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Bedrohter Überlebenskünstler: Der Frosch

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Er wird im Märchen geküsst und gegen die Wand geworfen, ...

Er wird im Märchen geküsst und gegen die Wand geworfen, ...

Er wird im Märchen geküsst und gegen die Wand geworfen, ...

... ganze Gemeinden werden seinetwegen - genauer: wegen seines Gequakes - verklagt, ...

... und mit Blick aufs Wetter werden ihm hellseherische Fähigkeiten zugeschrieben.

Seine Schenkel gelten in manchen Ländern als Delikatesse.

Er ist weit verbreitet und gilt wegen seiner Anpassungsfähigkeit als wahrer Überlebenskünstler.

Doch nun wird der Frosch von einem Hautpilz bedroht.

Dieser könnte ein Artensterben auslösen, wie wir es von den Dinosauriern kennen.

Der mikroskopisch kleine Hautpilz, der Chytridpil, befällt Amphibien und löscht in kurzer Zeit ganze Froschbestände aus.

Derzeit leben auf der Erde schätzungsweise 5500 verschiedene Arten von Fröschen, ...

... Unken...

... und Kröten. Alle drei Gattungen gehören zu den Froschlurchen.

Froschlurche, Schwanzlurche (wie der Feuersalamander) und Blindwühlen sind die drei Gruppen der Amphibien.

Die so genannten Echten Frösche sind die artenreichste Familie. Sie sind beinahe weltweit verbreitet (mit Ausnahme der Polarregionen und der Extremwüsten).

Jedes Jahr sterben allein durch den Chytridpilz zehn Froscharten aus, schätzt die Tierschutzorganisation Amphibian Ark.

Fast die Hälfte aller Amphibien ist derzeit vom Aussterben bedroht.

Neben dem Hautpilz sind anhaltende Umweltvergiftung, ...

... Erderwärmung...

... und die Zerstörung von Lebensräumen für das Artensterben verantwortlich.

Nicht zu vernachlässigen ist auch der Konkurrenzkampf unter den Fröschen selbst. Herbeigeführt hat ihn nicht zuletzt der Mensch.

Da die Franzosen gutes Essen und Froschschenkel lieben, importierten sie mit dem Beginn der 1970er Jahre Tonnen an Seefrosch. Er gilt als besonders fleischig.

Doch nicht alle eingeführten Seefrösche landeten als Delikatesse auf den Tellern der Gourmets. Einige hüpften mit ihren kräftigen Schenkeln einfach davon, um in Frankreich zu leben.

Da das konkurrenzstarke Tier länger lebt und sich schneller vermehrt als einheimische Frösche, hat es diese fast vollständig verdrängt.

Nicht nur die Frösche, sondern auch der lebensgefährliche Pilz ist weltweit verbreitet.

Er verstopft die Poren der Tiere.

Da Frösche auch durch ihre Haut atmen, verursacht der Hautpilz zunächst Atembeschwerden. In den meisten Fällen führen diese zum Erstickungstod.

Mit bloßem Auge ist der Pilz nicht erkennbar.

Lediglich die Symptome, wie Trägheit des Tieres, Verfärbung der Haut oder das Abschälen der oberen Hautschicht können wir beobachten.

In einem solchen Zustand sind die Frösche meist schon verloren. Für Menschen gilt: Die Tiere niemals anfassen!

Für uns ist der Pilz zwar gesundheitlich unbedenklich, doch wir können ihn übertragen.

Woher der tödliche Hautpilz kommt, ist unklar. Spekulationen zufolge wird er seit den 1930er Jahren durch den weltweiten Export des Krallenfrosches in Forschungslabors eingeschleppt.

Die meisten Krallenfrösche tragen den Chytridpilz auf ihrer Haut, sind aber gegen dessen tödliche Wirkung immun.

In Deutschland wurde der todbringende Pilz nicht nur auf der Haut von Fröschen, sondern auch auf Kröten- und Salamanderhaut nachgewiesen.

Um auf das Massensterben der Frösche aufmerksam zu machen, hat die Weltnaturschutzorganisation IUCN gemeinsam mit dem Weltzooverband WAZA ...

... die Tierschutzorganisationen Ambibian Ark ins Leben gerufen und 2008 zum "Jahr des Frosches" erklärt.

Denn Frösche sind nicht nur Gradmesser für funktionierende Ökosysteme.

Als außergewöhnliche Wirbeltiere mit einer Metamorphose verkörpern sie auch den evolutionären Schritt der Tiere vom Wasser auf das Land. (Text: J. Köhler, Bilder: ap, dpa, wikipedia)

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