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Spektakuläre Gefahr aus dem All: Asteroiden, Meteoriten und Kometen

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Sie sind ein faszinierendes Himmelsspektakel: Sternschnuppen ... (Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Sie sind ein faszinierendes Himmelsspektakel: Sternschnuppen ...

Sie sind ein faszinierendes Himmelsspektakel: Sternschnuppen ...

... und Kometen. Immer wieder kann man solche Ereignisse am Nachthimmel beobachten. Im Bild: Der Komet Hale-Bopp im Jahr 1997.

Hale-Bopp kam der Erde nicht näher als 197 Millionen Kilometer.

Was aber, wenn es enger wird?

Nach Angaben der NASA wird im Jahr 2029 der Asteroid "Apophis" (in der Mitte eingekreist) die Erde nur haarscharf verfehlen. In rund 30.000 Kilometern Entfernung soll er mit knapp 50.000 km/h an uns vorbeischießen.

Zum Vergleich: Der Mond ist im Mittel rund 380.000 Kilometer von der Erde entfernt. Der Asteroid wird uns also um rund ein Zehntel der Distanz zum Mond verpassen. Doch Apophis kehrt wieder: sieben Jahre später. Und dann ...

... im Jahr 2036, wird es noch knapper. Die Wahrscheinlichkeit, das Apophis dieses Mal auf der Erde einschlägt, gibt die NASA mit 1:45.000 an. Das hört sich wenig an - aber:

Die Wahrscheinlichkeit, bei einem Flugzeugabsturz ums Leben zu kommen, liegt bei eins zu drei Millionen. Und die, ...

... bei einem Verkehrsunfall zu sterben, bei rund 1:10.000.

Ein Einschlag von Apophis hätte fatale Folgen. Der Himmelskörper ist mit seinen knapp 300 Metern Durchmesser zwar zu klein, um langfristige globale Schäden zu verursachen. Aber je nachdem, wo er auf die Erde treffen würde - lokal wären die Auswirkungen katastrophal.

Wir wollen aber nicht den Teufel an die Wand malen. Fragen wir uns lieber: Was sind das eigentlich für Brocken, die hin und wieder drohen, uns zu vernichten?

Was sind Asteroiden, Meteoriten und Kometen - und worin besteht der Unterschied?

"Asteroid" kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie "sternähnlich". Synonyme Begriffe sind "Kleinplaneten" oder "Planetoide".

Asteroiden bewegen sich - wie normale Planeten unseres Sonnensystems - auf einer elliptischen Umlaufbahn um die Sonne.

In unserem Sonnensytem sind bisher über 477.000 Asteroiden bekannt. Tatsächlich geht die Zahl wohl in die Millionen.

Der größte zurzeit bekannte davon ist "Pallas", mit einem Durchmesser von rund 546 Kilometer. Er umkreist die Sonne im Asteroiden-Hauptgürtel zwischen Mars und Jupiter.

Dort befinden sich die meisten Asteroiden in unserem Planetensystem. Manche von ihnen ...

... haben sogar eigene Monde - wie hier im Bild der Asteroid Ida mit seinem Satelliten Dactyl, aufgenommen von der Raumsonde Galileo.

"Kometen" sind Himmelskörper mit besonderen Eigenschaften. Das Wort "Komet" ist aus dem griechischen abgeleitet und bedeutet so viel wie "Haarstern" oder "Schweifstern".

Wenn er der Sonne nahe kommt, entsteht um ihn herum eine sogenannte "Koma", eine neblige Hülle aus den Gasen, die aus dem Kometen austreten. Diese Hülle kann sich auf bis zu 2,7 Millionen Kilometer ausdehnen. (Im Bild: der Eis-Komet C/2001 Q4, im Jahr 2004).

Der Kometenkern selbst hat hingegen meist nur einen Durchmesser von einigen Kilometern, wie hier der rund fünf Kilometer große Kern von 81P/Wild.

Er besteht normalerweise aus Eis, dem viele Staub- und Mineralienteile beigemischt sind. Kometen werden deshalb auch als "schmutzige Schneebälle" bezeichnet. Der Kern ist von einer schwarzen Kruste bedeckt, die nur vier Prozent des Lichts reflektiert.

Asphalt reflektiert rund sieben Prozent.

Die spektakulären Himmelskörper sind also in Wahrheit die schwärzesten Objekte unseres Sonnensystems. (Im Bild: der Halleysche Komet im Jahr 1986)

Das von der Erde aus auffälligste Zeichen eines Kometen ist sein Schweif. Er kann eine Länge von mehreren 100 Millionen Kilometern erlangen. Meist jedoch sind es nur einige zehn Millionen Kilometer. (Im Bild: McNaught 2009 R1, am 09. Juni 2010)

Das, was wir als Sternschnuppen kennen, sind so genannte Meteore: zunächst einmal bezeichnet dieses Wort in seinem ursprünglichen Sinn schlicht eine lokale "Leuchterscheinung" am Himmel.

Die Himmelskörper, die Meteore auslösen, nennt man "Meteoroiden". Im Prinzip sind das sehr kleine Asteroiden, die meist aus den "Abfällen" der Kometenschweife entstehen.

Treffen sie auf die Erde, verglühen sie entweder in der Atmosphäre - oder, ...

... wenn sie groß genug sind, schlagen sie als Meteoriten auf der Erde ein.

Schon Meteoroiden von der Größe eines Reiskornes erzeugen spektakuläre Leuchterscheinungen, die länger als eine Sekunde dauern. Täglich dringen außerirdische Objekte mit einer Gesamtmasse von rund 40 Tonnen in die Atmosphäre ein.

Die meisten davon sind ungefährlich. Doch um für den Ernstfall vorbereitet zu sein, gibt es bei der NASA seit 1994 das "Near Earth Object Program".

Die US-Weltraumorganisation sucht den Sternenhimmel nach Objekten ab, die der Erde nahe kommen und ihr gefährlich werden könnten. Bisher wurden mehr als 7200 Objekte entdeckt, rund 800 davon haben einen Durchmesser von einem Kilometer oder mehr.

Etwas mehr als 1100 davon wurden als "Potenziell gefährliche Objekte" eingestuft. Das heißt: Die Entfernung, mit der sie die Erde passieren werden, beträgt weniger als 0,05 Mal die Strecke von der Erde zur Sonne (weniger als 7,5 Mio Kilometer), und ihr Durchmesser beträgt mindestens 150 Meter.

Der Asteroid "Apophis" gehört also zu den potenziell gefährlichen Objekten.

Doch bis er auf seiner Reise durch das All an uns vorbeikommt, vergehen noch einige Jahre. Zeit genug, ...

... entsprechende Vorkehrungen zu treffen...

...und die faszinierenden Himmelsspektakel zu genießen (Text: Fabian Maysenhölder).

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