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Kostbares Nass: Wasser

 
Kostbares Nass: Wasser

Wasser ist eines der kostbarsten Güter auf unserem Planeten.

Wir brauchen es zum trinken, ...

... waschen, ...

... und für die Landwirtschaft.

Auch in vielen Religionen und Glaubenslehren spielt Wasser eine zentrale Rolle.

In der Antike war Wasser in der von Empedokles eingeführten und dann von Aristoteles vertretenen Vier-Elemente-Lehre neben Feuer, Luft und Erde eines der vier Grundelemente.

Ebenso ist Wasser in der taoistischen Fünf-Elemente-Lehre neben Holz, Feuer, Erde und Metall vertreten.

Die reinigende Kraft des Wassers wird nicht nur im Hinduismus beim rituellen Bad im Ganges beschworen.

Im Islam gibt es rituelle Gebetswaschungen vor dem Betreten einer Moschee.

Im Judentum hat das Ritualbad, die Mikwe, einen hohen Stellenwert.

Und nicht zuletzt ist auch die christliche Taufe ohne Wasser kaum vorstellbar.

Auch wenn die Herkunft des Wassers auf der Erde bis heute noch nicht befriedigend geklärt ist, ...

... ist Leben auf unserem blauen Planeten ohne H2O undenkbar.

Denn Wasser gilt nicht nur als Entstehungsort des Lebens, es ist auch die Voraussetzung dafür, dass Leben Bestand hat.

Ohne Wasser kann der Mensch maximal vier Tage überleben.

Gründe genug für die Vereinten Nationen, jährlich am 22. März am "Weltwassertag" auf das kostbare Gut und seine Probleme aufmerksam zu machen.

Denn die Erde ist im "Wasserstress". Der Wasserverbrauch ist in den vergangenen 100 Jahren weltweit drastisch angestiegen.

Die UN warnt vor einer Wasserknappheit für 1,8 Milliarden Menschen bis zum Jahr 2025.

Bereits heute haben 1,1 Milliarden Menschen keinen Zugang zu ausreichend sauberem Wasser, mahnt die UN.

Deshalb hatten die Vereinten Nationen "Sauberes Wasser für eine gesunde Welt" zum Thema des diesjährigen Weltwassertages gemacht.

Zwar sind mehr als 70 Prozent der Erdoberfläche von Wasser bedeckt.

Doch von den insgesamt 1,4 Milliarden Kubikkilometern Wasser sind nur etwa 2,5 Prozent Süßwasser.

Davon wiederum sind etwa zwei Drittel in Gletscher und als ständige Schneedecke oder Eis gebunden.

Das Grundwasser unter der Erde macht weitere 30 Prozent aus. Hinzu kommen ein Prozent Bodenfeuchtigkeit, Grundeis, Dauerfrost und Sumpfwasser.

Damit sind lediglich 0,3 Prozent der Süßwasservorräte und lediglich 0,0075 Prozent allen Wassers relativ leicht zugänglich.

Rund 70 Prozent des weltweiten Trinkwassers aus den leicht zugänglichen Seen und Flüssen werden für die Landwirtschaft verwendet.

Die meisten Länder im Nahen Osten und in Nordafrika sind von akuter Wasserknappheit betroffen.

Auch in Ländern wie Mexiko, Südafrika und in großen Teilen Chinas und Indiens ist Wasserknappheit eine Realität.

Ursache für Wasserknappheit ist nicht nur der steigende Verbrauch, ...

... sondern auch die globale Erwärmung. Umweltexperten sehen Millionenstädte wie London oder Shanghai ...

... wegen des Klimawandels nicht nur durch Hochwasser, sondern auch durch Wassermangel bedroht.

In 21 der 33 größten Städte mit mehr als acht Millionen Einwohnern werde es langfristig zuwenig Trinkwasser geben, rechnen die Experten vor.

Beispiel Shanghai: Weil der Klimawandel in Shanghai für einen sinkenden Grundwasserpegel sorgt, ...

... wird die Stadt künftig Meerwasser entsalzen und Süßwasser aus anderen Teilen Chinas kommen lassen müssen.

Auch das spanische Umweltministerium hat bereits Alarm geschlagen. Spanien gehört zu den Ländern, die in ganz besonderem Maße unter der globalen Erwärmung leiden werden.

Schätzungen zufolge wird bereits 2040 in Madrid die Temperatur im Sommer regelmäßig über 40 Grad liegen.

Die ansteigende Hitze hat schon jetzt Folgen: Durch die ausbleibende Schneeschmelze werden bereits in diesem Jahr fast 300 Kubikhektometer Wasser fehlen - das ist doppelt so viel, wie Ende Januar in den spanischen Stauseen gespeichert war.

Anders als beispielsweise Erdöl ist Trinkwasser jedoch nicht per se endlich.

Mit Hilfe von Wasseraufbereitungsanlagen kann auch Salzwasser zu Süßwasser mutieren und die Wassertanks wieder auffüllen.

Doch das ist teuer. Hier kommt die Wirtschaft ins Spiel. Bereits seit mehreren Jahren beschäftigen sich nicht nur Ökologen, sondern auch die Wirtschaft mit dem kühlen Nass.

Der weltweite Wassermarkt hat ein Wachstum wie kaum eine andere Branche.

Deshalb fordern immer mehr Experten, diesem kostbaren, weil knappen Gut einen Preis zu geben - analog zum Erdöl.

Je mehr Wasser als Handelsware anerkannt wird, desto eher sind Unternehmen bereit, darin zu investieren, lautet die Argumentation.

Kritiker bemängeln jedoch, dass bei einem rein wirtschaftlichen Kalkül jene am wenigsten berücksichtigt würden, die es am nötigsten haben.

Welcher Konzern sei schon interessiert, kleine Dörfer in Entwicklungsländern an die Wasserversorgung anzuschließen? Unbestritten ist jedoch, dass man mit einer teuren Ressource sorgfältiger umgeht.

Denn obwohl Trinkwasser immer knapper wird, bleiben viele Einsparmöglichkeiten - etwa im Konsumverhalten, in der Lebensmittelproduktion oder besonders in der Landwirtschaft - ungenutzt.

Um einen Liter Coca-Cola zu produzieren, braucht man beispielsweise 2,6 Liter Wasser.

Für die Produktion eines Brotes braucht man rund 1.000 Liter Wasser.

Ein einziges Steak verschlingt gar bis zu 20.000 Liter.

An den Börsen gibt es Wasser-Aktien zu kaufen. So setzen etwa Aktienfonds auf das blaue Gold.

Sei es aus gemeinnützigen oder gewinnorientierten Gründen, bei einer Sache sind sich alle einig:

Um die Leben spendende Ressource muss gekämpft werden - mit friedlichen Mitteln. (alle Bilder dpa, ap)

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