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Freitag, 03. Februar 2017

Nasa dokumentiert Umweltschäden: Der Klimawandel existiert, Mr. Trump!

Von Judith Görs

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... wenn er - wie hier nahe dem schottischen Aberdeen - eine Golfanlage darauf bauen kann. Die Anwohner hatten lange dagegen protestiert. Vergeblich. (Fotos: U.S. Department of the Interior/USGS und NASA) (Foto: picture-alliance/ dpa)

... wenn er - wie hier nahe dem schottischen Aberdeen - eine Golfanlage darauf bauen kann. Die Anwohner hatten lange dagegen protestiert. Vergeblich. (Fotos: U.S. Department of the Interior/USGS und NASA)

Es liegt einiges auf dem Tisch beim neuen US-Präsidenten: Donald Trump will keine Zeit verlieren. Nachdem er die Gesundheitsreform Obamacare quasi beerdigt und Millionen Muslime fürs Erste zu unerwünschten Gästen erklärt hat, will der Republikaner offenbar auch Hand an bestehende Klima-Abkommen anlegen. Nur vier Tage nach seinem Amtsantritt ...

... ordnete Trump den Weiterbau zweier umstrittener Pipeline-Projekte an. Keystone XL heißt eines davon. Die Pipeline soll Öl aus Kanada zu Raffinerien in Texas befördern. Trumps Vorgänger Obama hatte das Projekt wegen Klimaschutz-Bedenken auf Eis gelegt. Dass die Pipeline nun doch ...

... gebaut werden soll, treibt Tausende US-Amerikaner auf die Straße. Auf ihren Plakaten steht "Wir können Öl nicht trinken" oder "Wasser ist Leben". Doch der gewählte Präsident lässt sich nicht beirren - immerhin glaubt er, der Klimawandel ...

... sei nur eine Erfindung der Chinesen, um sich im Wettbewerb mit der US-amerikanischen Industrie einen Vorteil zu verschaffen. Klimaschützer sind längst alarmiert. Sie versuchen, vor Trumps zu erwartenden Rundumschlag wichtige Daten ...

... auf die sicheren Server von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zu retten. Als Allererstes dürfte es wohl die US-Umweltbehörde EPA treffen. Trump hat bereits angeordnet, dass die Klimaseiten auf deren Homepage entfernt werden müssen. Doch es regt sich auch Widerstand bei den nationalen Behörden - wenngleich dieser ...

... deutlich leiser ausfällt als auf den Straßen diverser US-Großstädte. Die US-Weltraumbehörde veröffentlichte nun eine Bilderserie, die Langzeitschäden durch den Klimawandel überall auf der Welt dokumentiert - und Trump eines Besseren belehren soll. Im Glacier-Bay-Nationalpark im Süden von Alaska ...

... veränderte ein Erdrutsch am 28. Juni 2016 nachhaltig die Beschaffenheit des 1200 Meter hohen Berges. Vor 250 Jahren war Glacier Bay noch ein einziger Gletscher. Die Bucht war von Eis bedeckt. Doch in den vergangenen Jahrhunderten haben sich die Eismassen immer mehr zurückgezogen. Ein ähnliches Bild ...

... bietet sich den Forschern, wenn sie auf die Schneedecke Grönlands schauen. Im Juni 2014 war die Oberfläche noch gleichmäßig von Schnee und Eis bedeckt. Nur ein Jahr später ...

... ziehen sich kleine Flüsse aus Schmelzwasser durch die Landschaft. Sogar Seen haben sich gebildet. Das ist zwar normal für die Frühlings- und ersten Sommermonate. Doch die Eisschmelze setzt den Forschern zufolge ...

... immer früher im Jahr ein. Das Fatale: Je größer die Wasserfläche wird, desto stärker absorbiert sie die Sonnenstrahlen. Die Eisschmelze schreitet also noch schneller voran. Seit 1975 ...

... sind die auch Gletscher in der Bellingshausensee in der westlichen Antarktis sichtlich geschrumpft. Das relativ warme Meerwasser an der Unterseite des Eisschildes lässt die "Auflagelinien" verschwimmen. Noch deutlicher zu sehen ...

