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Freitag, 14. Mai 2010

Flugzeuge, Helikopter, Raumfahrt: Was macht eigentlich EADS?

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Rüstung, ... (Foto: Copyright Bae Systems)

Rüstung, ...

Rüstung, ...

... Luft- und ...

... Raumfahrt: Unter diesen Begriffen ordnen Analysten den Konzern EADS im Allgemeinen ein.

Aber was macht EADS eigentlich genau? Womit verdient das europäischste aller Unternehmen sein Geld? Zeit für einen Überblick.

Der größte Geschäftsbereich von EADS ist Airbus: Hier werden die Passagierflugzeuge gebaut. Bekanntestes Modell ist derzeit sicher der Riesenjet A380. Das doppelstöckige Flugzeug fliegt bereits im Liniendienst - unter der Flagge von Air France-KLM.

Ab Sommer wird es den Riesenvogel auch bei der Lufthansa geben. Das ehrgeizige Projekt hat eine schwere Geburt hinter sich.

Normalerweise ist Airbus die Cash Cow im Konzern. 2006 brachte die Sparte aber erstmals einen Verlust in das Konzernergebnis ein. Grund waren massive Probleme bei der Fertigung des A380.

Der Umsatzträger für Airbus ist aber die A320-Familie. 4015 Maschinen waren im November 2009 in der Luft. Weitere 6467 Maschinen sind bestellt.

Im Jahr 2009 gliedert EADS den militärischen Bereich der Luftfahrt aus. Die Sparte firmiert nun unter der Bezeichnung Airbus Military. Dort wird zum Beispiel das Dauerkrisenprojekt A400 M gestemmt.

Geflogen ist der Transporter ja immerhin schon mal. Die Finanzierung des Ganzen scheint Anfang März unter Dach und Fach.

Allerdings steigen die Kosten immer weiter. Politik und Konzern kommen kaum mehr hinterher, sich zu einigen: ein teures Prestigeprojekt für alle Beteiligten.

Airbus Military baut aber auch kleinere Transporter, wie den C295. Dabei handelt es sich um Baureihen, die aus der ehemaligen Casa (Construcciones Aeronáuticas S.A.) übernommen wurden.

Noch in der Entwicklung befinden sich Tankflugzeuge wie die A310 MRTT oder die A330 MRTT. Bei der Ausschreibung des US-Verteidigungsministeriums lag das System von Airbus sogar eine Weile vorn.

Eine weitere Perle im Konzern ist die Hubschraubersparte Eurocopter. Die Sparte gilt als größter Helikopter-Hersteller der Welt. Bei zivilen Hubschraubern ist man Weltmarktführer, bei den militärischen liegt der Marktanteil bei 25 Prozent.

Der Bereich entstand 1992 aus der Hubschrauberproduktion der damaligen Daimler-Tochter Dasa und der französischen Aérospatiale-Matra.

Produziert wird unter anderem in Donauwörth.

Dort befindet sich auch das Test- und Trainingscenter sowie die technische Entwicklung.

Daneben gibt es noch Standorte in Marignane (Bild) und La Courneuve in Frankreich.

In Deutschland betreibt Eurocopter auch noch Standorte in Kassel und Ottobrunn bei München.

Das Vorzeigeprodukt im miltärischen Bereich ist der Tiger, intern EC665 genannt.

Ansonsten ist die Modellpalette vielfältig und besteht aus leichten Mehrzweckhubschraubern, wie dem EC635 zum Beispiel, ...

... oder mittleren Transporthubschraubern, wie dem NH90, den die NATO im Einsatz hat.

Dieser wurde speziell für die Anforderungen des Militärbündnisses entwickelt und wird von dem eigens gegründeten Joint Venture NHIndustries produziert. Neben Eurocopter sind auch Agusta aus Italien und Fokker aus den Niederlanden an NH beteiligt.

Im Geschäftsfeld "Defense and Security" bündelt EADS die Waffensysteme, Aufklärungsobjekte und Kommunikationsprojekte mit militärischer Ausrichtung. Darunter finden sich auch unbemannte Drohnen, wie der SDIM ...

... oder der Tracker, in Frankreich auch DRAC genannt.

Das Tochterunternehmen MDBA beschäftigt etwa 9500 Mitarbeiter an Standorten in Frankreich, Großbritannien, Italien und Deutschland.

Der deutsche Ableger LFK-Lenkflugkörpersysteme ist Branchenführer im Bereich der fernsteuerbaren Raketen. Zu dieser Sparte zählt auch der Bereich "Military Air Systems".

Früher firmierte die Sparte schlicht unter Militärflugzeuge. Hier ist auch der größte Teil des Eurofighter-Programms gebündelt. Das renommierteste Projekt ist der Eurofighter, ein Gemeinschaftsprojekt zwischen Italien, Spanien, Großbritannien und Deutschland.

EADS führt "Military Air Systems" als eine eigenständige Einheit mit Haupsitz in Manching bei Ingolstadt und weiteren Standorten in Friedrichshafen, Lemwerder, Lübeck, Paris, Getafe (Spanien) und Chania (Griechenland). Vor dem Eurofighter war das wichtigste Produkt der Tornado. Am Tornado-Joint-Venture Panavia Aircraft hält EADS einen Anteil von gut 40 Prozent. Auch die bereits gezeigten Aufklärungssysteme SIDM und Tracker werden dort gefertigt.

Wenn es um die unendlichen Weiten des Weltalls geht, dann übernimmt bei EADS das Tochterunternehmen Astrium. Früher hieß der Bereich EADS Space.

Mehr als 15.000 Mitarbeiter weltweit sind mit der Produktion und Entwicklung von Raumfahrtanwendungen beschäftigt.

Der Umsatz lag 2008 bei 4,3 Milliarden Euro.

Seit 2006 ist die Sparte in zwei Einzelunternehmen und eine Tochtergesellschaft gegliedert. Astrium Satellites und ...

... Astrium Space Transportation.

Die Tochter Astrium Services ist ein Satellitenbetreiber.

Das Geschäft läuft gut, auch wenn die Konkurrenz aus Russland, China und anderen Staaten stärker wird.

Kleinere Geschäftsbereiche runden das reichhaltige Portfolio von EADS ab.

Zum Beispiel die Turboprop-Sparte für Regionalflugzeuge, die sich auf leichte Sport- und Reiseflugzeuge spezialisiert hat.

Oder die Elbe Flugzeugwerke in Dresden, die den Umbau von Passagier- auf Frachtflugzeuge vornimmt und damit in einer netten Nische lebt.

Es versteckt sich also so einiges hinter den unscheinbaren Fassaden, wie hier zum Beispiel am deutschen Firmensitz in Ottobrunn. EADS ist ein vitales und höchst umtriebiges Unternehmen. (Text: Markus Mechnich)

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