Bilderserie

Ein Platz zum Wohnen?: Der Mars

Bild 1 von 29
Stephen Hawking redet von menschlichen Kolonien auf dem Mars, und auch Apollo-Astronaut Buzz Aldrin setzt sich für den "Mars to Stay" ein. Schon in naher Zukunft, so das Konzept, sollen auf dem Roten Planeten die ersten Siedlungen entstehen. So wird es offenbar Zeit, sich dort einmal umzuschauen. (Foto: NASA)

Stephen Hawking redet von menschlichen Kolonien auf dem Mars, und auch Apollo-Astronaut Buzz Aldrin setzt sich für den "Mars to Stay" ein. Schon in naher Zukunft, so das Konzept, sollen auf dem Roten Planeten die ersten Siedlungen entstehen. So wird es offenbar Zeit, sich dort einmal umzuschauen.

Stephen Hawking redet von menschlichen Kolonien auf dem Mars, und auch Apollo-Astronaut Buzz Aldrin setzt sich für den "Mars to Stay" ein. Schon in naher Zukunft, so das Konzept, sollen auf dem Roten Planeten die ersten Siedlungen entstehen. So wird es offenbar Zeit, sich dort einmal umzuschauen.

Die ESA-Sonde Mars Express macht das möglich. Sie befindet sich seit 2003 in der Umlaufbahn des Planeten. Ihre Mission wurde bereits mehrfach verlängert, zuletzt bis Ende 2012. Bis heute hat die Sonde fast 7500 Mal den Mars umrundet. Mit an Bord: die High Resolution Stereo Camera. Sie kann die Planeten-Oberfläche gleichzeitig in hoher Auflösung, Farbe und 3D aufnehmen.

Hier im Blick: die östlichen Ausläufer der Valles Marineris, dem riesigen Canyonsystem des Roten Planeten. Die Valles Marineris erstrecken sich über 4000 Kilometer am Mars-Äquator entlang. Typisch für ihren östlichen Teil ist die hier zu erkennende Oberflächenstruktur: Sie wird als "chaotic terrain", als chaotisches Gebiet, bezeichnet.

Auch im südlichen Hochland des Mars gibt es "chaotische Gebiete". Gesteinsblöcke unterschiedlichster Größe häufen sich dort. Zwischendrin sind tafelbergähnliche Erhebungen zu sehen. So auch hier auf der linken Seite: Der dort auszumachende Tafelberg ist rund zwölf Kilometer lang, drei Kilometer breit und 300 Meter hoch.

Wie es zu der Ansammlung von Blöcken speziell hier, im südlichen Hochland des Mars, kam, ist unklar. Sie können durch Wasser- oder Wind- Erosion entstanden sein. Das Gebiet ist fast so groß wie Baden-Württemberg.

Ganz anders sieht es im Kasei-Tal im zentralen Marshochland aus. Heute ist es trocken, doch in der Frühzeit des Planeten floss hier viel Wasser. Wo es geblieben ist, sollen künftige Missionen klären. Möglicherweise ist es in Form von Eis in Hohlräumen unter der Mars-Oberfläche noch vorhanden.

Auch Vulkane gibt es auf dem Mars, und zwar mächtige. Der Olympus Mons - hier im Bild sein Krater - ist 22 Kilometer hoch. Damit ist er der größte Berg unseres Sonnensystems.

Hier ist die östliche Steilkante des Olympus Mons zu sehen. Er gehört - wie die irdische Inselgruppe Hawaii - zu den Schildvulkanen. Seine enorme Größe konnte er erreichen, weil die Schwerkraft auf dem Mars geringer ist als auf der Erde. Wäre das nicht so, würde der Berg von seinem eigenen Gewicht erdrückt werden und zusammensacken.

Blick in den Schlund: Diese Ansicht zeigt einen Teil der Olympus Mons-Caldera. Hier wurde Masse bewegt. Das transportierte Material reicht vom unteren Hang zum Boden der Caldera zungenförmig herab.

Vom Winde verweht: Diese Struktur im Süden des Olympus Mons wurde vermutlich durch Wind geformt. Wenn lose Sandkörner durch Wind in Bewegung gebracht werden, wirken sie wie ein Sandstrahlgebläse auf das Gestein ein. Wehen die Winde über einen längeren Zeitraum in dieselbe Richtung, können sich die auf dem Bild sichtbaren Windgassen bilden.

Dieser Krater im Marshochland Meridiani Planum ist kein Vulkan-Krater, sondern beim Aufprall eines Asteroiden entstanden. Die aufgeworfenen Ränder sind stark von der Erosion angegriffen. Das deutet darauf hin, dass der Asteroid schon vor sehr langer Zeit dort einschlug, wahrscheinlich vor über drei Milliarden Jahren.

Hohe Klippen, breite Täler: 200 Kilometer sind die hier abgebildeten, parallel verlaufenden Täler breit. Die steilen Klippen im Hintergrund und in der Bildmitte sind rund fünf Kilometer hoch. Am Fuß der Gebirgswand sind Reste von mächtigen Bergrutschen zu erkennen.

In den Coprates Catena reiht sich ein schmales Talband ans andere. Sie bilden eine Grabenkette. Wahrscheinlich ...

