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"Storch, Storch bester,...
... bring mir eine Schwester" oder ...
... "Storch, Storch guter,...
... bring mir einen Bruder" - dieser altbekannte Kinderreim spricht Adebar direkt als Kinderboten an.
Der Storch als Kinderlieferant ist eine alte und immer noch beliebte Geschichte von werdenden Eltern, die sich um eine kindgerechte Erklärung der Entstehung von Babys drücken.
Sogar auf weiteres Nachfragen von Kindern hat die Geschichte eine Antwort: Die Mutter wird bei der Kindzustellung vom Storch ins Bein gebissen und muss deshalb einige Tage, nachdem das Kind "geliefert" wurde, im Bett liegen...
Sogar an den ungefährlichen roten Hautflecken, die sich meistens im Nacken von Neugeborenen befinden (medizinisch: Nävus Unna), soll Adebar schuld sein. Der "Storchenbiss" entsteht an der Stelle, an der der Storch das Kind mit dem Schnabel festgehalten hat.
Der Storch gilt außerdem in unseren Breiten als Frühlingsbote und Glücksbringer.
Vor allem dem Weißstorch, der in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Polen vorkommt, werden diese Fähigkeiten nachgesagt. Zudem ist er Fabelwesen und Märchenfigur und wird in Kinderliedern besungen: "Auf unsrer Wiese gehet was..."
Nimmersatten...
... und Marabus, die auch zur Familie der Störche gehören, treten die meisten Menschen mit weniger Sympathie entgegen. Das könnte am Aussehen der Tiere liegen.
Der Weißstorch mit seinem weiß-schwarzen Federkleid, den langen roten Beinen und dem roten Schnabel sieht dagegen sehr gefällig aus.
Sein graziler, aufrechter Gang ist mehr ein Schreiten. Tatsächlich gehören alle Störche zur Familie der so genannten Schreitvögel.
Charakteristische Merkmale für diese Vögel sind der lange Hals, ein langgestreckter Schnabel...
... und die langen Beine.
Die 19 Arten der Störche sind weltweit außer in der Antarktis verbreitet. Die meisten Störche sind in den Tropen und den Subtropen beheimatet. (Sattelstörche im Okawango-Delta)
Nur drei Storchenarten leben in den gemäßigten Klimazonen (im Bild: Schwarzstorch). Diese bevorzugen als Lebensraum die Nähe zu Wasser und Feuchtgebieten.
Alle Störche sind Fleischfresser. Ihre Nahrung ist abhängig von ihrem Lebensraum.
Im Volksglauben ernähren sich Weißstörche hauptsächlich von Fröschen. In Wirklichkeit sind Frösche nur ein Teil des Nahrungsspektrums der Tiere.
Weißstörche fressen unter anderem (Regen-)Würmer, ...
... Insekten,...
... Fische und Kaulquappen.
Außerdem stehen Nagetiere und Schlangen, die nicht schnell genug sind, auf ihrem Speiseplan.
Aus diesem Grund waren die Störche früher gern gesehene Schädlingsbekämpfer.
Auch heute leben Menschen und Störche dicht bei- ...
... und manchmal sogar miteinander.
Um die Störche im Ort zu haben, wird schon mal ein altes Wagenrad auf einem Dach als Nisthilfe befestigt. Bleiben die beliebten Vögel dennoch aus, werden sogar Plastikattrappen ins nachgebaute Nest gesetzt.
Der Storch genießt ein hohes Ansehen beim Menschen, obwohl er durch sein Klappern mit dem Schnabel auch schon mal den Schlaf der Anwohner stören kann.
Der Storch klappert, um zu kommunizieren, denn die Stimme des Weißstorches ist nur gering ausgeprägt.
Der Storch klappert zur Begrüßung des Partners am Nest, aber auch zur Verteidigung gegen Nestkonkurrenten. Auch während des Balzrituals klappern Storch und Störchin ausgiebig.
Die Balz der Weißstörche ist im Frühling, wenn die Tiere aus ihrem Winterquartier zurückgekehrt sind.
Nach der Balz legt die Störchin drei bis fünf Eier in ihren imposanten Horst - so werden die Nester der Störche genannt.
Die Eier sind ungefähr doppelt so groß wie Hühnereier.
Weißstörche benutzen über mehrere Jahre denselben Horst, obwohl die Tiere eigentlich eine Saisonehe führen.
Aufbau und Ausbau des Horstes, das Ausbrüten der Eier sowie die Aufzucht der Jungen übernimmt das Storchenpaar gemeinsam.
Die Brut dauert 34 Tage.
Die Jungen verbringen rund 2 Monate im Horst, bevor sie flügge sind.
Bis zur ersten eigenen Brut der Nachkommen dauert es fünf Jahre.
Vorher müssen die jungen Störche stark genug werden, um die langen Strecken ins Überwinterungsquartier bewältigen zu können.
Der Weißstorch gehört zu den Zugvögeln und legt jedes Jahr lange Strecken zurück, um ins warme Afrika zu kommen.
Mit ihren langen und breiten Flügeln sind die Tiere in der Lage, ihr Körpergewicht von 2,5 bis 4,5 kg lange Zeit in der Luft zu halten,...
... denn Störche sind Segelflieger, die auf ihrem Weg nach Afrika die warme Aufwinde nutzen. So können die Tiere Energie sparen.
Auf dem Weg nach Afrika schließen sich die Störche in Gruppen zusammen. Sie legen bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 50 km/h täglich eine Strecke von bis zu 500 km zurück.
Störche können Spitzenfluggeschwindigkeiten von bis zu 100 km/h erreichen.
In wenigen Ausnahmefällen verzichten Weißstörche, die beispielsweise im Tierpark gefüttert werden, auf die Reise in ihr Winterquartier.
In diesem Jahr kehrten die ersten Störche bereits Mitte Februar in ihr Brutquartier nach Deutschland zurück.
Viele von ihnen haben sogar Namen bekommen. Die Vorkommnisse im Horst werden manchmal mit Webcams rund um die Uhr aufgenommen und im Internet gesendet. (Bilder: ap, dpa, pixelio, wikipedia)
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