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Endlich!
Es ist soweit.
Man kann sich wieder draußen aufhalten.
Knospen sprießen.
Vögel zwitschern.
Die Sonnenbrillen-Dichte steigt dramatisch.
Cabrios werden freigelassen.
Wintermäntel werden gelüftet, ...
... Schals gelockert, ...
... Frühlingsgefühle bekommen freien Lauf - bei Tieren ...
... und Menschen.
Egal, ob sich die Temperaturen mitunter noch um den Gefrierpunkt bewegen:
Die Flirtsaison ...
... ist eröffnet.
Denn selbst die zartesten Sonnenstrahlen erwärmen nicht nur die Wangen, ...
... sondern vor allem die Gemüter.
Alles nur Gefühlsdusel? Keineswegs! Auch wenn sich Wissenschaftler uneins über die Ursachen sind, die Symptome sind eindeutig:
Beste Laune und Kribbeln im Bauch.
"Durch das Sonnenlicht und mehr Helligkeit wird das Hormon Serotonin verstärkt ausgeschüttet und das lässt uns insgesamt wacher und vitaler werden", erklärt der Biopsychologe Peter Walschburger von der Freien Universität Berlin.
Bei mehr Licht produziert der Körper außerdem weniger vom Schlafhormon Melatonin.
Die Stimmung steigt ...
... und damit die Lust auf Flirts und Sex.
Doch das ist längst nicht alles.
"Für die durchaus wissenschaftlich umstrittenen Frühlingsgefühle gibt es physiologische, ...
... chronobiologische (vom Rhythmus der Natur abhängige) ...
... und psychologische Gründe", so der Wissenschaftler.
Der Frühling lässt uns aufblühen, indem er unsere Psyche beeinflusst.
"Die Anregungsbedingungen sind einfach besser als im Winter", sagt der Biopsychologe.
Unwillkürlich muss man registrieren: Die Frauen tragen wieder kürzere Röcke ...
... und tiefere Dekolletés.
Das schafft Anreize.
"Der Frühling bietet ganz einfach mehr Möglichkeiten", sagt auch Nina Deißler - und sie muss es wissen. Die Hamburgerin bietet Flirtseminare an.
Aus jahrelanger Erfahrung weiß sie: "Markante Punkte für den Wunsch nach einer Beziehung sind immer um Weihnachten herum und im Frühling".
Da seien im Frühling die Chancen oft besser und zwar aus ganz praktischen Gründen: "Man darf nicht vergessen, dass man den Körper wieder strafft, ...
... wenn man sich nicht mehr in seinem Wintermantel vor dem eisigen Wind schützen muss."
Bei so viel Bewegungsfreiheit kann man dann auch potenzielle Flirtpartner überhaupt erst wahrnehmen.
Der Endokrinologe Prof. Horst Harald Klein von der Universität Bochum verweist besonders auf psychologische Faktoren, um den viel beschworenen Frühlingsgefühlen auf die Spur zu kommen.
Die erhöhten Hormonausschüttungen hält der Hormonexperte für vernachlässigungswürdig.
Allerdings mangele es an wissenschaftlichen Untersuchungen, denn schließlich handele es sich nicht um eine Krankheit.
"Ob wir Glück oder Lust verspüren, hängt zweifellos von einem komplexen Puzzle ab, bei dem psychologische Faktoren, Sinnesreize und individuelle Veranlagung eine Rolle spielen", so Klein, "nicht nur der Hormonspiegel."
Hinzu kommen noch die vielen optischen Reize, denen der Mensch im Frühling - dank luftigerer Kleidung und fröhlicher Gesichter - ausgesetzt ist.
Doch die längeren Tage gepaart mit penetrant guter Laune einiger Menschen lösen nicht bei allen Hochgefühle aus: Statt Kribbeln im Bauch verspüren sie bleierne Frühlingsmüdigkeit.
"Auch hier handelt es sich vermutlich um eine Kombination vieler verschiedener Faktoren", erklärt Prof. Klein.
Im Frühling nähmen die Aktivitäten nun mal zu, der Körper werde mehr gefordert.
Viele Menschen blieben auch länger wach und aktiv. "Wenn man im Frühling abends um acht müde ist und es ist noch hell, fällt das einfach mehr auf als im Winter."
Das sei eine ganze normale Umstellung, mit der der Körper fertig werden müsse. Und Prof. Walschburger fügt hinzu: "Das Wetter muss eben für die verschiedensten Dinge herhalten, egal ob für Hochgefühle oder Schläfrigkeit." (Text: Britta Schmeis, dpa; Bilder: dpa, AP)
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