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Mittwoch, 26. Mai 2010

Die letzte Rückkehr: "Atlantis" fliegt nicht mehr

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Sie ist zurück auf der Erde - diesmal für immer. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Sie ist zurück auf der Erde - diesmal für immer.

Sie ist zurück auf der Erde - diesmal für immer.

Die US-Raumfähre "Atlantis" hat ihre letzte Mission im All erfüllt. Sechs Astronauten und zwölf Tonnen Ausrüstungsmaterial hatte sie zur ISS gebracht.

Elf Mal war sie zur Internationalen Raumstation geflogen.

25 Jahre lang war die "Atlantis" im Einsatz, ...

... benannt übrigens in Erinnerung an das erste amerikanische ozeanographische Forschungsschiff, das zwischen 1930 und 1966 auf den Meeren unterwegs war.

Gebaut wurde die "Atlantis" ab 1980. Sie entstand nach den Raumfähren "Enterprise" (im Bild), "Columbia" und "Challenger".

Am 3. Oktober 1985 brach sie zu ihrem Jungfernflug auf (im Emblem die Namen der Mannschaftsmitglieder).

Ziel der Mission war es, zwei militärische Kommunikationssatelliten im All auszusetzen.

Auch der "Atlantis"-Flug im Dezember 1988 erfolgte im Auftrag des US-Verteidigungsministeriums. Auftrag und Absicht waren streng geheim. Nur knapp entging die Raumfähre bei dieser Mission einer Katastrophe.

Der Hitzeschild der "Atlantis" war nämlich schwer beschädigt worden. Die Astronauten dokumentierten die Schäden in Bildern, durften diese aus Geheimhaltungsgründen aber nur verschlüsselt an das Kontrollzentrum senden. Das führte zu Fehlinterpretationen, und so wurden die Schäden als unbedeutend eingestuft und der Crew grünes Licht zur Landung gegeben.

Erst am Boden stellte man fest, dass 700 Kacheln schadhaft waren und eine sogar komplett fehlte. Der Hitzeschild wies die gravierendsten Beschädigungen auf, die bis heute an einem Space Shuttle festgestellt wurden. Dass eine Katastrophe ausblieb, war pures Glück: Unter der fehlenden Kachel befand sich eine stärkere Metallplatte, die Schlimmeres verhinderte.

Zu diesem Zeitpunkt war es noch keine drei Jahre her, dass die Raumfähre "Challenger" nur 76 Sekunden nach ihrem Start explodiert war. Ein erneutes Unglück hätte wahrscheinlich das Ende des Space Shuttle-Programms bedeutet.

In den folgenden sechs Jahren wurde die "Atlantis" sowohl für militärische Zwecke eingesetzt (so brachte sie 1990 einen Spionagesatelliten ins All, der zur Überwachung des Golfkriegs diente), ...

... als auch für Forschungszwecke. Hier im Bild das Compton-Gammastrahlenobservatorium, das 1991 von der Raumfähre ausgesetzt wurde.

Am 27. Juni 1995 flog die "Atlantis" ...

... zum ersten Mal die russische Raumstation Mir an.

Mir und Atlantis zusammen bildeten den bis dahin größten künstlichen Erdsatelliten.

Die beiden Kommandanten begrüßten einander herzlich.

Auch die folgenden sechs Flüge der "Atlantis" gingen zur Mir.

Ab Mai 2000 hieß das neue Ziel der "Atlantis" dann ISS.

Im September 2006 schlug dabei ein Meteorit in die Raumfähre ein. Er war aber so klein, dass keine Gefahr für die "Atlantis" und ihre Mannschaft bestand.

Im Mai 2009 hatte die "Atlantis" ein eher ungewöhnliches Ziel: Sie wurde für Wartungsarbeiten am Hubble-Weltraumteleskop eingesetzt.

Es war der erste Flug nach dem 1. Februar 2003 - an diesem Tag brach die "Columbia" beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre auseinander -, ...

... der nicht zur Internationalen Raumstation ging. Es blieb auch der letzte dieser Art. Für die "Atlantis"-Hubble-Mission hatte ein spezieller Rettungsplan erarbeitet werden müssen, weil die ISS im Notfall für die Astronauten nicht erreichbar war.

So stand schließlich die "Endeavour" als potentielles Rettungsshuttle bereit.

Insgesamt legte die "Atlantis" in den vergangenen 25 Jahren 185 Millionen Kilometer zurück.

Nun soll sie Ende des Jahres zum musealen Ausstellungsstück werden.

Zwei Shuttle-Missionen mit der "Discovery" und der "Endeavour" stehen noch an. Dann werden auch diese US-Fähren ausrangiert.

Die ISS ist dann vorerst nur noch mit russischen Sojus-Kapseln zu erreichen. Doch die haben einen Nachteil: Sie können keine großen Lasten transportieren.

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