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Die Energiebilanz zählt: Diätlügen und Ernährungsmythen

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Spätestens im Sommer kommt es zu den nackten Tatsachen, was die Ernährungssünden im Winter angeht.

Spätestens im Sommer kommt es zu den nackten Tatsachen, was die Ernährungssünden im Winter angeht.

Spätestens im Sommer kommt es zu den nackten Tatsachen, was die Ernährungssünden im Winter angeht.

Jedes Stück Schokolade scheint sich direkt an den Problemzonen festgehalten zu haben.

Mit Diäten versuchen viele Menschen, ihre überflüssigen Pfunde wieder loszuwerden.

Doch eine Diät zur Gewichtsreduktion kann nur der Startschuss für eine langfristige Umstellung der Ernährung sein.

Wer nur eine Diät macht und dann wieder isst wie zuvor, nimmt auch wieder zu.

Manche Menschen wiegen dann sogar noch mehr als vor der Diät, denn der Körper versucht sich für jede weitere Durststrecke zu rüsten, indem er besonders viele Reserven anlegt. Der sogenannte Jo-Jo-Effekt lässt die meisten Abnehmwilligen resignieren.

Andere wollen den Werbezeilen der Zeitschriften glauben, die jede Woche neue Diäten in Kombination mit Rezeptvorschlägen veröffentlichen und schnelle Erfolge versprechen.

Viele dieser Diäten beinhalten nicht nur falsche Versprechungen, sondern sogar gesundheitsschädliche Ratschläge.

Denn jedem scheint einzuleuchten: was über Jahre angefuttert worden ist, kann nicht in einigen Tagen oder Wochen wieder abgenommen werden.

Diätlügen gibt es massenhaft und sie sind weit verbreitet. Wir klären Sie auf:

"Fett macht fett." - Stimmt, aber Fett ist auch ein lebensnotwendiger Bestandteil unserer Ernährung. Jeder Mensch braucht essentielle Fettsäuren in seiner Nahrung. Auf die tägliche Menge kommt es an.

Fett macht nur fett, wenn wir mehr davon essen, als wir brauchen.

"Zucker macht dick." - Stimmt, Zucker kann dick machen.

Wenn wir wesentlich mehr Zucker essen, als wir verbrauchen, wird dieser in Fett umgewandelt und als Reserve in unserem Körper eingelagert.

Aber prinzipiell ist auch Zucker ein wichtiger Energielieferant für den Menschen.

Wir Menschen sind so an das Süße gebunden, weil bereits die Muttermilch süß schmeckt.

Nur FDH (Friss die Hälfte) hilft wirklich beim Abnehmen. - Stimmt, denn dem Körper wird nur noch halb soviel Energie zugeführt. Das Problem dieser Radikaldiät besteht darin, ...

... dass die bisherige, zumeist falsche Nahrungszusammensetzung beibehalten wird und die Halbierung zu Mangelerscheinungen und Heißhunger sowie daraus folgenden Fressattacken führen kann.

Eine Halbierung der bisherigen Nahrung kann zudem nicht dauerhaft durchgehalten werden. Abnehmwillige sollten langfristig lernen, mehr ballaststoffreiche und gesunde Nahrung als bisher zu sich zu nehmen.

"Wer nicht am Abend isst, bleibt schlank" oder "Iss morgens wie ein Kaiser, mittags wie ein König und abends wie ein Bettelmann". - Stimmt nicht, denn auch hier kommt es wieder auf die Energiebilanz an.

Es ist also wichtig, wieviel Energie in Form von Nahrung man aufnimmt und wieviel der Körper über den Tag verbraucht. Der Zeitpunkt ist dabei unerheblich, da unser Körper kleine Engpässe und Durststrecken kompensieren kann.

Allerdings wird in der Nacht die Nahrung nur sehr langsam "verstoffwechselt", so dass der größte Teil des Abendessens einfach im Magen liegen bleibt. Kein schöner Gedanke!

"Grüner Tee oder Pu Erh Tee machen schlank." - Bisher konnte nicht bewiesen werden, dass Tee wirklich schlank macht.

Aber die Kombination zwischen Koffein und Katechinen kann dazu beitragen, dass der Stoffwechsel angekurbelt wird. Zudem hat ungesüßter Tee auch keine Kalorien.

"Lightprodukte helfen beim Abnehmen." - Kann stimmen, allerdings gibt es damit Probleme. Das Wort "light" ist als Bezeichnung nicht geschützt und damit nicht eindeutig definiert. Ein fettreduziertes Produkt kann beispielsweise mehr Zucker als ein normales enthalten.

Die psychologische Falle liegt darin, dass viele Menschen glauben, von Light-Produkten mehr essen zu können als sonst. Doch Lightprodukte sind häufig wahre Mogelpackungen.

Deshalb sollten Abnehmwillige die Inhaltsstoffe und Kalorienangaben ihrer Nahrung genau kennen. Denn auch sogenannte Geschmacksverstärker sind beim Abnehmen hinderlich.

