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Treuer Trabant: Der Mond, unser natürlicher Satellit

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Kaum einem Himmelskörper wird so viel Macht über die Menschen zugeschrieben wie dem Mond. (Foto: dpa)

Kaum einem Himmelskörper wird so viel Macht über die Menschen zugeschrieben wie dem Mond.

Kaum einem Himmelskörper wird so viel Macht über die Menschen zugeschrieben wie dem Mond.

Viele Menschen klagen bei Vollmond über Schlaflosigkeit. Je nach Fülle des Erdtrabanten ...

... schlagen die von seiner besonderen Kraft Überzeugten Holz (Brennholz soll man demnach immer zum Neumond schlagen, da es dann schneller trockne) ...

... oder gehen zum Friseur: Angeblich soll das Haar voller werden, wenn man es bei abnehmendem Mond schneidet.

Im Alten Land pflückt ein Apfelbauer in Vollmondnächten "Mondäpfel" - er findet, sie "schmecken einen kleinen Tick besser", in Supermärkten finden die Früchte reißenden Absatz.

Die Zahl der Geburten, so behauptet der Volksmund, steigt bei vollem Mond an.

Einige Experten sagen jedoch, es gebe keinen Zusammenhang zwischen dem Vollmond und der Geburtenrate.

Deutsche und internationale Studien hätten einen Einfluss des Vollmondes auf menschliches Verhalten widerlegt.

Und auch wer nachts nicht schlafen kann, sollte das nicht auf den Erdtrabanten schieben. Viele Untersuchungen belegten, dass es keinen Zusammenhang zwischen Schlaflosigkeit und Vollmond gebe, so die DAK.

"Die selbsterfüllende Prophezeiung, bei Vollmond schlechter zu schlafen, lässt uns dann auch wirklich schlechter schlafen", sagt Schlafexperte Zulley dazu. "Dazu müssen wir aber wissen, dass Vollmond ist." Der Mond habe eine geringere Lichtstärke als so manche Straßenlaterne.

Schweizer Schlafforscher vom Zentrum für Chronobiologie der Universitären Psychiatrischen Kliniken Basel hingegen kommen in ihrer Studie zu anderen Ergebnissen und meinen, einen überzeugenden wissenschaftlichen Beleg dafür gefunden zu haben, dass der Mond tatsächlich den Schlaf beeinflusst.

... ein Beweis für die These ist: Zu jeder Studie gibt es eine Studie, die das Gegenteil herausgefunden hat.

In nahezu allen alten Kulturvölkern spielt der Mond eine bedeutende Rolle, in der Kunst, in der Landwirtschaft, aber auch in religiöser Hinsicht.

Es gibt den Halbmond als Symbol des Islam ...

... oder Luna, die römische Mondgöttin - hier als "Frau Luna" am Lunabrunnen auf dem historischen Marktplatz in Lüneburg.

Darüber hinaus wurde der Mond zu einem wichtigen Faktor in der Zeitmessung und Zeitrechnung. (Die 3600 Jahre alte Himmelsscheibe von Nebra, die als weltweit älteste konkrete Himmelsdarstellung gilt, zeigt den Mond, Sterne und wahrscheinlich die Sonne.)

Das Steinmonument Stonehenge in England diente wahrscheinlich als Observatorium und war so gebaut, dass damit auch Positionen des Mondes vorhergesagt oder bestimmt werden konnten. Zu welchem Zweck die riesigen Steine in der späten Jungsteinzeit aufgestellt wurden, ...

... ist unter Wissenschaftlern jedoch umstritten. Viele Forscher halten sie für einen Tempel zur Ehre von Mond- und Sonnengott, andere für eine vorgeschichtliche Sternwarte.

Entscheidend für die große Bedeutung des Erdtrabanten für die Menschen ist wohl auch, dass er aufgrund seiner ständig wechselnden Gestalt fast zu leben scheint.

