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"Prima Arbeit" im Mai 2009: "Atlantis" holt "Hubble" an Bord

 
Spektakuläres Rendezvous im All: In rund 530 Kilometer Entfernung von der Erde hat die Besatzung des Shuttle "Atlantis" am 13. Mai 2009 planmäßig das Weltraumteleskop "Hubble" eingefangen.

Spektakuläres Rendezvous im All: In rund 530 Kilometer Entfernung von der Erde hat die Besatzung des Shuttle "Atlantis" am 13. Mai 2009 planmäßig das Weltraumteleskop "Hubble" eingefangen.

Während der Shuttle und "Hubble" nebeneinander um die Erde kreisten fuhr die Astronautin Megan McArthur einen 15 Meter langen Greifarm aus und holte das elf Tonnen schwere Teleskop heran, um es für die Reparatur- und Wartungsarbeiten zu fixieren.

Knapp eine Stunde später wurde "Hubble" in die Ladebucht von "Atlantis" gehievt.

"Prima Arbeit, Megan", sagte ein Sprecher im Kontrollzentrum der US-Weltraumbehörde NASA. "Es ist großartig, wieder mit 'Hubble' in Berührung zu sein."

Es handelt sich um die fünfte und letzte Wartung des Teleskops, das seit 1990 im All ist und seitdem atemberaubende Bilder unter anderem über kollidierende Galaxien zur Erde sendete.

Ein erster Außeneinsatz der Astronauten steht bereits an diesem Donnerstag bevor: In einem sechseinhalbstündigen Außeneinsatz sollen die Astronauten eine neue Kamera installieren, mit der "Hubble" noch tiefer in die unendlichen Weiten des Weltalls blicken kann.

Unterdessen gab die NASA wegen vier Hitzekacheln Entwarnung, die beim Start von "Atlantis" am Montag beschädigt worden waren.

Es handele sich lediglich um mehrere kleine Dellen, der Schaden am überlebensnotwendigen Hitzeschild scheine "sehr geringfügig", sagte Flugdirektor Tony Cecacci im Kontrollzentrum in Houston. Man sei nicht besorgt.

2003 war die Raumfähre "Columbia" beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglüht, weil es Schäden am Hitzeschild gab. Alle sieben Besatzungsmitglieder kamen damals ums Leben.

Ziel der elftägigen Mission, bei der fünf Außeneinsätze der Astronauten vorgesehen sind, "Hubble" für mindestens fünf weitere Jahre funktionsfähig zu halten.

Seit 2006 arbeitet die Hauptkamera nur noch eingeschränkt, die Batterien werden schwach, und wichtige Sensoren sind ausgefallen. Die Mission gilt als ausgesprochen schwierig und nicht ohne Risiko.

Bereits an diesem Donnerstag soll eine neue "Wide Field Camera 3" installiert werden, die noch weiter in die Frühzeit des Universums schauen kann. Hier eine Aufnahme der "Wide Field Camera 2".

Gelingt den sechs Männern und einer Frau der "Atlantis" (hier der Start am Montag) ihre Arbeit, ist nicht nur das Weiterarbeiten des Observatoriums bis mindestens 2014 gewährleistet. Auch die Effektivität des Teleskops würde bis zu 90-fach verbessert.

Falls die Mission misslingt, habe man es mit einem Milliarden teuren "Stück Weltraumschrott" zu tun, meinte "Atlantis"-Kapitän Scott Altman. "Hubble" kostete bisher rund 6,9 Milliarden Dollar.

Die Mission der "Atlantis" ist die erste zum Weltraumteleskop seit dem Unglück der "Columbia". Die Reise ist riskanter als die zur Internationalen Raumstation ISS, weil in der Umlaufbahn von "Hubble" auch Weltraumschrott und kleinere Meteoriten im All schweben.

Für die Raumfähre besteht erhöhte Gefahr, davon getroffen zu werden. Für den Notfall steht in Cape Canaveral eine zweite Raumfähre auf der Startrampe (links), die jederzeit zu einem Rettungseinsatz starten kann.

Im Fall der Fälle würde sich der Shuttle "Endeavour" bis auf wenige Meter "Atlantis" nähern und die Astronauten mit einem Greifarm an Bord holen. (Bilder: AP / dpa / rts)

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