Vorschriften für den computergesteuerten Handel erlassen, um heftige Kursstürze wie den so genannten "Flash Crash" zu vermeiden, der in den USA Anfang Mai für Aufregung sorgte.

Deutsche Börse, 1 Jahr

Die Deutsche Post will im kommenden Jahr an ihre positive Ergebnisentwicklung anknüpfen. Treiber soll die Sparte DHL sein, wo der Bonner Konzern neue Kundengruppen aus unterschiedlichen Branchen an sich binden will.

Im Briefbereich erwartet die Deutsche Post dagegen stabile Ergebnisbeiträge. Die rückläufigen Volumina im klassischen Briefversand will der Vorstand dabei mit seinem im Sommer eingeführten E-Postbrief und anderen Innovationen ausgleichen.

Die geplante Steigerung von Umsatz und Ergebnis auf Konzernebene soll aus eigener Kraft und damit ohne größere Zukäufe erreicht werden. Der Konzern ist in den Augen des Managements mittlerweile sehr gut aufgestellt, die Restrukturierungen der vergangenen Jahre, vor allem im US-Geschäft, sind fast abgeschlossen. So sollen auch 2011 keine um Einmaleffekte bereinigten Zahlen mehr in der Rechnungslegung auftauchen.

Bis zum Jahr 2015 will der Logistiker noch weiter wachsen und Umsatz und Ergebnis deutlich steigern. Spätestens am Ende dieser Zeitspanne will die Deutsche Post profitabler als ihre Mitbewerber sein. Neue Produkte, neue Kundengruppen und der Ausbau der Marktposition in Wachstumsmärkten und Industriesektoren sollen dies möglich machen.

Deutsche Post, 1 Jahr

Die Deutschen Telekom wird im kommenden Jahr grundsätzlich vor denselben Herausforderungen stehen wie schon 2010.

Die größte Baustelle dürfte weiter T-Mobile USA sein, wo inzwischen strukturelle Probleme der Telekom offen zu Tage treten - im Gegensatz zu Südosteuropa, wo die Telekom vor allem unter der schwachen Konjunktur in einigen Ländern leidet. Zudem ist offen, ob der Dax-Konzern die zuletzt erfreuliche Entwicklung in Deutschland auch 2011 fortführen kann.

Die größte Aufgabe für T-Mobile USA ist laut Telekom-Chef René Obermann, die Abwanderung von Vertragskunden zu stoppen. Im dritten Quartal gingen dem Unternehmen hier netto 60.000 Kunden verloren.

Die Nummer Vier am US-Mobilfunkmarkt kämpft aufgrund starken Wettbewerbs seit einiger Zeit mit Gegenwind, und auch vermehrte Investitionen in Kundengewinnung bzw. -bindung haben sich bisher noch nicht nachhaltig in Wachstum niedergeschlagen.

Daneben stellt sich den USA die Frage, auf welche Art und Weise die Telekom beim künftigen Ausbau superschneller Mobilfunknetze mit hohen Übertragungsraten mit der Konkurrenz mithalten will. T-Mobile USA hat hier aufgrund der derzeitigen Verteilung des Netzspektrums einen Nachteil. Spannend dürfte es bereits zu Jahresbeginn werden: Da will Obermann eine neue Strategie für den US-Markt vorstellen.

Deutsche Telekom, 1 Jahr

Beim Energiekonzern Eon wird 2011 das große Aufräumen weitergehen. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren Speck angesetzt, aber mit dem Wohlstandsbauch ist auch der Schuldenberg gewachsen. Der neue Vorstandsvorsitzende Johannes Teyssen will den Konzern verschlanken -- und dann zu größeren Sprüngen ansetzen, über die europäischen Grenzen hinaus.

Die Diät ist zweigleisig angelegt. Zum einen wurde das Desinvestitionsprogramm aufgestockt. Bis Ende 2013 sollen weitere 15 Mrd. Euro durch Veräußerungen eingenommen werden. Nach dem Verkauf der Gazprom-Anteile Anfang Dezember könnte es schon im nächsten Jahr zu weiteren Verkäufen kommen, etwa beim britischen Stromnetz oder bei der Tochter Ruhrgas. Dem Management zufolge stehen alle Bereiche auf dem Prüfstand.

