Bilderserie
Mittwoch, 10. Mai 2017

Drohne, Schnecke, Müllkran: Ausgezeichnete Schnappschüsse aus der Forschung

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Der Blick eines Fotografen ist ein anderer als der eines Forschers. (Joe Beckwith richtet einen Silberspiegel auf dem Lasertisch aus) (Foto: Bogdan Dereka, University of Geneva/SNF-Wettbewerb für wissenschaftliche Bilder)

Der Blick eines Fotografen ist ein anderer als der eines Forschers. (Joe Beckwith richtet einen Silberspiegel auf dem Lasertisch aus)

Der Blick eines Fotografen ist ein anderer als der eines Forschers. (Joe Beckwith richtet einen Silberspiegel auf dem Lasertisch aus)

Dennoch können die Fotos, die bei der Arbeit von Wissenschaftlern entstehen, einzigartig, beeindruckend und sogar künstlerisch wertvoll sein. (Digitales Modell eines Titanwurz, der größten Pflanze der Welt)

Grund genug für den Schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF), zum ersten Wettbewerb für wissenschaftliche Bilder aufzurufen. (Das mikroskopische Spezialbild zeigt eine Blume aus photovoltaischen Perovskit-Nanodrähten)

Insgesamt 239 Personen reichten 437 Bilder und 60 Videos ein. Die Wettbewerbsbeiträge stammen nicht nur aus allen Regionen der Schweiz, sondern auch aus vielen verschiedenen Wissenschaftszweigen. (Regeneration von Kiefern während einer Dürre)

Die Gewinner wurden in drei Bild- und einer Videokategorie, von einer internationalen, siebenköpfigen Jury ausgewählt, ... (ESPRESSO heißt die Maschine, die der nächste Planetenjäger sein wird)

... elf weitere Wettbewerbsbeiträge wurden ausgezeichnet. (Planungsbüro von Goma in der Demokratischen Republik Kongo)

8 der 15 prämierten Bilder und Videos sind Werke von Forscherinnen und Forschern, die am Anfang ihrer Karriere stehen. (Auf dem Weg zu einem Feld-Experiment in den Schweizer Alpen)

Mit dem Wettbewerb verfolgen die Veranstalter verschiedene Ziele: Der Contest soll die wachsende Bedeutung von Bildern in der Forschung aufzeigen, ... (Die vertikale Sicht des Raumes verwandelt sich bei diesem Bild)

... einen tieferen Einblick in die Praxis der Wissenschaft gewähren und ... (Ein afrikanischer Wildhundwelpe hat sich einen Betäubungspfeil als Spielzeug ergattert)

... die Forschenden selbst sichtbarer machen. (Ana Morales sucht mit Radio-Telemetrie eine Gruppe von Erdmännchen in der Kalahari Wüste)

Die ausgezeichneten Werke und weitere Arbeiten werden ab Mai 2017 an mehreren Orten in der Schweiz präsentiert. (Genaues Vorgehen ist ein Grundprinzip des wissenschaftlichen Arbeitens)

"Wir haben uns gefreut, Werke zu entdecken, die über die rein wissenschaftliche Thematik hinausweisen", sagt Hélène Joye-Cagnard, die Leiterin der Ausstellung. (Eine ruhende Arion-Schnecke, die auch als schwerer Schädling in der Landwirtschaft angesehen wird)

"Sie öffnen Betrachtungsweisen, die formal-künstlerisch, erzählend und mitunter auch humorvoll sind", so Joye-Cagnard weiter. (Das ungefähr sechs Tage alte Singammer-Küken ist besonders hungrig)

Die von der Jury ausgewählten Werke laden den Betrachter ein, ... (Greifarm eines Müllkrans in der Abfallentsorgungsanlage Basel)

... die Geschichte, die sie suggerieren, zu Ende zu denken. So die Begründung für die ausgezeichneten Werke des Jury-Vorsitzenden Pascal Hufschmid vom Musée de l'Elysée in Lausanne. Das Bild einer autonom fliegende Drohne, die über einer menschlichen Hand schwebt, gehört zu den geehrten Werken.

Genauso wie das Bild von Ludwig Zeller, das den Aufbau von Forschern zeigt, die ein Hörspiel mit spezieller Technik neu kreieren wollen.

Auch das Bild von Florian Gossmann wird ausgezeichnet, ... (Mit einem Fragebogen wird in der Notfallabteilung abgefragt, ob eine Aufmerksamkeitsstörung vorliegt)

... genauso wie das Bild von Bernhard Bereiter. (Lufteinschlüsse in einem aus Antarktiseis herausgeschnittenen Eisstück, die dort seit Tausenden Jahren gefangen sind. Dahinter steht ein Eisforscher)

Auch dieses Bild wird von der Jury als lobenswert herausgestellt. (Drei Frauen sitzen in Peru vor einem Trauertuch mit Bildern von vermissten Personen. Sie sind Mütter von drei der Vermissten)

Dieses gehört auch zu den besonders gelobten Bildern und nun zu den Gewinnern des Wettbewerbs. (Selfie mit einem 360-Grad-Fisheye-Objektiv in einer Höhe von 50 Metern im Nationalpark Lambir Hills auf Borneo)

Das Siegerbild in der Kategorie "Forschungsobjekt" hat Frederic Evers geschossen. Es zeigt das plötzliche Eintauchen einer Masse in Wasser. So kann eine typische Tsunamiwelle simuliert werden. "Das Bild verschmilzt subtil, aber eindrucksvoll das Analoge mit dem Digitalen. Es erinnert uns daran, dass der Augenschein oft trügt, besonders in der Wissenschaft", so die Jury.

In der Kategorie "Frauen und Männer der Wissenschaft" gewinnt das Bild von Jürg Sigrist. Die Jury ist durch seine Ästhetik beeindruckt. "Gleichzeitig scheint es aus der Zeit gefallen zu sein", so die Argumentation. (Mikrobiologin hantiert mit Flüssigstickstoff)

In der Kategorie "Orte und Werkzeuge" gewinnt das Foto von Madlaina Boillat. Es zeigt einen Block, der zur Kühlung von Reagenzgläsern mit biologischen Proben eingesetzt wird. "Die Wissenschaftlerin nimmt den abgebildeten Gegenstand aus seinem normalen Kontext – eine bekannte Strategie in der zeitgenössischen Kunst. So wird das simple Laborgerät zu einem ästhetischen Statement", so die Begründung der Juroren.

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