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Unter dem Symbol der roten Schleife lenkt der Welt-AIDS-Tag jeweils am 1. Dezember die Aufmerksamkeit auf die Opfer von HIV.
Laut UNAIDS, dem AIDS-Bekämpfungsprogramm der Vereinten Nationen, sind derzeit rund 34 Millionen Menschen weltweit mit HIV infiziert.
Nach dem jüngsten Bericht der Vereinten Nationen haben sich davon 2,67 Millionen neu infiziert. 2001 waren es noch 3,2 Millionen Menschen.
Zwei Millionen Menschen sind in Folge des Virus gestorben, darunter zahlreiche Kinder, die in Afrika südlich der Sahara leben. In diesen Ländern sind 70 Prozent der HIV-Infizierten zu Hause.
Zum ersten Mal wurde Anfang der 80er Jahre in den USA über das damals unbekannte Krankheitsbild AIDS berichtet.
Im Laufe des Jahres 1980 waren vor allem in Los Angeles, New York und San Francisco Krankheiten bzw. Krankheitsverläufe aufgetreten, die es in dieser Form vorher nicht gegeben hatte.
Zunächst waren ausschließlich homosexuelle Männer betroffen. Sie litten unter Parasitenbefall, unter dem Kaposi-Sarkom - einer speziellen Krebserkrankung oder einer besonderen Lungenentzündung, der Pneumocystis-carinii-Pneumonie.
Moderne, nachträgliche Analysen legen inzwischen den Schluss nahe, dass das AIDS-Virus aber bereits zwischen 1920 und 1930 in Afrika auf den Menschen überging. Weil damals wenige Menschen reisten, verbreitete sich der Erreger zunächst nur in diesem Gebiet.
Aus dem Jahr 1959 stammt die älteste sicher dokumentierte HIV-Infektion. Sie wurde später in der Blutprobe eines Afrikaners nachgewiesen.
Auch der erste deutsche AIDS-Fall wird erst rückblickend erkannt und inzwischen auf 1978 datiert.
Am 5. Juni 1981 beschreibt die US-Gesundheitsbehörde CDC erstmals offiziell die noch namenlosen mysteriösen Krankheitsfälle.
Da die ersten Opfer vor allem Homosexuelle sind, wurde die Krankheit in dieser Zeit als "Schwulenkrebs" oder "Schwulenpneumonie" bezeichnet.
1982 bekommt die Krankheit den Namen AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome, erworbenes Immunschwächesyndrom). Erste Fälle werden in Deutschland und anderen europäischen Ländern erkannt.
Im gleichen Jahr beginnt auch das Robert-Koch-Institut in Deutschland damit, ein AIDS-Register zu führen.
1983 identifizieren zwei Forscherteams um den Franzosen Luc Montagnier ...
... und den US-Amerikaner Robert Gallo den AIDS-Erreger HIV (Human Immunodeficiency Virus, menschliches Immunschwächevirus).
Im Vergleich zu anderen Krankheitserregern gilt HIV als schwer übertragbar. Eine Infektion ist nur möglich, wenn Körperflüssigkeiten wie Samen, Scheidenflüssigkeit, Blut oder Blutspuren, die eine genügend große Menge HI-Viren enthalten, ausgetauscht werden.
dpa
1985 schickt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung eine Postwurfsendung an alle bundesdeutschen Haushalte.
In Atlanta, USA, findet die erste internationale AIDS-Konferenz statt.
In Deutschland wird der Test aller Blutprodukte auf HIV Pflicht.
1987 startet die Kampagne "Gib AIDS keine Chance".
Keine zehn Jahre nach dem Auftreten der Krankheit wird 1988 von den Vereinten Nationen der erste Welt-AIDS-Tag ausgerufen.
Seit 1991 wird die "Rote Schleife" als Zeichen für Solidarität mit den Betroffenen getragen.
1993 erscheinen die ersten "mach's mit"-Motive als Anzeigen. 1994 gibt es die ersten "mach's-mit"-Großplakate der BZgA. Sie erregen großes Aufsehen - in der Öffentlichkeit hat es eine so prominente Präsenz von Kondomen bisher nicht gegeben.
1996 scheint ein erster Durchbruch bei der Bekämpfung der Krankheit zu gelingen. Die antiretrovirale Kombinationstherapie löst auf dem Welt-AIDS-Kongress in Vancouver große Euphorie aus.
Doch schon 1998 werden massive Nebenwirkungen und Resistenzbildungen bei den neuen HIV-Therapien bekannt.