Auf der anderen Seite werden die Sparmaßnahmen im Inneren verstärkt, was bei den Arbeitnehmern Besorgnisse weckt. Sie fordern Sicherheiten.

Gleichzeitig sucht der Konzern angesichts der Belastungen aus Brennelementesteuer, niedrigen Energiepreisen und der ab 2013 anstehenden Vollversteigerung von CO2-Zertifikaten die Flucht nach vorn. Schon Anfang nächsten Jahres soll entschieden werden, in welchen Regionen außerhalb Europas neues Wachstum angestrebt wird.

Eon, 1 Jahr

Der Gesundheitskonzern Fresenius will auch 2011 wachsen. Das von konjunkturellen Schwankungen weitgehend unabhängige Unternehmen aus Bad Homburg peilt für das nächste Jahr in allen Unternehmensbereichen und Regionen organisches Wachstum an. Auch nach Zukäufen schaut sich der Dax-Konzern weiter um.

Im November hatte Fresenius auf die unerwartet gute Geschäftsentwicklung seiner US-Generikatochter APP Pharmaceuticals reagiert und die Jahresprognose für 2010 zum zweiten Mal angehoben (im Bild: FMC-Chef Ben Lipps, l., und Fresenius-Chef Ulf Schneider).

Auch für das nächste Jahr sehen Analysten zahlreiche Wachstumschancen für den auf mehrere Bereiche spezialisierten Konzern. Für möglich halten sie Zukäufe von Krankenhäusern, eine anhaltend dynamische Entwicklung in der Ernährungs- und Infusionssparte Kabi sowie eine weiterhin gute Geschäftsentwicklung bei der Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC).

Der ebenfalls im Dax geführte Dialysekonzern FMC muss 2011 mit einem neuen Vergütungssystem in den USA zurechtkommen. Auf die Einführung der Pauschalvergütung für Nierenpatienten sei das Unternehmen aber gut vorbereitet, erklären Analysten. Zumindest mittel- und langfristig dürfte FMC von der Umstellung profitieren.

Fresenius, 1 Jahr

Fresenius Medical Care, 1 Jahr

HeidelbergCement will sich 2011 verstärkt auf die Wachstumsmärkte in Asien, Afrika und Osteuropa konzentrieren und dort investieren.

Der Vorstandsvorsitzende Bernd Scheifele geht im kommenden Jahr insbesondere in Asien und Afrika von einer weiter positiven Nachfrage nach Baustoffen aus. Daher soll der Anteil der Zementkapazitäten in den Schwellenländern langfristig von 58 auf 70 Prozent erhöht werden.

Kleinere Zukäufe schließt er dabei nicht aus. So hatte HeidelbergCement in diesem Jahr mit der Übernahme der Mehrheit an drei Zementwerken in der Demokratischen Republik Kongo ihr Afrikageschäft verstärkt.

Trennen will sich der Konzern hingegen weiterhin von Randaktivitäten wie dem Ziegelgeschäft -- natürlich nur, wenn ein entsprechender Preis gezahlt wird.

Heidelbergcement, 1 Jahr

Henkel sieht sich nach dem zu erwartenden Rekordjahr 2010 auch im kommenden Jahr im Aufwind. Dabei hat der Konsumgüterhersteller mit Sitz in Düsseldorf seine Ziele für 2012 weiter fest im Blick. Unter anderem soll eine bereinigte Umsatzrendite von 14 Prozent erreicht werden.

Für 2010 hatte Henkel mehrfach die Prognosen erhöht, dank der schneller als erwarteten Erholung der im Jahr zuvor stark gebeutelten Klebstoffsparte. Aber auch die Konsumentengeschäfte entwickeln sich positiv.

Als eine Herausforderung im nächsten Jahr betrachtet Finanzvorstand Lothar Steinebach die weitere Entwicklung der Rohstoffpreise, die zuletzt deutlich gestiegen waren. Dabei setzt der Hersteller von Persil, Pritt oder Schwarzkopf auf seine Kernmarken und will sein Markenportfolio weiter ausmisten.

Größere Zukäufe stehen aktuell nicht auf der Agenda, denn Henkel will weiterhin die Schulden zurückfahren und damit wieder ein "A"-Rating in der Bewertung durch die internationalen Ratingagenturen erreichen.

