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Tragödie über Texas: Als die "Columbia" explodierte

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Mit ihr fing alles an: Am 12. April 1981 startete die "Columbia" als erstes wiederverwendbares US-Raumfahrzeug ... (Foto: ASSOCIATED PRESS)

Mit ihr fing alles an: Am 12. April 1981 startete die "Columbia" als erstes wiederverwendbares US-Raumfahrzeug ...

Mit ihr fing alles an: Am 12. April 1981 startete die "Columbia" als erstes wiederverwendbares US-Raumfahrzeug ...

... mit einer zweiköpfigen Besatzung in den Orbit.

Die Mission, genannt STS-1, dauerte zwei Tage.

Sie bildete den Auftakt der ...

... 30 Jahre währenden Shuttle-Ära mit insgesamt 134 Flügen.

Die "Columbia" war die erste Raumfähre, der Grundstein ...

... der Flotte.

Und sie war das Space Shuttle, mit dem die NASA einen Einsatzrekord aufstellte: Im November 1996 blieb die "Columbia" 17 Tage im All und umrundete dabei 279 Mal die Erde.

Als die dienstälteste Raumfähre dann am 16. Januar 2003 mit ...

... sieben Astronauten an Bord zu einer zweiwöchigen Forschungsmission aufbricht, ...

... ist das ihre 28. Reise.

Der Start der "Columbia" verläuft nicht ganz störungsfrei. 81 Sekunden, nachdem die Raumfähre die Rampe verlassen hat, ...

... löst sich vom Außentank ein Stück Schaumstoffisolierung. Der Brocken trifft, ...

... wie NASA-Ingenieure bei der routinemäßigen Auswertung von Filmaufnahmen feststellen, die linke Tragfläche der Raumfähre. Die Ingenieure gehen von geringen Schäden am Hitzeschild des Shuttles aus. Es wird beschlossen, die Mission normal weiterzuführen.

Für die Besatzung der "Columbia" - hier im Bild Astronautin Kalpana Chawla - stehen in den folgenden zwei Wochen 80 wissenschaftliche Experimente auf dem Plan.

Es ist die letzte Shuttle-Mission, die ganz im Zeichen der Wissenschaft steht.

Später übernimmt die Internationale Raumstation (ISS) diesen Aufgabenbereich.

Rund um die Uhr wird an Bord der "Columbia" geforscht. In ihrem Frachtraum ist das Raumlabor Spacehab untergebracht.

Die Raumfahrer - hier Ilan Ramon, der erste Israeli im All - arbeiten im Zwei-Schicht-Betrieb.

Drei Tage vor der Rückkehr zur Erde ...

... zieht die "Columbia"-Besatzung eine positive Bilanz: Viele Experimente haben die Erwartungen übertroffen, die wissenschaftliche Ausbeute ist ein voller Erfolg.

Zwei Tage später wird das Spacehab deaktiviert, Experimente und Materialproben werden verstaut. Die Raumfahrer bereiten sich auf den Rückflug vor. Die NASA gibt grünes Licht.

Am 1. Februar 2003 soll die "Columbia" um 14.15 Uhr (UTC) im Kennedy Space Center in Florida aufsetzen. Millionen Menschen sitzen vor den Fernsehern, um das Ereignis zu verfolgen.

Um circa 13.45 Uhr ist die Crew der "Columbia" mit dem normalen Prozedere im Vorfeld der Landung beschäftigt. Nichts deutet auf eine Katastrophe hin. Doch die ist unausweichlich. Denn ...

... wie spätere Analysen ergeben, hatte das beim Start abgerissene Stück der Tankisolierung nicht nur den Hitzeschutz der Raumfähre beschädigt. Es hatte auch ein Loch in die Vorderkante des linken Flügels geschlagen.

Beim Landeanflug nun geschieht, was unter solchen Umständen geschehen muss: Heiße Gase mit einer Temperatur von rund 1800 Grad Celsius dringen in die Tragfläche ein und zerstören ihre Struktur.

Um 13.59 Uhr findet der letzte Funkkontakt mit der "Columbia" statt. Das Space Shuttle überfliegt gerade von New Mexico kommend die Grenze zu Texas.

Wenige Sekunden später bricht die "Columbia" auseinander. Ihre Besatzung ist sofort tot. Die Astronauten hatten nicht mehr als 40 Sekunden Zeit, um das Desaster zu erahnen und zu reagieren.

Einige Teil der Raumfähre verglühen, ...

... andere gehen als Trümmerregen ...

... über den Südstaaten ...

... der USA nieder.

Die Bürger werden aufgefordert, Fundstücke zu melden.

Noch Wochen nach dem Unglück sammeln Fahnder auf einer Fläche von mehr als tausend Quadratkilometern Wrackteile ein.

Lange Zeit ist unklar, was genau mit der "Columbia" geschehen war.

Die NASA spekuliert über ein Versagen des Autopiloten, ...

... über Materialermüdung, ...

... einen Kabelbrand, die Kollision mit Weltraummüll sowie einen terroristischen Anschlag.

Ein unabhängiger Untersuchungsausschuss soll Licht ins Dunkel bringen. Daten werden analysiert, ...

... Trümmerteile genau untersucht und ...

... wie in einem Puzzle ...

... zusammengefügt.

In einer Nachbildung wird ein Stück Isolierschaum (rechts, zerbrochen) auf die Kante eines Flügels geschossen. Das Ergebnis ist ...

... ein Riss in der Tragfläche. Damit ist im Juni 2003 die Unglücksursache gefunden.

Spätere Tests bestätigen die Erklärung.

Die "Columbia"-Katastrophe ist nicht die erste in der Shuttle-Geschichte. 1986 zerbrach die "Challenger" kurz nach dem Start.

Doch die Ereignisse vom 1. Februar 2003 verändern die US-amerikanische Raumfahrt.

Mehr als zwei Jahre bleiben alle US-Raumfähren am Boden. Umfangreiche Tests und technische Verbesserungen stehen auf der Agenda.

Erst im Juli 2005 ist es wieder so weit: Unter dem Motto "Return to Flight" bricht die "Discovery" zur ISS auf. Auch diesmal fallen beim Start Teile der Außentank-Isolierung ab, ...

... Hitzekacheln werden beschädigt.

Sie müssen bei einem Außenbordeinsatz im All repariert werden.

Einmal mehr zeichnet sich ab, dass die Shuttles zum Ende des Jahrzehnts in Rente gehen sollten.

Vorerst aber gilt es, die Internationale Raumstation fertigzustellen. Die USA sind vertraglich gebunden.

So heben "Atlantis", "Endeavour" und "Discovery" zwischen 2005 und 2011 noch insgesamt 28 Mal ab.

Heute, zehn Jahre nach der Katastrophe, hat die NASA neue Schwerpunkte gesetzt und mit dem Marsrover "Curiosity" gar einen Publikumsliebling geschaffen.

Doch die Tragödie vom 1. Februar 2003 bleibt unvergessen.

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