... ist das aus dem Weltall. Das robuste antarktische Meereis, das vier Jahre und älter ist, bedeckte 1984 noch eine Fläche von 1,8 Millionen Quadratkilometern, ...

... im vergangenen Jahr waren es laut der Nasa nur noch 110.000 Quadratkilometer. Dieses ältere Eis gilt als dicker und weniger anfällig. Sein Rückgang ist alarmierend. Für einige Menschen kann die Eisschmelze aber nicht nur langfristige Folgen haben, ...

... sondern auch eine direkte Gefahr darstellen. Am 17. Juli 2016 starben neun Menschen, als sich eine riesige Lawine von einer Gletscherzunge in Tibet löste. Die Menschen wurden ...

... unter Eis und Geröll begraben. Auch 350 Schafe und 110 Yaks verendeten. Es war die größte Eislawine, die jemals dokumentiert wurde. Sie hinterließ einen 30 Meter hohen Trümmerberg. Bis heute rätseln Gletscherforscher über die Ursache. Fakt ist, dass ...

... das Klima immer extremer wird. Infolge schwerer Stürme trat im März 2016 der Mississippi über die Ufer und überschwemmte ...

... weite Teile der US-Bundesstaaten Louisiana, Texas, Mississippi und Arkansas. Den Behörden zufolge waren die Überschwemmungen angesichts der Tatsache, dass es sich nicht um einen Hurrikan gehandelt hat, außergewöhnlich schlimm. Und während die Menschen in den USA gegen die Wassermassen kämpften, ...

... fehlt es in Zentralasien seit Jahrzehnten am Wasser. In den 1960er-Jahren war der Aralsee noch der viertgrößte See der Welt, ...

... mittlerweile ist er in großen Teilen komplett ausgetrocknet. Die fehlende Regulation durch das Wasserreservoir hat zur Folge, dass die Winter in der Region kälter und die Sommer heißer geworden sind. Doch auch der Mensch sorgt dafür, ...

... dass sich Landschaften komplett verändern. Chinas Drei-Schluchten-Staudamm ist das größte Wasserkraftwerk der Welt. Fügte sich der Jangtse-Fluss 1993 noch in die Berglandschaft ein, ...

... ist er 2016, vier Jahre nach der Fertigstellung des Staudamms, enorm angeschwollen. Für das Projekt mussten 1,2 Millionen Menschen umgesiedelt werden. Experten fürchten, durch die zunehmende Ansammlung von Schlick sinke die biologische Vielfalt im See. Folgenlos ...

... ist auch der Bau eines Staudamms im brasilianischen Bundesstaat Rondonia nicht geblieben. 1984 war mit dem Bau begonnen worden. Der Jamari River flutete nach Fertigstellung große Teile des dichten brasilianischen Waldes, ...

... weitere Teile fielen der Abholzung zum Opfer, die im Jahr 2011 das Bild der Region prägt. Und wiederum ganz anders hat der Mensch die Landschaft rund um die größte Kohlemine in den Vereinigten Staaten beeinflusst.

Der North Antelope Rochelle Complex und die Black Thunder Mine machten im Jahr 2014 stolze 22 Prozent der Kohleversorgung in den USA aus. Entsprechend durchgepflügt zeigt sich die Landschaft ...

... nach 32 Jahren stetiger Kohleförderung. Experten des United States Geological Survey (USGS) schätzen, dass die Minen in 20 Jahren erschöpft sind. Dann muss der Strom woanders produziert werden. Doch erneuerbare Energien, ...

... wie etwa die Windkraft, genießen nicht gerade einen hohen Stellenwert beim neuen US-Präsidenten. Ob Kalifornien, Hawaii, Oregon und New York ihre hochgesteckten Klimaziele noch erreichen können, ist heute unsicherer denn je.

Dabei hat Trump durchaus einen Sinn für die Schönheit Natur - zumindest dann, ...

... wenn er - wie hier nahe dem schottischen Aberdeen - eine Golfanlage darauf bauen kann. Die Anwohner hatten lange dagegen protestiert. Vergeblich. (Fotos: U.S. Department of the Interior/USGS und NASA)

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