Henkel, 1 Jahr

Die Kassenlage wird beim Chiphersteller Infineon auch im kommenden Jahr ein bestimmendes Thema bleiben. Dabei sind die Vorzeichen aber weit erfreulicher als noch vor einem Jahr. Infineon hat sich von Geschäftsteilen getrennt und mit einer neuen Finanzierung die drückenden Liquiditätsprobleme der Vergangenheit überwunden.

Nun steht der Dax-Konzern vor einer ganz anderen Herausforderung: Wohin mit all dem Geld? Die Netto-Cashposition liegt bereits bei gut 1,3 Mrd. Euro und bald wird es in der Kasse wieder laut klingeln, wenn der 1,4 Mrd. US-Dollar schwere Verkauf der Mobilfunkchips an Intel abgeschlossen ist.

Vorstandsvorsitzender Peter Bauer wird also 2011 die Augen nach geeigneten Zukäufen offen halten müssen. Einfach wird das nicht, denn Infineon stellt hohe Anforderungen an mögliche Akquisitionen: sie müssen strategisch passen, die von Infineon gesetzten hohen Zielmargen erreichen und wertsteigernd für die Aktionäre sein.

Bauer selbst gibt sich aber betont gelassen: Er hat mehrfach betont, dass derzeit weder ein Zukauf in der Pipeline sei noch Zeitdruck auf seinen Schultern lasste. Infineon selbst hält der Vorstandsvorsitzende trotz des prallen Finanzpolsters nicht für einen Übernahmekandidaten.

Bauer könnte zudem in die Kasse greifen müssen, um ein Problem der Vergangenheit aufzuarbeiten, das den Chiphersteller kurz vor dem Jahresende eingeholt hat. Die insolvente Tochter Qimonda fordert Geld von der früheren Mutter. Noch ist nicht klar, wie teuer Infineon der Familienstreit kommen wird, doch der Dax-Konzern rechnet mit einem "großen Betrag", sollte sich der Qimonda-Insolvenzverwalter vor Gericht durchsetzen.

Infineon, 1 Jahr

Eine steigende Düngemittelnachfrage sollte K+S auch 2011 zu einem deutlichen Umsatz- und Gewinnwachstum verhelfen. Analysten rechnen mit anhaltend hohen Agrarpreisen, die insbesondere das Kalidüngergeschäft beflügeln sollten, denn bei steigenden Preisen für Agrarprodukte kaufen Landwirte mehr Düngemittel, um ihren Ertrag pro Hektar zu verbessern.

Nach dem scharfen Einbruch im Jahr 2009 sorgten die erholten Preise für Agrarprodukte schon in diesem Jahr für einen höheren Düngemitteleinsatz und damit für wieder gut gefüllte Auftragsbücher bei K+S.

Analysten erwarten allerdings, dass K+S aufgrund seiner begrenzten Kapazitäten nur unterdurchschnittlich am prognostizierten Wachstum der globalen Düngemittelmärkte teilhaben wird. Branchenexperten erwarten einen Anstieg der globalen Kalinachfrage 2011 um bis zu 17,6 Prozent auf 60 Mio. Tonnen. K+S selbst rechnet im kommenden Jahr nur mit einem moderaten Absatzwachstum bei Kali- und Magnesiumprodukten auf gut 7 Mio. Tonnen, nach geplanten 6,7 bis 6,9 Mio. Tonnen in diesem Jahr.

Zur Erhöhung seiner Absatzmengen hat K+S 2011 auch nur wenig Spielraum. Kapazitätseinschränkungen unter anderem wegen der Schließung einer Anlage in Frankreich und der Einstellung einer Produktionslinie begrenzen das Volumenwachstum. Das Unternehmen will sich aber mit Hilfe von Kooperationen und Akquisitionen wie dem kürzlich bekanntgegebenen Kauf des kanadischen Explorationsunternehmens Potash One mittelfristig weitere Rohstoffvorkommen erschließen.

Die Kalipreise sollten 2011 weiter ansteigen, auch wenn der Preis derzeit immer noch weit von den einstigen Höchstständen entfernt ist. Die Gefahr eines erneuten tiefen Einbruchs schätzen Analysten aber gering ein. K+S selbst erwartet 2011 eine moderate Erhöhung der Durchschnittspreise.

