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UNESCO-Weltnaturerbe: Das Wattenmeer

 
UNESCO-Weltnaturerbe: Das Wattenmeer

Das Wattenmeer ist eine Landschaft der ständigen Veränderung.

Sein Aussehen wandelt sich im Rhythmus der Gezeiten von Stunde zu Stunde.

Als Wattenmeer bezeichnet man eine ausgedehnte Fläche im Meer, die durch die Erdanziehung von Sonne und Mond (Gezeiten) zweimal am Tag überflutet wird und zweimal am Tag trocken fällt.

Im Wattenmeer findet man außerdem Priele (natürliche, schlängelnde Wasserläufe) ...

... und Salzwiesen (natürlicher Übergang zwischen Land und Meer mit hin und wieder überfluteten Pflanzenbeständen).

Kleinere Flächen an Uferzonen, Meeresküsten und Flussmündungen, die ebenfalls durch die Gezeiten überschwemmt werden und wieder trocken fallen, werden Watt genannt. (Mangrovenbäume)

Das Wort Wattenmeer bedeutet "watend begehbares Meer". Der Begriff Watt allerdings kommt aus dem altfriesischen "wad", was soviel bedeutet wie seicht oder untief.

Das Wattenmeer der Nordsee erstreckt sich etwa 450 Kilometer von dem dänischen Esbjerg über die deutsche Nordseeküste bis hin zur holländischen Stadt Den Helder. (Offshore- Windpark in der Nähe von Esbjerg)

Es kann bis zu 40 Kilometer ins Meer hineinreichen.

Das Wattenmeer der Nordsee ist nicht nur beliebt bei Urlaubern, ...

... es bietet auch Millionen von Organismen, Pflanzen und Tieren einen wertvollen Lebensraum.

In der Mischung aus Sand und Schlick kribbelt und krabbelt es nur so.

Bei Windstille kann man die Aktivitäten der Wattbewohner sogar hören.

Zahlreiche Arten von Muscheln, Schnecken, Würmern und Krebsen haben sich an die ständige Veränderung ihres Lebensraumes bestmöglich angepasst (Wattwurm).

Für die Seevögel ist das Wattenmeer ein gedeckter Tisch.

Zudem ist das Watt der Nordsee einer der wichtigsten Rastplätze für tausende Zugvögel.

Aber auch Seehunde und Robben brauchen es als Lebensraum.

Doch auch das hochsensible Ökosystem ist heute gefährdet.

Durch die ständig wachsende wirtschaftliche Nutzung, die Tourismus, ...

... Fischfang, ...

... Gas- und Ölförderung, ...

... sowie die Stromerzeugung durch riesige Offshore-Windparks einschließt, ...

... wird das Ökosystem Wattenmeer mehr und mehr belastet.

Die wirtschaftlichen Interessen ...

... stehen dem Natur- und Artenschutz gegenüber.

Um das weltgrößte Wattenmeer zu schützen, wurden in Deutschland in den achtziger und neunziger Jahren große Teile davon zum Nationalpark erklärt.

Seitdem dürfen bestimmte Schutzgebiete im Watt nicht befahren, befischt oder betreten werden.

Diese Maßnahmen führten zu einer messbaren Regenerierung dieser einzigartigen Landschaft.

Dennoch bleibt das Watt samt seiner Bewohner bedroht.

Um auch international mehr Aufmerksamkeit und Bewusstsein für das Wattenmeer zu bekommen, ...

... haben der Bund, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und die Niederlande Anfang 2008 bei der UNESCO den Antrag gestellt, ...

... diese einzigartige Naturlandschaft als Weltnaturerbe aufzunehmen.

Die UNESCO bestätigte den Antrag am 26. Juni 2009 und erklärte das Wattenmeer zum Weltnaturerbe.

Am 27. Juni 2011 wurde auch der Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer in das Weltnaturerbe-Gebiet aufgenommen.

Das Wattenmeer steht damit auf einer Stufe mit so bekannten Weltnaturerben wie ...

... dem Great Barrier Reef vor Australien, ...

... dem Gran Canyon in den USA oder ...

... den Galápagos-Inseln im Ost-Pazifik.

Mt der Ernennung ist das niederländisch-deutsche Feuchtgebiet die erste deutsche Naturlandschaft mit Welterbe-Status.

Was genau die Ernennung zum Weltnaturerbe dem Ökosystem Watt bringen wird, bleibt jedoch unklar.

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