Da er selbst "vergeht" und "wächst", betrachtete man den Mond bereits sehr früh als das höchste Symbol für Fruchtbarkeit, Wachstum und Gedeihen.

Er hat Einfluss auf den weiblichen Organismus, auf Ebbe und Flut.

Und das, obwohl der Mond deutlich kleiner ist als die Erde. Er hat nur 1/81 ihrer Masse und ein Sechstel ihrer Schwerkraft.

Ein 80 Kilogramm schwerer Astronaut wiegt auf dem Erdtrabanten nur rund 13 Kilogramm (im Bild Harrison Schmitt, der 1972 als letzter Mensch den Mond betrat).

Der Mond umkreist die Erde in etwa 384.000 Kilometern Entfernung. Ein Funkspruch über diese Strecke ist rund 1,3 Sekunden unterwegs.

Gezeiten gibt es durch den Mond nicht nur auf den Ozeanen, sondern auch an Land.

Die auf flüssigem Magma schwimmenden Kontinente heben und senken sich durch die Schwerkraft des Mondes täglich zweimal um etwa 30 Zentimeter.

Ergänzt durch die Schwerkraft der Sonne beträgt dieser Tidenhub sogar bis zu einem halben Meter. Er wird in Gezeitenkraftwerken zur Stromerzeugung genutzt, so wie hier an der nordirischen Küste.

Der vom Mond erzeugte Flutberg der Weltenmeere bremst die Erdrotation. In einer Million Jahren wird der Tag dadurch um 16 Sekunden länger. So dauerte ein Tag vor 400 Millionen Jahren nur 22 Stunden und das Jahr hatte 400 Tage.

Die Abbremsung der Erdrotation treibt den Mond von der Erde weg. Weil er den Drehimpuls von der Erde übernimmt, entfernt sich der Mond jedes Jahr um rund vier Zentimeter von uns. In einer Million Jahren wird er dadurch 40 Kilometer weiter von der Erde entfernt sein.

Der Mond ist der einzige fremde Himmelskörper, der bisher von Menschen betreten wurde - zuerst im Juli 1969 von den Astronauten Neil Armstrong und Edwin E."Buzz" Aldrin. (Auch wenn Verschwörungstheoretiker meinen, sie seien nie dort gewesen und ihre Mondlandung sei von NASA und US-Regierung nur vorgetäuscht worden.)

Durch einen kosmischen Zufall erscheinen Mond- und Sonnenscheibe am Himmel gleich groß. Dadurch kann der Mond die Sonne bei einer Sonnenfinsternis genau verdecken.

Bei einer Mondfinsternis wird er nicht mehr voll von der Sonne bestrahlt.

Bei einer partiellen Mondfinsternis stehen Sonne, Erde und Mond in einer Reihe, der Mond taucht aber nur teilweise in den Kernschatten der Erde ein.

Bei einer totalen Mondfinsternis wird er dagegen vollständig verdeckt.

Der Mann im Mond oder das Mondgesicht, das viele in seiner Oberfläche zu erkennen glauben, ...

... ist übrigens in anderen Kulturen als Kaninchen, Frau mit Spinnrad oder Kinderpaar mit Wassereimern bekannt. Denn je nach geografischer Breite erscheint die Mondscheibe gegen die uns vertraute Ansicht verdreht.

Mondregeln gibt es viele, doch bei alten wie bei neueren ist eine gute Portion Aberglaube mit im Spiel.

Die bäuerliche Bevölkerung ging einst davon aus, dass Pflanzen besser wuchsen, wenn sie in bestimmten Mondphasen ausgesät oder gepflanzt wurden.

Tatsächlich gilt der Mond als wetterwendisch.

Und so besagt eine der verbreitetsten Wetterregeln: "Seht ihr den Neumond hell und rein, so wird gutes Wetter sein. ...

... Ist aber selbiger sehr rot, so ist er viel Windes Brot. ...

... Ist er dann bleich, so glaube frei, dass nasse Zeit dahinter sei."

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