Im Segment Salz rechnen Analysten 2011 mit einem rückläufigen Absatz, da K+S nach dem kalten und schneereichen Winter im Vorjahr jetzt einen eher durchschnittlichen Winter erwartet.

K+S, 1 Jahr

Die gute Positionierung in den aufstrebenden Volkswirtschaften und weitere Erfolge bei seinem Effizienzsteigerungsprogramm werden dem Gase- und Anlagenbaukonzern Linde wohl auch 2011 ein Umsatz- und Ergebniswachstum bescheren. Aus der Krise 2009 ist Linde ebenso wie die gesamte Gaseanbieter-Branche im Vergleich zu anderen Chemieunternehmen noch glimpflich herausgekommen.

So fielen die Umsatz- und Gewinneinbrüche weniger dramatisch aus als in der Chemischen Industrie insgesamt. Im Gasegeschäft hält Linde bereits heute in vier von fünf Wachstumsmärkten die Führungsposition. Das gilt für die Regionen Greater China, Süd- und Ostasien, Osteuropa, Mittlerer Osten und Südafrika. Mittelfristig versprechen diese Märkte nach Einschätzung von Experten die größte Dynamik.

Im Großanlagenbau kann sich Linde auf seinen hohen Auftragsbestand stützen, der in den kommenden beiden Jahren eine robuste Geschäftsentwicklung verspricht. Zudem ist in naher Zukunft mit einer weiter steigenden Nachfrage aus den aufstrebenden Volkswirtschaften zu rechnen. Zu Gute kommt Linde in dieser Sparte auch der weltweit steigende Energiebedarf und das erhöhte Interesse an umweltfreundlichen Technologien.

Schon im laufenden Jahr 2010 rechnet Linde operativ wieder mit einem Rekordergebnis, das wohl nicht allzu weit entfernt von jenen 3 Mrd. Euro liegen sollte, die das Unternehmen vor der Krise als mittelfristiges operatives Ergebnisziel ausgegeben hatte. Im Frühjahr 2011 will der Konzern dann ein neues Mittelfristziel für ein operatives Konzernergebnis jenseits der Marke von 3 Mrd. Euro nennen. Die Gewinnmarge sollte 2011 von der erwarteten weiteren Verbesserung des wirtschaftlichen Umfeldes und laufenden Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz profitieren.

Linde

Die Geschicke der Deutschen Lufthansa werden mit Beginn des neuen Jahres von einem neuen Vorstandsvorsitzenden bestimmt. Der bisherige Chef Wolfgang Mayrhuber gibt mit 63 Jahren aus Altersgründen seinen Ausstand.

Das Ruder übernimmt künftig der ehemalige Swiss-CEO Christoph Franz. Er wird in den kommenden Monaten zeigen müssen, dass Europas größte Airline in der Lage ist, sich vor allem auf der Kurz- und Mittelstrecke im Wettbewerb mit den Billigfliegern zu messen. Auf der Langstrecke muss Lufthansa sich vor allem gegen die Carrier aus den Emiraten behaupten.

Innerhalb des Hauses steht vor allem das Zusammenwachsen des neuen Vorstands an. Neu in dem Führungsgremium ist nicht nur der Vorsitzende Franz, sondern auch der Passagevorstand Carsten Spohr, der zuvor CEO der Tochter Lufthansa Cargo war.

Franz hat seine Erwartungen an seinen Nachfolger Spohr bereits formuliert. Er möchte auf mittlere Sicht eine operative Marge von 8 Prozent sehen - ein hoher Anspruch in einer Branche mit meist geringeren Werten.

In positive Stimmung hat der Vorstand indes die Mitarbeiter versetzt. Rund 80.000 Beschäftigte erhalten im Januar eine Sonderzahlung von 700 Euro als Dank für ihre Leistung und ihr Engagement im ablaufenden Jahr 2010. Dafür wendet der Konzern rund 50 Mio. Euro auf.

Lufthansa, 1 Jahr

Das Jahr 2011 dürfte für den Nutzfahrzeug- und Motorenbauer MAN ein Jahr der Weichenstellung werden. Denn im nächsten Jahr könnte sich entscheiden, ob der Münchener Dax-Konzern seine Eigenständigkeit behält oder unter dem Dach von Großaktionär Volkswagen mit dem schwedischen Konkurrenten Scania verschmolzen wird.

