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Wissen

Sensibles Ökosystem: Bedrohte Idylle im Gebirge

 
"Über allen Gipfeln ist Ruh, ...

"Über allen Gipfeln ist Ruh, ...

... in allen Wipfeln spürest Du kaum einen Hauch."

Goethes berühmter Gedichtanfang könnte bald der Vergangenheit angehören, ...

... denn die Bergidylle von Mensch ...

... und Tier ist bedroht.

Der internationale Tag des Berges am 11. Dezember macht auf die Auswirkungen des Klimawandels auf Gebirge und ihre Ökosysteme aufmerksam.

Die sensiblen Bergwelten reagieren verheerend auf Veränderungen des Klimas.

Dabei beeinflussen Gebirge selbst das Wetter. Sie sorgen für Luftbewegungen und dienen als Regenscheide.

Deshalb ist das Wetter im Gebirge von jeher wechselhaft.

Mit dem Klimawandel werden aber extreme Erscheinungen wie Sturzbäche und Erdrutsche zunehmen.

Der Schuldige für diese Entwicklung ist schnell ausgemacht: Es ist der Mensch.

Die durch Treibhausgase verursachte Erderwärmung ...

... bringt die Gebirgsgletscher zum Schmelzen.

Ob nun in Grönland, ...

... Afrika, ...

... oder Südamerika.

Das abfließende Wasser der Gletscher verursacht Sturzbäche und Überschwemmungen in den Tälern.

Ist das Eis geschmolzen, taut auch der darunter liegende Permafrost-Boden der Berge auf.

Die Felsen zerklüften ...

... und stürzen herab, wie Teile des Eigers in der Schweiz.

Mit den Gletschern gehen auch riesige Süßwasserreservoire verloren.

Langfristig bedeutet dies einen Mangel an Trinkwasser.

Das Abtauen der Gletscher hat auch Folgen für die Gebirgslandschaft.

Forscher beobachten, wie Pflanzen und Tiere in höhere Lagen ausweichen, ...

... da die Schneegrenze zurückgeht.

Statt Schnee fällt mehr Regen, der den Boden aufweicht und Muren ...

... und Erdrutsche begünstigt.

Zu den Veränderungen der Flora gehört auch das Waldsterben.

Die durch Treibhausgase verursachte Erderwärmung ist aber nur eine Seite der Medaille.

Neben diesen indirekten Einfluss tritt ein weiteres Problem: Die Eroberung des Gebirges durch den Massentourismus.

Bis in die entlegensten Winkel schaffen es die Urlauber, ...

... und verlangen nach immer mehr Platz.

Der Schaden entsteht nicht nur durch den Autoverkehr, ...

... sondern auch durch den Müll, der von den Touristen hinterlassen wird.

Dabei schneiden sich die Massen an Wintersportlern damit ins eigene Fleisch. Denn wo Schnee fehlt, ...

... muss er durch Technik herbeigeschafft werden.

Dieser Kreislauf wird nur durch ein Umdenken durchbrochen.

Mit gezielten Aktionen kann man zwar Aufmerksamkeit erregen, ...

... eine Lösung des Problems erfordert aber einen globalen Rahmen, wie auf der Klimakonferenz in Bali.

Nur gemeinsame langfristige Strategien retten das sensible Ökosystem im Gebirge.

Damit sie wieder zur Ruhe kommen, die Gipfel. (Text: Markus Lippold, Bilder: AP, dpa)

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