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Mythen und Fakten: Der Mond

 
Mythen und Fakten: Der Mond

Kaum einem Himmelskörper wird so viel Macht über die Menschen zugeschrieben wie dem Mond.

Viele Menschen klagen bei Vollmond über Schlaflosigkeit, und auf den Polizeirevieren häufen sich die Anrufe der "Mondsüchtigen".

Je nach Fülle des Erdtrabanten schlagen die von seiner besonderen Kraft Überzeugten Holz ...

... oder greifen zur Haarschere.

Die Zahl der Geburten, so behauptet der Volksmund, steigt bei vollem Mond an.

Experten sagen jedoch: "Es gibt keinen Zusammenhang zwischen dem Vollmond und der Geburtenrate."

Studien im In- und Ausland hätten einen Einfluss des Vollmondes auf menschliches Verhalten widerlegt.

In nahezu allen alten Kulturvölkern spielte der Mond im magischen und im bildhaft-religiösen Denken eine bedeutende Rolle.

Entscheidend ist dabei wohl, dass der Erdtrabant aufgrund seiner ständig wechselnden Gestalt fast zu leben scheint.

Darüber hinaus wurde der Mond zu einem wichtigen Faktor in der Zeitmessung und Zeitrechnung.

Da er selbst "vergeht" und "wächst", betrachtete man den Mond bereits sehr früh als das höchste Symbol für Fruchtbarkeit, Wachstum und Gedeihen.

Sein Einfluss auf den weiblichen Organismus, auf Ebbe und Flut verschaffte ihm Ansehen und Respekt.

Und das, obwohl der Mond deutlich kleiner ist als die Erde. Er hat nur 1/81 iher Masse und ein Sechstel ihrer Schwerkraft.

Ein 80 Kilogramm schwerer Astronaut wiegt auf dem Erdtrabanten nur rund 13 Kilogramm (im Bild Harrison Schmitt, der 1972 als letzter Mensch den Mond betrat).

Der Mond umkreist die Erde in etwa 384.000 Kilometern Entfernung. Ein Funkspruch über diese Strecke ist rund 1,3 Sekunden unterwegs.

Gezeiten gibt es durch den Mond nicht nur auf den Ozeanen, sondern auch an Land. Die auf flüssigem Magma schwimmenden Kontinente heben und senken sich durch die Schwerkraft des Mondes täglich zweimal um etwa 30 Zentimeter. Ergänzt durch die Schwerkraft der Sonne beträgt dieser Tidenhub sogar bis zu einem halben Meter.

Der vom Mond erzeugte Flutberg der Weltenmeere bremst die Erdrotation. In einer Million Jahren wird der Tag dadurch um 16 Sekunden länger. So dauerte ein Tag vor 400 Millionen Jahren nur 22 Stunden und das Jahr hatte 400 Tage.

Die Abbremsung der Erdrotation treibt den Mond von der Erde weg. Weil er den Drehimpuls von der Erde übernimmt, entfernt sich der Mond jedes Jahr um rund vier Zentimeter von uns. In einer Million Jahren wird er dadurch 40 Kilometer weiter von der Erde entfernt sein.

Durch einen kosmischen Zufall erscheinen Mond- und Sonnenscheibe am Himmel gleich groß. Dadurch kann der Mond die Sonnenscheibe bei einer Sonnenfinsternis genau verdecken.

Der Mann im Mond ist in anderen Kulturen als Kaninchen, Frau mit Spinnrad oder Kinderpaar mit Wassereimern bekannt. Denn je nach geografischer Breite auf der Erde erscheint die Mondscheibe gegen die uns vertraute Ansicht verdreht.

Der Mondregeln gibt es viele, doch bei alten wie bei neueren ist eine gute Portion Aberglaube mit im Spiel.

Die bäuerliche Bevölkerung ging einst davon aus, dass Pflanzen besser wuchsen, wenn sie in bestimmten Mondphasen ausgesät oder gepflanzt wurden.

Tatsächlich gilt der Mond als wetterwendisch.

Und so besagt eine der verbreitetsten Wetterregeln: "Seht ihr den Neumond hell und rein, so wird gutes Wetter sein. Ist aber selbiger sehr rot, so ist er viel Windes Brot. Ist er dann bleich, so glaube frei, dass nasse Zeit dahinter sei."

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