Monatelang verhandelten MAN und die Schweden im letzten Jahr über eine Kooperation - eine Fusion stand offiziell aber nicht zur Debatte. Mitte November gab es in den Medien dann allerdings neue Gerüchte, eine Übernahme von MAN durch Scania stehe bevor. Die Unternehmen reagierten prompt. Während MAN allerdings lediglich bestätigte, es gebe Gespräche über eine "engere industrielle Zusammenarbeit", wurde Scania expliziter: Die Schweden erklärten, die Kooperationsgespräche hätten ergeben, dass Synergien nur im Falle einer Fusion gehoben werden können. Noch ist der Ausgang der Verhandlungen allerdings offen.

Seit VW bei MAN eingestiegen ist und die Mehrheit bei Scania übernommen hat, kursieren am Markt Spekulationen über eine mögliche Lkw-Allianz. Die Fäden zieht im Hintergrund der Aufsichtsratsvorsitzende von VW und MAN, Porsche-Enkel Ferdinand Piech, der auf eine verstärkte Zusammenarbeit dringt. MAN hatte im Jahr 2006 versucht, Scania feindlich zu übernehmen, war mit dem Vorhaben aber gescheitert.

Operativ wird MAN 2011 von der erwarteten globalen Erholung im Nutzfahrzeuggeschäft profitieren, nachdem das Unternehmen in diesem Jahr die Krise weitgehend verdaut hat. In Lateinamerika, wo die Münchener durch die Übernahme des dortigen VW-Geschäfts stark aufgestellt sind, wird mit einem anhaltenden Boom in der Nachfrage nach Nutzfahrzeugen gerechnet.

Auch im Europa-Geschäft dürfte es weiter aufwärts gehen. Gleiches gilt für China, wo MAN über seine Beteiligung an Sinotruk von der anhaltend hohen Nachfrage profitiert. Die Münchener halten 25 Prozent plus eine Aktie an dem Lkw-Hersteller aus der Volksrepublik.

MAN, 1 Jahr

Der Chef des Pharma- und Spezialchemiekonzerns Merck, Karl-Ludwig Kley, steht 2011 vor drei großen Herausforderungen: Der Integration des US-Labor- und Biotechzulieferers Millipore, der Sicherung des Nachschubs an erfolgversprechenden Pharmaprodukten und der Sicherung des wachstumsstarken Geschäfts mit Flüssigkristallen.

Die Integration der in diesem Jahr für 5,1 Mrd. Euro erworbenen Millipore und der Abbau der durch die Großakquisition angehäuften Finanzschulden stellt den ersten Schwerpunkt des Jahres 2011 dar. Von dem Neuzugang versprechen sich die Darmstädter in den kommenden Jahren Wachstum und Synergien.

Daneben wird das Unternehmen daran arbeiten müssen, seinen Pharmanachschub zu sichern, denn derzeit fehlen nach Einschätzung von Analysten neue Wachstumstreiber. Zudem ist die Präsenz im gewichtigen Pharmageschäft in den USA immer noch zu schwach.

Außerdem muss sich Merck bei seinem derzeitigen Zugpferd, dem Multiple-Sklerose-Mittel "Rebif", auf mehr Wettbewerb einstellen, und die Zulassung der viel versprechenden neuen Multiple-Sklerose-Tablette "Cladribin" ist in Europa auf Ablehnung gestoßen. Analysten erwarten darüber hinaus, dass der steigende Kostendruck im Gesundheitswesen das Unternehmen 2011 belasten wird.

Im bislang florierenden Geschäft mit Flüssigkristallen für Displays, Fernseher und Laptops deutet sich nach letzten Aussagen des Unternehmens ein leichter Abschwung an. Das zyklische Geschäft mit einer Umsatzrendite von mehr als 50 Prozent ist für Merck besonders wichtig. Die Aussichten für das Geschäft werden vom Unternehmen aber weiterhin grundsätzlich positiv beurteilt.