... brach zunächst an einzelnen Punkten die Oberfläche ein, ehe die Verwitterung dafür sorgte, dass die Gruben zu einem tiefen Tal verbunden wurden.

Weitaus bekannter ist die Marsregion Cydonia. Sie wurde 1976 berühmt. Der Orbiter Viking 1 zeigte von dort eine Felsformation, die an ein menschliches Gesicht erinnert.

Das Antlitz wurde 2006 mit einer Auflösung von 13,7 Metern pro Bildpunkt erneut aufgenommen, aus einer anderen Perspektive. Nun ist das Gesicht unten rechts sichtbar.

Wiederum ganz anders zeigt sich der Mars an der Abbruchkante der Hochebene Lunae Planum. Spannungen in der Marskruste haben hier die Oberfläche gedehnt. Quer dazu ist ein Muster aus parallelen Gräben entstanden.

Ophir Chasma heißt das Tal, dessen nördlicher Steilabbruch hier im Bild zu sehen ist. Er ist rund fünf Kilometer hoch. Instabile Hänge führten dort zu Bergrutschen. Die Massen bewegten sich bis zu 70 Kilometer in das Tal hinein.

Die Suche nach Wasser auf dem Roten Planeten beschäftigt die Forscher besonders. Hier ist an Hängen des Candor Chasma, einer der größten Schluchten der Valles Marineris, ausgedehntes Kieserit zu sehen. Kieserit ist ein Magnesium-Sulfat-Salz, in dessen Kristallstruktur Wassermoleküle eingebaut sind.

Eisbedeckte Hochebene: Als dieses Bild aufgenommen wurde, Ende Juli 2008, war es Herbst am Mars-Nordpol. Die dünnen Schichten des dort vorhandenen Kohlendioxid-Eises waren im Sommer direkt vom festen in den gasförmigen Zustand übergegangen und in die Atmosphäre entwichen. Der harte Wassereis-Kern der Pole bleibt als Eiskappe oder, wie im Bild zu sehen, als nicht zusammenhängende Fläche von Resteis zurück.

Dieses Bild wurde im Mars-Sommer aufgenommen. Es zeigt Wassereis am Boden eines Kraters in der Nähe des Nordpols, in der Tiefebene Vastitas Borealis. Kohlendioxid-Eis war zu dieser Zeit schon verschwunden. Das Eis ist - so das Ergebnis früherer Messungen - wahrscheinlich nur einige Dezimeter dick.

Ein System von heute trockenen Kanälen windet sich durch das Marstiefland. Wie die Kanäle entstanden sind, ist noch nicht geklärt. Wahrscheinlich spielte auch hier Eis, das in Hohlräumen unter der Oberfläche gespeichert war, eine Rolle. Die Kanäle bildeten sich jedenfalls vor dem Einschlag eines Meteoriten, denn der Krater und seine Auswurfdecken überlagern das Kanalsystem.

Auch Dünen gibt auf dem Mars, hier im Argyre Planitia-Krater. Das Dünenfeld besteht aus dunklem Sand, der wahrscheinlich von Vulkanausbrüchen stammt.

Diese Düne befindet sich in Thaumasia, der größten Vulkanregion auf dem Mars. Zu dieser gehört auch der Olympus Mons.

Hier ist der Blick auf das Zentrum eines 50 Kilometer großen Einschlagkraters gerichtet. Krater dieser Größe zeigen komplexe Strukturen. So gibt es beispielsweise terrassenartige Stufen an der Innenseite der Kraterränder. Sie sind beim Nachrutschen riesiger Hangpartien entstanden. Im Kontrast zum marstypischen Rostrot zeigt sich das Innere des Einschlagkraters dunkel. Wahrscheinlich wurde dort Vulkanasche hineingeweht.

Dieser Einschlagkrater am Huygens-Bassin auf der Mars-Südhalbkugel ist ungewöhnlich langgezogen. Er weist darauf hin, dass dort eine ganze Kette kosmischer Geschosse in flachem Winkel eingeschlagen sind. Der Krater ist rund 78 Kilometer lang, 2 Kilometer tief und zwischen 10 und 25 Kilometern breit.

So richtig einladend wirkt der Mars nicht. Doch er gehört zu den erdähnlichen Planeten. Sein Durchmesser ist halb so groß wie der der Erde. Er ist der zweitkleinste Planet des Sonnensystems.

Damit tatsächlich Menschen auf dem Mars leben können, müsste sich dort noch einiges ändern: Die Temperaturen liegen dort zwischen kalten minus 85° C und angenehmen plus 20° C. Der Sauerstoffanteil in der Atmosphäre ist zu gering, die Atmosphäre besteht zu 95 Prozent aus Kohlendioxid. Und es gibt auf dem Planeten kein flüssiges Wasser.

Große Methan-Vorkommen auf dem Mars führten zu zahlreichen Spekulationen. Manche Wissenschaftler werteten sie als Indiz für Mikroorganismen und damit für Leben. Doch wie man inzwischen herausgefunden hat, ist die Methan-Quelle eine andere: Das Gas stammt zum großen Teil aus Meteoriten. Lebewesen auf dem Mars sind daher wohl reine Fiktion. Und so wird es noch lange bleiben.

weitere Bilderserien