"Sechs Mahlzeiten am Tag sind besser als drei." - Diese Meinung ist umstritten und kommt wohl auf den Menschen selbst an, denn viele Menschen schaffen es nicht, ...

... die Größe der Mahlzeiten zu reduzieren, so dass sie letztendlich mit sechs Mahlzeiten mehr Kalorien zu sich nehmen, als mit drei.

Wichtig ist, geregelte Mahlzeiten in aller Ruhe zu sich zu nehmen, so dass man nicht andauernd zwischendurch essen muss.

"Ananas hilft bei der Fettverbrennung." - Dieser Mythos konnte bisher durch keine wissenschaftliche Studie belegt werden.

"Fasten macht schlank." - Zunächst ja, denn wenn dem Körper keine Kalorien zugeführt werden, muss er von seinen Speichern leben.

Fängt der Fastende wieder an zu essen, füllt der Körper seine geleerten Speicher wieder auf. Verlorenes Gewicht wird schnell wieder zugenommen.

"Wer friert, nimmt ab." - Tatsächlich wird durch das Muskelzittern beim Frieren der Energieverbrauch des Körpers erhöht.

Von einer "Frier-Diät" ist allerdings dringend abzuraten, da die Gefahr einer Erkältung oder Unterkühlung wesentlich größer ist, als die Chance einer nachhaltigen Gewichtsreduktion.

"Dunkle Schokolade hilft mehr beim Abnehmen als helle." - Stimmt nicht. In beiden Schokoladen ist ein hoher Anteil an Fett und Zucker zu finden.

Dunkle Schokolade schmeckt durch ihren höheren Kakaoanteil allerdings bitterer als helle Schokolade, so dass die meisten Menschen davon weniger essen. Dem Kakao werden außerdem günstige Eigenschaften für den menschlichen Körper zugeschrieben.

"Butter oder Margarine - das ist egal." - Das stimmt, wenn beide gleich hohe Fettanteile haben und man kein Vegetarier ist.

Denn Butter wird aus tierischem Fett hergestellt. In Margarine sind gehärtete pflanzliche Fette verarbeitet. Auch wenn in Deutschland nicht mehr üblich, sollte man trotzdem darauf achten, dass keine Transfette in der Margarine sind.

"Eiweiß macht schlank." - Stimmt im Ansatz. Eine Erhöhung des Eiweißanteils in der Ernährung kann dazu führen, dass Sie besser und länger satt sind.

Eiweiß an sich macht jedoch auch nicht schlank, denn auch mit dem Eiweiß nimmt man Kalorien zu sich.

"Kartoffeln machen dick." - Stimmt nicht. Wenn Sie allerdings jeden Tag drei Kilogramm Kartoffeln essen, werden Sie wahrscheinlich auch von Kartoffeln zunehmen.

Die Kartoffel ist ein ballaststoff- und vitaminreiches Gemüse, das positive Auswirkungen auf den Körper hat, allerdings nur, wenn sie nicht in Fett gebraten ist.

"Rauchen macht schlank." - Stimmt nicht, aber das Nikotin im Tabak hemmt das aufkommende Hungergefühl im Körper und zügelt den normalen Appetit.

Zudem ist Nikotin für einen erhöhten Energieverbrauch im Körper zuständig, denn um das süchtigmachende Gift abzubauen, benötigt der Körper viel Kraft.

Viele Raucher nehmen, nachdem sie aufgehört haben, tatsächlich etwas zu. Aber die zwei bis vier Kilo Zuwachs an Körpergewicht sind wesentlich weniger schädlich als das Rauchen an sich.

Zudem schmecken Raucher, nachdem sie aufgehört haben, wieder viel intensiver ihre Nahrung.

Abschließend lässt sich zusammenfassen, dass eine langfristige Gewichtsreduktion mit einer Umstellung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten zusammenhängt.

Menschen nehmen nur ab, wenn sie über einen langen Zeitraum weniger essen als sie verbrauchen. Dabei sollte von Mono- oder einseitigen Diäten Abstand genommen werden, da sie schnell Mangelerscheinungen im Körper hervorrufen.

Abnehmen kann durch Bewegung beschleunigt und erleichtert werden.

Abnehmwillige sollten ausgewogen essen, so dass ihnen die Nahrungsaufnahme auch Spaß macht.

Zeit, sowohl beim Essen als auch beim Abnehmen, ist ein wichtiger Faktor. Nehmen Sie sich reichlich davon.

Essen Sie bewusst und fühlen Sie sich wohl in Ihrer Haut.

Schlafen Sie ausreichend und vermeiden Sie Stress, denn der verleitet zu Süßem und Fettigem.

Verwenden Sie frische, hochwertige, möglichst naturbelassene Lebensmittel, bereiten Sie Ihr Essen mit Liebe zu und genießen Sie es.

Trinken Sie vor allem viel stilles Wasser. (Text: J. Köhler. Fachliche Beratung: Prof. Susanne Klaus, Deutsches Institut für Ernährungsforschung Potsdam. Bilder: AP, dpa, pixelio, wikipedia)

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