Mit einer neuen patentgeschützten Flüssigkristalltechnologie gelang es Merck bisher, seine starke Stellung am Markt zu behaupten. Im Gesamtjahr 2010 erwartet das Unternehmen daher in dem Geschäft immer noch eine operative Marge jenseits der 50-Prozent-Marke. An der Entwicklung weiterer innovativer Technologien zur Sicherung seines Vorsprungs arbeitet Merck nach eigenen Angaben "mit Hochdruck". 2011 wird sich zeigen, wie erfolgreich das Unternehmen dabei ist.

Merck KGaA, 1 Jahr

Wenn es bei der Metro in der Kasse klingelt, dann immer noch lauter in den Wachstumsmärkten Osteuropa und Asien als im deutschen Heimatmarkt. Daher wird der Fokus des weltweit drittgrößten Handelskonzerns auch im kommenden Jahr auf der zunehmenden Internationalisierung liegen.

Eckhard Cordes, seit drei Jahren an der Spitze des Dax-Konzerns, hat gleichwohl erkannt, dass sich auch im Inland etwas ändern muss. Das Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsprogramm "Shape 2012", dessen Maßnahmen bereits zu drei Vierteln implementiert sind, wurde von Cordes ins Leben gerufen.

Und Cordes zieht die Zügel für weniger erfolgreiche Unternehmensteile an. So werden jetzt alle strategischen Optionen für die französischen Saturn-Elektronik-Märkte geprüft und das marokkanische Geschäft verkauft.

Die Nagelprobe steht Cordes aber im kommenden Jahr bevor: Was wird aus den Real-Supermärkten? Eine Entscheidung darüber sollte Cordes direkt zu Beginn des Jahres treffen. Investoren werden sie aufmerksam zur Kenntnis nehmen, denn nicht wenige denken, dass die Teile des Konzerns, also das Groß- wie Einzelhandelsgeschäft, die Elektronikfachmärkte und die Warenhäuser, mehr wert sind als das Ganze.

Metro, 1 Jahr

Der gemessen am Prämienaufkommen weltgrößte Rückversicherer Munich Re wird auch im kommenden Jahr mit den Auswirkungen des Niedrigzinsumfeldes und dem Preisdruck in der Versicherungsbranche zu kämpfen haben. Das breit aufgestellte Unternehmen gilt jedoch als grundsolide, und so werden die Aktien der Munich Re auch 2011 ihre Abnehmer finden, auch wenn sich am Aktienmarkt die Titel der Rückversicherer in jüngster Zeit schlechter als die anderer Finanzdienstleister entwickelt haben.

Der Rückversicherungsmarkt wird auch im kommenden Jahr seine Tücken haben. Zu sehr sorgen konkurrierende Anbieter für Preisdruck. Ob die Preise, wie von einigen Branchenexperten befürchtet, im Durchschnitt um 3 bis 5 Prozent nachgeben, wird sich gleich zu Jahresbeginn zeigen. Der Münchener Konzern erneuert dann traditionell rund zwei Drittel seiner Rückversicherungsverträge.

Üblicherweise zieht sich Munich Re bei dieser Gelegenheit aus unrentablem Geschäft zurück. Das könnte 2011 noch etwas häufiger als sonst der Fall sein. Denn im aktuellen Niedrigzinsumfeld wären Preiserhöhungen besonders wichtig, weil sie besonders bei Langzeitrisiken das niedrige Kapitanlageergebnis ausgleichen müssen. Ein Großteil der 174 Mrd. Euro schweren Kapitalanlage steckt nämlich in vermeintlich sicheren und deshalb renditearmen Staatsanleihen und Pfandbriefen.

Munich Re, 1 Jahr

Der Energiekonzern RWE steht nach Jahren des Wachstums vor schwierigen Zeiten. Sowohl das politische Umfeld als auch die Marktlage spielen dem Essener Versorger nicht in die Karten. Die Kernfrage im nächsten Jahr wird deshalb sein, wie sich der Dax-Konzern auf den Gegenwind einstellt: mit verschärften Sparanstrengungen und der Trennung von unrentablen Geschäftsbereichen, oder mit der Verlagerung ins nichteuropäische Ausland.

Problem Nummer eins: Die gewünschte Laufzeitverlängerung für deutsche Atomkraftwerke hat die Branche erhalten. Das lässt sich die Politik aber mit der Brennelementesteuer gut bezahlen. Der Gewinn von RWE wird allein dadurch um über 600 Mio. Euro pro Jahr schrumpfen. Problem Nummer zwei: Strom- und Gaspreise verharren seit der Wirtschaftskrise auf niedrigem Niveau.

