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Noch 50 Jahre: Das Tote Meer trocknet aus

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Das Tote Meer - eigentlich ein See - liegt 417 Meter unter dem Meeresspiegel. Es grenzt an Jordanien, Israel und das Westjordanland. (Foto: REUTERS)

Das Tote Meer - eigentlich ein See - liegt 417 Meter unter dem Meeresspiegel. Es grenzt an Jordanien, Israel und das Westjordanland.

Das Tote Meer - eigentlich ein See - liegt 417 Meter unter dem Meeresspiegel. Es grenzt an Jordanien, Israel und das Westjordanland.

Es ist der am tiefsten gelegene See, seine Ufer sind die tiefsten natürlichen (nicht künstlich gegrabenen) Landflächen der Erde.

Der Name "Totes Meer" rührt daher, dass sein Wasser aufgrund des hohen Salzgehaltes (es ist zehnmal salziger als Meerwasser!) fast ohne Leben ist.

Nur im Mündungsbereich des Jordan-Flusses gibt es ein paar Algen und Bakterien.

Auch einige wenige Pflanzenarten mit großer Salz-Toleranz (Halophyten) können unter diesen Extrem-Bedingungen überleben.

Der 600 Quadratkilometer große Salzsee hat keinen Abfluss.

Für die angeschwemmten Salze ist er daher wie eine Sackgasse. Das Wasser verdunstet durch das trockene Wüstenklima, ...

... Mineralien und Salze bleiben zurück und reichern sich im Toten Meer an.

Das Tote Meer hat nur einen einzigen nennenswerten Zufluss: Es wird vom Jordan gespeist. (Israelische Soldaten am Zufluss des Jordans in das Tote Meer)

Es ist mehrfach bedroht. Da Jahr für Jahr mehr Wasser aus dem Jordan entnommen wird, sinkt der Wasserspiegel des Sees jedes Jahr um bis zu einen Meter.

Nicht nur der Wasserverbrauch durch die Bevölkerung auf der Westseite des Sees steigt kontinuierlich, ...

... auch die Fabriken am Ufer, die Salz, Magnesium und Brom gewinnen, verbrauchen sehr viel Wasser. (Planierraupe vor einer Magnesium-Fabrik am Toten Meer)

Zudem kommen jährlich hunderttausende Touristen, die natürlich auch viel Süßwasser verbrauchen ...

... und die Felder und Obstplantagen, ...

... die bewässert werden. (Verdunstungsbecken im Süden des Toten Meeres)

Warnungen von Experten häufen sich, dass das Tote Meer langsam austrocknen könnte.

Es könnte demnach in 50 Jahren völlig verschwunden sein, wenn nichts unternommen werde, heißt es.

Ein Gegenmittel könnte sein, mehr auf Meerwasserentsalzung zu setzen und dafür weniger Wasser aus dem Jordan zu entnehmen. (Bild: Salzgewinnung aus dem Toten Meer)

Eine andere Möglichkeit wäre ein Kanal vom Roten oder Mittelmeer. Diese Idee ist nicht neu: Schon 1855 schlugen Ingenieure ein solches Projekt vor.

Außer der Wasserzufuhr könnte man das entstehende Gefälle zwischen beiden Meeren zur Energieerzeugung nutzen. (Seilbahn nahe der Festung Masada)

Das wäre allerdings sehr kostspielig und auch nicht ohne Risiken. Ein Kanal vom Roten Meer bspw. wäre etwa 300 km lang und würde mehrere Milliarden Euro kosten. (Landformationen nahe der Festung Masada)

Die ökologischen Risiken sind ebenfalls nicht zu unterschätzen: Wissenschaftler befürchten ... (Jordan-Zufluss)

... durch die Mischung der verschiedenen salzigen Gewässer (das Tote Meer ist sehr kalziumhaltig, das Rote Meer sehr sulfatreich) eine massive Gipsbildung (Calciumsulfat).

Auch die Folgen für die Korallenriffe im Roten Meer bei einer Wasserentnahme sind ungeklärt.

Aber das Kanalprojekt kommt immer mal wieder auf die Tagesordnung, denn das Absinken des Wasserspiegels im Toten Meer hat weitreichende Folgen für die Umwelt und die Nutzung des Gewässers.

Eine besonders bedeutende Nutzung ist die durch den Badetourismus.

Wegen des hohen Salzgehaltes und der damit verbundenen Massedichte trägt das Wasser ungewöhnlich gut. (Badende in En Bokek)

Die Mineralien des Toten Meeres besitzen eine heilende Wirkung bei Hautkrankheiten.

Einige Krankenkassen bezahlen daher auch Kuraufenthalte am Toten Meer, zum Beispile bei Schuppenflechte (Psoriasis) oder Neurodermitis.

Man sollte allerdings darauf achten, dass man das Meerwasser nicht in die Augen bekommt.

Auch bei kleinen Schnittwunden brennt es äußerst unangenehm.

Durch das Absinken des Wasserspiegels wird der Zugang zum Meer aber erheblich erschwert: Dieser Steg steht mittlerweile weit weg vom Wasser, früher konnte man von ihm direkt hineingleiten.

Außer Badevergnügen und heilender Wirkung bietet das Tote Meer aber auch noch andere Attraktionen in seiner Umgebung, ...

... so zum Beispiel Ein Gedi, eine Oase im nördlichen Teil der israelischen Wüste Negev, am Westufer ...

... oder die Festung Masada am Südwestende des Toten Meeres. (Blick von der Festung)

Sie wurde 2001 in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes der Menschheit aufgenommen.

En Bokek ist der tiefstgelegene öffentlich zugängliche Ort der Erde, zugleich einer der am stärksten entwickelten Ferienresorts an der Küste des Toten Meeres. (Hotels in Ein Bokek)

Jenseits des Meeresufers ...

... trifft man in der Region auf bizarre Landformationen ...

... und Felsengebilde. Diese Attraktionen werden übrig bleiben, ...

... wenn das Meer weiter zurückgeht und ...

... das Baden nach und nach immer schwieriger wird.

Ob nun ein Kanal gebaut wird, ist noch unsicher. Das größte Problem ist nach wie vor die Finanzierung.

Ein baldiger Baubeginn scheint nicht wahrscheinlich. Und auch andere Lösungen sind nicht in Sicht. (Text: Andrea Beu)

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