Nach dem Jahr 2000 registrieren Fachleute in Deutschland - wie zuvor schon in anderen Industrieländern - eine Steigerung der HIV-Neudiagnosen.
Die HIV-Epidemie verläuft weltweit mit erschreckender Dynamik. Nach Angaben der Vereinten Nationen hatte die AIDS-Epidemie 2006 mit 42 Millionen HIV-Infizierten einen Höchststand erreicht.
In jeder Minuten infizieren sich etwa zehn Menschen neu.
In den nächsten zehn Jahren rechnen Experten mit 50 Millionen Neuinfektionen.
Besonders betroffen sind die Entwicklungsländer, vor allem die afrikanischen.
In einigen Regionen südlich der Sahara haben sich mehr als 25 Prozent der Menschen zwischen 15 und 49 Jahren infiziert.
Hier leben fast nur noch Waisenkinder und Großeltern, die mittlere Generation fehlt.
Was dies auf lange Zeit für die traditionellen Familienstrukturen dieses Kontinents bedeutet, ...
... ist heute kaum abzusehen. Für jedes einzelne Kind ist es schon jetzt eine Katastrophe.
Im Gegensatz zu den meisten anderen Regionen der Welt steigt derzeit die Zahl der Infektionen in Osteuropa und Zentralasien (1,5 Millionen, Stand: 30.11.2009), ...
... sowie in Südasien und Südostasien (3,8 Millionen, Stand: 30.11.2009). Experten erwarten, dass in wenigen Jahren die Zahl der HIV-Infizierten in Asien weit über der in Afrika liegen wird.
In Westeuropa ist die Zahl der HIV-Infektionen mit aktuell 840.000 vergleichsweise niedrig.
Doch auch in Europa ist das AIDS-Problem keineswegs gelöst. Nach Angaben von UNAIDS haben sich die HIV-Neuinfektionen in Europa von 1996 bis heute verdoppelt.
Männer mit gleichgeschlechtlichen Sexualkontakten bleiben mit fast 60 Prozent der neu diagnostizierten HIV-Infektionen die größte Betroffenengruppe.
Seit Mitte der 90er Jahre ist aufgrund der verbesserten Behandlungsmöglichkeiten ...
... die Zahl der AIDS-Todesfälle tendenziell zurückgegangen.
Trotzdem sind 2009 etwa 431 Menschen in Deutschland an AIDS gestorben.
Kondome sind ein wirksamer Schutz gegen HIV und reduzieren das Risiko anderer sexuell übertragbarer Krankheiten. Das haben Studien weltweit bestätigt.
Zwar können Kondome nicht zu hundert Prozent schützen. Die Sicherheit ist aber sehr hoch (weit über 95 Prozent), wenn sie konsequent und richtig angewendet werden.
Um das Ansteckungsrisiko von Kindern durch ihre HIV-positiven Mütter zu reduzieren, sind medizinische Maßnahmen nötig.
Bei Blutplasmaprodukten wird in Deutschland in der Herstellung darauf geachtet, dass sie keine HI-Viren enthalten. Blutspenden unterliegen einer genauen Überprüfung, sodass hier ein äußerst geringes Restrisiko besteht.
Damit gehören auch Skandale um verseuchtes Blut und infizierte Opfer inzwischen der Vergangenheit an.
In Afrika konzentrieren einige Länder ihre Ressourcen auf die Bekämpfung der Krankheit.
Sie haben den großen Pharmakonzernen Lizenzen für Generika abgetrotzt, ...
... um die Erkrankten mit preiswerten oder Gratis-Medikamenten zu versorgen.
Sie verteilen Kondome in Kulturen, wo deren Gebrauch als Angriff auf die männliche Sexualkraft gilt.
Und sie erklären den Gebrauch der lebensrettenden Präservative.
In großen Aufklärungskampagnen werden Menschen überall auf der Welt für die tödliche Gefahr sensibilisiert.
Denn in einer globalisierten Welt ist das Virus heute überall.
Ob in Südafrika, ...
... China, ...
... der Dominikanischen Republik, ...
... ob in Namibia, ...
... Thailand ...
... oder Panama, ...
... jeden Tag sterben Menschen an AIDS. Jedes Jahr sind es mehr als zwei Millionen.
Prävention ist der beste Schutz, eine medikamentöse Behandlung die beste Therapie. Es bleibt dabei: HIV ist eine schwere Diagnose, die es zu vermeiden gilt.
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