Schon im August hatte der Konzern deshalb die angekündigten mittelfristigen Wachstumsziele auf den Prüfstand gestellt. Auf der Bilanzpressekonferenz im Februar will der Konzern Klarheit schaffen, wie es weitergeht. Dann könnten neben dem bereits veräußerten Gasnetz und dem Teilverkauf des Stromnetzes weitere Teile abgestoßen werden. Die Konkurrenz von Eon verschlankt sich ebenfalls drastisch - und will künftig außerhalb Europas wachsen.

RWE, 1 Jahr

Der Softwarehersteller SAP dürfte im kommenden Jahr weiter wachsen. Spannend wird dabei sein, wie sich die Entwicklung regional darstellt. Im laufenden Jahr hat sich bislang vor allem Amerika als Wachstumslokomotive hervorgetan. Co-CEO Jim Hagemann Snabe hat zuletzt die Erwartung geäußert, dass das Geschäft in Europa insgesamt nicht so schnell wieder brummen wird wie etwa in den USA. Bei SAP geht man offenbar davon aus, dass die Schuldenproblematik einiger Länder auf die Investitionsstimmung drücken wird.

Allerdings lief es zuletzt auch in den Vereinigten Staaten für SAP nicht in jeder Hinsicht rund. Ende November hat eine US-Jury den Dax-Konzern zu einer Schadenersatzzahlung von 1,3 Mrd. US-Dollar an den Erzrivalen Oracle verdonnert. Anlass waren Praktiken der inzwischen geschlossenen SAP-Dienstleistungstochter TomorrowNow. Diese war ein Wartungsspezialist für Software von mehreren Anbietern, die ihrerseits von Oracle erworben wurden, und hat auf unzulässige Weise Programme von der Oracle-Internetseite heruntergeladen.

Sollte die Strafe in ursprünglicher Höhe fällig werden, so kommen auf SAP noch erhebliche Belastungen zu: Per Ende September hatte SAP nämlich lediglich Rückstellungen von 160 Mio. US-Dollar für den Rechtsstreit mit Oracle gebildet.

Auch 2011 dürften Spekulationen anhalten, nach denen SAP zwecks Erweiterung der Technologiebasis als Übernahmekandidat auf den Radar von Konzernen wie Hewlett-Packard oder IBM geraten könnte. Als Beispiel wird dabei stets der Kauf des Serverherstellers Sun durch Oracle angeführt. Die seit Februar agierende SAP-Doppelspitze hat aber wiederholt bekundet, dass der Hersteller von Unternehmenssoftware aus dem badischen Walldorf unabhängig bleiben will.

SAP, 1 Jahr

Der Siemens-Konzern steuert im kommenden Jahr auf ein neues Rekordergebnis zu. Dabei müssen die Münchner allerdings einige Sorgenkinder in die Erfolgsspur bringen und ein neues System der Unternehmensführung verkraften, das den Blick stärker auf den direkten Vergleich mit den größten Wettbewerbern richtet.

Die Wirtschaftskrise hat bei Siemens weniger tiefe Spuren hinterlassen als vielfach befürchtet. Mit einem Auftragsbestand von 87 Mrd. Euro im Rücken geht der Technologiekonzern davon aus, im fortgeführten Geschäft sein Ergebnis im laufenden Geschäftsjahr (bis 30. September) um mindestens 25 bis 35 Prozent auf etwa 5,1 bis 5,5 Mrd. Euro steigern zu können.

Die aktuelle Prognose dürfte allerdings schon bald Makulatur sein, denn Siemens blickt im Dauerstreit mit dem französischen Atomkonzern Areva einem Ende und damit einem Geldsegen in Milliardenhöhe entgegen. Noch im laufenden Kalenderjahr könnten unabhängige Experten den Preis der Siemens-Anteile am Gemeinschaftsunternehmen mit den Franzosen festlegen, für das Frühjahr wird das Ende des Streits erwartet. Der Wert der Anteile ist bei Areva mit rund 2 Mrd. Euro verbucht.

Das Dauerthema Areva dürfte Siemens also im kommenden Jahr abhaken können, die beiden IT-Baustellen Nokia Siemens Networks (NSN) und Siemens IT Solutions and Services (SIS) werden Europas größten Technologiekonzern hingegen noch länger beschäftigen. Für NSN sucht Siemens mit Nokia nach einem Investor, der einen Teil der Anteile übernimmt. Sogar einen Börsengang von NSN hat der Siemens-Finanzvorstand schon ins Spiel gebracht - wohl auch, um die Gespräche mit den Investoren zu forcieren. Für SIS brauchen die Münchner schnellstmöglich einen Plan, wie die IT-Sparte auf das Niveau der Konkurrenz gebracht werden kann.

Denn vor allem die Leistung der Konkurrenz soll den Siemens-Managern künftig Messlatte für den eigenen Erfolg sein. Besser als General Electric und Philips wollte man am Wittelsbacherplatz schon lange sein, aber mit dem neuen Zielsystem "One Siemens" rückt der Wettbewerbsvergleich auch stärker in den Blick. Zudem will Siemens sein Kapital künftig effizienter einsetzen und nicht nur die Margen nach oben treiben.

"Siemens ist wieder ein normales Unternehmen der Spitzenklasse" hatte Siemenschef Peter Löscher frei von Bescheidenheit erklärt. 2011 muss er diesen großen Worten Taten folgen lassen.

Siemens, 1 Jahr

Dem Industriekonzern ThyssenKrupp steht 2011 das Ende einer Ära ins Haus. Nach fast 40 Jahren im operativen Geschäft, davon seit 1999 an der Spitze des fusionierten Unternehmens, zieht sich Ekkehard Schulz nach der Hauptversammlung im Januar zurück. Der traditionsreiche Konzern wird dann erstmals von einem Manager geführt, der nicht aus dem eigenen Haus stammt.

In der Berufung Heinrich Hiesingers, der seit Oktober mit dem Kennenlernen seines neuen Arbeitgebers beschäftigt ist, sahen Beobachter eine Abwendung vom traditionellen Stahlbereich voraus.

In seinen ersten Äußerungen betonte der zuvor bei Siemens für das Industriegeschäft verantwortliche Hiesinger jedoch die Wichtigkeit des Geschäftsfelds. Allerdings sollen nach dem milliardenschweren Bau von Stahlwerken in Übersee die Mittel künftig "ausgeglichener" ausgegeben werden.

Für Mitte nächsten Jahres kündigte Hiesinger neue strategische Weichenstellungen an. Mit der Neugewichtung der Geschäftsbereiche dürften auch Pläne für das schwankungsanfällige Edelstahlsegment auf der Tagesordnung stehen. Bis dahin wird der Konzern wohl noch schlanker sein: Die Portfoliobereinigung soll weitergehen.

ThyssenKrupp, 1 Jahr

Auf dem Weg, bis zum Jahr 2018 der größten Autohersteller der Welt zu werden, hat Volkswagen im kommenden Jahr gleich mehrere Baustellen aufzuräumen.

Die beiden größten sind die Fusion mit Porsche und die Zusammenführung der beiden Lkw-Hersteller MAN und Scania.

Der Stuttgarter Sportwagenbauer soll 2011 als zehnte Marke unter das Dach der Wolfsburger schlüpfen. Voraussetzung dafür ist der Abbau der Milliardenschulden, die Porsche im Zuge der letztlich gescheiterten Übernahme von VW angehäuft hat. Dazu will Porsche bis Ende Mai neue Aktien im Wert von 5 Mrd. Euro ausgeben. Die Klagen von Hedgefonds in den USA und die ungeklärte Frage der steuerlichen Folgen eines Zusammenschlusses könnten selbigen jedoch verzögern.

Auch auf dem Weg zur Lkw-Allianz von MAN und Scania unter Regie des Volkswagen-Konzerns lauern noch einige Schlaglöcher. Noch immer gestaltet sich die Zusammenarbeit der beiden Nutzfahrzeughersteller mehr als schwierig. Die stolzen Schweden haben den unfreundlichen Übernahmeversuch der Münchener vor vier Jahren nicht vergessen. Und dass Scania in dem gemeinsamen Konzern offenbar die Führung übernehmen soll, stößt bei MAN auf wenig Gegenliebe.

VW Vorzüge, 1 Jahr

weitere Bilderserien